Beiträge von Clavaria

    Hallo Ben


    Schöne Doku!

    Ich weiss nicht, ob Ditte im Moment im Forum aktiv ist. Vielleicht schaue ich deinen Pilz morgen Abend noch an.


    Wenn du ihn in der leiocephala-Gruppe vermutet, dazu gibt es ein gutes Paper:

    https://www.researchgate.net/publication/271824960_Inocybe_leiocephala_a_species_with_an_intercontinental_distribution_range_-_Disentangling_the_I_leiocephala_-_Subbrunnea_-_catalaunica_morphological_species_complex


    Sandige Zystiden: Nebst den Kristallen ganz oben gibt es da kleinere Körnchen weiter den Hals runter, als ob jemand Sand drüber gestreut hätte. Auf deinem ersten Cheilo-Bild die Zystide mit der Mitte hat sowas. Das gibt es aber auch bei vielen anderen Arten vereinzelt, du müsstest also schauen ob das oft so ist.


    Lg Raphael

    Hallo Raphael,

    spannend, auch mit so lebhaft orangerotem Hut? Das soll ja ein weiteres Merkmal sein, während L. volemus s. str. dunkle, teils fast leberbraune Fruchtkörper haben soll.
    Beim Vergleich mit älteren Sequenzen, die früher alle volemus genannt wurden, wie stellt man da eigentlich sicher, dass man nur mit volemus s. str. vergleicht? Wenn dann eine hohe Prozentzahl Ähnlichkeit mit „Lactifluus volemus“ herauskommt, meint das dann wirklich L. volemus? Oder vergleicht man dann nur mit den neueren Sequenzen? Ich kenne mich nicht wirklich damit aus, wie so etwas abläuft.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Emil


    Ich hab sie nicht gefunden, das war jemand anderes. Habe nur die Sequenzen ausgewertet.

    Von oedematopus gibt es Typus-Sequenzen. Wenn die nicht überein stimmen, kann man all die älteren Sequenzen ignorieren.


    LG Raphael

    Hallo Karl


    Wunderschöne Funde! All die Röhrlinge fehlen leider in meiner Region.


    Zu Lactifluus oedematopus: Wir hatten den hier vor zwei Jahren auch, mit diesen kurzen Haaren.

    Nur aus Interesse haben wir ihn sequenziert, und es war dann doch ein normaler volemus.

    Dieses Trennungsmerkmal scheint nicht so zuverlässig zu sein...

    Das muss natürlich nicht heissen, dass ihr ihn falsch bestimmt habt - aber eine Sequenzierung zur Absicherung würde sich anbieten.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Nach einer seeehhhhhr langen Durststrecke gibt es hier endlich wieder Pilze, vor allem in der Höhe:


    Hier die Blick vom "Roc de la Vache" (also vom Kuhfelsen) Richtung Zinal im Val d'Anniviers.


    Manchmal ist man auch nicht alleine dort oben. Er kratzte sich dauernd mit seinen Hörnern, eigentlich recht praktisch.


    Der viele Regen, kombiniert mit frischen Temperaturen (5-10 Grad in den Bergen), lässt auch kleinere Pilze überleben.

    Die folgenden Kollektionen stammen alle aus einem kalkreichen Gebiet auf ca. 2350m, mit viel Salix reticulata und Salix repens.


    1:

    1: Arrhenia's sind kaum bestimmbar, und es gibt noch etliche unbeschriebene Arten.

    Das hier könnte Arrhenia griseopallida sein, ohne Gewähr.


    Die Sporen sind gross, bis über 12 µm lang, Basidien zweisporig, Schnallen überall häufig.



    2:

    Diese Arrhenia hat einen fein samtigen Stiel. Davon gibt es (leider) nicht nur eine, aber hier ist es wohl die stinknormale Arrhenia velutipes.


    Sporen gedrungener und kürzer. Basidien 4-sporig, mit Schnallen.



    3:

    Dieser Trichterling ist recht häufig und wurde jahrzehntelang mit einem falschen Namen versehen (Clitocybe dryadicola).

    Inzwischen hat er einen neuen Namen bekommen, nämlich Clitocybe lamoureae.

    Die Art gibt es auch nicht-alpin, ich habe einen sequenzierten Beleg aus einem Auwald auf 550m bei Populus.


    Typisch sind die winzigen Sporen.



    4:

    Das hier sollte Clitocybe paxillus sein. Muss aber erst in die Sequenzierung.

