Beiträge von Clavaria

    Hallo Stefan


    Ja es sieht leider so aus, dass die morphologische Bestimmung bei Melanoleuca sehr oft nicht möglich ist.

    Ich habe mir die letzten 2-3 Jahre eingebildet, das wäre schwierig, aber doch mit einer vertretbaren Fehlerquote möglich.

    Wenn das Sequenzierungs-Ergebnis kam, stellte sich heraus, dass ich fast immer daneben lag.

    Einige Ergebnisse konnte ich durch gezielte Nachuntersuchungen nachvollziehen, andere nicht.


    Ich habe die Papers von Antonin ziemlich gründlich durchgearbeitet.

    Dabei meinte ich morphologische "Unterschiede" entdeckt zu haben, aber war meistens auf dem Holzweg.

    Auch der publizierte Schlüssel zu sect. Urticocystis ist heikel und führt oft in die Irre. Diese Arten sind einfach schrecklich variabel.


    Ich fürchte es ist eine der Gattungen, wo die Morphologie einfach unzureichend ist.

    Oder ich habe einfach noch nicht genügend Übung in der Gattung :)


    Ein paar Beispiele (ohne Mikros):

    Melanoleuca acystidiata - ausnahmsweise korrekte bestimmt, eine der Arten ohne Zystiden.


    Melanoleuca fontenlae - bestimmt als Melanoleuca microcephala


    Melanoleuca fontenlae - bestimmt als Melanoleuca graminicola


    Melanoleuca friesii (oder evtl. bataillei), bestimmt als M. subpulverulenta, was nun als Synonym von friesii gilt.


    Melanoleuca grammopodia - Bestimmt als Melanoleuca paedida.

    Mit dem kurzen Stiel würde man an M. brevipes denken, leider können mehrere Melanoleuca-Arten auffallend kurze Stiele haben.


    Melanoleuca grammopodia - bestimmt als Melanoleuca rasilis.

    Ja, trotz des völllig anderen Erscheinungsbilds ist es die gleiche Art wie die zuvor.


    Melanoleuca luteolosperma, bestimmt als Melanoleuca humilis


    Melanoleuca communis - bestimmt als Melanoleuca melaleuca


    Melanoleuca monticola - bestimmt als Melanoleuca angelesiana


    Melanoleuca paedida - bestimmt als Melanoleuca robertiana


    Melanoleuca paedida - bestimmt als Melanoleuca fontenlae


    Melanoleuca paedida - bestimmt als Melanoleuca favrei


    Melanoleuca paedida - korrekt bestimmt, juhui!


    Melanoleuca stridula - bestimmt als Melanoleuca brachyspora


    Melanoleuca stridula - bestimmt als Melanoleuca brachyspora


    Vielleicht gelingt es über die Jahre, durch sehr viele sequenzierte Kollektionen mehr Klarheit rein zu bringen.

    Im Moment bleibt es ein Minenfeld.


    Gruss Raphael

    Hallo Stefan,


    Melanoleuca melaleuca hat laut Funga nordica weder Cheilo- noch Pleurozystiden. Zystiden taugen also nicht als Merkmal.


    Björn

    Hallo zusammen


    Nur nebenbei: Die Interpretation von M. melaleuca ist strittig.

    Nach den neueren Papers von Antonin et al. ist melaleuca eine Art mit Zystiden.

    Ich würde mich für Melanoleuca nicht mehr an der FN orientieren, weil es neue Erkenntnisse mit erheblichen Änderungen gibt.


    Wie auch immer, das ändert nichts daran, dass es es einige Melanoleuca-Arten ohne Zystiden gibt.

    Oder auch solche mit spärlichen, sehr unauffälligen Zystiden. Einige Arten können Zystiden haben oder auch nicht.

    Aber die Existenz dieser Zystiden in Kombination mit den warzigen Sporen und dem makroskopischen Erscheinungsbild sprechen eindeutig für Melanoleuca.


    Gruss Raphael

    Hallo Beli


    Ich denke so ziemlich jeder Organismus kann albinotische Formen bilden.

    Das ist nichts, was man für jede Art einzeln entdecken und beschreiben muss.

    Aber natürlich macht ein solch seltener Fund Freude, und sollte auf jeden Fall hier gezeigt werden!


    Bei den Arten, wo es eine var. alba gibt, war einfach irgendwer mal der Meinung, man müsse die benennen.

    Das ist aber aus heutiger Sicht unnötig, weil es wie gesagt bei jeder Art vorkommen kann.

    Ich hatte vorletztes Jahr einen albinotischen Risspilz, welche Art es war weiss ich nicht.

