Hallo beli
Ah, vergessen: Ich habe einen schönen Sporenabdruck bekommen, der war reinweiss.
Gruss Raphael
Hallo beli
Ah, vergessen: Ich habe einen schönen Sporenabdruck bekommen, der war reinweiss.
Gruss Raphael
... Nachtrag: Ich habe mir die Blast-Ergebnisse nochmal genauer angeschaut.
Meine Kollektion stimmt zu 100% mit dem Material von Consiglio & Marchetti 2023 unter dem Namen Panaeolus retirugis überein.
P. papilionaceus und P. retirugis wurden oft synonymisiert, lassen sich aber offenbar genetisch trennen.
Die morphologischen Unterschiede sind minimal. Der Hut von P. retirugis ist kräftiger gefärbt und scheint in der Tendenz deutlich breiter als hoch zu sein.
Und die Zystiden sind häufiger kopfig. Das passt alles gut zu meiner Kollektion.
Was Ludwig als var. capitatocystis beschrieben hat, ist bisher nicht geklärt. Die Vermutung liegt aber nahe, dass das auch P. retirugis ist.
Diese Vermutung äussern auch Hausknecht & Krisai in der ÖZP 2009: 97.
Gruss Raphael
Hallo beli
Also zunächst zu der Kollektion von iNaturalist.
Hier sage ich mal "kann sein". Makroskopisch ist diese Kollektion sicher recht ähnlich zu dem, was zum Beispiel Durand et al. 2016 zeigen.
Schau mal: https://www.smbrc-chambery.fr/…gie/20161119MycoYenne.pdf
In dem Paper sieht man auch, dass die Art oft fehlbestimmt wird.
Dort sind zwei Kollektionen erwähnt, die morphologisch als Clitocybe strigosa bzw. Omphalina/Clitocybe barbularum bestimmt wurden.
Eher ungewöhnlich sind die zweisporigen Basidien der iNaturalist-Kollektion. Das kann zwar jede Art mal haben, aber rein zweisporig ist schon recht ungewöhnlich.
Da die Kollektion nicht sequenziert wurde, muss man wenigstens ein Fragezeichen dran tun.
Dann zu deiner Kollektion:
Vergleich mal meine Fotos mit folgenden gesicherten Funden:
Aus Frankreich: https://www.smbrc-chambery.fr/…gie/20161119MycoYenne.pdf
Orignal-Beschreibung: https://www.researchgate.net/p…ma_for_the_Turkish_mycota
Was vielleicht noch typisch sein könnte, ist die stark vertiefte Hutmitte. Das sieht man bei deiner Kollektion nur angedeutet.
Aber alle gesicherten Kollektionen haben gemeinsam, dass der Stiel dunkler als die Lamellen ist, mehr oder weniger hutfarben.
Bei deiner Kollektion ist er weiss, und der Hut ist nur eingedellt, nicht richtig trichterförmig.
Deshalb vermute ich, dass du da etwas anderes gefunden hast.
Wie so oft: Ohne frische/feuchte Exemplare und Mikro-Bilder lässt sich da nichts halbwegs sicheres sagen.
Es gibt noch einige andere trichterlingsartige Pilze mit grauen Lamellen.
Beispielsweise Clitocybe lituus - ein Name, der für jeden zweisporigen, grauen oder graubraunen Trichterling benutzt wird. Niemand weiss wirklich, was das eigentlich ist.
Ich kam erst durch eine Sequenzierung darauf, dass meine Kollektion Tephroderma fuscopallens ist.
Inzwischen habe ich etwa 50 trichterlingsartige, hygrophane Kollektionen sequenzieren lassen, und habe eigentlich nur ein vorläufiges Fazit:
Diese Gruppe ist im Moment morphologisch nicht bestimmbar, und makroskopisch schon gar nicht.
Nichts schein verlässlich zu sein. Es gibt Übergänge zu Tephrocybe, die noch nicht wirklich klar sind.
Ich vermute, dass einige etablierte Clitocybe-Arten synonymisiert werden sollten, und es gleichzeitig noch etwa ein Dutzend namenslose Arten gibt, die dauernd irgendwie fehlbestimmt werden.
Es braucht mindestens zwei neue Gattungen für Arten, die genetisch weit weg von "normalen" hygrophanen Trichterlingenwie metachroa oder amarescens sind.
Einige Arten müssten auch umkombiniert werden zu der kürzlich beschriebenen Gattung Clitolyophyllum oder zu Tephroderma.
Bis sich jemand diesem Gattungskomplex ernsthaft annimmt, bleibt das ein Minenfeld.
