Beiträge von Clavaria

    Hallo zusammen


    Für Lichenomphalia gibt es einen halbwegs aktuellen Schlüssel:

    https://www.researchgate.net/publication/314086195_Une_nouvelle_espece_mediterraneenne_de_Lichenomphalia_L_cinereispinula_Neville_Fouchier_nov

    Ob der hier gross weiterhilft, ist aber fraglich.


    Die Arten aus dem mediterranen Raum darf man übrigens nicht voreilig ausschliessen.

    L. meridionalis wurde erst 1999 aus Sardinien beschrieben, ist aber zumindest in der Schweiz recht häufig und wurde wohl früher anders genannt (vielleicht L. velutina).


    Gruss Raphael

    Hallo Steffen


    Ja, Inocybe lilacina wurde 1874 in Nordamerika beschrieben.

    Europäische lila Risspilze wurden dann viele Jahrzehnte auch so genannt.


    Genetisch sind die europäischen Kollektionen aber anders als das Material aus Nordamerika.

    Korrekterweise müsste man sagen: Inocybe lilacina s.str. wurde in Europa bisher nicht nachgewiesen.

    Inocybe lilacina ss. auct. europ. ist ein Artenkomplex aus mindestens fünf anderen Arten.


    Gruss Raphael

    Hallo Matthias


    Die Gruppe um Pl. cinereofuscus wurde noch nicht überarbeitet, wenn ich mich nicht irre. Vermutlich kommen da irgendwann auch neue Arten ans Tageslicht.

    Ich werde meinen auch sequenzieren lassen, kann nie schaden.


    Gruss Raphael

    Hallo Rainer


    Schöne Funde, aber du brauchst dringend ein Mikroskop...

    Diese interessanten Kollektionen aus Spezialhabitaten wären dann meistens bestimmbar, ohne Mikroskop fischst du nur im Trüben.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    An der Tagung unserer Wissenschaftlichen Kommission gab es einige sehr spannende Sachen.


    Tag 1: Auf dem Weg zur Tagung in einem Auwald am Genfersee.


    1:

    Nicht unbedingt mein Ding, aber einfach bestimmbar: Multiclavula mucida.


    Sporen waren schwer zu finden.



    2:

    Ein Dachpilz auf einem liegenden Stamm (Pappel?): Pluteus cinereofuscus.


    Dachpilztypische Sporen.


    Cheilozystiden


    HDS hymeniform.



    Tag 2: In einem Buchenwald


    3:

    Myochromella boudieri, typisch dieser dunkle Stiel mit hellen Fasern.


    Sporen wenig aussagekräftig.


    Basidien siderophil.



    4:

    Tricholomopsis sulfureoides wurde am gleichen Tag von drei verschiedenen Teilnehmern gefunden, offenbar doch nicht so selten.



    Tag 3: Auf einer Saftlingswiese, wo es leider kaum Saftlinge gab.


    5:

    DIeser kleine Rötling mit konischem Hut und Papille lässt sich schon im Feld (mit Unsicherheit) ansprechen: Entoloma cuspidiferum.


    Sporen nur mit angedeuteten Ecken


    Basidien 2- oder 1-sporig


    Typisch kopfige Kaulozystiden.



    6:

    Ein kleiner Häubling auf Holz. An dem dunklen Stiel und der Papille erkennt man ihn sogar makroskopisch: Galerina triscopa.


    Sporen klein für die Gattung.


    Zystiden zylindrisch oder etwas lageniform-bauchig.


    Kaulozystiden ähnlich.



    7:

    Ein Schüppling, scheinbar terrestrisch, vielleicht auf vergrabenem Holz: Pholiota gummosa.


    Sporen klein


    Cheilozystiden teilweise als Chrysozystiden.



    8:

    Porpolomopsis calyptriformis



    9:

    Tricholoma atrosquamosum. Später wurde die Stielbasis knallblau.



    Tag 4: Ein alter Laubmischwald mit Fichten


    10:

    Callistosporium luteo-olivaceum


    Sporen im Ammoniak mit dem typisch grünlichen Tropfen


    Zystidoide Elemente an der Lamellenschneide



    11:

    Eine Telamonia, bestimmt als Cortinarius umbrinolens.