    Das war für mich kein Grund, den zu sequenzieren und dann als var. alba zu beschreiben.

    Im Gegenteil, das war eine abnorme Kollektion, die ich einfach als Kuriosität mit einer kurzen Doku abgelegt habe.

    Albinotische Formen sind einfach Pigmentstörungen, die bei jedem Organismus vorkommen können.


    Bei Menschen gibt es das auch, das ist schon seit Jahrtausenden bekannt, es gibt aber keinen Homo sapiens var. albus.

    Ebenso liest man immermal von weissen Rehen oder anderen Tieren. Das ist kein Grund, gleich taxonomisch aktiv zu werden.

    Im Gegenteil, in der Zoologie sind "Varietäten" aufgrund einer Pigmentstörung bei Einzelexemplaren gar nicht mehr zulässig.

    In der Botanik und Mykologie ist das zwar noch erlaubt, aber wird kaum mehr taxonomisch berücksichtigt.

    So ziemlich jede farbige Blume kann es ausnahmsweise auch mal in Weiss geben.

    In modernen Werken werden solche "var alba" meist als Synonyme aufgeführt (albinotische Formen ohne taxonomische Relevanz).

    Genetisch sind Pigmentstörungen offenbar auch nicht unterscheidbar.


    Gruss Raphael

    Hallo Thorben


    Die Infos reichen so noch nicht, um eine morphologische Bestimmung zu versuchen.

    Mit Melanoleuca würde ich mitgehen, aber es braucht ein paar mehr Angaben:

    - Schnittbild bis in die Stielbasis

    - Geruch

    - Stielbasis gerade, verdickt, knollig?

    - Pleurozystiden vorhanden?

    - Mehr Bilder von den Cheilozystiden

    - Mehr Bilder vom Stielapex, vor allem musst du nach Stielbasidien suchen


    Aufgrund dessen was ich so sehe kommen noch mindestens fünf Arten in Frage.

    Wirklich sicher bestimmen kann man in der Gattung ohnehin kaum ohne Sequenzierung.


    Gruss Raphael

    ... Nachtrag: Ich habe mir die Blast-Ergebnisse nochmal genauer angeschaut.


    Meine Kollektion stimmt zu 100% mit dem Material von Consiglio & Marchetti 2023 unter dem Namen Panaeolus retirugis überein.

    P. papilionaceus und P. retirugis wurden oft synonymisiert, lassen sich aber offenbar genetisch trennen.

    Die morphologischen Unterschiede sind minimal. Der Hut von P. retirugis ist kräftiger gefärbt und scheint in der Tendenz deutlich breiter als hoch zu sein.

    Und die Zystiden sind häufiger kopfig. Das passt alles gut zu meiner Kollektion.


    Was Ludwig als var. capitatocystis beschrieben hat, ist bisher nicht geklärt. Die Vermutung liegt aber nahe, dass das auch P. retirugis ist.

    Diese Vermutung äussern auch Hausknecht & Krisai in der ÖZP 2009: 97.


    Gruss Raphael

    Hallo beli


    Also zunächst zu der Kollektion von iNaturalist.

    Hier sage ich mal "kann sein". Makroskopisch ist diese Kollektion sicher recht ähnlich zu dem, was zum Beispiel Durand et al. 2016 zeigen.

    Schau mal: https://www.smbrc-chambery.fr/…gie/20161119MycoYenne.pdf

    In dem Paper sieht man auch, dass die Art oft fehlbestimmt wird.

    Dort sind zwei Kollektionen erwähnt, die morphologisch als Clitocybe strigosa bzw. Omphalina/Clitocybe barbularum bestimmt wurden.

    Eher ungewöhnlich sind die zweisporigen Basidien der iNaturalist-Kollektion. Das kann zwar jede Art mal haben, aber rein zweisporig ist schon recht ungewöhnlich.

    Da die Kollektion nicht sequenziert wurde, muss man wenigstens ein Fragezeichen dran tun.


    Dann zu deiner Kollektion:

    Vergleich mal meine Fotos mit folgenden gesicherten Funden:

    Aus Frankreich: https://www.smbrc-chambery.fr/…gie/20161119MycoYenne.pdf

    Orignal-Beschreibung: https://www.researchgate.net/p…ma_for_the_Turkish_mycota

    Was vielleicht noch typisch sein könnte, ist die stark vertiefte Hutmitte. Das sieht man bei deiner Kollektion nur angedeutet.

    Aber alle gesicherten Kollektionen haben gemeinsam, dass der Stiel dunkler als die Lamellen ist, mehr oder weniger hutfarben.