Eine morphologische Bestimmung ist bis dahin eine Lotterie, und rein makroskopische Bestimmung völlige Raterei.
Ach ja, zu deiner Frage: Der Stiel war bei meiner Kollektion hohl - das halte ich in der Gruppe aber nicht für ein verlässliches Merkmal.
LG Raphael
Südliche Schweiz, Kanton Wallis, Pfynwald
was auch befremdlich ist: Im Abschnitt über die Etymologie dieses Namens wird explizit gesagt, daß die Art dem offiziellen Namen Bangkoks gar nicht ähnelt (was auch nicht verwundert, wie soll ein Pilz einem Stadtnamen ähneln können)
naja darum das -nonopsis am Schluss, damit wird im Namen explizit gesagt, dass dieser unechte Pilz keine Ähnlichkeit mit Bangkok hat.
Ok, darf trifft auch andere Organismen zu.
Hallo zusammen
Heute wurde eine neue Pilzart publiziert:
Bremia krungthepmahanakhonamonrattanakosinmahintharayuthayamahadilokphopnoppharatratchathaniburiromudomratchaniwetmahasathanamonpimanawatansathitsakkathattiyawitsanukamprasitnonopsis
Ich dachte erst, das sei ein Fehler. Aber nein, das ist wohl Absicht!
Als Etymologie wird folgendes angegeben:
Named after the official full name of Bangkok which the species does not look alike.
Und wenn man dann die KI fragt, wie der offizielle volle Name von Bangkok ist, dann kommt das:
Bangkok's official full ceremonial name is incredibly long, starting with Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit, which is the world's longest place name, essentially meaning "City of Angels, Great City of Immortals, and many other grand descriptions".
Zum Glück keine der Gattungen, mit denen ich mich näher befasse. Allen, die es betrifft, wünsche ich viel Spass beim Lernen dieses Namens.
Gruss Raphael
Hallo Björn
Ich habe da hin und her geschwankt, fand aber dass es mit diesen Massen etwas zu klein für P. erici wäre (es gab wirklich nichts, was länger als 26 µm war).
Ausschliessen kann ich es aber auch nicht. Habe ihn schon für eine Sequenzierung vorgemerkt, schon nur weil die Art hier selten gemeldet wird.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Der Spätherbst war hier pilztechnisch eher dürftig, und ich hatte beruflich viel zu wenig Zeit. Aber ein paar spannende Sachen gab es doch noch.
Zunächst einige Sachen aus meinem "Hauswald" bei Pinus auf Kalk:
1:
Cortinarius caesiocanescens
2:
Ein Rötling auf einer Waldwiese, vermutlich ist es Entoloma clandestinum.
Sporen heterodiametrisch mit abgerundeten Ecken. Schnallen vorhanden, keine Cheilozystiden.
HDS inkrustiert, eine Kutis mit Übergang zu einem Trichoderm.
Kaulozystiden sehr zahlreich, kopfig
3:
Dieser kitische rosa Rötling muss noch sequenziert werden. Es könnte Entoloma ritae sein.
Vollständige Doku hier: hier
Eine Woche später, im gleichen Habitat:
4:
Entoloma atrocoeruleum
Sporen heterodiametrisch mit deutlichen Ecken
HDS trichodermal mit granulärem Pigment
5:
Mal wieder eine Rhodocybe aus dem caelata-Aggregat. Die Gruppe wartet auf eine gründliche Überarbeitung, Bestimmungsversuche sind eher ein Glücksspiel.
Die Sporen sind nur angedeutet knotig
Pseudozystiden in KOH
Die Zystiden sind sehr stark dextrinoid, fast schwarz in Melzer.
Stiel mit zahlreichen Haaren.
6:
Das hier hielt ich am Standort für Mycena pseudopicta, die Art ist recht verbreitet in der Gegend.
Die hat aber zweisporige Basidien, hier waren sie fast alle viersporig. Ich komme kaum an Mycena concolor vorbei, nur das Habitat passt nicht.
Sporen meist wenig hilfreich bei Mycena
Cheilozystiden mit fingerförmigen Auswüchsen
HDS und Stielhyphen mit Auswüchsen.
Dann noch ein paar Sachen aus einem grösseren Kiefernwald am Sonnenhang, wo man nur nach viel Regen etwas findet.
7:
Entoloma leptopus
Sporen eher klein und abgerundet
Schneide steril, voll mti zylindrischen Cheilozystiden
HDS stellenweise inkrustiert, eine Kutis mit Übergang zu einem Trichoderm.
8:
Ein problematischer Trichterling, wichtig scheint der punktierte Stiel zu sein. Ich halte es für Spodocybe font-queri.