    Sporen recht schlank



    12:

    Kleine Schirmlinge sind immer schön... das hier sollte Lepiota boudieri sein.


    Sporen gespornt.



    Tag 5: Ein Buchen-Fichtenwald



    13:

    Callistosporium pinicola

    Schon verrückt. Die Gattung suche ich seit Jahren, und hier gab es zwei Arten in einer Woche.


    Die Sporen sind deutlich kleiner als bei C. luteo-olivaceum.


    Zytidoide Elemente gab es hier auch.



    14:

    Cortinarius anserinus



    Sporen in KOH, grob wartzig



    15:

    Noch ein dunkelstieliger Häubling auf Holz, aber das ist ein anderer: Galerina camerina


    Sporen glatt, zumindest im Lichtmikroskop.


    Cheilozystiden kopfig.



    16:

    Gymnopilus bellulus, immer wieder schön. Es gibt jetzt auch einen Gymnopilus subbellulus, der ist es aber nicht.


    Sporen winzig


    Zystiden kopfig.



    17:

    Ein kleiner Risspilz, der auch makroskopisch ansprechbar ist: Inocybe petiginosa.


    Sporen höckerig und klein.


    Die Zystiden sind in KOH wunderschön gelb.



    18:

    Tricholomopsis decora, schön im Vergleich zu Tr. sulfureoides oben.


    Den Sporenabwurf haben sie verweigert.


    Zystiden breit keulig.



    Tag 6: Trockenrasen mit Pinus sylvestris auf dem Heimweg


    19:

    EIn kleiner Nabelrötling, dazu sollte in Kürze ein neues Paper herauskommen.

    Im Moment nenne ich es mal Entoloma flocculosum.


    Sporen mehr oder weniger isodiametrisch.


    Basidien 4sporig, ohne Schnallen, keine Zystiden.



    20:

    Noch so ein Rötling, man könnte meinen es ist der gleiche, aber nein: Entoloma cf. phaeocyathus.


    Sporen wieder fast isodiametrisch.


    Basidien 4sporig, ohne Schnallen.


    An der Schneide gibt es zahlreiche zylindrische oder blasige Zystiden.



    21:

    Rhodocybe caelata mit dem typisch radial-rissigen Hut.


    Sporen höckerig, wie es sich gehört.


    Pseudozystiden in KOH


    Die Pseudozystiden sind stark dextrinoid, schwarzbraun in Melzer.


    HDS deutlich inkrustiert.



    22:

    Eine unbestimmbare Rhodocybe aus dem caelata-Aggregat.


    Sporen wie oben.


    Wieder mit schlank fusiformen Pseudozystiden.


    Die sind auch wieder stark dextrinoid.


    HDS kaum inkrustiert, dafür aber gelatinisiert.



    23:

    Rhodocybe zum Dritten, dieses Mal wieder bestimmbar: Rhodocybe brunnea.

    Die Art wurde aus Sardinien beschrieben, kommt aber hier auch vor.


    Die Sporen helfen nicht weiter.


    Pseudozystiden hat er auch.


    Aber dieses Mal sind sie viel schwächer dextrinoid.


    Die HDS ist leicht inkrustiert.


    Korrekturen/Fragen immer willkommen.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Im September war ich eine Woche mit ibex an der mykologischen Studienwoche in Escholzmatt.

    "Leider" war ich Gruppenleiter, deshalb hatte ich kaum Zeit um eigene Kollektionen zu bearbeiten.

    Hinzu kam, dass es "zu viel des Guten" gab, es hat nämlich die ganze Woche geregnet.

    Aber ein paar nette Sachen gab es dann doch:


    1:

    Ein Erlenschnitzling, vielleicht Alnicola longicystis.


    Sporen typisch für die Gattung.


    Die Zystiden haben verglichen mit anderen Arten der Gattung einen enorm langen Hals, daher der Name der Art.



    2:

    Ein flockiges Pilzchen auf Überresten von Salix oder Alnus, Flammulaster carpophilus.


    Sporen in KOH


    Zystiden schmal fusiform


    HDS bedeckt von Sphaerozyten



    3:

    Chamaemyces fracidus scheint ein gutes Jahr zu haben, die standen überall herum.

    Auch wenn die Art sofort klar ist, schadet es nicht mal ins Mikroskop zu schauen.


    Kleine Sporen...


