Beiträge von nobi_†

    Nochmal zurück zur Sammelmenge.

    Es kommt schon vor, das ich zur Beratung einen Korb mit mehreren Kilogramm Pilzen vorgelegt bekomme.

    Wie reagiere ich richtig?

    Soll ich mich auf die Ein-Kilo-Faustregel stützen und die Ratsuchenden diesbezüglich belehren, wie im folgenden zu lesen?

    Für uns Pilzsammler gilt als Faustregel, dass man sich immer im Gesetzesrahmen bewegt, wenn die Sammelmenge nicht ein Kilo überschreitet und keine komplett geschützten Arten dabei sind. Möchte man mehr sammeln, oder gar seine gesammelten Beute an Restaurants abgeben, verkaufen oder sonstwie gewerblich nutzen, dann ist immer eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde nötig.

    Oder kann ich von einer deutlichen größeren Menge als "Eigenbedarf" ausgehen,

    wie Du, Andreas mollisia 2008 hinsichtlich einer Anfrage Prof. Langers (im DGfM-Forum, glaube ich) argumentiertest?


    "Was ist Eigenbedarf? Das kann man interpretieren als die Menge die ein Einzelner für eine Mahlzeit benötigt. Da ist 1 Kilo schon ganz schön viel. Man kann es interpretieren als die Menge, die jemand sinnvoll für sich zu verwerten imstande ist. Wenn derjenige also glaubhaft machen kann, dass er die Pilze für die langen Winter- und pilzarmen Frühjahrsmonate einfriert, trocknet oder sonstwie haltbar macht, dann könnte doch durchaus auch 20 oder 30 Kilo oder was auch immer als Eigenbedarf gelten.
    Viele Gesetze enthalten solche Ungenauigkeiten und daher gibt es (ausgewiesene) Fachleute, die entsprechende Gesetze kommentieren. Diese (publizierten) Kommentare spielen bei nahezu allen Gerichtsurteilen eine Rolle und sie werden im Regelfall von den Richtern sehr hoch eingeschätzt. Gleichwohl sind sie natürlich kein Gesetz und die Justiz auch nicht an sie gebunden. Aber wie gesagt, im Regelfall folgen sie diesen Kommentierungen.
    Für unseren §2 der Bundesartenschutzverordnung gibt es eine Kommentierung von Professor Louis (LOUIS, H. W. 1994: Bundesnaturschutzgesetz - Kommentar der unmittelbar geltenden Vorschriften. Braunschweig), in der Eigenbedarf als "für eine Mahlzeit für 8 Personen" definiert wird. Zieht man nun also vom gesammelten Pilz den nicht verwertbaren Anteil ab (Schmutz, Fraßstellen, Madenfraß etc.) so kann man durchaus von 8 Kilo pro Person ausgehen. Damit dürfte dann pro Person etwa um die 500 Gramm fertig zubereitete Pilze übrig bleiben, was nicht gerade wenig ist, aber durchaus im Rahmen liegt.
    Die Menge von 8 Kilo Pilze für den Eigenbedarf dürften also somit vor Gericht völlig problemlos durchzusetzen sein. Ich würde empfehlen, dies auch so bei den PSV-Ausbildungen oder den Referentenfortbildungen kundzutun, denn es besteht, wie ich in vielen Gesprächen diesbezüglich erfahren habe, keinerlei Kenntnis dieser Kommentierungen und ihrer Wertigkeit.
    "

    Wie siehst Du das heute, wo diese Kommentierung ja bereits 27 Jahre alt ist?


    Liebe Grüße, Nobi


    Leider war es in meiner Feuchtkammer nicht mehr ganz so feucht und die kleinen Kerlchen sind schon am vertrocknen....

    Da hilft gelegentliches Einsprühen mit etwas Wasser. So trocknen die Proben nicht aus.


    LG, Nobi

    Das ist vermutlich richtig, Sandra!:thumbup:

    Sporenmaße, ~form und ~ornament passen gut zu Ascobolus sacchariferus.

    Wobei das zweite Bild vermuten lässt, dass Du zwei Arten unterm Mikro hattest.

    Die oberen Asci (unreif und reif) erinnern von Form und Größe an Ascobolus albidus.

    Das wäre nicht ungewöhnlich, da beide Arten gern gemeinsam fruktifizieren.


    Liebe Grüße, Nobi

    Hallo Nobi,

    in welchen Höhenlagen wurde dieser Pilz gefunden? Meinste ne Nachsuche bei mir ( 550 m + ) lohnt sich?

    Lohnt sich unbedingt, Sandra!

