Beiträge von beatephmc

    ...darf ich Dir noch zwei weitere Bücher empfehlen? Eines der gelungensten Werke für Anfänger und auch für Kenner ist m.E. definitiv der erst vor ein paar Jahren erschienene Doppelband "Fungi of Temperate Europe" von Laessoe/Petersen. Es ist ein sehr intuitives Bestimmungsbuch mit genialem visuellen Bestimmungszugang über so genannte "Pilzräder", in denen Du von einer Grobauswahl bis auf Artebene geleitet wirst. Es enthält ca. 7000 (!) exzellente Fotos und behandelt, recht ausführlich, schriftlich 2800+ Arten. Wenn ich nur ein einziges Werk besitzen dürfte, dies hier wäre es. Die Nomenklatur ist in weiten Teilen up-to-date, es behandelt im zweiten Band auch eine riesige Fülle von Ascomyceten, und falls Du Dir dann doch mal irgendwann ein Mikro zulegen solltest (geht manchmal schneller als man denkt =o)), wirst Du durch Zeichnungen und Beschreibungen der Mikromerkmale zusätzlich profitieren. Es kostet bei Andreas im Shop für beide Bände ca. 110 Euro, was ein absoluter Kampfpreis im Verhältnis zum Gegenwert ist. Wirklich ein Standardwerk!!


    Mein zweiter Tip ist leider nur auf französisch verlegt, aber ein richtig toller Kompromiß für den Anfang ist m.E. auch "Le Guide des Champignons France et Europe" von Guillaume Eyssartier und Pierre Roux. Ich weiß nicht, ob Du des Französischen mächtig bist, aber man kommt auch mit einem relativ übersichtlichen Wortschatz schon gut zurecht (ich hatte selbst nur 4 Jahre Französisch, und das ist ziemlich lange her, aber nachdem ich am Anfang hin und wieder den Google Kamera-Übersetzer genutzt habe, komme ich jetzt auch prima ohne klar.) Es handelt sich hier um ein allgemeines, aber sehr detailliertes Bestimmungsbuch, welches 3100 Arten in 1500(!) in sehr guten bis hervorragenden Fotos und Texten beschreibt. Hervorzuheben ist hier die, wie ich finde, eine hervorragend gelungene Artabgrenzung, die, wann immer möglich, auch schon makroskopisch erfolgt. Trotzdem wirst Du Dich auch hier eventuell später über detailreiche Mikromerkmale und ggf. chemische Reaktionen freuen. Natürlich ist ein solches Buch nicht so ein Leichtgewicht wie der Pareys, aber ich nehme es erstaunlich häufig mit nach draußen. Bei Abmessungen von 4cm Dicke und 23x12 cm ist das trotz eines nicht unwesentlichen Gewichts echt noch gut machbar. Da die letzte, 4. Ausgabe, erst 20017 erschienen ist, kannst Du Dich auch hier über eine sehr aktuelle Nomenklatur freuen. Es verfügt zusätzlich über einfache, wo immer es geht, makroskopische Schlüssel innerhalb der Gattungen, die erstaunlich gut funktionieren. Natürlich kein Ersatz z.B. der Funga Nordica, aber für einen mehr als ersten Überblick hervorragend. Kostenpunkt schlappe 35 Euro.


    Eigentlich hätte ich Dir ganz gern ein paar Seiten abfotografiert, aber ich bin nicht sicher ob das rechtlich ok ist, google halt mal.

    Ich hoffe, ich konnte Dir helfen, LG, Beate.