    Und auffällige Zystiden.



    4:

    Das hat mir Freude gemacht, Dermoloma magicum.


    Sporen amyloid


    HDS hymeniform


    Kaulozytiden auffallend, gestielt-keulig.



    5:

    Ein winziger Rötling auf einem stark bemoosten Baumstumpf. Ich komme auch Entoloma brunneoserrulatum.


    Sporen heterodiametrisch, etwas wellig im Umriss.


    Cheilozystiden zahlreich, mehr oder weniger zylindrisch


    HDS zumindest im Zentrum trichodermal.



    Das war's schon.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Ja, es könnte auch eine abnormale Hymenopellis radicata sein.

    Ich hatte neulich das hier, völlig reif aber weniger als 2 cm im Durchmesser.

    Das war dann mikroskopisch eindeutig auch H. radicata.



    Diese schwärzliche Lamellenschneide hatte mein Fruchtkörper auch.


    Ich würde erst jemand suchen, der sich wenigstens kurz die Sporen anschaut, daran lässt sich Xerula/Hymenopellis sofort erkennen.

    Die 20 Euro bei Pablo sind verlorenes Geld, wenn am Ende sowas triviales rauskommt.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Ich schliesse mich der Lepista-Fraktion an.

    Wenn kein fruchtiger Geruch feststellbar war, könnten es auch blasse Exemplare von L. panaeolus sein.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Nun ein weiterer Exkursionsbericht vom September. Im Rahmen meiner Inventar-Mission war ich im Pfynwald unterwegs und konnte diverse Sachen finden.

    Einige Highlights und Risspilze:


    1:

    Nichts besonderes, aber ich fand die Gruppe hübsch: Agaricus augustus.


    2:

    Bei diesem weissen Pilzchen hatte ich schon im Feld einen Verdacht, der sich bestätigt hat: Hemimycena cucullata.


    Sporen typisch fusiform.


    Cheilozystiden auch fusiform und dicht gedrängt.



    3:

    Ein Fälbling mit Kakao-Geruch, Hebeloma theobrominum.


    Sporen...


    Und Zystiden, auffallend kurz für die Gattung.



    4:

    Lepiota magnispora, kann man auch im Feld erkennen.


    Zur Absicherung habe ich einen mitgenommen, der hatte die passenden Sporen.



    5:

    Eine schöne Gruppe kleiner Schirmlinge, die ich als Lepiota setulosa bestimmt habe.


    Sporen um 6-7x3.5-4 µm


    Zystiden mehr oder weniger zylindrisch.


    HDS trichodermal mit hymeniformer Unterschicht.



    6:

    Rhodophana nitellina agg.

    Die nehme ich aus Prinzip immer mit, weil das ein Aggregat von etwa 15 Arten ist.

    Vielleicht wird das ja irgendwann entschlüsselt...


    Sporen 6-8 µm lang und typisch höckerig.



    7:

    Zhuliangomyces (Limacella) illinitus. Häufig in dem Wald, aber hier waren einige auffallend braun.

    Allerdings gemischt mit reinweissen Exemplaren. Man könnte das wohl der var. ochraceus zuordnen.

    Kürzlich wurde ein Doppelgänger beschrieben, Zhuliangomyces marchettii. Der scheint es aber nicht zu sein.


    Das Sporenornament sieht man nur sehr undeutlich.



    So, und nun noch zu meinem Risspilz-Wahn:

    Ditte


    8:

    Habitat: Bruchwald bei Betula, Pinus, Alnus.

    Geruch unverletzt nach Rettich (ja, wie ein Fälbling), im Schnitt dann aber normal spermatisch.



    Sporen auffallend breit, 8.5-9.5-11.3 x 5.6-6.2-7.1 µm, Q = 1.39-1.52-1.68 (n=20)


    Pleurozystiden: 47-52-59 x 14-18-22 µm


    Cheilozystiden ziemlich unregelmässig geformt, Abmessungen aber ähnlich wenn man nur die "normalen" misst.


    Kaulozystiden nur im oberen Stieldrittel vorhanden.


    Ich komme hier auf Inocybe gausapata.



    9:

    Gleiches Habitat wie Nr. 8. Geruch deutlich spermatisch.



