Alles gut, ich versteh's ja... aber weil ich gerade keine Pilze zu bestimmen habe, versuche ich mich etwas mit Gesellschaftskritik. Nehmt's mir nicht übel, oder löscht es.
Das ist eine Krankheit unserer Gesellschaft, hat eigentlich nichts mit den Pilzen zu tun.
An allem muss irgendwer schuld sein, und wird dann drakonisch mit Medienrummel bestraft.
Darum will niemand mehr die Verantwortung für was auch immer übernehmen, wenn es sich mit gleichgültig welchen Mitteln vermeiden lässt. Jedes noch so kleine Risiko wird sorgfältig getilgt.
Für dieses konkrete Risiko sehe ich die Wahrscheinlichkeit tief unter dem Promillebereich, weil ganz viele unwahrscheinliche Sachen gleichzeitig eintreffen müssen:
a) Hochgiftiger Pilz muss in der Kita wachsen
b) Kind muss unbeaufsichtigt sein
c) Kind muss den unüberwindbaren Drang verspüren, genau den giftigen Pilz zu essen, nicht den Bovist daneben
d) Kind muss genug vom Pilz essen, damit es schädlich ist
Wir bräuchten wirklich professionelle, hochbezahlte "Verantwortungsübernehmer". Wenn etwas passiert, stellen die sich hin und sagen "ich bin dafür verantwortlich".
Alles anzeigenHallo Frank,
Pilze gehören auch in einem Kindergarten zur normalen Natur. Bei giftigen Pflanzen und deren Früchten macht man da nicht so eine Panik. Die Kinder müssen lernen damit richtig umzugehen. Die Alternative sind Betonflächen und Kunstrasen, gesäumt von Kunstpflanzen oder die sichere Aufzucht der Kinder in überwachten Kinderrarien. Mit 3 Jahren können Kinder schon sehr viel verstehen und begreifen, auch wenn sie es selbst noch nicht so gut ausdrücken können.
Beste Grüße
Stefan
Früher oder später enden wir genau so wie Bibliothekar schreibt. Kinder werden in einzelnen, sterilen Zellen herangezogen. Denn auch wenn zwei Kinder miteinander spielen, könnten sie sich ja (ohne Absicht) nachhaltig verletzen und daran muss dann auch die Aufsicht schuld sein. Man kann sich doch nicht darauf verlassen, dass sich zwei vierjährige nicht gegenseitig weh tun. Da gehört die fahrlässige Aufsichtsperson also unbedingt in den Knast, braucht ein Berufsverbot und muss lebenslang Entschädigungen zahlen.
Autos, Fahrräder und Treppen verbieten wir, auch dort kann jemand schuld sein dass ein anderer sich weh tut. Fingerhut und Rittersporn in den Gärten gehören ausgerottet. Sonst ist ja der Gartenbesitzer schuld, weil ein Kind in seinen Garten geschlichen ist und die fahrlässig gepflanzte Blume gegessen hat.
Uiii, und dann kommt der erste Schulspaziergang in den Wald oder Stadtpark. Bisher hat niemand den Kindern was über Pilze und die Natur erzählt, die kennen nur Strassen und den sterilen Kita-Rasen. Geht da vorher die Putzkolonne die Wälder räumen und räuchert auch gleich alle Zecken aus?
So, Sarkasmus Ende, ich weiss dass ich hier etwas übertreibe. Ich habt meinen Segen, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt. Wollte nur anregen, dass ihr drüber nachdenkt ![]()
