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letzter Beitrag von Wutzi am

Erstfunde und mehr bei der ThAM-Arbeitstagung vom 16.-19.05.2019

  • Hallo zusammen,

    es war für mich die erste Veranstaltung dieser Art und ich war nicht sicher, ob ich mich wohlfühlen würde unter all den Experten. Um es vorwegzunehmen: Ich habe mich nicht nur wohlgefühlt, sondern auch verdammt viel gelernt, so viel dass meine Festplatte an ihre Grenzen gekommen ist. Um das Gehörte zu verarbeiten, werde ich wohl eine ganze Weile brauchen.

    Ich kam mir streckenweise vor wie beim Nachhilfeunterricht und ein bisschen habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich fachlich so gar nichts zur Erhellung beitragen konnte. Aber gestört hat sich daran wohl niemand.


    Der Mai hier war lange trocken und winterlich, sodass das Pilzaufkommen nicht berauschend war. Dennoch haben wir mehr Pilze gefunden, als ich erwartet hatte. Wir hatten tatsächlich bis spät abends reichlich Pilze zum Auswerten. Der Tagungsort war in Schmiedefeld bei Piesau.

    Die erste Exkursion einer Gruppe ging Richtung Morassina, einem stillgelegten Bergwerk. Dort fanden wir allerlei Stöckchenumdreherpilze, Helmlinge, Mürblinge, Tintlinge und Schwindlinge. Damit das nicht ein so dröger Bericht wird, gehts jetzt weiter mit Fotos.


    Hier seht Ihr die Anbetung der Psathyrellen.


    Hier ist Don Gnolmio. Seht nur wie er lacht, vermutlich heckt er schon wieder Irgendetwas fürs nächste APR aus, mit einem eher stillen Pilz-Forianer. Der PSH kontrolliert die beiden und hat alles im Griff.



    Dieser Stöckchenumdreherpilz wuchs unter Wasser. Das hübsche Becherchen hört auf den Namen Vibrissea flavovirens. Dank der Erklärung der Pilzprofis gelang mir zum ersten Mal ein Handyfoto durch die Stereolupe.



    Dieses hübsche Becherchen nennt sich Capitotricha bicolor.


    Ziemlich beeindruckend fand ich diese Rosshaarschwindlinge, die tatsächlich eine Struktur wie harte Borsten oder Pferdehaare und nur ein stecknadelkleines Hütlein hatten.


    Hier erklärt Frank Putzmann dem Bürgermeister von Schmiedefeld die Flechten und den Hausschwamm.

    Mir hat Frank anhand meiner Flechtenfunde einiges über die Lebensweise dieser besonderen Pilze erklärt, so dass ich sie wieder ein bisschen besser verstehe.


    Frank Putzmann hat dieses Buch über Flechten im Erzgebirge geschrieben. Ich habe dort nicht nur alle Flechten wiedergefunden, die in meiner Umgebung wachsen, sondern zig weitere Arten. Das Buch wird mir künftig sicher helfen, mir unbekannte Arten einzuordnen. Das Buch ist übrigens gegen eine Schutzgebühr von 5,- € erhältlich.


    Schöpferische Pausen - insbesondere nach 23:00 Uhr gab’s natürlich auch. Der Eierlikör spielt hier eine sehr ernste Rolle, die näher auszuführen hier aber zu weit führen würde.



    Ob dieser Pilzexperte wohl über neue APR-Streiche nachdenkt?


    Nicht ganz ausgeschlafen, aber dennoch auf der Höhe (700m ü.NN) trafen wir uns morgens vor dem Hotel. Dann ging's zur Exkursion Richtung Teufelskanzel bei Piesau.




    Passend zum Wetterwechsel gab's diesen wundervollen Blick über den Thüringer Wald.

    Auf einem abgebrannten Waldstück gab es Brandstellenpilze, die ich leider nicht fotografiert habe, schade. Ich wusste zuvor gar nicht, dass es so etwas gibt.


    eigenäugig erkannt.

    Risspilze - dank OEPR-Trockentraining, habe ich die sogar erkannt.


    Hier eine weitere Besonderheit für mich. Das rotgefärbte Holz habe ich schon oft gesehen. Aber diesmal konnte einer der potenziellen Verursacher dingfest gemacht werden.


    Winzlinge...


    ...die aus der Nähe betrachtet so aussehen.



    Auch Nichtpilziges gab es zu entdecken. Hier ein kleines Rätsel:


    A) Wer hat hier wohl was verloren?


    B) Suchbild-Wer findet den zweiten Hund?


