Gymnopus dryophilus und Andere ?

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 2.730 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Helge Schulz.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    habe hier weitere Bilder aus der Diazeit. Auch hier gibt es keine Detailaufnahmen oder Ähnliches.
    Vlt.ist bei dem ein oder anderen Foto eine Bestimmungskorrektur-oder bestätigung möglich.


    Bild 1 damals bestimmt als Gymnopus dryophilus (Waldfreund-Rübling)


    Gefunden: September, Schleswig-Holstein, Deutschland, Mischwald überwiegend Fichte und Lärche
    Beschreibung Aussehen: siehe Fotos
    Konsistenz: brüchig
    Geruch: ------
    Geschmack: ------
    Hut: ca. 5cm
    Stiel: ca. 5-6cm hoch und 0,5cm dick
    Substrat: Moose auf Waldboden, wahrscheinlich darunter ein alter Fichtenstumpf


    Bild 2 damals bestimmt als Boletus subtomentosus (Ziegenlippe)


    Gefunden: September, Alaska, USA, Denali-Nationalpark , Tundra ca. 700m üNN
    Beschreibung Aussehen: siehe Fotos
    Konsistenz: fest,
    Geruch: ------
    Geschmack: ------
    Hut: ca. 5cm
    Stiel: ca. 5-6cm hoch und 1cm dick
    Substrat: Zwischen Moosen und Flechten auf Tundraboden, es waren auch größere Exemplare zu beobachten


    Bild 3 damals bestimmt als Boletus proxima (Maronenröhrling)


    Gefunden: September, Schleswig-Holstein, Deutschland, Fichtenhochwald
    Beschreibung Aussehen: siehe Fotos
    Konsistenz: fest
    Geruch: ------
    Geschmack: ------
    Hut: ca. 5cm
    Stiel: ca. 8cm hoch und 3cmcm dick
    Substrat: Moose auf Waldboden


    Bild 4 damals bestimmt als Coprinus confragosa (Glimmertintling)


    Gefunden: August-September, Schleswig-Holstein, Deutschland, unter einigen Laubbäumen direkt an einer Fichtenschonung
    Beschreibung Aussehen: siehe Fotos
    Konsistenz: brüchig
    Geruch: ------
    Geschmack: ------
    Hut: ca. 4cm
    Stiel: ca. 5-6cm hoch und 1,2cm dick
    Substrat: Moose auf Waldboden, wahrscheinlich auf Baumstumpf, allerdings weiß ich nicht ob Laub-oder Nadelbaum


    Bild 5 damals bestimmt als Daedaleopsis confragosa (Rötende Tramete)


    Gefunden: September, Schleswig-Holstein, Deutschland, Birkenbruch
    Beschreibung Aussehen: siehe Fotos
    Konsistenz: fest, zäh
    Geruch: ------
    Geschmack: ------
    Hut: ca. 13-15cm breit und 8-10cm tief
    Stiel: ------
    Substrat: An einem Birkenstamm


    Bild 6 und 7 damals bestimmt als Laccaria proxima (Braunroter Lacktrichterling), konnte
    damals in all meinen Büchern nichts Vergleichbares finden.


    Gefunden: September, Schleswig-Holstein, Deutschland, Fichtenwald teilweise schon offen
    Beschreibung Aussehen: siehe Fotos
    Konsistenz: brüchig
    Geruch: ------
    Geschmack: ------
    Hut: ca. 4cm
    Stiel: ca. 7-9cm hoch und 0,5cm dick
    Substrat: Moose auf Waldboden


    VG Helge

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Helge!


    Nr. 1 müsste man von unten sehen. Die Definition "brüchig" passt nicht recht zu Gymnopus, das sind eigentlich allesamt recht zähe, teils gummiartige Pilze.


    Nr. 2 ist sehr interessant. Ein nordmaerikanischer Fund ist so aber nicht zu bestimmen. Ohne Blick von unten, Stielbasis, Schnittbild, Ökologie und eventuell Mikroskopie ist bei Filzröhrlingen ohnehin nichts zu holen. Muss ein Xerocomus spec bleiben.


    Nr. 3: Richtig, >Marone<. Aber woher kommt der Name Boletus proximus? 8|


    Nr. 4: Sieht hübsch aus. Tintlinge sind nicht so mein Fall. Wird sich auch hier kaum klären lassen ohne weitere Details und womöglich Mikroskopie.


    Nr. 5: >passt<. :thumbup: (auch ohne Bild von unten)


    Nr. 6: Laccaria proxima ist ein recht kräftiger Pilz mit einer anderen Hutschuppung und kräftigem, braun überfasertem Stiel.
    Ob das hier überhaupt ein Lacktrichterling ist? Würde ich auch gerne mal von unten sehen.



    LG, Pablo.

  • Hallo Oho und Pablo,


    ich habe die damaligen Beschriftungen der Dias für dieses Thema so übernommen.....sorry. So stand es unter anderem in einigen Pilzbüchern, aber wie erwähnt, das ist echt lange her.


    Pablo kurz zum Bild 6+7, meine Bestimmung stimmt bestimmt nicht, deshalb auch mein Kommentar, das ich nichts Passendes in den Büchern gefunden habe. Hast Du einen Tipp in welche Richtung es bei diesem Plz gehen könnte?