    Bei deiner Kollektion ist er weiss, und der Hut ist nur eingedellt, nicht richtig trichterförmig.

    Deshalb vermute ich, dass du da etwas anderes gefunden hast.

    Wie so oft: Ohne frische/feuchte Exemplare und Mikro-Bilder lässt sich da nichts halbwegs sicheres sagen.

    Es gibt noch einige andere trichterlingsartige Pilze mit grauen Lamellen.

    Beispielsweise Clitocybe lituus - ein Name, der für jeden zweisporigen, grauen oder graubraunen Trichterling benutzt wird. Niemand weiss wirklich, was das eigentlich ist.


    Ich kam erst durch eine Sequenzierung darauf, dass meine Kollektion Tephroderma fuscopallens ist.

    Inzwischen habe ich etwa 50 trichterlingsartige, hygrophane Kollektionen sequenzieren lassen, und habe eigentlich nur ein vorläufiges Fazit:

    Diese Gruppe ist im Moment morphologisch nicht bestimmbar, und makroskopisch schon gar nicht.

    Nichts schein verlässlich zu sein. Es gibt Übergänge zu Tephrocybe, die noch nicht wirklich klar sind.

    Ich vermute, dass einige etablierte Clitocybe-Arten synonymisiert werden sollten, und es gleichzeitig noch etwa ein Dutzend namenslose Arten gibt, die dauernd irgendwie fehlbestimmt werden.

    Es braucht mindestens zwei neue Gattungen für Arten, die genetisch weit weg von "normalen" hygrophanen Trichterlingenwie metachroa oder amarescens sind.

    Einige Arten müssten auch umkombiniert werden zu der kürzlich beschriebenen Gattung Clitolyophyllum oder zu Tephroderma.


    Bis sich jemand diesem Gattungskomplex ernsthaft annimmt, bleibt das ein Minenfeld.

    Eine morphologische Bestimmung ist bis dahin eine Lotterie, und rein makroskopische Bestimmung völlige Raterei.


    Ach ja, zu deiner Frage: Der Stiel war bei meiner Kollektion hohl - das halte ich in der Gruppe aber nicht für ein verlässliches Merkmal.


    LG Raphael

    was auch befremdlich ist: Im Abschnitt über die Etymologie dieses Namens wird explizit gesagt, daß die Art dem offiziellen Namen Bangkoks gar nicht ähnelt (was auch nicht verwundert, wie soll ein Pilz einem Stadtnamen ähneln können)

    naja darum das -nonopsis am Schluss, damit wird im Namen explizit gesagt, dass dieser unechte Pilz keine Ähnlichkeit mit Bangkok hat.

    Ok, darf trifft auch andere Organismen zu.

    Hallo zusammen


    Heute wurde eine neue Pilzart publiziert:


    Bremia krungthepmahanakhonamonrattanakosinmahintharayuthayamahadilokphopnoppharatratchathaniburiromudomratchaniwetmahasathanamonpimanawatansathitsakkathattiyawitsanukamprasitnonopsis


    Ich dachte erst, das sei ein Fehler. Aber nein, das ist wohl Absicht!


    Als Etymologie wird folgendes angegeben:

    Named after the official full name of Bangkok which the species does not look alike.


    Und wenn man dann die KI fragt, wie der offizielle volle Name von Bangkok ist, dann kommt das:


    Bangkok's official full ceremonial name is incredibly long, starting with Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit, which is the world's longest place name, essentially meaning "City of Angels, Great City of Immortals, and many other grand descriptions".


    Zum Glück keine der Gattungen, mit denen ich mich näher befasse. Allen, die es betrifft, wünsche ich viel Spass beim Lernen dieses Namens.


    Gruss Raphael

    Hallo Björn


    Ich habe da hin und her geschwankt, fand aber dass es mit diesen Massen etwas zu klein für P. erici wäre (es gab wirklich nichts, was länger als 26 µm war).

    Ausschliessen kann ich es aber auch nicht. Habe ihn schon für eine Sequenzierung vorgemerkt, schon nur weil die Art hier selten gemeldet wird.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Der Spätherbst war hier pilztechnisch eher dürftig, und ich hatte beruflich viel zu wenig Zeit. Aber ein paar spannende Sachen gab es doch noch.


    Zunächst einige Sachen aus meinem "Hauswald" bei Pinus auf Kalk:


    1:

    Cortinarius caesiocanescens




    2:

    Ein Rötling auf einer Waldwiese, vermutlich ist es Entoloma clandestinum.


