Nur weil eine einzige Pilzart von einer einzigen Pflanzenart in einer Untersuchung keine Alkaloide aufgenommen hat, wäre ich vorsichtig, daraus zu schlussfolgern: "Pilze nehmen grundsätzlich keine Giftstoffe aus Wirtspflanzen auf"
Deshalb ja auch meine Fragestellung. Ist ja prinzipiell auch möglich, dass es vorkommen kann aber nicht muss. Sprich das eine Exemplare einer Art von giftigem Holz keine Giftstoffe aufnimmt, ein anderes hingegen schon.
Ich bin grundsätzlich ein Skeptiker
Skepsis schadet ja nie, aber an den Heileigenschaften diverser Pilze ist schon was dran, auch wenn vielleicht nicht alles stimmt, was ihnen nachgesagt wird. Diverse Arten werden ja schon seit Ewigkeiten für Heilzwecke eingesetzt und das oftmals mit Erfolg. Und auch Heilpraktiker die sich auf Pilze spezialisiert haben erzielen mitunter beachtliche Erfolge, sogar bei Fällen, wo die Schulmedizin versagt hat. Finde das schon sehr interessant. Und die Wissenschaft auch. Es wird ja mittlerweile auch deutlich mehr in die Richtung geforscht.
Kann hier auch was aus dem eigenen Umfeld berichten. Meine Großmutter muss nach Schlaganfall die obligatorischen Blutverdünner nehmen, verträgt allerdings die herkömmlichen Mittel nicht. In Abstimmung mit ihrer Ärztin und einem Heilpraktiker mit Heilpilz Spezialisierung wurde sie mittlerweile vollständig auf Auricularia umgestellt, eingenommen als Pulver in Kapselform. Keine Nebenwirkungen mehr und Blutwerte passen. Das zeigt aber auch, dass man beim Konsum von Pilzen ggf. vorsichtig sein muss, wenn man bestimmte Medikamente einnimmt. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte ggf. mit dem Verzehr von Judasohren und der Verwandtschaft vorsichtig sein.
Am besten untersucht sind aktuell wahrscheinlich Schmetterlingstramete und Birkenporling. Schmetterlingstramete wird z.B. in manchen Ländern vereinzelt auch begleitend zur Chemotherapie bei Krebspatienten eingesetzt, da sie die Nebenwirkungen lindert, immunstärkend wirkt, das Allgemeinbefinden bessert und für sich gesehen wohl ebenfalls eine Krebszellen abtötende Wirkung haben kann.
Aus eigener Erfahrung kann ich auch die Immunstärkende Wirkung bestätigen. Seit ich regelmäßig Schmetterlingstramete einnehme (ein bis zweimal pro Woche als Tee), bin ich deutlich weniger empfänglich für Infekte (Erkältung, Grippe, Corona, etc.). Und wenn doch mal was ausbricht, sorgt eine intensive Trinkkur über mehrere Tage mit Schmetterlingstramete und Birkenporling in Kombination bei mir für deutlich angenehmere Verläufe und schnellere Erholung. Ein Wundermittel ist es aber auch nicht. Bis ich eine Steigerung der Abwehrkräfte wahrgenommen habe, hat es sicherlich ein Jahr gedauert. Und sicherlich wird die Wirkung auch nicht bei jedem gleich sein. Gut möglich, dass manche Personen gar keinen Nutzen davon haben. Da muss also jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln.
Spannend finde ich auch die Forschungen die in Richtung Psilocybin und dem Fliegenpilz bzw. Muscimol betrieben werden. Da scheint es ja auch ein enormes Potenzial zu geben, was die Behandlung von psychischen Erkrankungen aber auch Geschichten wie Stottern oder Schlafprobleme angeht - bei letzteren scheint der Fliegenpilz niedrig dosiert bei vielen Personen eine sehr positive Wirkung zu haben und kann wohl auch bei Depressionen positive Wirkung zeigen. Und das ganz ohne berauschende Wirkung. Beim Psilocybin finde ich spannend, dass die Behandlung offenbar nicht nur symptombekämpfend wirken, sondern sogar nachhaltig sein kann. Nachteilig ist hier allerdings, dass dort in der Regel Dosierungen mit Rausch als Folge nötig sind, was ja potenziell auch gegenteilige Effekte haben kann - Stichwort "Horror Trip". Ich glaube Arte hatte zu dem Thema mal ne ganz gute Doku am Start.
Ist auf jeden Fall ein sehr spannendes Themengebiet und man kann nur hoffen, dass die Forschung in die Richtung in den nächsten Jahren noch deutlich intensiviert wird. Am Ende des Tages will man ja nicht nur eine potenziell mögliche Wirkung kennen, sondern auch die Mechanismen dahinter verstehen, genauso wie etwaige Nachteile die sich ergeben könnten. Alles was eine Wirkung hat, hat auch eine Nebenwirkung. Das sollte man unbedingt auch bei eigenen Experimenten mit Heilpilzen im Hinterkopf behalten.
LG Christopher