Schwefelporling

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 3.510 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Tagedieb.

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich gerade neu hier angemeldet und habe auch gleich etwas, wozu ich gerne noch eine weitere Meinung hören würde.
    Ich sammle seit Kindheit eigentlich schon Pilze, möchte nun allerdings meinen Horizont dabei etwas erweitern und lerne deshalb auch fleißig mit (bislang nur) einem Pilzbuch (das nächste ist bestellt). Und auch nur aus dieser Theorie, und von Bildern aus dem Netz kenne ich den Schwefelporling. Vermeintlich dieser ist mir heute am Wegrand begegnet und ich hab ihn auch mitgenommen, da ich mir relativ sicher war dass es einer ist. Naja aber da es eben ein Erstfund ist wär ich dankbar wenn ihr dazu noch etwas sagen würdet (dass es keine Verzehrfreigaben über das Forum gibt ist mir übrigens bewusst ;) ).


    Also er war wiegesagt am Wegesrand. Weg in einem kleinem Waldgürtel. Direkt an Kleingärten angrenzend.
    Er wuchs auf einem großen Holzstück/Stamm evtl auch Bauholz, das fast komplett in der Erde versenkt lag.
    Er riecht angenehm nach Pilz und ist weich mit samtiger Oberfläche.


    Hier mal ein paar Fotos:



    1. Am Fundort



    2. Fundort nach dem Ernten. Hier erkennt man das Holz auf dem er gewachsen ist.



    3. In der Hand zum Größenvergleich. Er ist ca. 15cm im Durchmesser



    4. Gesamtansicht



    5. Seitenansicht



    6. Von Unten



    7. Nochmal Seite



    8. Stimmungsvoll ;)



    Wovon ich noch gelesen habe ist die Warnung davor Schwefelprolinge von giftigen Gehölzen wie Eiben zu ernten. (Erst bei meiner nachherigen Internetrecherche)
    Jetzt kann ich persönlich leider nicht feststellen was für eine Art Holz da im Boden liegt =/


    Eigentlich glaube ich nicht dass es Eibenholz ist. Ich hatte den Eindruck dass es Bauholz, z.b. für Zaunpfosten oder ähnliches ist.
    Wie würdet ihr damit umgehen?


    Ich habe den Pilz bis auf weiteres in den Kühlschrank gelegt, und Stand jetzt denke ich, dass ich ihn morgen zubereiten und verspeisen werde. Vielleicht haltet ihr mich ja noch davon ab ;)


    Schönen Abend noch!
    Peter

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Peter!


    In der Tat, und auch in einem wunderbar jungen Zustand.
    Gute Dokumentation übrigens.
    Nur das Holz kann ich leider nicht bestimmen. Es sieht nach laubholz aus, Eibe würde ich hier auch ausschließen. Das habe ich auch noch nie als Bauholz gesehen, der Stamm wirkt dafür aus meiner Sicht zu kräftig und zu gerade gewachsen.
    Eiche mag ich nicht unbedingt ausschließen.



    LG, pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Peter,


    willkommen erst einmal im Forum!


    Schwefelporling stimmt natürlich. Was das für ein Holz war, an dem er wuchs, wird dir niemand sagen können. Demnach auch nicht, wie gut du den Verzehr vertragen wirst. Der Wuchsort ist auf jeden Fall ziemlich ungewöhnlich. Meistens findet man die Art an Baumstümpfen oder eben an noch stehenden, aber bereits verwundeten Stämmen.


    LG, Jan-Arne

  • Das geht ja schnell bei euch ;)


    Super! Vielen Dank für die Antworten.
    War wahrscheinlich keine Herausforderung für euch, aber fühlt sich trotzdem gut für mich an.


    Ich werd mich mal ranwagen und ihn probieren. Über den kulinarischen Wert gehen die Meinungen ja scheinbar weit auseinander. Ich bin gespannt.


    Grüße
    Peter

  • Ahoi, Peter,


    Deine Bilder zeigen zweifelsfrei den Schwefelporling.


    Indes:


    Gut, daß Du weiter recherchiert hast und den Aspekt der Bitterstoffe des Eibenholzes erwähnst.


    Zwar habe ich persönlich noch nie davon gehört,
    daß Eibenholz als Bauholz Verwendung findet,
    aber das heißt ja nichts.
    Auch kann ich dem abgebildeten Pfahl seine Abstammung nicht ablesen.