    Sporen heterodiametrisch mit abgerundeten Ecken. Schnallen vorhanden, keine Cheilozystiden.


    HDS inkrustiert, eine Kutis mit Übergang zu einem Trichoderm.


    Kaulozystiden sehr zahlreich, kopfig



    3:

    Dieser kitische rosa Rötling muss noch sequenziert werden. Es könnte Entoloma ritae sein.


    Vollständige Doku hier: hier



    Eine Woche später, im gleichen Habitat:


    4:

    Entoloma atrocoeruleum


    Sporen heterodiametrisch mit deutlichen Ecken


    HDS trichodermal mit granulärem Pigment



    5:

    Mal wieder eine Rhodocybe aus dem caelata-Aggregat. Die Gruppe wartet auf eine gründliche Überarbeitung, Bestimmungsversuche sind eher ein Glücksspiel.


    Die Sporen sind nur angedeutet knotig


    Pseudozystiden in KOH


    Die Zystiden sind sehr stark dextrinoid, fast schwarz in Melzer.


    Stiel mit zahlreichen Haaren.



    6:

    Das hier hielt ich am Standort für Mycena pseudopicta, die Art ist recht verbreitet in der Gegend.
    Die hat aber zweisporige Basidien, hier waren sie fast alle viersporig. Ich komme kaum an Mycena concolor vorbei, nur das Habitat passt nicht.


    Sporen meist wenig hilfreich bei Mycena


    Cheilozystiden mit fingerförmigen Auswüchsen


    HDS und Stielhyphen mit Auswüchsen.



    Dann noch ein paar Sachen aus einem grösseren Kiefernwald am Sonnenhang, wo man nur nach viel Regen etwas findet.


    7:

    Entoloma leptopus


    Sporen eher klein und abgerundet


    Schneide steril, voll mti zylindrischen Cheilozystiden

    HDS stellenweise inkrustiert, eine Kutis mit Übergang zu einem Trichoderm.



    8:

    Ein problematischer Trichterling, wichtig scheint der punktierte Stiel zu sein. Ich halte es für Spodocybe font-queri.


    Die Sporen sind schlank und mehr oder weniger zylindrisch.


    HDS zumindest in der Mitte fast trichodermal.



    Zum Abschluss noch was vom Dung.

    9:

    Poronia punctata gab es in Unmengen auf Pferdedung.


    Sporen etwa 22-25 x 13-15 µm.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Mal schauen, was die Sequenzierung dazu sagt:


    1: unklar, aber nicht Entoloma caesiocinctum

    2: Entoloma montanum bestätigt

    4: Eindeutig Tricholoma hemisulphureum

    5: Entoloma griseocyaneum/scabripelle

    6: Cortinarius albocyaneus

    8: Cortinarius inops

    9: Cortinarius decipiens

    10: Helvella corium

    11: Infundibulicybe lateritia

    12: Arrhenia favrei

    13: noch unklar

    14: Vermutlich Mallocybe hebelomoides, aber noch in Abklärung

    15: Inocybe fuscescentipes


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Hier noch ein spannender Fund, von einer Art die kaum jemand kennt: Tephroderma fuscopallens Musumeci & Contu 2014


    Leider war es schon dämmrig, entsprechend ist das Foto eher mies.



    Auffallend sind diese graue Lamellen, ansonsten sieht er eher wie ein beliebiger Trichterling aus.



    Sporen mit auffallendem, kräftigem Apikulus, etwa 6.5-7.5 x 4.5-5 µm


    HDS intrazellulär stellenweise inkrustiert pigmentiert.


    Habitat: Bruchwald bei Pinus, Alnus, Betula im Spätherbst.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    noch ein paar Sequenzierungen:


    1: Alnicola pallidifolia

    2: Kein Treffer, aber in der Sektion Submelinoideae (schwierig, da gibt es nur drei Arten, die es alle nicht sind...)

    3: Kein Treffer (nicht C. alnetorum), es bleibt vorläufig bei Cortinarius spec.

    4: Cortinarius raphanoides

    5: Cortinarius decipiens

    6: Cortinarius comatus

    7: Arrhenia latispora

    8 und 9: Identische Art, Cystoderma amianthinum agg. Dort gibt es mindestens eine namenlose Art.

    11: Unklar, kein Treffer

    12: Entoloma pratulense

    13: Galerina subclavata


    Naja, immerhin lag ich ein paar Mal richtig.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Hier noch ein paar Sequenzier-Ergebnisse:


    Nr. 1 ist eine namenlose Arrhenia-Art - nein, genauer gesagt, es gibt keinen passenden Treffer, die Gattung ist genetisches Brachland.