    HG Helge

  • Hallo,
    Nr. 6 könnte vielleicht auch der Rote Lackpilz (Laccaria laccata) sein.
    Er ist hygrophan und auch die Riefen und dieser zierliche Stiel passen.
    Beste grüße
    Dieter

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Helge!


    Ich weiß da leider nicht weiter.
    Die Idee von Dieter, daß es eine Art aus der Gruppe um Laccaria laccata ist, wäre schon mal naheliegend.
    Aber diese Gruppe ist recht kompliziert, mittlerweile unterscheidet man da einige Arten.



    LG, Pablo.

  • Nr.1 erinnert mich vom Habitus spontan eher an einen Scheidenstreifling: dünner langer Stiel der sehr zerbrechlich ist; Hut weit aufgeschirmt, dünnfleischig, Rand gerieft.


    Was denkt ihr?


    Grüße.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Thomas!


    Denke ich nicht, weil:
    Die Fruchtkörper sind dafür zu klein; vergleiche mal mit der Größe der Moospflänzchen Rickenella fibula im Hintergrund.
    Die Hutmitte ist uneben, wellig / runzlig. Das kommt auf diese Art bei Scheidenstreiflingen nicht vor.
    Die Stiele sind zu glatt und zu dünn. Scheidenstreiflinge haben in aller Regel Velum in irgendeiner Form am Stiel (nur eben nicht als Ring): In Bändern, Natterungen, Fasern, Schüppchen... Hier sind die Stiele glatt.



    LG, pablo.

  • Hallo an Alle,


    der Tipp von Dieter bezüglich Laccaria kommt ja meiner Bestimmung recht nahe, obwohl ich wirklich dachte, da bin ich auf dem völlig falschen Weg.
    Ein Scheidenstreifling kommt nicht in Frage, das kann ich so sagen, ich kenne diese Pilze und diese hatten rein äusserlich keinerlei Ähnlichkeit mit Sch-Streiflingen.
    Es würde mich sehr freuen, wenn noch mal ein Tintlingsfachmann einen Tipp abgeben könnte, auch wenn eine 100%ige Artbestimmung nicht möglich ist.


    Ob so oder so, habt Dank.


    HG Helge

  • Hallo Helge,


    1) würde ich dir zustimmen, zumindest die Gattung ist sehr wahrscheinlich richtig. Da gibt es aber noch 1-2 ähnliche Rüblinge, wie G. ocior (Gelbblättriger Rübling).


    4) Ich kenne mich mit Tintlingen auch nicht aus, aber mit der Gruppe um C. micaceus (Glimmer-Tintling) habe ich mich länger beschäftigt. Da gibt es drei sehr ähnliche Arten, nämlich C. micaceus, C. truncorum (Weiden-Tintling) und C. saccarinus (Überzuckerter Tintling). C. micaceus hat als einzige Art einen bereiften Stiel (kommt durch die sogenannten Kaulozystiden). Ansonsten sind die Arten nur mikroskopisch (an der Sporenform) zu unterscheiden.
    Dein Foto bildet eine dieser drei Arten ab.


    6) Da finde ich L. proxima eine ganz gute Idee eigentlich. Ich habe die auch schon so geschuppt wie bei dir gefunden (mikroskopisch bestätigt). Aber eine andere Laccaria-Art will ich nicht ausschließen. Zumindest dass es irgendeine Laccaria ist, da bin ich mir fast sicher.


    Bei Nr. 3 und 4 stören mich aber die wissenschaftlichen Namen, habe ich so noch nie gehört.


    Viele Grüße,
    Emil

  • Hallo Helge!


    Zitat


    Das mit den wissentschaftlichen Namen bei den benannten Bildern beruht auf alten Namen aus Büchern.


    Glaub ich dir nicht wirklich. In welchem Pilzbuch stehen denn solche Namen wie folgt?

    Zitat


    Bild 4 damals bestimmt als Coprinus confragosa (Glimmertintling)
    Bild 3 damals bestimmt als Boletus proxima (Maronenröhrling)


    Also ich glaube ja eher, dass du selbst mit den Namen durcheinandergekommen bist, weil nämlich proxima zur Laccaria wollte und confragosa zur Daedaleopsis.


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    150-15 (APR 2022) = 135-5 (GnE-Wette verloren "über 11 gelöst") = 130 + 4 (am nächsten an der 222.Schnapps-Punktzahl) = 134 + 7 (7.Platz im APR 2022) = 141 + 4 (KISD-Prozente von GnE) = 145 -15 (APR 2023) = 130 + 3 (10. Platz) = 133 + 3 (Unbewusst-Phal) = 136 + 5 (Lupus-Wette-APR-Sieger=ü300) = 141 + 5 (GnE-Gewinnsteuer-APR23) = 146 + 7 (Phalplatz 1) = 153

    Link: Gnolmengalerie

    Link: APR 2023

    Link: Phalabstimmung 2023

    Link: Nanzen

    Einmal editiert, zuletzt von Ingo W ()

  • Hallo Ingo,


    dem möchte ich nicht widersprechen, da ich bei der Vielzahl an Büchern nach deiner Aussage wohl auch noch umsonst gucken könnte :/
    Kann natürlich durchaus sein, dass ich bei den Dateiinformationen etwas verwechselt habe. Zum Glück gehören die vielen Scanbilderchen jetzt der Vergangenheit an. Hab mich ehrlich gesagt auch immer wieder überwinden müssen, das Thema anzugehen. Aktueller macht meist doch mehr Spass :D


    HG Helge