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letzter Beitrag von Pilzklaus am

Kräuterseitlinge, Austernseitlinge und Stockschwämmchen in Freilandhaltung

  • *Tante Edit: Gartenzuwachs auf Meterstücken Eiche sind hinzugekommen*


    Mahlzeit zusammen,


    ich habe mir vor drei Wochen vom Pilzmännchen Kräuterseitlingssubstrat geholt und nach Anleitung Strohballen geimpft. Da ich kein Zeitdruck habe, habe ich zwei anstatt einem Strohballen mit dem Substrat geimpft. Das vorgehen war nahezu das unsterilste, was man sich vorstellen kann, aber ich bin gespannt, was so draus wird.


    mein Vorgehen war ca. folgendes:
    1. 2 Strohballen besorgen vom Bauern. Da dieser Biolandwirt ist, gehe ich von guter Qualität des Strohs aus. Das alter der Ballen für ich allerdings auf einige Jahre schätzen. Inkl. Küddel von Mäusen und anderer festgepappter Dung
    2. Strohballen wässern. Einer meiner IBC Container hat seinen Geist aufgegen und diesen konnte ich dann zerschnitten als Große Badewanne benutzen. Ich wurde ganz schön überrascht, welchen auftrieb Strohballen haben. Ich habe Sie mit Speißfässern, voll mit alten Pflastersteinen beschwert. Als Wasser habe ich unabgekochtes Wasser direkt aus dem Brunnenloch genommen.
    3. Abwarten und Tee Trinken. Auch hier bin ich von der Anleitung abgewichen und habe statt dessen ein Bier genommen
    4. Nach ca. 20 Stunden Strohwässerung und braunem, muffigem Wasser kam die nächste Überraschung. Der Auftrieb der Ballen hat sich auf nahezu Null reduziert. Das jetzige Problem was das Hohe Gewicht der Strohballen. Mit einer Forke habe ich die Ballen eher aus der Containerwanne gezogen, denn gehoben.
    5. Strohballen ca. 3 Stunden abtropfen lassen
    6. 50% von Myzel durchwachsenem Substrat je Strohballen einbringen. Dafür habe ich Einen alten Stock genommen, mehrere Löcher in die Ballen gedrückt und mit der ungewaschenen Hand und dem Stock das Substrat eingedrück. Die Löcher durch zudrücken wieder notdürftig verschlossen
    7. Siehe 3. ohne den Zusatz


    Und so harre ich nun der Dinge. Die Strohballen liegen an einem schattigen Plätzchen im Garten unter einem Mirabellen Busch. Wenig Sonne, viel Licht und frische Luft. Ich bin gespannt, ob das was wird. Wenn die Ballen einen zu trockenen Eindruck machen lasse ich ein paar Liter Wasser drüber laufen. So, nun kommen noch ein paar Fotos von meiner Pilzplantage:

    Nahaufnahme Strohballen

    Ich hoffe, dass das Myzel da Kräuterseitling und kein Schimmel ist :alright:


    Viele Grüße


    Pilzklaus


  • Das Gartentor ist doch wohl nicht verschlossen,oder?


    Das Gartentörchen ist ca. 80 cm hoch und hängt relativ schief in der Angel, aber verschlossen :nana: . Ich kann dir gern einen Hocker davor stellen, dann kommst du drüber.


    Ich habe gestern noch mit einem Nachbarn gesprochen, der hat da noch ein paar halbwegs frische Meterstücke Rotbuche etc. liegen. Diese werde ich noch mit Austernsaitlingen und oder Shitake Impfen wollen. Die lege ich dann daneben. Vertragen sich die Pilze denn wohl untereinander oder gibt es dann Streit und Bandenkriege? Oder habe dann bald Shitaitlinge? Nächste Woche werde ich mir wohl die Meterstücke holen, ein oder zwei Tage Wässern und mir schonmal Substrat in den Kühlschrank legen. Meine Frau wird dann wieder mit dem Kopf schütteln und später, wenn es denn wächst begeistert sein :Kuschel:


    Lieben Gruß


    Pilzklaus

  • Mahlzeit zusammen,


    nachdem gestern die kleine Lieferung vom Pilzmännchen kam hat's mich direkt in den Fingern gejuckt. Die Meterstücker der Eiche lagen bereits im Wasser und sollten gut durchgezogen sein. Kurzerhand vielen die gelieferten Holzdübel in ein Wasserbad und blieben dort ca. 2 Stunden drin liegen. Überrascht war ich von der unterschiedlichen Präsenz des Myzel. Der Austernseitling zeigt sich deutlich, wogegen die Stockschwämmchen nur ein schlecht erkennbares Myzel gebildet haben.
    Das restliche Werkzeug, was ich benötigte wurde in meiner kleinen Werkstatt gefunden:
    - Akkuschrauber
    - 9mm Bohrer
    - Gummihandschuhe
    - Bienenwachs
    - Holzspatel (Eisstiel)
    Nach 6 Löchern in der Eiche wurde der Akkuschrauber durch eine Borhmaschine und eine langes Kabel ersetzt. Dabei habe ich sehr langsam gebohrt um keine Verbrennungen im Holz zu verursachen. Ich habe irgendwo gelesen, dass das die Durchwachsdauer ernorm verzögern kann, oder der Pilz breitet sich von der Bohrung garnicht erst aus. Die Bohrtiefe war in der Anleitung mit ca. 5 cm angegeben. Als Maß diente mir ein Buntstift der Kinder mit einem Eddingstrich als 5 cm Marker.
    Nachdem ich je Holz 10 Löcher gebohrt habe wurden die Hanschuhe übergestreift und ich habe angefangen die Dübel vorsichtig im Holz zu versenken. Da der Hammer die Dübel nur plan in die Löcher schlagen kann, habe ich diese mit einem weiteren Dübel ca. 1 cm weiter hineingeschlagen. Damit sich keine Verunreinigungen oder Krabbeltierchen verirren, habe ich die Löcher mit einem Deckel aus Bienenwachs versehen.


    Natürlich musste ich auch noch den Strohballen mit den Kräuterseitlingen checken und habe direkt daneben ein Mauselooch gefunden. Ich muss hier wohl nochmal mit feinmaschigem Draht nachhelfen, damit die Maus zumindest nicht von unten direkt in den Strohballen einzieht :angry:


    Genug der langen Worte. Anbei noch eine kurze Fotostrecke. Alles mit dem Smartphone Fotografiert, muss reichen.
    eingelegte Meterstück von Eiche in einer leicht angebräunten, ehemaligen Frischwasserkur

    Gut ausgeruhtes Stück Eichenholz. Druchmesser ca. 30 cm

    Bohrloch 9mm im Durchmesser. Da die 8mm Holzdübel beim Wässern ein wenig aufquellen, sitzen sie in einem 9 mm Bohrloch immernoch recht stramm. Mit einem 8er Bohrer müsste man vermutlich deutlich mehr Gewalt anwenden

    Werkzeug, nachdem der Akkuschrauber schlapp gemacht hat

    Nein, kein Holzwurm... das war so geplant

    Akkordarbeit für mehr Pilze im Garten

    An die Arbeit

    Treffer, versenkt!

    Die Hauptattraktionen!


  • Hallo Pilzklaus!


    Bevor das hier so weitergeht...


    Ist ja alles schön und gut... aber so langsam muss ich hier doch mal eingreifen: Deine Saitlinge heißen Seitlinge, denn die haben mit einer Saitenwurst nichts gemeinsam... :D !


    Fredy

  • Hallo zusammen,


    nach den ersten Minierfolgen am Strohballen sind alle kleinen Seitlinge restlos weggefressen. Es Tummeln sich einige Käfer, und eine Menge Asseln auf und um den Strohballen. Die Mitschuldigen hinterlassen auf und um den Strohballen eine gut lesbare, schleimige Spur. Da ich Absammeln für zu anstrengend halte und Gift im Garten ablehne habe ich also eine schöne Futterkrippe für die Schleimviecher gebaut :angry: . Von den vorher wachsenden Hasenpfoten ist auch nichts mehr zu sehen.