    Darf ich vielleicht mal noch Suillellus poikilochromus ins Rennen werfen? (edit: hier war ich nicht aktuell, der heißt jetzt Cupreoboletus poikilochromus. Danke, Beorn!) Bei Bild 4 kam mir dieser Gedanke. Ist zwar eine oft etwas dunklere und ziemlich wärmeliebende Art, aber z.B. in Michal Miksics tollem Boleten-Bildband tauchen dort auch mehrere gelbe Formen auf, die Deinem Exemplar z.T. sehr ähneln. (Auch mit dem auffälligen Rosaton.) Ein Exemplar, das ich vor einigen Jahren gefunden hatte, wurde als solcher bestimmt. Er kam in einer leicht dunkleren Hutform daher, aber ansonsten war er Deinem sehr vergleichbar (Fund vom 22.7.2017 unter Eiche in Bergisch Gladbach, leider kann ich die Fotos grad nicht finden.) Die erst gelben, später leicht rostig anlaufenden Röhren, das starke Blau-schwärzen ohne rötliche Töne im Stiel und vor allem die rostig-rosa-bräunlichen Verfärbungen auf Hut, Stiel und später ja auch an der Röhrenschicht (Bild 4) verbunden mit stark schwärzenden/bläuenden Stellen passen da doch sehr gut, oder? Vielleicht weiß hier ja jemand, ob S.luridus f.primulicolor eine Bataillelinie haben sollte und wie das bei s.poikilochromus ist, dazu kann ich leider nichts sagen. Wäre vielleicht ja auch interessant mal zu schauen, ob ein Tropfen Melzers in der Mitte des Stielfleisches für eine blau-schwarze Verfärbung sorgt (ist ja bei luridus so.) Vielleicht könnte ja auch mal jemand die Sporen anschauen? In der Literatur werden sie bei S.poikilochromus durchschnittlich tatsächlich etwas kleiner angegeben. (Aber keine Ahnung, ob man sich darauf verlassen kann.)

    So oder so, total spannend und ein sehr schöner Fund!

    LG, Beate.

    ...man kann´s ja mal versuchen (seufz.) Leider war ich bei der Funga Nordica andauernd zu spät oder habe beim Bieten immer den Kürzeren gezogen, deshalb probier ich es jetzt nochmal so. Nach meinem Einstieg in die Mikrowelt suche ich die zweibändige Funga Nordica wirklich ganz dringend - wobei für mich gilt: Function statt Fashion. Deshalb würde ich auch für ein echt ramponiertes Doppelexemplar 100 Euro plus den Pareys bezahlen.

    Geht natürlich auch ohne Tausch gegen den Marcel Bon, aber vielleicht ist das ja für den einen oder anderen ein Anreiz? (Der Parey ist, glaub ich, z.B.schon ein ziemlich edles Geschenk für einen lieben Pilzfreund, denn ich habe tatsächlich ein fabrikneues, ungelesenes Exemplar der neuesten deutschen Auflage.)

    Los Leute, macht mich glücklich =o)))


    (...und seid bitte nicht bös daß ich den Pareys vorerst nicht so verkaufen will. Falls es hier nicht klappt möchte ich erst mal auf allen möglichen anderen Kanälen einen Tausch versuchen.)


    Liebe Grüße, Beate.

    ...darf ich mal etwas ganz Blödes fragen: Spricht man bei einer Umfärbung der Ascusspitzen in Lugol nach rot nicht von Anfang an, also auch in dem Stadium, in dem die Ascusspitze noch nicht färbt von Hemiamyloidität statt I- ? (Ist eine echte Frage, bin noch Mikroneuling...) Und, falls ja, wie wird denn das dann geschrieben (I+/- ???) Danke +LG

    Hi, mich erinnern die Sporen total an Hydropus floccipes. Vielleicht mal Hydropus als eine ganz andere Gattungsidee in Betracht ziehen? Ich häng mal einen Link an, schau Dir das mal an. Da scheint es eine gewisse Variationsbreite im Herablaufen der Lamellen zu geben - und makroskopisch kommt das mit dem pruinosen Stiel und vor allem auch der Hutoberfläche ja ganz sexy hin. Bei den Wasserfüßen gibt es ja auch einige kleine Arten mit deutlich herablaufenden Lamellen (z.B. H. moserianus), vielleicht kannst Du Dir die grsamte Gattung mal näher ansehen? Sorry falls das hier völliger Blödsinn ist, ich bin noch nicht so lange dabei und bestimmungstechnisch alles andere als wasserfest... aber die Ähnlichkeit der Sporen ist schon auffällig. LG! Beate.

