Austerseitling kultivieren - Versuch 1: Doku...

Es gibt 84 Antworten in diesem Thema, welches 26.242 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Calabaza.

  • Irgendwie drehen wir uns hier im Kreis...


    Ich arbeite schon etwa seit 2006 regelmäßig unsteril mit Kaufhaus-Auster-Klonen und gekaufter Brut und hab so einiges ausprobiert.


    Ich bitte dich deshalb, setzte deine Idee um: Gestalte uns einen Bildbericht und vergleiche 5 dichte unsterile Kaffeeansätze mit 5 deiner mit Strohalmen aufgelockerten. Vorraussetzung ist eine gleiche Trockenmasse.


    Ausfälle gehören zwar immer dazu, aber ich möchte einfach sehen, ob du einen der 10 zum Fruchten bringst.
    Ich kanns mir nicht vorstellen!


    Jede weiter Diskussion erübrigt sich für mich.


    Gruß hasenbovist

  • Nee, ich würde nie mit Kaffeesatz pur arbeiten wollen, da ist ja der Misserfolg schon vorprogramiert. Ich werde aber evtl. mal einen Versuch mit Holzchips und Stroh/Holzchips pur machen und mal gucken ob die mit Stroh schneller durchwachsen als ohne. Dann hat man wenigstens was davon ( lecker Austern). Hab grad am We n paar Beutel angesetzt (auf sehr experimentelle Art und Weise, kann sein das das nix wird). Falls doch, werde ich da Brut draus machen und dann 6 Beutel mit/ohne Stroh dokumentieren.


    Lg!

  • Guten Abend,


    am 15.11.13 habe ich ein Glas ,mit Austern angesetzt, erst heute tut sich was



    ich wollte dann jetzt mit überbrühte Strohpellets weiter füttern, oder ist das verkehrt ?


    Gruß Brigitte

  • Hallo Brigitte,
    Also ich würde das auch so machen. Natürlich ist es ganz wichtig, dass die nach dem Überbrühen komplett abkühlen und nicht zu nass sind.
    Sollte klar sein, aber ich dachte ich weise noch mal darauf hin ;)
    LG

    [font="Papyrus"]Wahrer Mut bedeutet nicht, Leben nehmen zu können, sondern es zu bewahren.


    - Gandalf
    97 Chips
    [/font]

  • Soooo, lange Pause, aber es gibt Infos und es geht weiter...


    Was ich gelernt habe:
    Scale 2 (Überführung von der Pappe - Scale 1 - in 100% Kaffeesatz) ist so, wie praktiziert nicht so einfach. Ich hatte 3 Nutellagläser abgekocht und gut mit durchwachsener Pappe vermischt. Alle 3 sind zwar angewachsen, aber alle 3 leiden extrem an der Feuchtigkeit, die ich aus den Nutellagläsern nicht richtig rausbekommen habe nach dem Abkochen.


    Interessanterweise habe ich keine Probleme mit Kontamination. Die Keimarmheit nach dem Abkochen scheint ganz gut zu funktionieren.


    Die Wasserverteilung in den Nutellagläsern ist Mist. das untere Drittel ist viel zu feucht und das obere Drittel trocknet aus, wenn ich die Gläser mit Filterpapier verschließe. Verschließe ich das gesamte Glas mit dem Nutelladeckel ist alles viel zu feucht.


    Das erste Nutellaglas mit Nutelladeckel ist nach 4 Wochen Wachstum langsam eingegangen.
    :(


    Das zweite Nutellaglas mit Filterpapierdeckel wurde nach 3 Wochen Wachstum oben trocken und der Kaffeesatz hellbraun. Das habe ich dann geöffnet und alles durchgemischt. Nach dieser Aktion ist das Nutellaglas mit 100% Kaffeesatz nach 2 Wochen komplett mit Myzel durchwachsen gewesen. Nur die untersten 3cm blieben zu feucht und somit ohne Myzel.
    Das durchwachsene Substrat dieses Glases habe ich weiterverwendet.
    :)


    Das dritte Glas mit 100% Kaffeesatz habe ich, weil ich dachte 100% Kaffeesatz ist schlecht, mit abgekochter pappe durchmischt. Hier wächst noch Myzel, aber auch dieses Glas ist einfach zu feucht.
    :/


    Fazit:
    100% Kaffeesatz eignet sich meines Erachtens als Substrat gut, wenn man es keimarm und auf die richtige Feuchte getrimmt bekommt.