    Schön zu sehen ist bereits das Myzelwachstum an den geimpften Meterstämmen. Bei zwei Bohrlöchern quetscht das Myzel bereits seitlich heraus. Ich bin gespannt, ob die Austernseitlinge es dieses Jahr noch schaffen, die benötigen doch einen kurzen Frostschock?


    Myzelwachstum um die Bohrlöcher:


    und die Spur der überführten Pilzfresser :haue:


    Ich wünsche euch noch einen schönen Start in die Woche.


    P.S. Wir haben gestern bereits zum dritten mal eine riesige Flut von Semmelstoppelpilzen im Wald gefunden. Solange meine Pilze nicht wachsen, gibts davon ja noch genug im Wald :alright:


    Grüße Pilzklaus

  • Hallo :)


    Also das ist jetzt vielleicht eine merkwürdige Frage, aber woher beziehe ich am besten ein geeignetes Stück Holz :D Jaaa, Wald hat es hier genug, aber der Stamm darf ja wenn ich mich richtig erinnere nicht zu lange gelagert haben. Davon abgesehen, dass solche Stämme im Wald nicht einfach mal so rumliegen kann man sich nicht einfach mal an von Forstwirtschaft geschlagenen Holz bedienen und eigene Bäume besitze ich nicht :D


    Mfg


    Daniel

  • Hallo Daniel,


    ich habe das Holz von meinem Nachbarn. Und der hat es aus dem Wald^^. Frag mal einen Brennholzlieferanten aus deiner Umgebung, ggf. das Forstamt oder einfach jemanden der einen Ofen hat, vielleicht kennt der ja jemanden, der Brennholz auch in Meterstücken verkauft. Vielleicht schneidet dir auch der Förster von nebenan ein Stück vom Holzpolter in mundgerechte Stücke. Oder du fragst einen Landschaftsgärtner, der Baumschnitt und Fällarbeiten im Angebot hat. Möglichkeiten sollte es genug geben.


    Meine Meterstücke sind aus diesem Winter gewesen, also ca. 6 Monate alt. Ich habe gelesen, das das Holz nicht so lange liegen soll. Ob das nun wegen Trockenheit oder Fremdbefall ist weiß ich nicht. Auf der Webseite vom Pilzmännchen steht welches Holz sich für welchen Pilz eignet. Buche oder Eiche ist wohl immer eine gute Entscheidung. Und davon gibt es hier in den heimischen Wäldern ja genug.


    Grüße vom Pilzklaus

  • Hallo zusammen,


    es passiert grade genau nix im Garten.


    die Kräuterseitlinge sind nicht mehrzu sehen. Das Myzel sehr wohl, einen Fruchtkörper sucht man allerdings vergebens. ich denke, dass die Außensaison für Kräuterseitlinge wohl vorrüber ist und das nächste Jahr vielleicht wieder den ein oder anderen Pilz zum Vorschein bringt. Das hoffe ich zumindest. Ich habe mir aus alten Tetrapacks Schneckenfallen gebastelt. Wobei sich basteln auf einen Schluck Bier hineinschütten beschränkt :D. Die Fallen sind gut besucht und sorgen hoffentlich für ein wenig Ruhe am Stroh. Ich habe mal gelesen, das Bierfallen vor allem die Nachbarn freut, weil auch des Nachbarsschnecken sich dann auf den Weg in meinen Garten begeben. Das würde ich aber in Kauf nehmen. Zumal immer auch ein Schlückchen Bier für mich in der Flasche bleibt.