    Hier der Link:

    Hydropus floccipes - Centro de Estudios Micológicos T. Mariano Losa de Miranda de Ebro

    ...und auf dem zweiten Bild in Vollauflösung ca. 1cm re neben der eingekreisten Morchel, direkt hinter dem Stiel vom Bingelkraut würd ich in freier Wildbahn sicherheitshalber auch nochmal gucken. Gute Besserung und vielen Dank fürs Training - hat prompt gestern funktioniert, lustigerweise 50m von meiner Wohnung entfernt! Bingo, so kanns weitergehen =o))

    Hallo Baasti,

    würdest Du bitte (grob) verraten, in welcher Region Du die Pilze gefunden hast? Wenn das wirklich der Ölbaumtrichterling ist, fänd ich es interessant zu wissen, wie weit nördlich der Fundort liegt. Dankeschön! Und - könntest Du vielleicht noch einige Exemplare etwas später noch einmal fotografieren, von oben, von unten und ein Bild von einem durchgeschnittenen Pilz posten? Das ist für eine auch nur annähernde "Fotobestimmung" in den allermeisten Fällen unumgänglich und interessiert mich hier persönlich sehr.

    Ah, ganz herzlichen Dank lieber Ralf! Das hat jetzt gleich einen ganzen Haufen Fragen erklärt - eine Riesenhilfe! Ich schau direkt mal nach, ob ich im Netz den Schumacher dort finde, auf dem Stick war er nicht. Mit dem Fungi Quebec hatte ich mal rumgespielt, weil der interaktiv ist und die Suche so erst mal sehr bequem eingrenzt, bzw. man durch Abändern einzelner Parameter (ich war mir z.B. über die Interpretation des Sporenornaments so gar nicht sicher) sehr schnell eine neue Gewichtung der einzelnen Parameter/Bestimmungswahrscheinlichkeiten erhält. Ist halt für Anfänger spannend, weil man so quasi während der Bestimmung schon eine Menge über die Einzelmerkmale lernen kann und man bei Fehleinschätzungen schneller "zurückkommt". Aber für eine gute Bestimmung sind das sicher einfach viel zu wenig Arten. Trotzdem ganz interessant (und hat ja immerhin hier das gleiche Ergebnis ausgeworfen.

    Falls jemand den Schlüssel noch nicht kennt und mal etwas spielen möchte, hier ist der Link:


    Hallo liebe Pilzler!


    Diese Scutellinia habe ich in einem dauerfeuchten Erlenbruch auf durchfeuchtetem, bereits stark vermorschtem Holz gefunden (vermutlich Erle.) Da mir Ralf netterweise ein Objektmikrometer geliehen hat, kann ich nun endlich erste Versuche in der Sporenmessung starten. Ich habe die Sporen mit Ralfs Asco-Sporentechnik abwerfen lassen (angehauchten Objektträger auf die Scutellinia gelegt und warme Lampe drüber. Hat prima geklappt, danke Ralf!) Ich habe die Messung jetzt erst mal mit sehr wenigen Sporen gemacht, es dauerte auch so schon gefühlte Ewigkeiten, die Balken im "Makroaufmaßprogramm" genau dort hin zu bekommen, wo ich sie haben wollte. Denkt Ihr, die Meßbalken habe ich so richtig angelegt? Ich habe natürlich versucht, die Sporenornamente nicht einzubeziehen, bin mir aber etwas unsicher ob die Anlage so ok ist.