Die Sporen sind schlank und mehr oder weniger zylindrisch.
HDS zumindest in der Mitte fast trichodermal.
Zum Abschluss noch was vom Dung.
9:
Poronia punctata gab es in Unmengen auf Pferdedung.
Sporen etwa 22-25 x 13-15 µm.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Mal schauen, was die Sequenzierung dazu sagt:
1: unklar, aber nicht Entoloma caesiocinctum
2: Entoloma montanum bestätigt
4: Eindeutig Tricholoma hemisulphureum
5: Entoloma griseocyaneum/scabripelle
6: Cortinarius albocyaneus
8: Cortinarius inops
9: Cortinarius decipiens
10: Helvella corium
11: Infundibulicybe lateritia
12: Arrhenia favrei
13: noch unklar
14: Vermutlich Mallocybe hebelomoides, aber noch in Abklärung
15: Inocybe fuscescentipes
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Hier konnte ich Alnicola longicystis genetisch bestätigen ![]()
Nr. 5 ist offenbar eine sehr untypische Kollektion von Entoloma coracis.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Hier noch ein spannender Fund, von einer Art die kaum jemand kennt: Tephroderma fuscopallens Musumeci & Contu 2014
Leider war es schon dämmrig, entsprechend ist das Foto eher mies.
Auffallend sind diese graue Lamellen, ansonsten sieht er eher wie ein beliebiger Trichterling aus.
Sporen mit auffallendem, kräftigem Apikulus, etwa 6.5-7.5 x 4.5-5 µm
HDS intrazellulär stellenweise inkrustiert pigmentiert.
Habitat: Bruchwald bei Pinus, Alnus, Betula im Spätherbst.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
noch ein paar Sequenzierungen:
1: Alnicola pallidifolia
2: Kein Treffer, aber in der Sektion Submelinoideae (schwierig, da gibt es nur drei Arten, die es alle nicht sind...)
3: Kein Treffer (nicht C. alnetorum), es bleibt vorläufig bei Cortinarius spec.
4: Cortinarius raphanoides
5: Cortinarius decipiens
6: Cortinarius comatus
7: Arrhenia latispora
8 und 9: Identische Art, Cystoderma amianthinum agg. Dort gibt es mindestens eine namenlose Art.
11: Unklar, kein Treffer
12: Entoloma pratulense
13: Galerina subclavata
Naja, immerhin lag ich ein paar Mal richtig.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Hier noch ein paar Sequenzier-Ergebnisse:
Nr. 1 ist eine namenlose Arrhenia-Art - nein, genauer gesagt, es gibt keinen passenden Treffer, die Gattung ist genetisches Brachland.
Nr. 6 ist eindeutig Inocybe soluta.
Nr. 7 ist Inocybe polytrichi-norvegici.
Nr. 9 ist Inocybe subcarpta.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Wir lagen richtig! Die Sequenz stimmt zu 100% mit dem Typus von Cortinarius dovrensis überein.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
hm, irgendwas passt da nicht zusammen.
Mir fällt gerade kein Lamellenpilz ein, der echte Pleurozystiden hat, aber keine Cheilozystiden.
Da würde ich nochmal ein paar Präparate machen.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Der weisse Ritterling hat nun auch einen Namen, dank Sequenzierung. Es ist eine weisse Form von Tricholoma terreum.
Der Geruch passt halt nicht so richtig dazu, naja... vielleicht habe ich mich damals auch in der Wahrnehmung geirrt.
Nr. 2 ist übrigens nicht Entoloma bipelle, sondern das alpin allgegenwärte Entoloma sericeoalpinum.
Mit der seitdem erschienenen Literatur ist das auch morphologisch klar.
Gruss Raphael
Hallo Oliver
Hm das ist sauschwer. Vielleicht verrenne ich mich gerade völlig, und irgendwer schlägt gleich eine völlig banale Art vor, die viel besser passt.
Aber egal.
Ich habe in deinem Foto drei Sporen markiert, die leicht eckig wirken. Mit etwas Geduld findest du noch mehr davon.
Nehmen wir einfach mal an, es sei eine Rhodocybe.
In den Lamellen gibt es keine dextrinoiden Elemente, das schliesst schon mal viele Arten aus.
Mit den Hutfarben gibt es dann gar nicht mehr viele Optionen, am ehesten Rhodocybe asanii:
Ob das stimmt... keine Ahnung, ich hatte die noch nie live und es gibt eigentlich nur die Bilder aus der Erstbeschreibung.
Wobei Wolfgang P. mal behauptet hat, die Art schon gesehen zu haben.