    Nr. 6 ist eindeutig Inocybe soluta.

    Nr. 7 ist Inocybe polytrichi-norvegici.

    Nr. 9 ist Inocybe subcarpta.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Der weisse Ritterling hat nun auch einen Namen, dank Sequenzierung. Es ist eine weisse Form von Tricholoma terreum.

    Der Geruch passt halt nicht so richtig dazu, naja... vielleicht habe ich mich damals auch in der Wahrnehmung geirrt.


    Nr. 2 ist übrigens nicht Entoloma bipelle, sondern das alpin allgegenwärte Entoloma sericeoalpinum.

    Mit der seitdem erschienenen Literatur ist das auch morphologisch klar.


    Gruss Raphael

    Hallo Oliver


    Hm das ist sauschwer. Vielleicht verrenne ich mich gerade völlig, und irgendwer schlägt gleich eine völlig banale Art vor, die viel besser passt.

    Aber egal.


    Ich habe in deinem Foto drei Sporen markiert, die leicht eckig wirken. Mit etwas Geduld findest du noch mehr davon.


    Nehmen wir einfach mal an, es sei eine Rhodocybe.

    In den Lamellen gibt es keine dextrinoiden Elemente, das schliesst schon mal viele Arten aus.


    Mit den Hutfarben gibt es dann gar nicht mehr viele Optionen, am ehesten Rhodocybe asanii:

    https://www.researchgate.net/publication/387740007_Rhodocybe_asanii_Entolomataceae_Agaricales_Turkiye_icin_yeni_bir_lokalite_kaydi


    Ob das stimmt... keine Ahnung, ich hatte die noch nie live und es gibt eigentlich nur die Bilder aus der Erstbeschreibung.

    Wobei Wolfgang P. mal behauptet hat, die Art schon gesehen zu haben.

    Viele Rhodocybe-Arten (s.str.) sind meiner Erfahrung nach makroskopisch sehr variabel.

    Auch hier wieder... sequenzieren täte gut.


    LG Raphael

    Hallo Oliver


    Naja mit hellbraunem Sporenpulver kann es eigentlich keine Lepista sein, da wäre es mehr cremerosa.

    Das Sporenornament sollte weniger auffällig sein, deine Sporen wirken auf mich mehr höckerig als nur feinwarzig-punktiert wie bei Lepista.

    Hinzu kommt diese doch recht stark faserige Hutoberfläche, was für Lepista nuda oder sordida untypisch wäre.


    Drum meine Frage nach dextrinoiden Pseudozystiden.

    Das wäre zusammen mit braunrosa Sporenpulver (den Rosa-Anteil erkennt man oft schlecht) ein gutes Merkmal für Rhodocybe.


    Du schreibst "ein wenig dextrinoid" - sah das etwa so aus?



    Vielleicht liege ich auch völlig falsch, ist nur eine Idee.


    Gruss Raphael

    Hallo Oliver


    Deine Psathyrella ist interessant... das passt in der Tat sehr gut zu der Kollektion in meinem Profilbild, hier komplett:



    Auch mikroskopisch stimmt es mit meiner Kollektion überein.

    Aber was wirklich Psathyrella gordonii ist, weiss wohl niemand.

    Die sieben ITS-Sequenzen in der Genbank gehören zu mindestens drei verschiedenen Arten.

    Naja sei's drum, es spricht nichts dagegen diesen Namen dran zu schreiben.

    Mehr findet man nur per Sequenzierung raus.


    Nr. 7 ist komisch für eine Lepista. Hast du mal ein Stück Lamelle in Melzer mikroskopiert?


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ein Update zu Nr. 13. Mir fiel schon damals auf, dass die Sporen für Lulesia fallax etwas zu klein sind, fand aber das sei noch gerade so im Toleranzbereich.

    Ich habe die Kollektion dann sequenzieren lassen, eigentlich nur weil die Art so selten gemeldet wird.

    Dabei kam heraus, dass sie genetisch ziemlich weit weg von Lulesia fallax ist.


    Inzwischen hat der Pilz einen Namen bekommen, Lulesia parvifallax:

    Two new species in the Lulesia fallax complex (Entolomataceae, Agaricales) from Europe (Fennoscandia and Switzerland), Lulesia neofallax comb. nov., and new records of recently described or poorly known species of Lulesia - Mycological Progress
    Lulesia fallacioides (from Finland) and L. parvifallax (from Switzerland) are described as new species, based on both a morphological and molecular approach,…
    link.springer.com


    Gruss Raphael