    Und dazu gleich eine weitere Frage: gibt es im Makroaufmaßprogramm eine Möglichkeit, eine Rechtwinkligkeit der Balken zu erreichen? So hab ich jetzt mal einfach alles nach Augenmaß gemacht, aber das ist natürlich eigentlich halbgar... Und in dem Programm gibt es einen Radiergummi-Button, mit dem man "markierte Messung löschen" kann. Wie aber markiere ich eine der zahlreichen Meßlinien, weiß das zufällig jemand? Ich habe auch leider keine Bedienungsanleitung/Handbuch für das Programm gefunden, gibt es wohl irgendwo eine?

    Die Kalibrierung der Maße scheint gut gelungen zu sein, ich bekomme konsistente Werte bei allen Fotos mit unterschiedlichen Vergrößerungen und auch der Rückcheck mit Mikrometermaßen war erfolgreich.


    Jetzt aber zu der Scutellinia:


    Größe des Fruchtkörpers ca. 3mm, die Färbung auf dem Foto entspricht gut der Originalfärbung.

    Sporenmaße: Durchschnitt aus 7 Messungen in H20 19,78µm x 13,5µm, Q 1,47. Bei einer Referenzmessung an einer anderen Sporengruppe waren es bei 6 Sporen

    19,85x13,4µm und Q 1,46.

    (Helft Ihr mir bitte, wie ich das (auch mit den Ausreißern) fachgerecht aufschreibe?)


    Die Randhaare hatten eine Länge von minimal 272 und maximal 657µm bei natürlich stark variierender Breite (wo muß ich denn da eigentlich messen?) zwischen 20,7 bis 35,2µm. Die Haarwanddicke betrug zwischen 3,5 und 4,7µm. Ich habe 4 bis 15 Septen gezählt. Die Haarbasen waren oft bifurkat bis komplex gegabelt.

    Die Sporenornamente habe ich in mit H2O verdünntem Baumwollblau ungestackt fotografiert (BWB nicht erhitzt.)


    Mit dem mir zur Verfügung stehenden Schlüssel (Fungi Quebec) komme ich zu keinem eindeutigen Ergebnis, bisher paßt Scutellinia olivascens var. minutispora m.E. aber bisher am besten.


    Für ein wenig Bestimmungshilfe und konstruktive Kritik im Sporenmeßstolperfeld wäre ich sehr dankbar =o))

    LG, Beate.
























    Bilder

    • Sscutellinia Nr 2 Text.JPG

    @ Björn: Ganz herzlichen Dank für das Foto, lieb von Dir daß Du es direkt angefertigt hast. Ganz "deckend" oder "kongruent" scheinen bei Dir die Blenden ja auch nicht übereinander und im Lichtkegel zu liegen, aber interessant sind die Unterschiede trotzdem... Jetzt würde mich wirklich mal Thomes´ Foto interessieren... Und, würdest Du bitte noch mal eben schreiben, ob Du den normalen Abbé - Kondensor ( den mit dem herausstehenden Schiebehebel für die Blende) hast, oder den mit der Irisblende? Dankeschön!


    Peter: Auch Dir vielen Dank für die ausführliche Antwort! Aber zu Punkt 2 hatte ich mich wohl nicht sorgfältig genug ausgedrückt: Es ging mir nicht um die Abbildung von "Staub" (der auch gar keiner ist, sondern ein Sporenabwurf von Coprinus micaceus mit dem 10er Objektiv - durch das vorher erfolgte Köhlern erscheint ja die Blendenebene und die Präparatebene scharf) da ist schon klar, daß Staub keine Farbränder auslösen würde. Es ging mir eher um die Abbildung der Blenden, deren visuell inkongruente, verschobene Lage gegeneinander und die Position des Haupt - Lichtkegels innerhalb der Blendenabbildungen. Da könnte ich mir einfach vorstellen, daß sich eine eventuelle Dejustierung des Mikroskops so abbilden könnte...


