Ulla hat natürlich Recht!
Ich muss präzisieren: Man könnte T. ferruginosa agg. sagen.
Liebe Grüße
Noah
Ulla hat natürlich Recht!
Ich muss präzisieren: Man könnte T. ferruginosa agg. sagen.
Liebe Grüße
Noah
Hallo Andy,
das sind schöne, große und unreife Pseudoaethalien der Art Tubifera ferruginosa.
Liebe Grüße
Noah
Hallo Ulla,
vielen Dank für deine Korrektur – und entschuldigung für die falsche Unterstellung! Das hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm.
Wichtig ist, das man weiß welcher Schleimer gemeint ist.
Dem stimme ich außnahmslos zu.
Allerdings ist der m. E. in der Literatur gebräuchliche Name Mucilago crustacea. Daher finde ich diesen wichtig zu erwähnen.
Liebe Grüße
Noah
Hallo,
tut mir leid – die von Ulla genannten Namen muss ich kurz korrigieren. Dein Fund heißt:
Didymium spongiosum (syn. Mucilago crustacea)
Bei so vielen Umbenennungen in letzter Zeit kommt man schnell mal durcheinander.
Nichts für ungut.
Liebe Grüße
Noah
Hallo freudenberg ,
dass es sich um einen Schleimpilz gehandet hat.
wie schon geschrieben wurde, handelt es sich bei deiner Beobachtung um das Plasmodium eines Schleimpilzes.
Das „Plasmodium“ ist eine einzellige, aber vielkernige und selbstorganisierende Plasmamasse, die nach der Fusion zweier Amöben (oder Schwärmerzellen) heranwächst. Normalerweise entwickeln sich daraus später Fruchtkörper (meist 1–2 mm groß), die die Sporen beinhalten, aus denen wiederum Amöben/Schwärmerzellen schlüpfen.
Wie du ganz richtig beobachtet hast, kann sich dieses Plasmodium bewegen: Es kriecht über sein Substrat und ernährt sich dabei hauptsächlich von Mikroorganismen.
In deinem Fall wird es ein- und wenigzelligen Algen an der Glasinnenwand deines Aquariums gefressen haben.
das Auftreten von Schleimpilzen oder schleimpilzähnlichen Gebilden unter Wasser ist in der Aquaristik kein gänzlich unbekanntes Phänomen.
Stimmt genau.
Obwohl Schleimpilze immer noch als überwiegend terrestrisch lebende Organismengruppe bezeichnet werden, gibt es inzwischen viele Beobachtungen und Artikel von aquatischen Vorkommen. Der erste Nachweise eines aquatischen Myxomyceten war bereits 1886!
Interessant hierbei ist, dass die meisten Arten, deren Plasmodien unter Wasser beobachtet wurden, bereits aus terrestrischen Lebensräumen bekannt waren. Meines Wissens ist lediglich von einer einzigen Art bis heute ausschließlich eine aquatische Lebensweise bekannt: Didymium aquatile
Das heißt aber nicht, dass es sich bei deinem Fund um diese Art handeln muss. Allerdings gehört dein Fund (aufgrund des weißen Phaneroplasmodiums) mit Sicherheit zur Familie Didymiaceae.
Das das Gebilde irgendwann weg war spricht dafür das ihm dann die Nahrung (Bakterien etc) fehlte.
... oder das Plasmodium hat unbemerkt sporuliert. Da die Fruchtkörper relativ unauffällig sein dürften, halte ich es für möglich, dass freudenberg diese schlichtweg übersehen hat.
Interessant ist übrigens, dass sich die Fruchtkörper der selben Art morphologisch stark unterscheiden, je nach dem, ob sie an der Luft oder unter Wasser gebildet wurden.
Um sich in das Thema einzulesen, lohnen sich folgende beide Artikel:
Liebe Grüße
Noah
Wenn ich mit diesen Daten in den Schlüssel von Neumann et al gehe, lande ich direkt bei 1*** -> 14* -> 21. Hier tritt dann die erste Unsicherheit auf. Sind die Netzknoten deutlich verdickt oder sind sie flach? Entscheide ich mich für verdickt, geht es also weiter 21 -> 22* -> 23* -> 25*. Aber C. intricata sollte kleinere Sporen haben und C. personii immer einen Becher. Entscheide ich mich weiter oben für 21* -> 27 lande ich bei C. splendens. Hierbei soll es sich aber um eine seltene Art handeln. Können mir die Expert:innen hier bei der Bestimmung weiterhelfen?