    C) Wer kennt den Käfer?


    Ein Kiefernzapfenrübling. Der war ein Erstfund für mich. Ich kannte bislang nur den FiZaRü.


    Fertig gesammelt.


    Und zum Abschluss der Exkursion gab's noch einen Abstecher zu einem Quellmoorgebiet mit kleinen gelben Kostbarkeiten:

    Sumpfhaubenpilze - Erstfunde für mich und Pilze, über die ich mich sehr, sehr gefreut habe.


    Zugabe war der Backenzahnkreisling.


    Und hier erkennt der Betrachter wieder einmal, dass echte Pilzliebhaber vor nichts zurückschrecken, nicht einmal vor eiskaltem Wasser.

    Das waren jetzt nur die für mich interessantesten Pilzfunde und ich hoffe, dass ich Euch vermitteln konnte, dass das wirklich eine runde Veranstaltung war. Bemerkenswert fand ich übrigens, dass die Männer von sich aus völlig freiwillig den Küchendienst übernommen haben. Das habe ich so noch nie erlebt. Mein Respekt und Dank gilt allen Beteiligten für die interessante Zeit.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

    4 Mal editiert, zuletzt von Wutzi ()

  • Hallo Claudia,


    was für ein sonniger und bunter Beitrag ist das geworden!:thumbup:

    Und so viele bekannte Gesichter!:)

    Noch habe ich wegen Terminüberschneidung nicht für die ThAM- und Boletustagung geplant.

    Aber nach den stimmungsvollen Bildern werde ich mich nun doch wenigstens für Sa / So anmelden!


    Gern versuche ich mich am Rätsel. Hier meine Vorschläge.

    A. Kieferknochenfragment vom Wildschwein

    B. Minihündchen rechts neben dem großen Stein (Bildmitte)

    C. Goldglänzender Laufkäfer (Carabus auronitens)


    Liebe Grüße vom Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Moin Nobi, schön, dass Dir der Beitrag gefällt. Hast wieder einmal richtig aufgelöst. Parallel zu der Boletus-Tagung ist in Oberhof der Schleierlingskurs. Aber die Exkursion am Sonnabend werde ich wohl schaffen. Du siehst ja selbst wie das ist mit den Terminen, wenn man eigentlich nicht mehr so viele haben sollte. Da treffe ich Dich dann einmal nicht nur virtuell.==Gnolm13

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo,


    sehr schön, sehr schön. :) Freut mich sehr, dass du da eine schöne Zeit hattest. Die Gegend ist ja auch schön. Einer meiner besten Freunde hat in Piesau sein Elternhaus. Ich war auch schon auf der Teufelskanzel btw. ;)


    Ansonsten waren ja auch Sachsen mit auf eurem Treffen. ==Gnolm11==Gnolm11 Thomas hätte dort eigentlich nix verloren. ==Gnolm7 Weißt du, was bei dem gezeigten Risspilz herausgekommen ist? Na ja Andreas oder Thomas werden den schon einen passenden Namen für den gefunden haben. :)


    Ich freue mich inzwischen auch sehr auf die Boletus-Tagung. War jetzt lange nicht mehr in der Gegend. Wird mal wieder Zeit, dass ich hinfahre.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Stefan, der Thomas war goldrichtig dabei. Von ihm habe ich einiges über die Rindenpilze gelernt und er hat mich mit der Nase auf die Becherchen an Rotholz gestubst. Die hätte ich sonst nie gesehen - viel zu klein.

    Stimmt. Andreas hatte einen Namen für den Risspilz. Anhand des Pilzes hat er mit mir die mikroskopische Bestimmung durchexerziert. Der Quotient lag bei 2,65. Der und der Mikrofotos sind jetzt das Rätsel für Dich==Gnolm7. Der Stiel war nur im oberen Bereich bereift.








  • Hi,


    dann ist das einer aus der Lacera-Gruppe. :)


    Bist du bei der Boletus-Tagung mit dabei?


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo

    Schönes grüß an alle ThAM Arbeitstagung Mitarbeiter .


    @ Claudia , ich habe Interesse an eure Fund , Rotgefärbte Holz


    -


    -


    Habe etwas ähnlich gefunden


    -


    -


    Hat jemand von euch diese Rote ding untersuchen , um was genau gehet , was verursacht Rote Verfärbung ?


    LG beli !

  • :daumen:, bei der Tagung bin ich nicht, weil parallel dazu der Schleierlingskurs in Oberhof stattfindet. Ich versuche am Sonnabend bei der Exkursion dabei zu sein. Sonntag muss ich nach Berlin. Die Woche ist ein bisschen chaotisch bei mir.

