Hallo Hagen und Ralph,
bei nunmehr schon zwei Interessenten möchte ich nun doch mal etwas von meinen Erfahrungen preisgeben! 
Zumal ich mich über jeden freue, der auf diesem Gebiet forscht und damit beiträgt, weiße Flecken von diversen Listen zu tilgen.
Wer sich mit Dungpilzen beschäftigt, weiß, dass man immer wieder argwöhnisch beäugt wird. 
Sei es bei Exkursionen oder später im Mikroskopierraum.
Oder wie Du, Hagen, mir kürzlich schriebst:
"Wenn man mit 12 " Normalen" unterwegs ist, dann muss man aufpassen. Da sind Phytos schon fast Mainstream, das kann man erklären." 
Über das Thema ist hier im Forum über die Jahre allerhand geschrieben worden, ich fasse im folgenden meinen Standpunkt zusammen und zitiere auch ein wenig.
Die Frage lautete
ich bin immer wieder beeindruckt, wie viele verschiedene Arten einige von Euch von einer einzigen Probe ziehen. Ich schaffe schon auch einige aber nie so viele - gibt's einen Kulturtrick oder muss ich einfach gründlicher suchen?
Einen Trick in dem Sinne gibt es nicht.
Man braucht einfach viel Geduld, um das Artenspektrum auf Dung annähernd zu erfassen.
Da gibt es Pilze, die nach kürzester Zeit erscheinen, andere fruktifizieren erst nach mehreren Wochen.
Um das Pilzwachstum nachvollziehen zu können, muss man das Substrat in eine optimale Umgebung bringen. Z.B. in eine sogenannte Feuchtkammer.
Als Feuchtkammern können alle möglichen durchsichtigen und gut
verschließbaren Gefäße dienen.
Hier einige Beispiele.

Als Unterlage bevorzuge ich braune Filtertüten.
Wichtig ist, gelegentlich zu belüften und mit Wasser zu besprühen.
Ideal ist bereits etwas älterer Dung, an dem man bereits in der Natur so "kleine schwarze Punkte" sieht.
Einige Bemerkungen zum frischen Dung hatte ich schon mal geschrieben.
Hier das Wichtigste zusammengefasst.
Frische Losung
lässt sich oft nur schlecht kultivieren.
Oft wird sie unter
den Treibhausbedingungen einer Feuchtkammer binnen kürzester Zeit von Unmengen
Hyphomyceten überzogen, während gleichzeitig die Anzahl von Nematoden und
anderen winzigen Tierchen förmlich explodiert!
Dann hilft meist nur noch, die Proben zu entsorgen.
Die Sporen echter coprophiler Arten sind bereits im Dung enthalten. Es gibt
allerdings auch eine Reihe fakultativ coprophiler Pilze, deren Sporen
nachträglich auf den Dung kommen.
Dann ist es natürlich besser, wenn der Dung noch eine Weile in der Natur liegt.
Am vielversprechendsten sind ältere Aufsammlungen, da sich manche Arten nicht
oder nur schwer in Feuchter Kammer kultivieren lassen.
Dazu gehören die meisten trockentoleranten Gattungen wie z.B. Hypocopra, aber
auch größere Becherlinge und eine Reihe von Basidiomyceten entwickeln sich so
gut wie nie in Kultur.
Allerdings findet man viele Arten (Pilobolus, Pilaira, Sphaeronaemella etc.) nur auf
frischem Dung. Also auch den sollte man nicht außer acht lassen.
Liebe Grüße und viel Erfolg beim Kultivieren
Nobi