    Ich hatte den u.a. im Tharandter und Werdauer Wald, also um 300 m. Der geht sogar bis in alpine Lagen.

    Wichtig ist, das ein Wirtsmoos vorhanden ist, also ein Lebermoos der Jungermanniales.

    Schau mal im Quellbereich kleiner Bäche, dort sollte es im Ufersaum solche Moose geben.

    Auch an relativ trockenen Pionierstandorten wie Erdaushub oder Grabenrändern kann man fündig werden.


    Sobald das eigentlich grüne Moos bläuliche Reflexe hat, könnte es die Art sein.

    Die Apothecien sind allerdings so klein, dass Du sie selbst mit einer Lupe kaum erkennen wirst.


    Ich drücke Dir die Daumen.


    Nobi

    Hallo Felli,

    auch dieses Mal ist es meiner Meinung nach wieder die von Dir vermutete Podospora granulostriata.

    Die zarten Anhängsel sind sehr instabil und leicht vergänglich.

    Laut Mirza & Cain hat P. longicollis allerdings auch Anhängsel, allerdings deutlich kleiner und unscheinbarer als bei granulostriata.

    P. longicollis ist hier wohl keine Alternative ?

    Ich glaube nicht.

    Die Art zeichnet sich u.a. durch auffällige, bis 600 µm lange verklebte Haarbüschel aus.

    Also wie P. curvicolla, weswegen sie in einer aktuellen Studie aus rein genetischen Gründen gemeinsam mit dieser Art in die neue Gattung Pseudoechria gestellt wird.

    Re-Evaluation of the Order Sordariales, Microorganisma, 2020

    Das ist für mich allerdings sehr zweifelhaft und nicht nachvollziehbar. Naja.


    Ich füge die Erstbeschreibung der Art von Ames an, wo die "Hairtufts" sehr schön gezeichnet sind.

    Podospora longicollis (as Schizothecium)_Ames, Sydowia, 1951.pdf


    Liebe Grüße, Nobi

    Sehr schön, Thorben,

    den suche ich auch schon lange.

    Gegenwärtig ist ja die beste Zeit für Pyrenomyceten, da sollte ich auch mal wieder aktiv werden.

    Wobei es einem bei dem Wetter (hier Kälte, Sturm und Regenschauer) nicht wirklich vor die Tür treibt.


    Liebe Grüße, Nobi

    Erstmal auch von mir willkommen im Forum.

    Interessante Erstanfrage.

    P.S. Was soll den das mit den Punkten? Wird man hier etwa benotet?

    Keine Angst, wir sind hier nicht in der Schule.;)

    Die Punkte sind eher etwas für die Statistik, indem sie Deine Forenaktivität anzeigen.

    Pro Thema vergibt die Forensoftware 10 Punkte, pro Beitrag 5 und pro Like einen.

    Demzufolge haben die "alten" Hasen schon mehrere Tausend, während Du als Newbie mit einem Thema und einem Beitrag bei 15 stehst.

    Inzwischen bei 16, da mir Deine Anfrage gefällt.


    LG, Nobi

    Hallo Martin.

    so findet man hier in der Gegend Schizothecium tetrasporum auf sehr vielen Substratproben.

    Das wundert mich nicht. Ist in Sachsen die fünfthäufigste Art an Dung.

    Coniochaeta hansenii durfte ich zu meiner Freude auch schon finden.

    Der Fund fehlt aber noch bei Pilze-Deutschland.

    Wie auch meine drei Funde aus Niedersachsen (Norderney) und Sachsen.:(

    Nun werde ich mal gucken, ob sich schon was neues auf den kleinen Kugeln getan hat

    Ich bin gespannt und hoffe, dass Du berichten wirst.


    Liebe Grüße, Nobi

    Hallo Sandra,

    noch habe ich ja ein paar Minuten, um pünktlich zu gratulieren.

    Ich tue das mit ein paar Moosbecherlingen, Pilzen, die man zu jeder Jahreszeit finden kann.



    Also, auch von mir die herzlichsten Glückwünsche!

    Und wenn sich die Lage entspannt hat, würde ich gern mal mit Dir durch die vogtländischen Wälder streifen. Vielleicht nächstes Jahr im März. ;)

    Du weißt schon, warum. Muss ja nicht gerade zu Deinem Geburtstag sein.


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Lieber Martin,

    es freut mich natürlich sehr, dass Du hin und wieder nach den kleinen "Scheißerchen" schaust!:)

    Und wie ich Deinen Beiträgen entnehme, hast Du auch Spaß daran und freust Dich über jede Entdeckung. Genauso soll es sein.

    Bestimmt habe ich ihn als Pilobolus roridus.