    Sporen auffallend klein, 6.9-7.7-8.5 x 4.4-4.8-5.2 µ, Q = 1.41-1.63-1.81 (n=20)


    Pleurozystiden 46-53-67 x 13-15-18 µm


    Cheilozystiden ähnlich.


    Kaulozystiden an der Stielspitze: Auffallend lang, bis 120 µm.


    Im unteren Drittel gibt es auch noch zystidoide Elemente, aber dünnwandig und vermutlich nicht relevant.


    Hier vermute ich, dass es einfach Inocybe glabripes ist.




    10:

    Der könnte spannend sein. Geruch nach Bittermandel, weshalb ich es zunächst provisorisch bei Inocybe hirtella eingeordnet habe.

    Aber ob das stimmt? Habitat wieder das gleiche.



    Sporen: 8.0-9.2-10.5 x 5.1-5.7-6.6 µm, Q = 1.45-1.63-1.96 (n=20)


    Pleurozystiden 43-50-54 x 12-14-16 µm


    Cheilozystiden kleiner, 31-42-52 x 13-14-16 µm.


    Kaulozystiden überall am Stiel vorhanden.


    Ich schwanke zwischen Inocybe suryana und hirtella, mit Tendenz zu ersterem.




    11:

    Noch eine Mallocybe, die ich doch irgendwie auffällig finde. Vielleicht lässt sich da was machen?

    Habitat wie oben. Geruch unauffällig.


    Auffällig sind die dunklen Schüppchen am Stiel.


    Sporen wie üblich nichtssagend, 8.7-9.4-10.2 x 5.0-5.5-6.1 µm, Q = 1.56-1.70-1.98 (n=20)




    Zystiden sehr heteromorph: subglobose Elemente, längliche, und sehr lange, zylindrisch-keulige.


    Die braunen Schüppchen am Stiel werden von verkettenen, braun pigmentierten Kaulozystiden gebildet.


    Einen Namensvorschlag habe ich nicht, vor allem diese sehr langen Zystiden passen zu nichts.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Nachdem die Tagungen und Vorträge vorbei sind, habe ich endlich wieder Zeit für ein paar Exkursionsberichte.

    Auf meinem letzten alpinen Ausflug für dieses Jahr gab es doch ein paar hübsche Sachen.



    Der Weg führte zeitweise durch reiche Bestände von Grünerlen, und dort findet man immer spezielle Sachen:


    1:

    Alnicola badia


    Sporen in KOH


    Zystiden typisch für die Gattung, mit relativ kurzem Hals.



    2:

    Alnicola submelinoides


    Sporen ähnlich wie bei Nr. 1, etwas kürzer.


    Die Zystiden sind aber völlig anders, keulig oder kopfig. Dadurch ist die Bestimmung sehr einfach.



    3:

    Auch ein typischer Erlenbegleiter, Cortinarius alnetorum.


    Sporen fast fusiform, Q-Wert nahe bei 2.


    HDS duplex.



    Dann ein paar alpine Telamonien, die alle sequenziert werden. Da die Bestimmung eher ein Lotto ist, bringe ich die ohne Mikromerkmale.

    4:

    Cortinarius cf. dryadophilus


    5:

    Cortinarius cf. inconspicuus


    6:

    Cortinarius cf. subtilior



    7:

    Am Wegrand fand ich gleich zweimal dieses hübsche Pilzchen:

    Das gehört in das Aggregat um Arrhenia acerosa. Nach der kürzlich erschienenen Publikation könnte es Arrhenia leucotricha sein.


    Hier sieht man den namensgebenden weissen Filz am Stiel.


    Einen Sporenabdruck habe ich nicht bekommen, aber im Lamellenpräparat gab es doch einzelne Sporen.



    8:

    Ein komisches, büscheliges Cystoderma, das ich von oben zuerst für eine Gruppe Stäublinge hielt.

    Eigenartig, ich habe zum ersten Mal so extrem büschelige Körnchenschirmlinge gesehen.

    Es gehört wohl in die Gruppe um Cystoderma jasonis, vielleicht die var. lilacipes? Am Stiel sieht man Lilatöne.


    Bei Cystoderma ist die KOH-Reaktion wichtig, hier fast schwarz.


    Sporen waren schwer einzufangen, und sind bei der Gattung auch kaum nicht bedingt hilfreich.


