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letzter Beitrag von Beorn am

Schirmling?

  • Hallo,


    dies ist mein dritter Erstlingsfund für heute. Leider war es schon zu spät, um gute Aufnahmen zu machen:


    Standort: Laubwald in Portugal, Lehmboden

    Hut: ca. 7 cm, grau-braune, samtige bis glatte Oberfläche

    Stiel: ca. 8 cm, weißlich, glatt,

    Manschette: verschiebbar

    Fleisch: weißlich, keine Verfärbung

    Lamellen: rosa, keine Verfärbung

    Geruch: leicht chemisch


    Ich tippe auf Rosablättriger Egerlingsschirmling (Leucoagaricus leucothites). Gibt es andere Möglichkeiten?


    Lg. Dieter



  • Servus Dieter,

    Oh je, das ist doch wieder mal so ein Agaricus.

    Sieht irgendwie nach Karbolegerling ( Perlhuhn oder Rebhuhn)

    Zumindest wird die knollige Stielbasis gelblich ( sieht so aus)

    Grüße

    Felli

  • Lieber Dieter,


    das ist ein Agaricus. Sollte er in der Stielbasis schnell gegilbt haben (und nach nichts oder nach Tinte riechen), kannst du mal mit Agaricus parvitigrinus vergleichen (wobei ich da eine dunkler abgesetzte Hutmitte erwarten würde). Falls der Pilz intensiv nach Anis oder Bittermandel riechen sollte, ist es ein Vertreter der Untergattung/Sektion Minores.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Felli, hallo Christoph,


    danke für die Antworten.


    Agaricus ist möglich wegen den rosa Lamellen, aber bei A. parvitigrinus hätte ich ein grobes Flockenmuster auf dem Hut erwartet. Die Hutmitte bei meinem Pilz ist schon dunkler, aber sonst ist der Hut sehr fein strukturiert.


    lg. Dieter

  • Servus Dieter,


    die kleinen Karbolegerlinge sind schwierig - es gibt da viele Arten... z.B. Agaricus xanthodermulus, A. laskibarii, A. parvitigrinus und weitere - zumindest in die Ecke gehört dein Pilz, denke ich. Der Geruch "chemisch" könnte eben die besagte Tinte sein (das Problem mit Bildbestimmungen). Ein Egerling ist es aber sicher.


    Es ist aber sicher kein Vertreter der Sektion Hondenses (Agarcius phaeolepidotus etc., also Rebhuhnegerling und Verwandtes), da die im Fleisch recht deutlich röten.


    Ein sehr interessanter Fund - in Mitteleuropa wäre es was ganz besonderes. Der ist aber aus Portugal, oder?


    Da soll Agaricus laskibarii ja nicht sooo selten sein, zumindest küstennah auf Sand. Wobei man die Arten hier teils nur per DNA-Sequenz sicher bestimmen kann. Die kleinen Karbolegerlinge hat der Teufel gesehen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    danke fuer die Info. Hier hab ich ein Bild von einem Agaricus laskibarii gefunden, dem meinem Pilz sehr aehnlich sieht. Ich hab mir Agaricus immer dickfleischiger vorgestellt. Bei meinem Pilz ist das Fleisch am Hutrand sehr duenn. Ist es normal, dass bei Agaricus der Ring verschiebbar ist? Das war der Grund, warum ich auf Schirmling gesetzt hatte.


    Ja, wir sind in Portugal, auch in Meeresnaehe, allerdings haben wir Lehm- und nicht Sandboden.


    lg. Dieter

  • Servus!


    Oh-oh!

    Das wird nun aber Zeit, mal irgendwie den aktuellen Parra - Wälzer zu besorgen (oder den Kauf im Verein anzuregen...).

    Von Agaricus parvitigrinus habe ich noch nie gehört. Und die "normalen" Hühner sollten im Fleisch deutlich röten?
    Mist, ich werde meine ganzen schönen phaeolepidotus - Kollektionen aus der Gegend hier revidieren müssen. Muss nur erstmal rausfinden, wie, und das klappt nicht ohne weitere Literatur.

    Und frische Kollektionen.


    Ok then, dann wird aus diesen Agaricus phaeolepidotus eben Agaricus spec.:




    Die kommen eh erst im nächsten Jahr wieder (wenn überhaupt), in diesem Jahr ist es denen zu trocken.



    LG, Pablo.