Hallo Björn,
die Aufsammlung würde ich als Cribraria intricata bezeichnen.
Hierfür sprechen die durch freie Enden sternförmige Netzknoten (auf Bild 5 oben links am besten zu sehen) und, dass feine Rippen von der Basalscheibe ausgehen.
Die Sporengröße beträgt laut Poulain et al. 5 – 7,5 µm, passt also auch.
C. aurantiaca ist ähnlich, hat aber meist einen Becher, kräftigere Rippen und glatte Sporen mit gelblichem Einschluss.
C. splendens hat auch deutlich kräftigere Rippen und diese haben charakteristische Auswüchse.
Die Art hätte auch flache Netzknoten. Um das herauszufinden, hilft es beim Mikroskopieren in einem nicht allzu gequetschten Präparat, die Schärfeebene hoch- und runterzuregeln, um zu erkennen, ob die Knoten (wie die Sporen) gewölbt sind.
Diese Ausprägung von C. intricata ohne Becher wird oft (bspw. bei Poulain et al.) unter der Varietät „C. intricata var. dictydioides“ geführt. Allerdings sprechen einige Gründe gegen das Akzeptieren dieser Varietät bzw. das Zuordnen deines Fundes zu dieser:
1. Sie hat laut Poulain et al. wiederum max. 6 µm große Sporen;
2. Martin & Alexopoulos sprechen diese Ausprägung der Variationsbreite der Art zu;
3. Varietäten sind bei Myxomyceten vermutlich eine unangebrachte taxonomische Rangstufe und werden in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr verwendet werden; die Var. dictydioides müsste daher, wenn schon, als eigene Art akzeptiert werden – und dazu sind die Unterschiede zur Nominatvarietät weder klar noch beständig genug.
Liebe Grüße
Noah
Habe jetzt aber mal mit den Schlüssel von W. Martin and Constantine J. Alexopoulos einen Bestimmungsversuch gewagt und lande bei Didymium melanosporum.
Kann das so hinkommen?
Hallo Martin,
mit der Gattung Didymium liegst du richtig!
D. melanospermum ist es nicht, die hätte einen kürzeren, stämmigeren Stiel.
Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass es sich bei deinem Fund um Didymium nigripes handelt.
Um letzte Gewissheit zu bekommen, müsstest du allerdings die Perdie mikroskopieren (die Haut, die die Sporenmasse umschließt und auf der die Kalkkristalle aufliegen). Dazu ist es wichtig, die Sporenmasse zu entfernen (bspw. durch pusten), da diese sonst das Bild verdeckt.
Die Perdie müsste eine ähnliche Felderung haben, wie auf meinem angehängten Foto zu sehen.
Liebe Grüße
Noah
Hallo Bernd,
bei deinem ersten Fund hast du ganz richtig vermutet: Es ist Tubifera ferruginosa – wobei man inzwischen eher von T. ferruginosa agg. sprechen sollte.
T. microsperma ist eine Art der Tropen, die in unserer gemäßigten Breite nicht vorkommt.
Tatsächlich einen „Stiel“ würde man das übrigens nicht nennen. Es ist eher ein stark ausgeprägter Hypothallus.
Hingen die Pseudoaethalien („Cluster“)? Das würde das erklären.
Bei deiner zweiten Aufsammlung hattest du auch schon den richtigen Riecher: Physarum citrinum ist es zwar nicht, dafür aber Ph. viride.
Die ist zu erkennen an ihren optischen Gleichheit mit Ph. album, nur dass sie gelben Kalk hat (die Farbe kann auf Dauer allerdings verblassen).
Ph. citrinum hätte kugeligere Sporothecae (Köpfchen), größere Sporen und ein kalkreicheres, die kugelige Form behaltendes Capillitium.
Die Gattung Didymium (das meintest du, denke ich, mit „Didymia“) hat kristallinen Kalk (Physarum hat granulierten/amorphen).
Mit einem kalkfreien Capillitium würde man somit bei Diderma herauskommen. Es ist mir aber keine Art mit dieser Farbe bekannt.