    Sphärozyten in KOH, hier ist diese rauhe Struktur wichtig.



    9:

    Das ist nun ganz verrückt. Etwa 200 Meter von dem anderen Cystoderma entfernt.

    Genauso büschelig, Aber mit weissem Hut und weissen Stielschuppen.

    Bei einigen Hüten sieht man aber auch braune Bereiche. Vielleicht eine Pigmentstörung, und die gleiche Art?

    Eher nicht, wenn man die folgenden Bilder anschaut:


    Hier habe ich mit KOH bewusst keine reinweisse Stelle getestet.

    Die Reaktion ist rot, völlig anders als beim ersten Cystoderma.


    Hier gab es sogar einen brauchbaren Sporenabwurf.


    Die Sphaerozyten sind hyalin und absolut glatt.


    Bei der Bestimmung bin ich ratlos. Es könnte Cystoderma jasonis var. saarenoksae sein.



    10:

    Braune Rötlinge muss man immer mitnehmen, es könnte ja was spezielles sein.

    Aber nein, es ist Entoloma conferendum.


    Ein Blick auf die Sporen reicht (ja, das Foto ist nicht das beste)



    11:

    Dieses weisse Pilzchen hielt ich zuerst für eine Hemimycena. Aber es ist ein Rötling, nämlich Entoloma rugosum.


    Sporen wie üblich bei Entoloma.


    Cheilozystiden vereinzelt vorhanden. meistens fusiform.


    Am Stiel findet man zahlreiche keulige Kaulozystiden.



    12:

    Nur zwei, aber sie sahen am Standort irgendwie spannend aus. Waren sie dann auch.

    Mit etwas Unsicherheit komme ich auf Entoloma sororpratulense.


    Sporen mit abgerundeten Ecken.


    Cheilozystiden fusiform mit langem Hals und dickem Bauchteil.


    HDS eine Kutis mit leicht aufsteigenden Haaren.



    13:

    Eine schöne Gruppe von Häublingen, die ich als Galerina subclavata bestimmt habe.


    Sporen recht gross für die Gattung und fast glatt.


    Basidien 2- oder 1-sporig.


    Cheilozystiden mit Köpfchen.


    Kaulozystiden ebenso.


    Und mit etwas Geduld findet man sogar kopfige Pileozystiden.


    Dann zum Abschluss noch dieser merkwürdige Baum. Er hat den Habitus eines Laubbaums, ist aber eine Lärche.

    Selbst wenn die Baumspitze in jungen Jahren einmal unter der Schneelast abgebrochen ist, müsste eine Lärche spitz nachwachsen.

    Von diesen Lärchen wachsen an dem Standort drei Stück, und soweit bekannt gibt es sie nirgendwo sonst.

    Die Einheimischen nennen sie "Kugellärchen". Eine Erklärung für diese Anomalie gibt es bisher nicht.


    LG Raphael

    Hallo zusammen

    Ditte


    Am 5. September habe ich behauptet, dass die Risspilze am Abend folgen.

    Zum Glück habe ich nicht erwähnt, an welchem Abend, sonst wäre das jetzt peinlich.


    Also, nun endlich:


    Risspilz 1:

    Hier denkt man zunächst nicht an einen Risspilz. Sie riechen auch nach nichts.

    Habitat: Salix herbacea auf Kalk, ca. 2350m, 18.08.2025.



    Sporen eckig-höckerig, 7.1-8.2-9.0 x 5.0-5.6-6.3 µm, Q = 1.23-1.45-1.72 (n=20)


    Pleurozystiden sehr dickwandig, kräftig gelb in KOH, 45-52-67 x 10-12-13 µm.


    Cheilozystiden ähnlich.


    Kaulozystiden, Stiel ganz bereift.


    Mit dem Aussehen und den Sporen sollte das wohl Inocybe egenula sein.

    Ich weiss, dass an dieser Gruppe um I. nematoloma noch gearbeitet wird.

    Vielleicht stecken hinter I. egenula auch mehrere Arten? Vermutlich lässt sich darüber jetzt nichts sagen.



    Risspilz 2:

    Das Foto ist völlig misslungen, tut mir leid. Geruch schwach, eher unauffällig.

    Habitat: Salix herbacea, kein Kalk, 23.08.2025.