Viele Rhodocybe-Arten (s.str.) sind meiner Erfahrung nach makroskopisch sehr variabel.
Auch hier wieder... sequenzieren täte gut.
LG Raphael
Hallo Oliver
Naja mit hellbraunem Sporenpulver kann es eigentlich keine Lepista sein, da wäre es mehr cremerosa.
Das Sporenornament sollte weniger auffällig sein, deine Sporen wirken auf mich mehr höckerig als nur feinwarzig-punktiert wie bei Lepista.
Hinzu kommt diese doch recht stark faserige Hutoberfläche, was für Lepista nuda oder sordida untypisch wäre.
Drum meine Frage nach dextrinoiden Pseudozystiden.
Das wäre zusammen mit braunrosa Sporenpulver (den Rosa-Anteil erkennt man oft schlecht) ein gutes Merkmal für Rhodocybe.
Du schreibst "ein wenig dextrinoid" - sah das etwa so aus?
Vielleicht liege ich auch völlig falsch, ist nur eine Idee.
Gruss Raphael
Hallo Oliver
Deine Psathyrella ist interessant... das passt in der Tat sehr gut zu der Kollektion in meinem Profilbild, hier komplett:
Auch mikroskopisch stimmt es mit meiner Kollektion überein.
Aber was wirklich Psathyrella gordonii ist, weiss wohl niemand.
Die sieben ITS-Sequenzen in der Genbank gehören zu mindestens drei verschiedenen Arten.
Naja sei's drum, es spricht nichts dagegen diesen Namen dran zu schreiben.
Mehr findet man nur per Sequenzierung raus.
Nr. 7 ist komisch für eine Lepista. Hast du mal ein Stück Lamelle in Melzer mikroskopiert?
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Ein Update zu Nr. 13. Mir fiel schon damals auf, dass die Sporen für Lulesia fallax etwas zu klein sind, fand aber das sei noch gerade so im Toleranzbereich.
Ich habe die Kollektion dann sequenzieren lassen, eigentlich nur weil die Art so selten gemeldet wird.
Dabei kam heraus, dass sie genetisch ziemlich weit weg von Lulesia fallax ist.
Inzwischen hat der Pilz einen Namen bekommen, Lulesia parvifallax:
Gruss Raphael
Hallo Vitus
Vermutlich sind die nicht dextrinoiden Sporen unreif, das gab es bei meiner Kollektion auch.
Am besten testet man das immer im Sporenabwurf, einfach einen Tropfen Melzer drauf.
Zur Gattung: naja es ist halt ein recht alter Einzelfruchtkörper, da gerät man schnell ins Zweifeln.
Aber jetzt, wo du die dextrinoiden Sporen nachgewiesen hast, habe ich keine Einwände mehr.
Zur Artbestimmung sage ich aber lieber nichts, dazu ist der Fruchtkörper zu alt.
Gruss Raphael
Hallo,
ich habe nur eine Doku von H. rufa, die hatte schön dextrinoide Sporen:
Aber bist du mit diesem einzelnen, recht alten Fruchtkörper ganz sicher, dass du in der richtigen Gattung bist?
Ein Blick auf die HDS könnte noch helfen, um das abzusichern.
Das sollte keine Kutis sein, sondern einen klaren Übergang zu einem Trichoderm zeigen.
Meines Wissens habe alle anderen hier verbreiteten Arten auch dextrinoide Sporen.
Es gäbe noch Hygrophopsis ochraceolutea aus Sardinien mit nicht dextrinoiden Sporen.
Aber ob es die in Deutschland gibt?
Contu & Bon 1991: Champignons de Sardaigne (trois nouvelles espèces). Documents Mycologiques 21 (81): 41-45:
DESCRIPTION - Fig. A -
Chapeau 2-6,7 cm, charnu, irrégulièrement aplati, non mamelonné, à marge constam-
ment enroulée, non striée; cuticule non hygrophane, peu séparable, tomenteuse-feutrée,
sèche, de jaune d'or à jaune ochracé non uniforme.
TARES minces, serrées, anastomosées, fourchues, longuement décurrentes, de jaune à
jaune d'oeuf ou jaune orangé pâle, à arête concolore.
Stipe 1,5-6,5 x 0,3-0,5 cm, fusiforme-radicant, confluent, concolore au chapeau mais
ocre brunâtre vers la base.; mycélium grisâtre.
Chair ferme, un peu élastique, jaune orangé pâle; odeur et saveur agréables, frui-
tées. Sporée blanchâtre.