Wenn du unterm Binokular noch mal einen geöffneten, von Sporen freigepusteten Fruchtkörper anschaust, solltest du kleine, gelbliche Kalkknoten im Capillitium erkennen. Zu Mikroskopieren ist das immer schwer, da der Kalk sehr brüchig ist.
Liebe Grüße
Noah
Alles anzeigenAlles anzeigenFlora Incognita? Die ist nämlich was Pflanzen angeht wirklich richtig gut, wobei man auch da immer! überprüfen muss!
Die ist tatsächlich richtig gut. Nur ist sie immer seeehhr überzeugt von ihrem Bestimmungsergebnis... Teilweise behauptet sie sogar 100 %-ige Sicherheit, was (soweit ich weiß) technisch nur möglich ist, wenn man ein Bild ihrer Datenbank hochladen würde.
Mir persönlich fehlen bei Flora Incognita oft alternative Vorschläge mit weniger prozentualer Wahrscheinlichkeit (manchmal wird ein weiterer vorgeschlagen, aber nicht immer). Das gefällt mir bspw. an PlantNet besser.
FunFact:
Ich hatte mal Elymus repens Flora Incognita bestimmen lassen und sie hat mir zu sagenhaften 98 % E. caninus ausgespuckt...
Liebe Grüße
NoahNöh - stimmt so nicht. Ich komme ja aus der Botanik und teste die regelmässig mit allen möglichen Pflanzen und die ist definitiv wesentlich besser und fundierte wie z,B. PlantNet. Was mich aber hier interessiert sind die Pilzbestimmungen ...
Hallo Maria,
das meine ich auch. ![]()
Ich schrieb nur, dass mir alternative Bestimmungsvorschläge (wie bei bspw. PlantNet) oft fehlen.
Dass Flora Incognita für unser mitteleuropäisches Florengebiet besser ist als PlantNet ist, steht für mich außer Frage. Man muss sich nur mal die PlantNet-Bilddatenbanken der Arten anschauen... da sind oft Fotos aller möglicher Arten der Gattung vertreten.
Aber: Alle Apps machen Fehler – daher meine kleine Anekdote am Rande.
Liebe Grüße
Noah
PS: Sorry fürs Vom-Thema-Abschweifen.
Flora Incognita? Die ist nämlich was Pflanzen angeht wirklich richtig gut, wobei man auch da immer! überprüfen muss!
Die ist tatsächlich richtig gut. Nur ist sie immer seeehhr überzeugt von ihrem Bestimmungsergebnis... Teilweise behauptet sie sogar 100 %-ige Sicherheit, was (soweit ich weiß) technisch nur möglich ist, wenn man ein Bild ihrer Datenbank hochladen würde.
Mir persönlich fehlen bei Flora Incognita oft alternative Vorschläge mit weniger prozentualer Wahrscheinlichkeit (manchmal wird ein weiterer vorgeschlagen, aber nicht immer). Das gefällt mir bspw. an PlantNet besser.
FunFact:
Ich hatte mal Elymus repens Flora Incognita bestimmen lassen und sie hat mir zu sagenhaften 98 % E. caninus ausgespuckt...
Liebe Grüße
Noah
Hallo Bernd,
deine makroskopische Vermutung war korrekt: Es ist eine Physarum-Art.
Kalk-Kristalle haben Physarum-Arten tatsächlich nicht, Kalk-Granulat allerdings schon. Der ganze weißliche Belag auf den Fruchtkörper-Köfpchen ist Kalk. Und die vielen runden Kügelchen auf deinem 13. Bild müsste das Granulat unter dem Mikroskop zeigen.
Als Art vermute ich Physarum album (in der Literatur oft noch als Ph. nutans bezeichnet). Allerdings finde ich sowohl die Länge und Dicke des Stiels, als auch die Form der Köpfchen nicht 100 % überzeugend.
Wenn du ein Köpfchen aufbrechen und die Sporen rauspusten könntest und dann ein Bild von dem freigelegten Capillitium machst (nicht als Quetschpräparat!), würde das die letzte Gewissheit bringen.
Liebe Grüße
Noah
Heute sieht der unauffällig graubraun aus.
Hallo Bernd,
schön, dass du noch mal bei dem Myxo vorbeigeschaut und ihn auch mikroskopiert hast!