    Sporen wieder mehr eckig als höckerig, 8.7-9.6-11.2 x 5.1-5.9-6.9 µm, Q = 1.39-1.63-2.06 (n=20)


    Pleurozystiden mit wenig Kristallen, 58-66-77 x 13-16-18 µm.


    Cheilozystiden ebenso.


    Hier bin ich unschlüssig, ob das Kaulozystiden sind oder nicht. Im oberen Drittel gibt es zahlreiche solche Elemente.

    Die Wände sind leicht verdickt, aber richtig metuloid sind sie nicht.


    Am gleichen Standort fand ich letztes Jahr Inocybe giacomi. Könnte sie das wieder sein?



    Risspilz 3:

    Gleiches Habitat wie Nr. 2.



    Sporen: 6.6-7.6-8.1 x 5.3-5.9-6.7 µm, Q = 1.10-1.28-1.42 (n=20)



    Pleurozystiden auffallend dünnwandig, meist ohne Kristalle, mit unregelmässigem Apex, oft deutlich kopfig.

    69-73-77 x 10-13-15 µm.


    Cheilozystiden ähnlich, auch viele kopfig.



    Im oberen Stieldrittel gibt es dünnwandige, keulige, büschelige Kaulozystiden.


    Anhand der Zystiden vermute ich das in der Gruppe um Inocybe soluta.



    Risspilz 4:

    Wieder ein ähnliches Habitat, Salix herbacea, ohne Kalk.

    Es könnte durchaus die gleiche Art wie Nr 3 sein, aber die Zystiden sind doch irgendwie anders und kürzer.

    Auch die Sporen sind schlanker und schmaler.




    Sporen teils höckerig, teils nur etwas unregelmässig:, 6.8-7.4-8.3 x 4.2-5.1-5.8 µm, Q = 1.22-1.46-1.76 (n=20).


    Pleurozystiden recht dünnwandig, fast ohne Kristalle, kaum kopfig, 58-59-64 x 12-14-16 µm


    Cheilozystiden ähnlich, einige septiert.


    Im oberen Stieldrittel gibt es zahlreiche Büschel von dunklen Kaulozystiden.


    Im unteren Stieldrittel nur noch dunkle Hyphen mit einzelnen keuligen Terminalzellen.


    Auch das hier sollte in die Gruppe im I. soluta gehören.



    Risspilz 5:

    Bei Salix herbacea auf Kalk, ca. 2500m. Geruch spermatisch.



    Sporen: 8.5-9.4-10.5 x 5.8-6.4-7.5 µm, Q = 1.24-1.46-1.81 (n=20)


    Pleurozystiden fusiform, mit wenig ausgeprägtem Hals, 53-63-77 x 12-13-15 µm.


    Cheilozystiden ähnlich.


    Kaulozystiden nur im oberen Drittel vorhanden.


    Hier habe ich brav nach Bon geschlüsselt und lande dort bei Inocybe tenebricoides.

    Das scheint mir aber falsch zu sein, wenn ich Kühners Beschreibung lese.

    Eine bessere Idee habe ich nicht.



    Risspilz 6:

    Ich weiss, alpine Mallocyben sind im Moment kaum bestimmbar. Die hier waren geruchlos, und wuchsen im gleichen Habtiat wie Nr. 6.

    Und es ist auch keine Traumkollektion, ohne Sequenzierung wird das vermutlich nichts.



    Sporen: 7.9-9.3-10.8 x 5.4-5.9-6.6 µm, Q = 1.33-1.59-1.86 (n=20)


    Zystiden: Terminalzellen 12-17-27 x 8-9-11 µm, oft einfach septiert.


    Stieloberfläche bedeckt von inkrustierten Hyphen.


    Ich könnte mir hier Mallocybe subannulata vorstellen.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Infolge Tagungen habe ich vergessen hier zu antworten.

    Die Zystiden passen gut zu Tricholomopsis badinensis, und die Hutfarbe auch.

    Abgesehen von der ausgesprochenen Seltenheit spricht eigentlich nichts dagegen.

    Sicherheit bringt wohl nur eine Sequenzierung, wie so oft...


    Lg Raphael

    Hallo Frank


    Polymorphismus bedeutet, dass die Sequenzqualität schlecht ist.