    Im Gegensatz zum ähnlichen Clitocybe festivoides stinkt er überhaupt nicht, und hat kein inkrustierendes Pigment.

    Und das Sporenpulver war tatsächlich cremerosa.


    Sporen auch recht klein.



    5:

    Alpine Telamonien, naja... ich nenne es mal Cortinarius minutalis.

    Ohne Sequenzierung geht da vorläufig nichts.


    Sporen etwa 8.0-9.5 x 5.0-5.5 µm.



    6:

    Alpine Galerina's sind meistens vittiformis, aber das hier nicht.

    Nach langem Stöbern halte ich es für Galerina minima. Der Fund passt gut zu der Kollektion von Armada et al. 2023.


    Sporen kaum warzig, 8.0-9.0 x 5.0-5.5 µm. Basidien 4-sporig.


    Die Cheilozystiden haben einen recht breiten Hals, was es nur bei wenigen Galerina's gibt.

    Pleurozystiden konnte ich in mehreren Lamellenschnitten nicht finden.


    Kaulozystiden gab es (reichlich) im oberen Stieldrittel, unten nichts mehr.



    7:

    So eine schöne Gruppe Trichterlinge sollte doch bestimmbar sein? Weit gefehlt.

    Am ehestens passt Infundibulicybe subsalmonea, nur der Habitus mit den trichterigen Hüten stört.

    KOH auf dem Hut übrigens negativ.

    Leider sind diese Trichterlinge auch genetisch schändlich vernachlässigt, weshalb eine Sequenzierung keine Erleuchtung bringen wird.


    Die Sporen sagen in der Gattung wenig aus.


    Wichtig ist das HDS-Pigment, das stellenweise deutlich inkrustierend ist.



    8:

    Eine Gruppe roter Becherchen auf frischem Sand. Könnte ich mich Melastiza carbonicola richtig liegen?

    Wie ich gelesen habe, kommt die Art trotz ihres Namens auch auf sandigen Böden vor, nicht nur auf Brandstellen.



    Die Sporen sind schön in Baumwollblau. Ein ziemlich regelmässiges Netz, nur an den Enden grössere Auswüchse.


    Brav nach Schulbuch hier nochmal in Wasser gemessen, etwa 14-15 x 9.10 µm.


    Paraphysen


    Haare am Rand




    Die folgenden Sachen stammen aus einem anderen Gebiet, auch mit Kalk, ca. 2500m.

    Hauptsächlich Salix reticulata, herbacea, retusa.

    Ausserdem gab es riesige Wiesenpilz-Flächen, leider noch wenig ertragreich.


    9:

    Ein Samthäubchen auf altem Kuhdung. Da kommt schon mal nicht sooo viel in Frage, ich komme auf Conocybe nitrophila.


    Sporen um 11-12 x 6-7 µm.


    Cheilozystiden wie sie halt sind...


    Stiel ohne lecythiforme Zystiden, nur polymorphe Elemente und Haare.



    10:

    Einfach schön, nicht mitgenommen. Aber es sollte Cortinarius alpinus sein.



    11:

    In den Bergen auch leicht zu erkennen: Cortinarius subtorvus.



    12:

    Leider nicht mehr taufrisch, aber diese kleine Gruppe brauner Rötlinge machte mich neugierig. Hut bis 20 mm breit.

    Vielleicht einfach Entoloma conferendum? Oder doch nicht?


    Sofort war klar, dass er kreuzförmige Sporen hat. Die sind aber für Entoloma conferendum fast alle zu gross, 9.5-11.5 µm lang.

    Damit könnte es auch das ähnliche Entoloma milthalerae sein. Oder auch nicht, und es ist nur ein untypisches conferendum.



    13:

    Entoloma porphyrogriseum ist ja wirklich nicht selten, aber immer wieder schön.



    14:

    Noch eine Galerina, dieses Mal die häufige Galerina vittiformis f. bispora.


    Auch hier sind die Sporen fast glatt, aber etwas grösser als bei der Kollektion weiter oben.

    Basidien 2- oder 1-sporig, Schnallen vorhanden.


    Die Zystiden sind (meistens) schlanker spindelig.



    15:

    Dieses Pilzchen lässt sich sehr einfach nach seinem Standort mitten in den Kratzdisteln bestimmen:

    Phloeomana ochrogaleata (früher Hemimycena).