Ich würde hier Cribraria argillacea vermuten. Die Gattung ist generell etwas schwierig und besonders natürlich, wenn man die Aufsammlung nicht selbst vor sich hat.
Was nicht so gut zu der Art passt, ist das Erscheinen in einer kleinen Gruppe. Meist fruchtet sie in großen, dichten Gruppen. Oder gab es noch mehr als auf dem Foto zu sehen? Dieses "Merkmal" kann aber natürlich stark von Umweltbedingungen beeinflusst werden.
Zur Überprüfung der Art wäre noch Folgendes gut:
- Fotos des (bestenfalls) unversehrten Peridialnetzes im Präparat unterm Lichtmikroskop ohne Sporen (Fruchtkörper trocknen lassen; Sporen rauspusten)
- ungefährer Durchmesser der Sporotheca ("Köpfchen") eines Fruchtkörpers
Vielleicht reichen aber auch Ulla lamproderma die Fotos für eine Bestimmung schon aus.
Liebe Grüße
Noah
Bei Bedarf wäre der aber wiederzufinden, ist nur ca. 50 m vom Haus weg.
Hallo Bernd,
wäre schon interessant, wenn du noch mal hingehst, wenn die Fruchtkörper reif sind.
Das ist auf jeden Fall eine Cribraria, aber die Art vermag ich in diesem Zustand noch nicht zu benennen. Bei der Gattung muss man sowieso meist mikroskopieren.
Liebe Grüße
Noah
ich kann der Literatur übrigens nicht entnehmen, daß F. rufa ausnahmslos kleinere Sporen hat.
Danke, Björn! Bin aktuell unterwegs und habe daher die Literatur nicht zu Hand...
Liebe Grüße
Noah
Makroskopisch ist das aber eindeutig: F. leviderma hätte eine viel glattere Cortex (Oberfläche) als die F. septica-Varietäten.
Die Sporengröße kann auch manchmal durch Umwelteinflüsse während der Sporulation variieren.
Liebe Grüße
Noah
Für die RAW-Bild-Nachbearbeitung nutze ich Darktable (auf Ubuntu). Das ist open source und mindestens genauso mächtig wie Lightroom o. ä.
Liebe Grüße
Noah
diese Ecke kenne ich gut. Allerdings mehr südlich der B94 um das Moor herum.
Hallo Steffen,
und wie ist's da mykologisch?
Das Moor und die Umgebung ist botanisch jedenfalls toll!
Liebe Grüße
Noah
Fuligo septica var. rufa stimmt schon.
Liebe Grüße
Noah
Hallo Cognacmeister,
gegen F. leviderma spricht aber eindeutig die Cortex.
Einen "Wirt" haben Myxos übrigens gar nicht, sie ernähren sich phagozytisch von (fast nur) Mikroorganismen.
Liebe Grüße
Noah
Über 100 km weite Fahrten zu Pilzstellen
Hallo Hilmi,
am Freitag war ich im Pöllwitzer Wald – natürlich Myxos suchen – aber Pilze (und Stechmücken...) gab's da jetzt schon. Ich dachte, dort könnte es im Herbst ziemlich ertragreich werden – aber bin ja erst seit kurzem hier unterwegs.
Genau genommen war ich in dem Waldstück nördlich der B94.
Und falls die Pilze nicht wollen: Schleimpilze gab's en masse! ![]()
Liebe Grüße aus der Wiege des Vogtlands!
Noah
Kennst Du - oder Jemand aus dem Forum - diesbezüglich einen Ansprechpartner beim RLZ?
Hallo Johann,
am besten Frank Tomentella
Liebe Grüße
Noah
Hallo Christine,
exakt!
Das ist Arcyria obvelata, bzw. inzwischen Heterotrichia obvelata.
Liebe Grüße
Noah
Hallo Christine, stimmt genau!
Kleiner FunFact: Die Varietät porioides ist inzwischen als eigene Art (Ceratiomyxa porioides) anerkannt.
Liebe Grüße
Noah
Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer, besonders Bea!
Ich denke mal, das war diesen Monat wieder ein knappes Rennen – daher freut es mich natürlich sehr, auf dem Treppchen zu stehen.
Liebe Grüße
Noah