  • Servus,

    Dass die Hühner stark röten ist mir jetzt auch neu,

    dann ist dass hier wahrscheinlich jetzt auch Agaricus spec

    Den hatte ich als Rebhuhn deklariert - ich bleib beim deutschen Namen ;)

    Dieser gilbte nur beim Querschnitt in der Stielbasis !

    Grüße

    Felli

  • Servus Pablo,


    dein jetzt Agaricus spec., vorher A. phaeolepidotus sieht mir sehr nach Agaricus moelleri aus.


    A. moelleri: Perlhuhn, Agaricus sect. Xanthodermatei

    A. phaeolepidotus: Rebhuhn, Agaricus sect. Hondenses (beim Parra auch noch bei den Xanthodermatei)


    Das Rebhuhn rötet deutlich im Fleisch und gilt daher als "der" Doppelgänger des Waldegerlings - Agaricus freirei ist noch ähnlicher, da der ja nicht mal gilbt.

    Das Perlhuhn hingegen ist ein normaler Karboli... gilbt, rötet nicht.


    (Agaricus pseudopratensis steht zwischen den Stühlen, rötet, scheint aber nicht zu den Hondenses zu gehören, aber die Zuordnung zu den Karbolis ist bootstrap-technisch auchz nicht ganz sicher)


    Servus Felli,


    ich kann ja nix dafür, aber Rebhühner röten eben, wenn man sie durchschneidet. Sowohl echte als auch die Pilze...


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Servus Christoph

    ich kann ja nix dafür, aber Rebhühner röten eben, wenn man sie durchschneidet. Sowohl echte als auch die Pilze...

    Seit wann weiß man das denn?

    -Bei Frau Dähncke wird nichts von röten erwähnt,

    -In PDS wird von gilben beim Perlhühnchen

    auja, beim Rebhuhn soll die Stielbasis röten

    - bei Herrn Ludwig gibts die rote Farbe auch nicht


    mehr hab ich jetzt noch nicht durchgebladlt

    und alles nur wenn ich richtig gelesen hab!:/


    Aber sei´s wies ist, ist ja schließlich nicht unbedingt meine Baustelle;)


    Grüße

    Felli

  • Servus Felli,


    schau z.B. in die Originalbeschreibung:


    Zitat

    F l e s h thin, white, but when cut turning slowly slightly flesh-coloured ("PaIe Grayish Vinaceous"), most deeply in the stem; sometimes, however, deeper red brown ("Orange-Vinaceous") spots appear in the base of the stem, together with a paIe yellow ("Straw Yellow") colour.



    siehe: friesia-iv-3.pdf (S. 171)


    Ich kann dir auch gerne bei Interesse aktuelle Literatur per Mail schicken, in der die Sektion Hondenses aufgestellt wurde und das Röten typisch für die Sektion ist. Courtecuisse & Duhem nennen A. phaeolepidotus wegen des Rötens auch als dem Waldegerling ähnlich (aich wenn er nicht so intensiv rötet).


    Generell würde ich nach Parra (Monographie), aktuellen Studien und den Originaldiagnosen gehen und nicht nach Sekundärliteratur.Dänkcke und PDS sind für mich keine Spezialliteratur für Egerlinge und der Ludwig ist ein wunderbares Werk, aber auch Ludwig ist kein Gattungsspezialist.


    Ich selber hatte Agaricus phaeolepidotus erst einmal selbst in der Hand - und der hat deutluch erkennbar gerötet und in der Basis nur sehr schwach gegilbt, also nicht so intensiv wie das Perlhuhn.


    Liebe Grüße,

    Christoph





  • Ich kann dir auch gerne bei Interesse aktuelle Literatur per Mail schicken,

    gerne doch:)



    Dänkcke und PDS sind für mich keine Spezialliteratur für Egerlinge und der Ludwig ist ein wunderbares Werk, aber auch Ludwig ist kein Gattungsspezialist.

    Ist mir klar, ich stellt mir halt dann die Frage nach was/wem diese Leute ihre Pilze bestimmt bzw untersucht haben und wie man dann eine augenscheinliche Farbveränderung ins Rote übersehen oder als "Unwichtigkeit" ignorieren kann - wenn man so "große" Bestimmungswerke auf den Markt bringt.:(


    Grüße+ Dank

    Felli

  • Morgen!


    Und ich dachte, man könne moelleri und phaeolepidotus anhand der Chelozystiden (bzw. nur rundlichen Marginalzellen bei phaeolepidotus) unterscheiden.

    OK, dann hat sich immerhin das erledigt. Macht es aber etwas einfacher, wenn meine phaeolepidotusse einfach auch moelleris sind.



    LG; Pablo.

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