Beiträge von BlonBoah

    Hallo Bernd,


    deine makroskopische Vermutung war korrekt: Es ist eine Physarum-Art.

    Kalk-Kristalle haben Physarum-Arten tatsächlich nicht, Kalk-Granulat allerdings schon. Der ganze weißliche Belag auf den Fruchtkörper-Köfpchen ist Kalk. Und die vielen runden Kügelchen auf deinem 13. Bild müsste das Granulat unter dem Mikroskop zeigen.

    Als Art vermute ich Physarum album (in der Literatur oft noch als Ph. nutans bezeichnet). Allerdings finde ich sowohl die Länge und Dicke des Stiels, als auch die Form der Köpfchen nicht 100 % überzeugend.

    Wenn du ein Köpfchen aufbrechen und die Sporen rauspusten könntest und dann ein Bild von dem freigelegten Capillitium machst (nicht als Quetschpräparat!), würde das die letzte Gewissheit bringen.


    Liebe Grüße

    Noah

    Heute sieht der unauffällig graubraun aus.

    Hallo Bernd,

    schön, dass du noch mal bei dem Myxo vorbeigeschaut und ihn auch mikroskopiert hast!


    Ich würde hier Cribraria argillacea vermuten. Die Gattung ist generell etwas schwierig und besonders natürlich, wenn man die Aufsammlung nicht selbst vor sich hat.

    Was nicht so gut zu der Art passt, ist das Erscheinen in einer kleinen Gruppe. Meist fruchtet sie in großen, dichten Gruppen. Oder gab es noch mehr als auf dem Foto zu sehen? Dieses "Merkmal" kann aber natürlich stark von Umweltbedingungen beeinflusst werden.


    Zur Überprüfung der Art wäre noch Folgendes gut:

    - Fotos des (bestenfalls) unversehrten Peridialnetzes im Präparat unterm Lichtmikroskop ohne Sporen (Fruchtkörper trocknen lassen; Sporen rauspusten)

    - ungefährer Durchmesser der Sporotheca ("Köpfchen") eines Fruchtkörpers


    Vielleicht reichen aber auch Ulla lamproderma die Fotos für eine Bestimmung schon aus.


    Liebe Grüße

    Noah

    Bei Bedarf wäre der aber wiederzufinden, ist nur ca. 50 m vom Haus weg.

    Hallo Bernd,

    wäre schon interessant, wenn du noch mal hingehst, wenn die Fruchtkörper reif sind.

    Das ist auf jeden Fall eine Cribraria, aber die Art vermag ich in diesem Zustand noch nicht zu benennen. Bei der Gattung muss man sowieso meist mikroskopieren.


    Liebe Grüße

    Noah

    Makroskopisch ist das aber eindeutig: F. leviderma hätte eine viel glattere Cortex (Oberfläche) als die F. septica-Varietäten.

    Die Sporengröße kann auch manchmal durch Umwelteinflüsse während der Sporulation variieren.


    Liebe Grüße

    Noah

    diese Ecke kenne ich gut. Allerdings mehr südlich der B94 um das Moor herum.

    Hallo Steffen,


    und wie ist's da mykologisch?

    Das Moor und die Umgebung ist botanisch jedenfalls toll!


    Liebe Grüße

    Noah

    Hallo Cognacmeister,


    gegen F. leviderma spricht aber eindeutig die Cortex.

    Einen "Wirt" haben Myxos übrigens gar nicht, sie ernähren sich phagozytisch von (fast nur) Mikroorganismen.


    Liebe Grüße

    Noah

    Über 100 km weite Fahrten zu Pilzstellen

    Hallo Hilmi,


    am Freitag war ich im Pöllwitzer Wald – natürlich Myxos suchen – aber Pilze (und Stechmücken...) gab's da jetzt schon. Ich dachte, dort könnte es im Herbst ziemlich ertragreich werden – aber bin ja erst seit kurzem hier unterwegs.

    Genau genommen war ich in dem Waldstück nördlich der B94.


    Und falls die Pilze nicht wollen: Schleimpilze gab's en masse! g:D


    Liebe Grüße aus der Wiege des Vogtlands!
    Noah

    Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer, besonders Bea!
    Ich denke mal, das war diesen Monat wieder ein knappes Rennen – daher freut es mich natürlich sehr, auf dem Treppchen zu stehen.


    Liebe Grüße

    Noah

    Hallo zusammen,

    es gab wieder ein paar Veränderungen und ich habe die Tabelle im Start-Beitrag aktualisiert:


    Einige Arten der Gattung Diderma werden nun der neuen Gattung Neodiderma zugeordnet.

    Die Gattung Protophysarum existiert nicht mehr, da es sich bei der fossilen P. balticum nicht sicher um einen Myxo handelt und P. phloiogenum nun Didymium phloiogenum heißt. Das waren die einzigen beiden Arten in der Gattung und somit gibt es sie nicht mehr.


    Übrigens umfasst die Gattung Lycogala (Blutmilchpilze) inzwischen 54 Arten! Ein deutsche Zusammenfassung mit Bestimmungsschlüssel findet sich in folgendem Artikel aus der „Boletus“-Zeitschrift:

    Leontyev, Dmytro & Schnittler, Martin (2025). Lycogala epidendrum s. l. (Myxomycetes): unbemerkte Vielfalt in einer „Allerweltsart“. In: Boletus 46, Nr. 2, S. 157–168.


    Liebe Grüße

    Noah

    Ein kleines Grüppchen (drei, vier Exemplare) Hasenglöckchen (Hyacinthoides) in freier Natur, an einem abgelegenen Waldesrand gestern gefunden, vermutlich eine verwilderte Hybridart aber schön anzuschauen und ich fand die noch nie in freier Wildbahn.

    Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Zierpflanzen-Hybrid Hyacinthoides ×massartiana.

    Liebe Grüße

    Noah

    Hallo Rainer,

    dein Schleimpilz sieht ziemlich untypisch entwickelt aus.

    Ich möchte Tubifera ferruginosa (einige Zeit invalide als Tubulifera arachnoidea bezeichnet) nicht ausschließen, aber für mich käme genauso gut auch eine Lycogala-Art (Blutmilchpilz) in Frage.

    Kannst du am Fundort in ein paar Tagen noch mal vorbeischauen? Evtl. lässt sich dann mehr sagen, obwohl ich nicht weiß, ob aus dem Schleimpilz überhaupt noch was "Brauchbares" wird...

    Tolle Fotos übrigens!

    Liebe Grüße
    Noah

    Hallo Ulla,

    danke für deine Rückmeldung!
    Auf (Neo-)Diderma spumarioides passt tatsächlich alles – nur eben die Sporen sind beim besten Willen nicht stachelig...

    Würdest du das zur Varibialität der Art zählen?


    Liebe Grüße

    Noah

    Hallo Ulla und andere Schleimpilzler,


    diese Diderma entzieht sich mir einer sicheren Bestimmung.

    Ich bleibe nur bei D. cinereum und Neodiderma spumarioides (früher Diderma s.) hängen, wobei die Merkmale eher dazwischen stehen...

    Die Sporengröße beträgt (11-)12(-13) µm und sporuliert hat der Myxo auf einem Quercus robur-Laubblatt am Boden.


    Ich freue mich auf Meinungen zur Art!

    Liebe Grüße

    Noah