    Wo es viele Kratzdisteln gibt, ist die Art häufig. Aber es braucht Nerven, um ohne Gartenhandschuhe an sie ran zu kommen.


    Sporen oft angedeutet zitroform mit kräfitgem Apikulus.


    Zystiden schlank, mit wellig-spitzem Apex.


    Die HDS ist schwierig zu mikroskopieren, aber man kann die typischen Auswüchse mit etwas gutem Willen sehen.





    Es folgt dann noch eine Wagenladung Risspilze. Später...


    LG Raphael

    Habe noch einen Fehler entdeckt :)


    Auf den Seiten 519 und 523 sind einige Bilder von Leccinellum corsicum als "Leccinellum corsium" angeschrieben.


    Im übrigen ändern solche kleinen Fehler nichts an der Qualität des Buches, ich studiere es schon den ganzen Abend voller Freude :daumen:

    Hallo zusammen


    Nun hat auch mein Exemplar den weiten Weg in die Schweiz geschafft.

    Auch wenn ich nicht unbedingt Röhrlings-Spezialist bin, das Buch begeistert mich.

    Nebst den fantastischen Fotos und Mikrobildern sind die Beschreibungen hervorragend.

    All die unzähligen (teils dubiosen) Varietäten sind erwähnt und sauber bearbeitet.

    Ich freue mich schon auf Band 2.


    Vielen Dank an Michal und die anderen Autoren für dieses Werk!


    Gruss Raphael

    hm, wo liest du das mit den Hakenzystiden? Es kann Pleurozystiden mit kleinen apikalen Auswüchsen geben, aber die sind trotzdem dünnwandig, und gelten nicht als Hakenzystiden. Vielleicht eine Übergangsform in der Evolution? Keine Ahnung.

    Auf deinem Mikrobild im ersten Beitrag sieht man deutlich eine dickwandige Hakenzystide wie es das bei salicinus gibt, aber eben nicht bei der glaucotinctus-Gruppe.

    Auf dem Bild im zweiten Beitrag sieht man zwei Hakenzystiden "von oben", zu erkennen sind vier Haken (teilweise sogar gegabelt), nicht nur kleine Auswüchse am Apex.


    Hier zum Vergleich von einem typischen salicinus, da sieht man auch die dicken Wände:



    Natürlich ist das anhand einer einzelnen Zystide schwierig zu beurteilen, Ausnahmen kann es immer geben.

    Wenn du noch Material hast, könntest du noch ein paar Präparate machen. Wenn die dickwandigen Hakenzystiden häufig sind, kann es eigentlich nicht izurun sein.

    Idealerweise einen Lamellenschnitt, dann sieht man die Pleuros besser.


    Auf jeden Fall spannend, du solltest unbedingt da dran bleiben und beides sequenzieren lassen.

    Denkbar, dass da noch eine unbeschriebene Art versteckt ist, die immer leichtfertig als salicinus abgelegt wurde.

    Oder eine der aussereuropäischen Arten ist weiter verbreitet als bisher bekannt ist.


    Angeblich soll 2027 endlich eine Pluteus-Monographie mit all den neu beschriebenen Arten herauskommen.

    Jetzt ist also der richtige Moment, um kritische Kollektionen genauer anzuschauen.

    Wenn bei der Sequenzierung nichts triviales herauskommt, sind die Autoren oft interessiert an gut dokumentierten Kollektionen.


    Oder du kontaktierst einen Spezialisten wie Alfredo Justo, vielleicht kann der das ohne Sequenzierung klären.

    Allerdings brauchst du dafür bessere Mikrobilder, Sporenstatistik usw.


    LG Raphael

    Hallo,


    Dachpilze mit Hakenzystiden gibt es eigentlich nicht soooo viele.

    Allerdings ist die salicinus-Gruppe in Europa noch nicht fertig bearbeitet.


    Pl. cyanopus, glaucotinctus und izurun haben aber keine Hakenzystiden (obwohl sie phylogenetisch in die sect. Pluteus gehören).

    Hast du das Paper dazu? https://www.researchgate.net/p…ntinental_species_complex

    Da wird auch der Nachweis von Psilocybin erwähnt. Ob es noch andere giftige Arten in Europa gibt, weiss ich nicht.

    In den meisten taxonomischen Studien gibt es halt keine Analysen zu Giftstoffen.

    Deshalb ist das Vorhandensein des Giftes vermutlich keine Hilfe, um die Art zu bestimmen.