    Ah, und natürlich danke wegen der Korrektur von Kondensor statt Kondensator - ich Depp hab da die Begriffe verwechselt... Ich korrigier das mal schnell in dem Beitrag oben, ist ja echt peinlich =o)) Aber sehr interessant, daß Du sagst, der Kondensor kann nicht für Farbverschiebungen verantwortlich sein. Ich hatte gedacht, das sei möglich.


    Mit den Objektiven (und dem Preisunterschied zwischen einem 30- und 2000 Euro Objektiv hast Du natürlich recht, aber das Interessante ist doch gerade, daß sehr offensichtlich die GLEICHEN Objektive von Björn so viel besser agieren. Und zwar ja alle, während bei Thomes und mir alle Objektive Farbränder aufweisen, obwohl es sich eigentlich um die gleichen Modelle handeln sollte...

    Aus der Fotografie kenne ich jedenfalls den Effekt, daß es chromatische Abberationen auslösen kann, wenn im Objektiv Linsen dejustiert sind bzw. die Objektivebene nicht plan zur Sensorebene liegt. Dann ist die eine Seite einer plan fotografierten Fläche scharf, die andere unscharf trotz gleichen Abstands des Objekts. Und an der unscharfen Seite treten dann eben auch deutliche Farbränder in den unscharfen Bereichen auf, an der scharfen Gegenseite des Bildes gibt es keine Abbildungsfehler. Deshalb hatte ich es für möglich gehalten, daß bei uns ähnliche Effekte wirken.

    Hmmmhm, Rätsel über Rätsel =o))

    @ Thomes:

    Hi Thomes, ich hab tatsächlich die selben Probleme wie Du! Bezüglich der Objektive: kann es sein, daß Du nicht beide Seiten der Objektive angeschaut hast? Bei meinem 10er und dem 100er steht das "Plan UC" nur auf der "Rückseite"...



    @all:

    Ich habe mir auch schon seit Wochen das Hirn zermartert und überlegt, daß Die Fehler eigentlich einige Gründe haben könnten:


    1. Fehlerhafte/schlechte Objektive (quasi "Vorserienmodelle" oder mangelnder Qualitätskontrolle bei vglw. früher Seriennummer der Mikroskope?)

    Halte ich für sehr unwahrscheinlich, weil auch Dein sündhaft teurer Planapochromat die gleichen Fehler aufweist. Da sollte eine korrekte Fehler-/Qualitätskontrolle über Motic sehr zu erwarten sein. Und Björns Objektive zeigen diese Fehler ja nicht. Festzustellen ist auch, daß ausnahmslos alle Objektive von diesen Farbfehlern betroffen sind, trotz korrekter Köhlerung.


    2. Dejustierung des Mikroskops, entweder durch falschen Zusammenbau oder durch Transportprobleme (meins wurde fertig zusammengebaut geliefert.)

    Das ist für mich leider das mit Abstand wahrscheinlichste Scenario. Ich habe ein recht aufschlußreiches Foto bei doppelt geschlossenen Blenden (sowohl Kondensor- als auch Leuchtfeldblende) bei voll aufgedrehtem Licht mit dem 4er (oder evtl. 10er, weiß ich leider nicht mehr ganz genau) Objektiv gemacht. Dazu ist wohl die Info wichtig, daß ich vorher korrekt geköhlert hatte. Ich versuch es hier mal einzustellen, damit Ihr seht was ich meine. Die "Blendenöffnungen" scheinen nicht plan übereinander zu stehen. Das Foto hatte ich über einen testweise von Herrn Linkenheld zugesendeten C-Adapter ohne Blende über den Phototubus gemacht. (Mit einer MFT Kamera- Olympus OmD Em10 Mk2). Schaut mal:


    Ich fände es sehr hilfreich und sehr nett, wenn Ihr beide (Björn und Thomes) einmal ein gleiches Foto posten würdet. Dann könnte man schon mal sehen, ob und welche Unterschiede da bestehen. Auffällig ist bei meinen Bildern auf jeden Fall, daß sich die Farbverschiebungsproblematik massiv verstärkt, wenn ich stärker abblende. (Was immer das auch zu sagen hat, Physiker bitte an die Front =o)) Außerdem stelle ich eine inkongruente Bildausleuchtung trotz richtiger Köhlerung, besonders gut sichtbar bei den 4er und 10er Objektiven, fest.