    145 bp (Positionen) von der Sequenz sind brauchbar, normalerweise wird es ab ca. 400-500 bp interessant.


    Der Treffer von 97% ist bei einer so schlechten Sequenz wenig hilfreich, das kann stimmen oder auch nicht.


    Nun könnte man noch die ITS in die andere Richtung versuchen (forward), manchmal ist das Ergebnis dann besser, oder man kann beide Richtungen in einem Alignment kombinieren. Kostet nochmal Geld, ist aber eine gute Chance doch noch auf einen Namen zu kommen.


    LSU ist ein anderer Marker, der für die Bestimmung bei Amanita nicht wirklich notwendig ist. Das zu machen, kostet nochmal was, aber wird dir nicht viel helfen.


    Gruss Raphael

    Hallo,


    Hast du auch Makrofotos von dem Pilz? Das würde die Einschätzung vereinfachen.

    Allerdings kann man die HDS Struktur bei Flammulina nur gut beurteilen, wenn man entweder selbst am Mikroskop sitzt, oder es braucht ein Stacking Mikrofoto. Auf den gezeigten Bildern traue ich mir keine Einschätzung zu.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Makroskopisch könnte man die beiden Gattungen schon mal verwechseln, auf den ersten Blick können die recht ähnlich sein.

    Aber wie Ben schon schreibt: die hyalinen, elliptischen Sporen mit dem grossen Tropfen sind typisch für Tricholomopsis.

    Gymnopilus-Sporen sehen ganz anders aus, braun, meistens warzig und im Umriss auch mehr mandelförmig.


    Mit der Sporenpulverfarbe könnte man das natürlich auch klären, aber das ist jetzt gar nicht mehr nötig.


    Hier zum Vergleich:


    Tricholomopsis decora (die anderen Arten der Gattung sehen alle auch so aus)


    Gymnopilus picreus (purpuratus hatte ich noch nicht, hat aber ähnliche Sporen).


    Gruss Raphael

    Hallo Raphael, immerhin kam etwas zusammen.

    Ja im Nachhinein sieht es nach viel aus.

    Allerdings habe ich dafür geschätzt 35 Stunden in den Bergen verbracht und laut meiner bescheuerten App rund 90'000 Schritte zurückgelegt.

    Also, wenn man noch die nicht gezeigten Telamonien und Inocyben einbezieht, weniger als eine Kollektion pro Stunde.

    Letztes Jahr hatte ich so viel an einem Nachmittag...


    Naja, immerhin war ich draussen und hatte Bewegung ^^


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    So schlecht wie dieses Jahr stand es noch nie in den Bergen. Naja, anderswo ist es wohl nicht viel besser.

    Ich habe mal ein paar Sachen der letzten Wochen zusammengestellt.


    1:

    Eine lateral gestielte, terrestrisch wachsende Arrhenia aus dem acerosa-Aggregat.

    Dazu gibt es eine recht neue Publikation (Voitk et al. 2020), nach der es Arrhenia svalbardensis sein könnte.

    Das lässt sich aber (wie so oft) nur mit Sequenzierung bestätigen.


    Die Sporenmasse (meist > 9x5.5 µm) passen nicht zu Arrhenia acerosa s.str. gemäss dem Paper:

    - acerosa: (5.8)6.8–8.7(9.7) × 3.4–3.9(4.4) µm, average 7.4 × 3.8 µm

    - svalbardensis: 7.8–10.6 × 4.3–6.3 µm


    2:

    Diese hübschen Kerlchen sind einfach zu bestimmen: Bryoglossum gracile.

    Im gleichen Gebiet wächst auch Bryoglossum rehmii, das aber noch schlankere Sporen hat.



    3:

    Dieser alpine Trichterling hat ein gutes Jahr, ich finde ihn schon zum zweiten Mal: Clitocybe paxillus.

    Typisch sind das büschelige Wachsum, wegschiebbare Lamellen wie bei Lepista, der stark hygrophane Hut, und die HDS ohne Inkrustationen.


    Sporen hier in Baumwollblau


    HDS rein intrazellulär pigmentiert.


    4:

    Etwas verregnet, aber noch bestimmbar: Infundibulicybe bresadolana.


    Sporen typisch für die Gattung, tropfenförmig


    HDS ohne Inkrustationen.