    Das hätte ich auch getan!;)

    Und Du hast ja bereits ganz vorbildlich geschrieben, wie Du diesen Pilobolus von anderen abgrenzt. Da kann ich mich ja kurzfassen.

    Nur soviel noch: Foto 4 ist perfekt gelungen - für mich ein Kalenderbild. Hier nochmal, weil es so schön ist.



    Das artenreiche Substrat war diesmal Hase. Einiges los auf den Köttel. 8 Arten waren es alleine gestern...

    In der Tat ist Hasendung ein hochinteressantes und zudem sehr artenreiches Substrat. Gut 110 Species konnte ich bisher an Hasenkötteln nachweisen, darunter solche Raritäten wie Anopodium ampullaceum, Coniochaeta hansenii, Schizothecium simile oder Sporormiella splendens, deren achtzellige Sporen bis 140 x 12 µm maßen und damit zu den größten Pilzsporen gehören, die ich je vermessen habe. Wenn Du weiter mit diesem Substrat "arbeitest" wirst Du sicher bald ähnliche Erfolge haben. Ich drücke die Daumen.


    Liebe Grüße, Nobi

    1. Sporen von (23.2-26.0) µm x (11.7-13.4) µm und sehr kleine Fruchtkörper, da landet man wohl zwangsläufig bei Ascobolus albidus

    Da kommt nichts anderes infrage, Björn.

    In meiner Region der häufigste Dungbecherling mit einer breiten Substratamplitude, wobei Pferd bevorzugt wird. Hier jeder 3. Fund.

    Deshalb würde ich den gerne Lasiobolus ciliatus nennen und L. cuniculi ausschließen wollen. Gehen die Experten d'accord?

    Also, ich zumindest gehe da mit. L. cuniculi hat bei weitem nicht so kräftige Seten und breitkeulige, biseriate Asci.

    Die intakten, nicht so sehr gequetschten Asci sind uniseriat. Also für mich eindeutig Lasiobolus ciliatus!


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Hallo Sebastian,


    zweifellos ein großartiger Fund, diese Lamprospora und toll dokumentiert!:thumbup:

    Allerdings glaube ich nicht, dass es sich um L. retispora handelt.

    Diese hat breitelliptische bis subglobose Sporen mit einem engmaschigeren Netz.

    Vergleiche mit dem Portrait von Jan Eckstein.


    Welche Art es genau ist, weiß ich allerdings auch nicht, hierfür muss meiner Meinung nach erst einmal das Moos bestimmt werden.

    Falls Du noch genügend Material zur Verfügung hast, könnte ich Dir die Adresse eines lieben Freundes und Moospilz-Spezialisten vermitteln.


    Liebe Grüße, Nobi

    Die Mikroskopie lässt auf Preussia typharum cf schliessen.

    Das ist Preussia typharum ohne cf!

    Die Art ist dank der langstieligen Asci und der Sporenmaße gut charakterisiert. Zudem besitzt sie unter den bisher bekannten Species der Gattung ein Alleinstellungsmerkmal, indem die beiden mittleren Sporenzellen breiter als lang und gleichzeitig kürzer als die Endzellen sind. Kann man alles sehr schön Deiner Dokumentation entnehmen.


    In Deutschland gehört die Art zu den seltesten Vertretern der Gattung, so sind Preussia funiculata, fleischhakii und terricola zT deutlich häufiger.

    Ich kenne die Art von Fuchs und Pferd, laut Pilze-Deutschland kommt sie neben Reh auch an Hase, Kaninchen, Wildschwein und Ziege vor.


    Schöner Fund, Felli!:thumbup:


    Liebe Grüße, Nobi

    Ich hoffe, ich liege nicht ganz verkehrt.

    Natürlich liegst Du da "nicht ganz verkehrt", Harzi!

    Thelebolus crustaceus passt meiner Meinung nach perfekt. So viele 64-sporige Ascomyceten an Dung gibt es ja nun nicht.;)

    Und das Substrat könnte durchaus Wildschwein sein, muss nicht immer groß und kompakt sein, kann auch mal in Einzelteile zerfallen.


    Schöne Doku mal wieder.:thumbup:


    LG, Nobi

    Wären die Köpfe gelbgrün, hätte ich das Pilzchen Thelebolus microsporus genannt.

    Auch das gehört meiner Meinung nach zu Thelebolus microsporus, Manfred.

    Ich denke, dass ist eine sehr variable Art, die substrat- und altersbedingt sehr verschieden ausschauen kann.

    In der Literatur gibt es da unterschiedliche Ansichten, zumindest ist die Art mehrmals unter verschiedenen Namen beschrieben worden.