    Insofern würde ich sagen:
    In dubio pro reo,
    was hier soviel heißt wie:
    Im Zweifel gegen die Verwendung des Pilzes.


    Jedenfalls solange, bis Du Pilz und Holz einem/r Sachverständigen vorgelegt hast
    und er/sie Beides durchgewinkt hat.


    Ich möchte positiv hervorheben,
    Daß Du zweifelhafte Aspekte wie Wuchs auf Eibenholz berücksichtigst und ernst nimmst. :thumbup:


    LG
    Malone

    Link zu Pilzlehrwanderungen: Pilzschule Rhein-Main

    Link: Verzehrfreigaben gibt es online nicht

    Galerie: Pilzfotos "zum Anfassen"/Stereobilder

    Der frühe Vogel fängt den Wurm. Soll er doch im Dunkeln tappen...ich fange lieber Pilze. Fossas sind auch nur aktiv, wenn es sich lohnt.

    Meine Fotos und Artwork dürfen nicht ohne meine vorherige ausdrückliche Genehmigung außerhalb dieses Forums verwendet werden!

    Pilz-Chips: 90+8 für Nobis Pilz-Cover-Rätsel=98, +2 Interne Tribünen-Punkte-Wette APR 2022=100, +4 PhalschPhal-Gedicht APR = 104 +5 Rätselgedicht = 109, 3 als Rätselprämie an Lupus = 106


  • Ha! Ich zu früh gefreut und du zu früh gelobt ;)
    Ich werd jetzt erstmal ne Nacht drüber schlafen und vllt auch morgen nochmal zum Fundort gehen um das nochmal genauer anzusehen.
    Vllt finde ich noch was raus.


    Jo, mach das! :)


    zumindest ich bleibe gespannt! :thumbup:



    LG
    Peter

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  • Hallo Peter,


    eine uralte, also mehrere hundert Jahre alte Eibe kann 50 cm Stammdurchmesser erreichen! Gesehen habe ich ein solches Exemplar leider noch nie. Grundsätzlich auszuschließen ist die Eibe also nicht. Die Form des Holzes passt allerdings nicht. Wie Pablo tendierte ich auf den ersten Blick zu Laubholz. Zur Eiche passt das Bild Nr. 6 (von unten) eher nicht, das dunkle Kernholz an der Oberfläche parallel zum Stammwachstum (Ast?) wäre doch bei Eiche sehr ungewöhnlich und würde eher zu Nadelholz passen. Wenn es Bauholz ist, wurde es möglicherweise bearbeitet und imprägniert. Jan-Arne hat recht, aufgrund dieser Bilder ist die genaue Holzbestimmung nicht möglich.
    Ich würde den Pilz daher nicht essen, obschon er -so sicher wie im Netz überhaupt möglich- bestimmbar ist.


    Grüße


    Feinschmecker



    Edit: auch die dunkle und glatte Holzoberfläche ohne jeden Rindenrest spricht m.E. für bearbeitetes Holz.

  • So, der Vollständigkeit halber meld ich mich hier nochmal:


    Ich war nochmal am Fundort, leider hat mich mein Kameraakku im Stich gelassen also gibts keine Bilder davon. Wäre wohl auch nicht super interessant gewesen. Das Holz war ein Stamm/Rundholz dass als Erosionsschutz in den Boden gelegt wurde. Welches Holz es ist kann ich nach wie vor nicht genau sagen.


    So, da der Pilz als Speisepilz bestimmt war und ich zumindest das Eibenholz für ausgeschlossen hielt, empfand ich das Risiko als gering genug um mich doch ran zu wagen und den Pilz zu essen. Bin i.d.R. bei Pilzen nicht wagemutig (sonst hätte es diesen Thread hier wahrs. auch nicht gegeben) aber hier war keine große Vergiftungsgefahr wie ich finde.


    Naja habe ihn heute mittag in dünne Scheiben geschnitten, blanchiert und gebraten. Den Pilz dann mit Mie-Nudeln, Möhren, Frühlingszwiebeln, Chili, Knoblauch, Ingwer, Austern- und Sojasauce im Wok gemischt.
    Ich fand ihn lecker aber ich war echt erstaunt und anfangs auch irritiert wie sehr der Pilz an Hühnchen erinnert. Hatte mehr Aroma als so manche lasche Hühnerbrust die ich schon gegessen hatte ;) und Konsistenz war teilweise auch ähnlich.


    Danke nochmals für eure Kommentare
    Peter


    PS: achja und ich habe die Mahlzeit bis jetzt tadellos vertragen :)