    Eine Sequenzierung schadet nie...


    LG Raphael

    Somit besser alles mit Melanoleuca strictipes -> agg. bezeichnen? LG Andy

    das agg. kannst du weglassen, es ist alles die gleiche Art.

    Diese hellen Weichritterlinge mit Makrozystiden sind kein kryptisches Aggregat.

    Was verschiedene Autoren an morphologischen Unterschieden festgestellt haben, liegt alles in der Variabilität einer einzigen Art.

    Hier: https://www.researchgate.net/p…cota_Agaricales_in_Europe


    Einer der seltenen Fälle, wo die Bestimmung dank der Genetik einfacher wurde :)


    LG Raphael

    Hallo Andy


    Sehr schön, es gibt also tatsächlich Pilze!


    Melanoleuca evenosa ist übrigens (genau wie subalpina und substrictipes) ein Synonym von Melanoleuca strictipes.

    Die vier Arten lassen sich genetisch nicht trennen.


    Und passend zu deinen schönen Schmetterlingen hier noch eine kleine Ergänzung: Der Segelfalter (Iphiclides podalirius).



    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Wir haben hier das gleiche Problem mit unserem Verbreitungsatlas.

    Der Begriff "Erstnachweis" funktioniert nur, wenn man das auf eine (oder sehr wenige) klar definierte, umfassende und breit etablierte Datenbanken beschränkt, und auf den Stand in dieser Datenbank zum Zeitpunkt der Recherche.

    Natürlich lässt sich nicht ausschliessen, dass schon vor 150 Jahren jemand ein Herbar der Art angelegt hat, aber die Art falsch bestimmt und falsch angeschrieben hat.

    Ich habe "Erstnachweise" kartiert, von denen ich ganz genau weiss, dass ein Kollege die Art schon früher gefunden hat, aber er hat sie halt nicht kartiert.

    Hinzu kommt das Splitting von Arten und etablierte Fehlinterpretationen.

    Viele "Erstnachweise" wurden schon früher kartiert, aber unter dem Aggregatsnamen, weil zum damaligen Zeitpunkt die neue Art gar nicht beschrieben war. Mein kürzlicher "Erstnachweis" von Volvariella neoparvula ist eigentlich Schwachsinn, weil vermutlich jeder den Pilz schon in der Hand hatte, aber ihn halt Volvariella murinella oder V. pusilla genannt hat.


    Oder ein anderes Beispiel:

    Der häufige "Hygrophorus erubescens" ist eine jahrzehntealte Fehlinterpretation von Rhodocollybia maculata (Papetti et al. 2020).

    Jetzt heisst die Art Hygrophorus neoerubescens. Der Name ist im Verbreitungsatlas noch gar nicht drin, obwohl er vor 5 Jahren publiziert wurde!

    Wenn ich jetzt meinen Schneckling (korrekterweise) unter diesem Namen kartiere - ist das ein Erstfund?


    Eine Absicherung ist mit Sequenz ideal, aber es sind ja längst nicht alle Typus-Belege sequenziert!

    Von vielen (älteren) Arten gibt es zudem keinen physischen Typusbeleg, da müsste erst jemand einen Neotypus festlegen.

    Mehr als eine morphologische Übereinstimmung geht dann halt nicht.

    Aber ein Foto alleine reicht schon nicht, es braucht mindestens eine vollständige makro- und mikroskopische Dokumentation.


    Wenn man dann eine Statistik darüber erstellen möchte, muss man die Datenerhebung klar definieren/abgrenzen und in der Einleitung dokumentieren.

    Dann ist die Aussage über "Erstnachweise" im definieren Kontext auch korrekt.

    Natürlich kann man seine Statistik damit ein wenig frisieren. Aber solange man die Datenerhebung und die Kriterien für den Begriff "Erstnachweis" transparent definiert hat, halte ich das für kein grosses Problem.


    Langfristig ist das ganze wenig wert. Vielleicht wird die Erstfund-Art wieder verworfen, nochmal gesplittet, oder es taucht ein älterer Fund auf.

    Oder irgendwer sequenziert später den Typus, und die morphologische Bestimmung erweist sich als falsch.

    Wer überprüft schon all seine Funde der letzten Jahrzehnte, ob wirklich immernoch alles der neusten Literatur entspricht?


    Mal ehrlich - ist das langfristig wirklich so wichtig, wer der erste war?