    3. In dem Zusammenhang hatte ich mir auch eine Dislokation der Beleuchtungseinheit überlegt. Vielleicht geht die Lichtstrahlung nicht senkrecht in den Kondensor/ ist die LED irgendwie dejustiert? (Keine Ahnung ob das wirklich sein kann, ich bin keine physikalische, äh, Leuchte =o)) Die Auflagen der zusammenmontierten Leuchteneinheit scheinen optisch aber alle ok und fest angeschraubt. Sie läßt sich auch ohne Spiel oder Wackeln fest einsetzen. Und, dagegen spricht: auch ich habe die gleichen Probleme bei Halogen und Blaufilter.

    4. Und dort nochmal weitergedacht (das wäre für mich eine vglw. charmante Lösung): vielleicht liegt es am Abbé Kondensor selbst? Irgendwo hatte ich gelesen, daß es besser farbkorrigierte Kondensoren gibt. Und Motic hat ja auch einen weiteren in der Zubehörliste (leider, wie bei allen Zubehörteilen völlig ohne Erklärung, wozu diese Teile eigentlich da sind.) Deshalb hier eine ganz schräge Idee: Björn, kann es sein, daß Du einen anderen Kondensor verbaut hast (den hochwertigeren als wir, der sonst nur im Zubehör erscheint? Oder ist das doch ein Dunkelfeld oder schlag-mich-tot-Kondensor, der mit der Farbkorrektur gar nix zu tun haben kann?)


    5. Zum Schluß hatte ich mir auch eine fehlerhafte Distanz zwischen Objektiv und Präparat überlegt. (Zu große Deckglas-/ Objektträgerdicke). Das kann aber eigentlich nicht sein, denn die Probleme treten ja auch bei den 4er und 10er Objektiven auf.


    Eine Entstehung der Farbränder durch wie auch immer geartete Photoadaption kann ich ausschließen, denn die Farbränder sind auch ohne Kamera bei Blick durch die Okulare sofort deutlich sichtbar.


    Noch eine Abschlußfrage an Dich, Thomes: Hast Du eigentlich auch ein Problem mit inkongruenter Beleuchtungsregulierung? Bei mir reagiert der Drehknopf nicht wirklich regelmäßig, überspringt manchmal einige Lichtstufen und ich muß dann einige Male hin- und herkorrigieren, um die richtige Beleuchtung zu erwischen. Das stört mich nicht besonders, ist aber bei diesen anderen Problemen vielleicht doch auch relevant für die Farbsäume?


    Uh, es ist ein Fluch in Physik so wenig aufgepaßt zu haben. Und leider sind für mich diese Probleme nicht so einfach über Motic oder Herrn Linkenheld zu lösen, weil ich ein gebrauchtes Gerät ohne gültige Garantieurkunde habe. Aber die gute Nachricht zum Schluß: Ich LIEBE meine vermackte Farbschleuder trotzdem heiß und innig und mein Schätzchen eröffnet mir trotzdem ungeahnte Welten. Allerdings habe ich auch nicht annähernd den vollen Preis bezahlt. Wenn ich Garantie drauf hätte oder eine Reparatur kostengünstig machbar wäre (z.B. durch einen anderen Kondensor) wäre ich aber trotzdem die erste, die "HIER!" schreien würde...


    Lieber Björn und lieber Thomes, oder auch liebe Physikkenner, schreibt Ihr mal zurück? Ich wäre für jede Hilfe sehr dankbar und bin gespannt wie ein Flitzebogen, ob sich unsere Probleme lösen lassen...

    Ganz liebe Grüße und stay safe,

    Beate.