Spores (5)5,2-6(6,3) x (3)3,5-4(4,2) um, pâles ou hyalines s.l., cyanophiles, mais
non dextrinoides, ellipsoïdes ou subovoides, assez souvent étirées vers le sommet, à
paroi épaisse avec apicule très visible. Basides 20-25 x 5-7 11m, tétraspores.
Cystides et cellules d'arête absentes. Trame parallèle ou à tendance bilatérale.
Revêtement piléique composé d'hyphes cylindracées ou clavées x 5-7(10) pm, +/- mêlées,
à pigment surtout vacuolaire ou mixte et membranaire lisse +/- douteux. Boucles présen-
tes. Quelques laticifères vers l'hypoderme qui est +/- articulé ou mal différencié.
Habitat: grégaire dans les lieux humides, sous peupliers. Rare ou seulement calo&
Sardaigne.
Récoltes étudiées: Sardaigne centrale ou méridionale, province Cagliari, San Spera-
te, dans un lieu humide, sous peupliers (Populus sp.?), 2-11-1989, leg. Caret); M. Con-
tu n° 89/443(Typus CAG), M. Bon n° 89297 (Paratypus).
Gruss Raphael
Hallo Björn
Du hast völlig recht... ich habe mich bewusst mit der Kritik zurückgehalten, bin ja auch kein Akademiker.
Ich finde es auch problematisch, wenn solche Umkombinierungen in einem Paper gemacht werden, das eigentlich ein völlig anderes Thema hat.
Es hätte hier völlig ausgereicht darauf hinzuweisen, dass die Helmlinge polyphyletisch sind, und dass dies auch anhand der neu erhobenen Daten belegt werden konnte.
Die bisher völlig unbekannten Arten kann man natürlich trotzdem beschreiben, da spricht nicht viel dagegen.
So haben die Autoren ihre Namen trotzdem hinter eine neue Pilzart geschrieben.
Aber die Umkombinierung und das Splitten einer etablierten Gattung gehört in eine spezialisierte Veröffentlichung, die das Thema breiter erforscht.
Vielleicht nicht gleich allumfassend, es gibt etliche hunderte Helmlinge, niemand kann das alles in einem Rutsch analysieren.
Aber doch immerhin etwas mehr als ein paar wenige Arten, die zufällig in eine Studie geraten sind.
Leider ist das Ganze trotzdem formell gültig.
Aber eben, zum Glück sind die Mycena-Namen jetzt nicht falsch, man darf sie auch weiterhin brauchen, bis es eine solidere Arbeit dazu gibt.
Ich werde es vermutlich genauso handhaben, genau wie bei diesem Schnellschuss bei Collybia/Lepista/Clitocybe.
Gruss Raphael
Hallo zusammen
Kürzlich ist ein längeres Paper von chinesischen Mykologen erschienen, das sich unter anderem mit Helmlingen beschäftigt:
https://www.mdpi.com/2309-608X/11/10/749
Es ist ja schon lange bekannt, dass die Gattung Mycena polyphyletisch ist, und einige Gattungen wurden bereits abgetrennt (Phloeomana, Atheniella)
Der Fokus des Papers ist nicht auf einer vollständigen Überarbeitung der Gattung, deshalb ist das nur ein Anfang von vermutlich sehr vielen neuen Namen.
Folgende neue Gattungen werden vorgeschlagen bzw. ältere Gattungen aus der Versenkung geholt:
Prunulus Gray 1821: für die Sektion Calodontes (Gruppe um Mycena pura).
Der Name wurde ja schon öfter für die Gruppe vorgeschlagen, und auch hier wieder bestätigt.
Prunulus purus, diosmus, pearsonianus, pelianthinus, lammiensis sollte man also als die aktuellen Namen ansehen.
Es gibt weitere Arten in der Sektion, die formell noch nicht umkombiniert wurden (z.B. Mycena rosea).
Pruinomycena K.L. Yang et al. 2025: Für Europa trifft das erstmal nur eine Art, Mycena acicula heisst nun Pruinomycena acicula.
Linopodium Earle 1909: Die Gattung ist auch keine Neuerfindung.
Vorläufig wird auch nur eine Art umkombiniert, aus Mycena filopus wird Linopodium filopes.
Ich nehme an, dass in absehbarer Zeit noch viele andere Helmlinge in diese Gattung wandern.
Basidopus Earle 1909 ist eine weitere alte Gattung, die "reaktiviert" wird.
Hier werden einige Helmlinge mit Basalscheibe untergebracht: Basidopus amictus, cyanorhizus, stylobates, tenerrimus
Es gibt weitere neue Gattungen ohne europäische Vertreter, auf die gehe ich jetzt nicht ein.
Gruss Raphael