    Die geimpften Meterstücke scheinen auch in eine Art Dämmerschlaf gefallen zu sein. Das Myzel am Rand von den löchern ist minimal zu erkennen. Wie es in den Stämmen ausschaut weiß ich nicht zu beurteilen. Um die Stämme von oben ein wenig feucht zu halten habe ich große Blumenkürbel mit einem Loch drauf gestellt und diese mit Wasser befüllt. Damit nicht zuviel Wasser aus dem Loch sickert, habe ich noch eine Handvoll Mulch mit in den Topf geworfen. Das verschliesst das Loch so gut, dass das Wasser nur noch Tröpfenweise den Weg nach draussen sucht. Ich denke, dass die Stockschwämmchen dieses Jahr nix mehr werden, vielleicht kommen die Austernseitlinge ja noch raus, wenn es ein paar Nächte kühler wird. Ich bin gespannt und werde hier hin und wieder etwas zum Stand der Dinge posten.


    viele Grüße


    Pilzklaus

  • Mahlzeit zusammen,


    es tut sich doch was in meinem Pilzbeet... Nur leider sind es wohl irgendwelche Becherlinge, die aus dem Mulch wachsen und nicht wir erwartet Austernseitlinge. Ich denke, dass die Kräuterseitlinge im Strohballen sich eh eine Winterpause gönnen und die Stockschwämmchen sich ebenso verhalten. Im Wald war ich auch schon längere Zeit nicht mehr, obwohl ich auch hier noch einige große Buchen besuchen wollte, die sicherlich guten Nährboden für Austernseitlinge abgeben würden.


    Was sind dass denn für Bercherlinge?


    und ist das hier eine skeletierte Stinkmorchel? Das Foto ist schon ein paar Wochen alt. Ich fand es aber ungemein spannend.


    Viele Grüße und eine besinnliche Zeit wünsche ich euch allen.

  • Servus,


    mein Pilzbeet scheint aus seinem Winterschlaf zu erwachen. Es haben sich, neben den eh schon vorhandenen Schnecken weitere ungebetene Gäste eingeladen:D

    Hierbei weiß ich nicht was es sein sollte: Ich werde mal eine "Probe" nehmen und mal schauen, ob ich etwas heraus bekomme.


    Könnten meine Becherlinge blasigen Becherlinge sein?

  • Ahoj, Klaus,


    die Pilze auf Deinem Bild 1 sehen mir verdächtig nach Goldmistpilz aus.


    LG

    Malone

    Verzehrfreigaben gibt es nicht online!

    Galerie: Pilzfotos "zum Anfassen"

    Der frühe Vogel fängt den Wurm. Soll er doch im Dunkeln tappen...ich fange lieber Pilze. Fossas sind auch nur aktiv, wenn es sich lohnt.

    Pilzschule Rhein-Main

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  • Hallo ihr beiden,


    meine weitere Probenname müsste sich eh verschieben, da die Pilze bereits komplett vergammelt, bzw. abgefressen sind. Das würde dann ja auch zu schnellen Vergänglichkeit vom Goldmistpilz sprechen. Vielen Dank für eure Bestimmung.


    Euch allen noch einen schönen 1. Mai.


    Grüße vom Pilzklaus

  • Mahlzeit zusammen,


    Das Pilzjahr hat sich für mich auf eine handvoll Hallimasch beschränkt die ich beim Spaziergang zufällig gefunden habe. Im Garten schaut es leider genauso mau aus.

    Ich habe mal in den Strohballen geschaut und kein Myzel mehr entdecken können. Vermutlich ist der Kräuterseitling vertrocknet im Sommer. Die Austernseitlinge und Stockschwämmchen lassen such auch nicht Blicken. Ich befürchte fast, dass der baumartige Mirabellenbusch nicht nur die Sonne, sondern auch viel zu viel Feuchtigkeit von dem Pilzbeet abhält. Ich werde in der Ecke nächste Jahr vermutlich Hühner laufen haben und lasse die Holzklötze für das Federvieh einfach stehen und suche mir eine neue Ecke für ein Pilzbeet. Ich habe da auch schon ein Stückchen im Auge, schön bemost und mit viel Schatten durch die Hecke.


    Noch werfe ich die Flinte nicht ins Korn.


    Ich wünsche euch schonmal einen guten Start in die Adventszeit.


    Grüße


    Pilzklaus

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