    Aus dem zweiten Nutellaglas habe ich ein neues Scale 2 und ein Scale 3 hergestellt.


    Neues Scale 2 ist 20% durchwachsener Kaffeesatz und 80% Strohpellets. Es sieht so aus, als wenn der Pilz vom Kaffeesatz auf das Stroh überwächst.



    und hier:




    Dann habe ich einen kleinen 8l Farbeimer genommen und auch hier eine gute Menge aus Nutellaglas 2 mit Strohpellets vermischt und etwas angefeuchtet. Auch hier entwickelt sich weiterhin gutes Wachstum:



    und



    Beide neuen Ansätze stehen erst seit 4 Tagen, so dass ich auf weiterhin gutes Wachstum hoffe.

  • Zitat

    Fazit:
    100% Kaffeesatz eignet sich meines Erachtens als Substrat gut, wenn man es keimarm und auf die richtige Feuchte getrimmt bekommt.


    Hi!


    Man könnte mal versuchen die richtige Feuchte einzustellen, alles in große Gurkengläser zu füllen und im Wasserbad zu tyndallisieren. Also in regelmäßigen Abständen aufzukochen bis die meisten Erreger ausgekeimt und abgetötet sind.
    Vielleicht werd ich bald mal nen Versuch dazu starten.


    Gruß

  • Tyndallisieren kannte ich nicht, klingt aber sehr interessant. Gerade für mich, der keinen DDKT sein eigen nennt (werde ich mir aber evtl. mal anschaffen, auch schon allein wegen der Möglichkeit des Einkochens von Lebensmitteln).


    Kaffeesatz habe ich auch zu Genüge zur Verfügung, wenn meine Zuchtversuche weiter fortgeschritten sind (momentan wollen die Pappen Futter, kriegen aber nichts weil die Pellets noch nicht geliefert wurden :( ), werde ich das mal porbieren mit dem Tyndallisieren. Das Prinzip klingt jedenfalls sinnvoll.


    Danke für den Tip!


    Lg!


    @TE


    Die Gläser sehen super aus! Ich wünsch dir eine reiche Ernte! :)

  • Eine weitere Methode (allerdings sehr kostenintensiv) wäre die Anwendung von Wasserstoffsuperoxid. Eine gewisse Menge dem Substrat untergemischt, unterdrückt die Sporenkeimung hindert aber aktive Pilze nicht am Wachstum. Stichwort: Peroxidmethode


    Züchter in Entwicklungsländern sollen sogar Wirkstoffe wie Natriumhypochlorid zum Einsatz bringen. Auf den Genuß der Pilze möcht ich dann aber lieber verzichten! :nana:


    Zum DDK:


    Soltest du dich dafür entscheiden, würd ich aus Kostengründen zu einem übertragenen Modell greifen. Die von renomierten Firmen halten ewig und gehn günstig weg. Einfach falls nötig den Dichtungsring wechseln.


    Meine alten 6l Modelle (Vitavit) fassen genau 3 der 770 ml Honig- bzw. Gurkengläser, was schon nicht schlecht ist!


    Gruß ;)

  • Halli hallo,
    ich habe mir ganz viel mit den Strohpellets versaut.
    :(
    Die habe ich halt nicht vorher abgebrüht, weil erstens drauf stand, dass sie sterilisiert wurden und zweitens meine Nuttellakulturen ganz gut durchgewachsen waren... aber irgendwie waren da scheinbar andere Keime drin.
    Der eine Eimer hat gut gegrünt - das sah nach Brotschimmel aus. Den habe ich schnell aufgegeben. Aber in dem anderen Wuchs weißer, eigentlich angenehm riechender Flaum. da habe ich ein paar Wochen immer gedacht, es sei mein Austernseitling... war es wohl aber nicht.


    Nun muss ich erst mal reinemachen und sehen, ob ich was von den Kulturansätzen in den kleinen Gläsern, die ich auch aufgrund eines anderen Hobbys sträflichst vernachlässigt habe, retten kann.