    Möglicherweise ein Fall für die Genetiker!;)


    LG, Nobi

    Vielleicht gibt es ja nicht so arg viele Verwechslungsarten.

    Leider muss ich Dich da enttäuschen, Bernd.:(

    Wie Manfred und Florian bereits schrieben, ist bei den "kleinen schwarzen Punkten" an Dung ohne Mikroskop nichts zu machen.

    Es gibt hunderte Arten, die so aussehen können.

    Makroskopisch kommt man nur selten und auch nur mit ausreichender Erfahrung zu einer Gattung.

    Schizothecium, Podospora, Sordaria und ein paar andere kann man unter Umständen erahnen.

    Aber selbst die Gattung sollte mikroskopisch abgesichert werden, von einer Artbestimmung ganz abgesehen.


    LG, Nobi


    PS. Gönne Dir doch endlich ein Mikroskop. Bei Andreas bekommst Du sehr gute Qualität schon unter 1000 Euro.

    Hallo Aretah und Till,

    auch ich sehe da nichts anderes als Ascobolus foliicola. Die Sporengröße passt und die Ornamentation ist schon recht speziell.

    Und etwas pflanzliche Debris sollte in Deiner Anzuchterde vorhanden sein, damit wäre auch das Substrat geklärt.


    Ich denke, die Art wird sich bestätigen, wenn Till nochmals darüber schaut! Alles andere würde mich wundern.


    LG, Nobi

    Hallo Heidrun,

    das ist recht sicher das von Björn vorgeschlagene Alnecium auctum!

    Die Sporen betragen nach der Literatur um 32-37 (45) x 11-14 (16) µm, Deine Maße zum Vergleich 35-40 x 12-15,5 - passt perfekt!

    Laut Mykis nur 9 Nachweise in Sachsen!

    Hier der von Björn verlinkte Artikel als PDF (siehe S. 76-78).


    Stilbosporacea_Voglmayr & Jaklitsch, Persoonia 33, 2014.pdf

    Erle kann es auch sein, das war ja ein Auwald mit vielen Erlen

    Auf jedem Fall ist es keine Birke und Erle sollte passen.

    Melanconis alni scheint etwas anderes zu sein.

    Genau, Björn, Melanconis alni ist etwas völlig anderes.

    Siehe "The genus Melanconis", S. 79-84.


    Melanconis_Jaklitsch & Voglmayr, Mycokeys 63, 2020.pdf


    Glückwunsch zu diesem schönen Fund, Heidrun!:thumbup:


    LG, Nobi

    Hallo Manfred,

    keine Zweifel an "Sordaria" minima, über die ja hier schon oft berichtet wurde.

    Thelebolus stercoreus als Wirt sollte auch klar sein, evtl. zusätzlich Thelebolus caninus!

    Jedenfalls glaube ich auf dem 3. Bild einen 32-sporigen Ascus zu sehen, der zu caninus passen könnte.


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Die erste würde ich als Sporomiella intermedia bezeichnen. Die Asci waren recht kurzstielig und die Sporen waren zwischen 46-52X7-8,5 groß

    Die zweite Sporomiella war schon erstaunlich oft in ihre Einzelteile zerbrochen. Mit der Keimspalte, den kurzgestielten Asci und den Maßen von 26,5-30,5X4-5 komme ich hier zu Sporomiella minima.

    Würdet ihr da mitgehen?

    Ich gehe da beide Male mit, Matthias!

    Die typischen Merkmale der zwei Arten hast Du sowohl gut beschrieben als auch abgebildet.:thumbup:


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Aber ich habe mich schon immer gefragt, was er mit der Zeichnung i darstellen wollte. Es sollen laut Legende drei Schlauchspitzen sein, aber ich verstehe diese Struktur einfach nicht.

    Ich interpretiere das so, dass die drei Ascusspitzen von drei Paraphysen umgeben sind, quasi "umarmt" werden.

    Vielleicht ist es auch nur eine Ascusspitze, aus unterschiedlichen Perspektiven gezeichnet?

    kleiner Fun-Fact am Rand: Im Wikipedia-Beitrag über Cephalozia biscupidata sieht man auf dem dortigen Photo die Mniaecia übrigens auch gut

    Jetzt, wo Du's sagst...^^


    LG, Nobi

    Sehr schönes Portrait, Thorben!:thumbup:

    Ich ergänze mit je einer Makro- und Mikrocollage der Mniacia jungermanniae. Gefunden am 20.04.2013, Wirtsmoos: Cephalozia bicuspidata




    Und zur Vollständigkeit die großartige Farbtafel von Boudier aus den Icones Mycologicae.



    LG, Nobi