    Natürlich macht es im ersten Moment Freude, aber ich würde der ganzen Sache nicht zu viel Bedeutung geben.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Die Chinesen publizieren uns alles weg... Nr. 2 hat inzwischen einen Namen bekommen:

    Collybia (Clitocybe) alboclitocyboides Z.M. He & Zhu L. Yang 2023.


    LG Raphael

    Hallo Raphael,

    sehr interessante gut dokumentierte Funde. P. papilionaceus var. capitatocystis finde ich mit den kurzen, kopfigen Cheilos ausgesprochen typisch. Auf Zystiden an der Lamellenschneide habe ich bei meinem Fund leider nicht geachtet.
    Bei Conocybe pulchella tendiere ich aufgrund von Sporengröße und Standort eher zu C. subpubescens.

    LG Karl

    Hallo Karl


    Ich habe diesen Panaeolus sequenzieren lassen.

    Er landet mitten zwischen etwa 50 anderen Sequenzen von P. papilionaceus, viele davon glaubhaft.

    Offenbar scheint diese auffallende morphologische Abweichung sich in der Genetik nicht wiederzufinden, oder die ITS alleine reicht nicht.

    Interessant wäre noch eine Sequenz von Ludwig's Material.


    LG Raphael

    Hallo,


    Die Anfrage bezog sich auf den zweiten Band.

    Denke das dauert noch mindestens zwei Jahre, eher drei oder vier.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ich sehe das wie Karl.

    Mit diesen stark gratartig verlängerten Lamellen kann ich mir auch keine Melanoleuca vorstellen.

    Die Lamellen können ja mal angedeutet herablaufend sein, aber nie so wie hier.


    Zudem hat M. verrucipes zwar diese typischen schwarzen Flocken am Stiel.

    Aber die sind immer nach oben dichter und Richtung Basis spärlicher, hier ist der Stiel oben kahl und die Basis dichter flockig.


    Einen vernünftigen Vorschlag habe ich im Moment nicht.

    Wenn in dem Beet Erde aus dem Baumarkt ist, kann es auch etwas exotisches sein.

    Rein makroskopisch wird es schon schwierig sein, die richtige Gattung zu finden.

    Vielleicht wenigstens einen Sporenabwurf mit Melzer behandeln?


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Hier noch zwei Sequenzier-Ergebnisse. Natürlich lag ich zweimal falsch :)


    Nr. 1 ist Cortinarius rubrophyllus.

    Nr. 4 ist ein banaler Cortinarius croceus. Da wäre ich nicht drauf gekommen mit dieser Lamellenfarbe.


    LG Raphael

    Na ja, man kann sich ja die Lamellentrama ansehen und deren Metachromasie testen. Ich denke da geht schon was, wenn man sich denn die Zeit fürs Mikro nimmt.

    Teilweise... cystidiatus und chrischonensis lassen sich noch einigermassen anhand der Zystiden unterscheiden.

    Wobei es namhafte Mykologen gibt, die das als inkonstantes Merkmal bei Clitopilus ansehen.

    Genetisch ist es ein Minenfeld, weil Cl. cystidiatus noch nicht definitiv geklärt ist, möglicherweise sogar ein Synonym von Cl. prunulus.


    Für Clitopilus abprunulus muss man Tramahyphen messen, das geht auch noch.


    Der 2024 beschriebene Clitopilus malettii lässt sich wohl morphologisch gar nicht unterscheiden, wenn man die Diagnose liest:

    A Clitopilo prunulo (Scop.) P. Kumm. et a Clitopilo cystidiato Hauskn. & Noordel. differt DNA sequentiis.

    Von den Italienern müsste da noch eine längere Publikation folgen, vielleicht gehen sie dann auf Unterschiede in der Morphologie ein.


    LG Raphael

    Hallo,


    Am Geruch kann man die Arten des Mehlräslings-Aggregats nicht unterscheiden. Zudem nimmt jeder den Geruch etwas anders wahr.

    Das Aggregat besteht inzwischen aus etwa fünf Arten, die teils kaum bestimmbar sind. Essbar sind sie vermutlich alle, wurden ja früher nicht unterschieden und deshalb wohl auch fleissig gegessen.

    Über die Seltenheit kann man nichts sagen, weil kaum jemand jeden Mehlräsling mikroskopiert oder gar sequenziert.


    Hier reicht "Mehlräsling" als Bestimmung völlig.


    Lg Raphael