    5:

    Den habe ich schon lange gesucht. Jetzt muss ich endlich nicht mehr jedes Dryas-Polster absuchen: Rhizomarasmius epidryas.

    Durch das schwindlingsartige Aussehen und das Habitat auf Silberwurz-Wurzeln unverkennbar, aber auch unter dem Mikroskop hübsch:


    Sporen in Kongorot...


    Cheilozystiden zylindrisch-kopfig


    Pleurozystiden gibt ees zwei verschiedene. Einerseits solche, die wie die Cheilos geformt sind.


    Anderseits gibt es aber auch solche koralloiden Elemente.


    Pileozystiden hat er auch, aber ich hatte Mühe welche zu finden.


    Stielhaare



    6:

    Was von oben wie ein bereifter Trichterling aussieht, ist eigentlich etwas völlig anderes: Ripartites serotinus.

    Vielleicht auch eine namenlose Art, die Gattung ist miserabel bearbeitet.

    Der weissliche Fruchtkörper oben wuchs mittendrin, ist aber gemeinerweise etwas anderes (Lepista irina agg.).


    Sporenpulver braun, Sporen klein und warzig.



    7:

    Nicht alpin, aber fast: Tectella patellaris auf Grünerle.


    Die Sporen sind winzig und gekrümmt.


    Die Cheilozystiden recht unauffällig und kurz. Es gibt Gerüchte, dass andere Kollektionen viel viel längere Zystiden haben.



    8:

    Arrhenia obscurata agg. zwischen Pionier-Vegetation auf Sand.


    Sporen irgendwo zwischen 9 und 11 µm lang, mit angestutztem Apikulus und rundlichem Apex.



    9:

    Was wie ein normaler Nabeling aussieht, war für eine Überraschung gut: Blasiphalia pseudogrisella.


    Die Sporen sehen aus wie vielen Nabelingen.


    Aber dieser hier hat auffällige Cheilozystiden, weshalb die Art oft auch zu Rickenella gestellt wurde.

    Die ähnliches Rickenella-Arten haben aber zylindrische Sporen.


    Die HDS hat keinerlei Inkrustationen.



    10:

    Hygrocybe aurantiosplendens hat mich sehr erfreut.

    Einen Sporenabwurf wollten sie mir nicht liefern, die miserablen Sporenfotos aus einem Abwurf-Präparat erspare ich euch.



    11:

    Diese winzige Helvella wollte ich schon lange mal wieder finden, zuletzt hatte ich sie 2019.

    Sie hat einen Durchmesser von kaum mehr als 10 mm.

    Nach dem Skrede-Schlüssel schwanke ich zwischen Helvella macrosperma und Helvella alpestris, mit Tendenz zu ersterer.


    Sporen wie üblich bei Helvella.


    Paraphysen mit verdickten Spitzen, bringt mich auch nicht weiter.


    Asci relativ breit, über 20 µm, das sollte nach Skrede ein wesentliches Merkmal sein.


    Haare an der Aussenseite.



    12:

    Ein stark hygrophaner Trichterling bei Grünerlen. Das sollte Clitocybe dryadicola ss. orig. (= Clitocybe dionysae) sein.

    Oder Clitocybe gracilipes (nom. inval.). Ganz klar ist mir der Unterschied nicht, falls es überhaupt einen gibt.

    Cl. dryadicola wurde bis vor kurzem für eine andere Art verwendet, die jetzt Cl. lamoureae heisst.


    Sporen wenig hilfreich.


    HDS intrazellulär pigmentiert.



    13:

    Sarcoleotia globosa findet man nicht jeden Tag.


    Die Art hat riesige Sporen.



    14:

    Ein Fälbling unter einem Salix-Busch. Laut hebeloma.org könnte es ein (untypisches) Hebeloma marginatulum sein.


    Sporen: 10.0-10.7-11.9 x 5.8-6.1-6.3 µm, Q = 1.68-1.74-1.98, D1-2, O0-1, P0


    Zystiden: L = 50-80.5 , A = 6.5-9.0 µm, M = 5.4-7.0 µm, B = 5.4-9.3 µm

    Zylindrisch, aber oft bauchig (was sehr wichtig ist, sonst landet man im Nirwana).


    Fragen/Korrekturen wie immer erwünscht. Die Risspilze folgen am Abend.


    LG Raphael