GriasDi Andreas,
es ist ja nicht so, dass sich L. castoreus und L. ursinus nur nach scharf (sehr und auch sehr schnell scharf) und nicht scharf (bzw. nur langsam und leicht scharf) unterscheiden.
Ich hatte erst letzte Woche einen Sägeblättling als L. castoreus bestimmt, an einem Hainbuchenstamm. Der hatte Hüte, die keine 50mm erreichten, waren komplett, bis auf die äußerste Zuwachskante dunkelbraun befilzt/behaart, relativ dünnfleischig und komplett mild im Geschmack.

Hier noch ein Fund auch an Hainbuche vom letzten Jahr

Die Hüte des vom Matthias oben erwähnten L. ursinus-Fund an Fichtenstamm waren teilweise über 10cm im Durchmesser, dickfleischig, sofort sehr scharf und die Befilzung/Behaarung beschränkte sich nur auf den Wuchsansatz und war nicht so braun.

Das sind also auch makroskopisch zwei komplett unterschiedliche Pilze.
Wenn die Arten dann in der Literatur immer wieder anders interpretiert werden, musst Du dich halt nach einer dieser Interpretationen richten, und den Fund entsprechend benennen. Hier also "senso Gröger", also entsprechend Petersen 2004, nach dessen Monografie sich sein Schlüssel hpts stützt.
An liabn Gruaß,
Werner