    Tom

  • Hej, hej!


    Ich bin ja so doof...
    :)


    Nun sind weitere 4 Wochen um und was geschah?
    Den Eimer mit dem gesamten weißen Flaum habe ich auf unsere Terrasse gestellt - abgedeckt mit Silberfolie in der 4 daumengroße Löcher waren. Irgendwie dachte ich zwar, dass der ganze Weißbewuchs eher so eine Art Camembert-Schimmel sei, aber man lässt ja nichts unprobiert. Auf der Terrasse wares es Mitte Januar -3 Grad Celsius und ich hatte die letzte kleine Hoffnung, dass ja vielleicht was fruktifiziert. Aber weder nach 5 noch nach 10 Tagen änderte sich der weiße Flaum... also bin ich erst mal in den Urlaub gefahren.
    Jetzt am Wochenende war draußen schöne Sonne und ich wollte den Eimer auf dem Kompost entsorgen. Auf den ersten Blick hatte sich nichts weiter getan:



    Aber auf den zweiten Blick habe ich dann doch kleine Austernknospen entdeckt... Ich Blödmann:




    Der Eimer war jedoch schon viel zu leicht. Meines Erachtens viel zu trocken. Nun habe ich ein wenig angefeuchtet und vielleicht wachsen sie ja nochmal...


    Also muss es doch komplett mein Austernmycel sein, was den gesamten Eimer durchwachsen hat!
    Nun habe ich auch den zweiten Eimer noch mal hervorgekramt, in dem ich ja ganz klar ollen Brot- oder Schwarzschimmel hatte. Der hat auch ein interessantes Bild: auch hier hat die Auster gut 80% des gesamten Substrats für sich eingenommen. Nur zwei streicholzschachtelgroße Flecken sind mit dem Keim bewachsen, aber eingeengt und abgestorben an den Rändern, wo die Auster scheinbar stärker war...
    Echt spannend, wie die Auster den Ansatz dominiert.


    Nur leider bewahrheitet sich, was ich schon mehrfach gelesen habe: die Wildform der Austern (und ich habe meine ja aus dem Wald) ist eben nicht so einfach zur Fruchtkörperbildung zu überreden...

  • :D
    Sie wachsen, sie wachsen, sie waahaaachsen den ganzen Tag.
    Zwar :snail: aber immerhin:




    :/ Ich hoffe es sind auch die Austern. Die Form ist ´s noch nicht so, aber die Farbe passt. Und was soll ´s anderes sein...


    Nun steht nur die Frage: es sind so viele Knospungen - sollte man die irgendwann ausgeizen wie bei den Tomaten?? Wie erhält man eher weniger aber kräftige anstatt vieler aber zu kleiner Fruchtkörper?

  • Hallo Coindigger!
    Ich weiß zwar nicht, ob es sich wirklich so verhält, aber dieAustern in der Natur haben ja auch immer noch kleine Exemplare neben den großen Füßen, vielleicht haben die sich dort auch einfach nur durchgesetzt, ich würde nichts manipulieren sondern noch abwarten. Aber vielleicht meldet sich ja noch ein Spezialist.

  • Eine Woche Pilz-Wachstum ist rum und draußen ist wunderschönstes Sommer-Frühlingswetter. Die Austern lassen sich nicht lange drängeln und wachsen weiter.
    Ich hoffe nur, es wird ihnen nicht zu warm...
    Bisher sieht es auch sehr nach demokratischem Wachstum aus, obwohl sich die ein oder andere Kappe an die Spitze gesetzt hat:




    Weß jemand, ob die Frühlingswärme dem Pilzkörperwachstum irgendwann den Garaus machen wird oder habe ich Chancen, dass ich in 1-2 Wochen wirklich was ernten kann?

  • Es ist wieder eine Woche rum - in Berlin ist weiterhin schönstes Frühlingswetter. Tagsüber +10 Grad, nachts knapp unter Null. Meine Austern wachsen relativ unbeeindruckt weiter:




    Kommende Woche werde ich wohl ein paar neue Ansätze starten. Ich habe entdeckt, dass meine kleinen Scales zu Teilen auch noch sehr gut aussehen...


    Tom