    Hallo beli,

    ja haben wir. Die Rotfärbung hat in diesem Fall ein kleiner Becherling mit dem Namen Hyphodiscus hymeniophilus - Gemeines Staub-Haarbecherchen verursacht. Aber es gibt auch andere Pilze, die das Holz rot färben können. Ich hab nur leider vergessen, welche das sind.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • MoinMoin!


    Ein toller Bericht! :thumbup:
    Mit der Crew kann man aber auch wirklich gut ein paar Becherchen aufheben, kann ich mir vorstellen.


    Ein weiterer Holzrotfärbepilz wäre noch Phanerochaete sanguinea (Rotfransige Zystidenkruste).



    LG, Pablo.

  • Ah, danke für die Blumen Pablo. Ich bin übrigens immer noch am Bilder sortieren und beschriften. Und was den Rötenden Zystidenrindenpilz betrifft bist Du ja quasi die sicherste Bank im Forum. Dann sollte das rote Holz hoffentlich hinreichend aufgeklärt sein.

    Wie meinst Du das eigentlich mit dem "gut ein Becherchen aufheben":grofl:?

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo, Claudia!


    Selbstverständlich ganz und gar so, wie es geschrieben steht: Becherchen (die Pilze) vom Boden aufheben. Also die Sttöckchen, mit den Pilzchen dran...

    Auf gar keinen Fall möge man das irgendwie anders verstehen, mit diesem Wortlaut. Da klang ja nichts an in Sachen gelöster, froher Stimmung des Abends oder so. :gpfeiffen:



    LG; Pablo.

  • Lieber Pablo, nichts Anderes hatte ich vermutet, wollte nur sicher gehen. :glol:

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo!


    Hier habe ich den Fund mal dokumentiert:

    Hyphodiscus hymeniophilus


    Zitat

    Mit der Crew kann man aber auch wirklich gut ein paar Becherchen aufheben, kann ich mir vorstellen.

    Das stimmt auch, glaube ich, wenn man es anders interpretiert. ....... Prooost!


    VG Ingo W


    P.S.: Oben steht ja der Link zu 123Pilze. Dort wird von Bechergrößen von 1-3(4)mm geplaudert. Das ist nicht korrekt.

    Wenn man tatsächlich mal einen fände, der die 1mm schafft, so wäre das schon eine Riese unter seinesgleichen.

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"
    oder wie sogar die Gnolme wissen:
    "Pilzis ne bloß von o'm anguck!! Unt'n auch wichtich is!" ==Gnolm2


    137-15 (Gebühr APR 2018) = 122+12 (APR 2018 Platz 4) = 134+1 (Segmentwette APR 2018) = 135+2 (schöner Falsch-Phal APR 2018 = 137+9 (3.Platz schöner Phal APR 2018) = 146-15 (Gebühr APR 2019) =131+9 (APR-Schnell-Joker-Bonus) = 140+4 (APR2019-Platzierungswette) = 144+3 vom Gnemil-APR-Nachrätsel = 147+9 (Phalplatzierungs-PCs) = 156 - 20 (Gebühr APR 2020) = 136+3 (Einlaufwette APR2020) = 139 + 6(3x2) für gute Phäle APR2020 = 145



    Link: Nanzplan APÄ-2020

    Link: Gnolmengalerie

    Link: die schönsten Phäle zu APR-2020



  • Wutzi

    Hat den Titel des Themas von „Erstfunde und mehr bei der ThAM-Arbeitstagung vom 16.-19.05.2090“ zu „Erstfunde und mehr bei der ThAM-Arbeitstagung vom 16.-19.05.2019“ geändert.
  • Danke Ingo für die Klarstellung - für beide Klarstellungen==Gnolm7. Ich hatte auf Deiner Website nach dem Becherchen gesucht, aber nur den Becher selbst und nicht Deine Dokumentation entdeckt.

    Ich bin übrigens immer noch beim Beschriften meiner Fotos und habe Einiges, was ich nicht zuordnen kann. Zum Beispiel den Becher mit den Basidien. Deine Anmerkung zu der tatsächlichen Größemerklärt übrigens auch, warum er so selten gefunden wird. Mit unbewaffnetem Auge sind nur Krümel zu sehen. Erst mit der Lupe entpuppen die sich als kleine Bercher. Wenn die es auf 3mm bringen würden könnte man sie mit etwas Glück auch ohne Lupe sehen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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