Beiträge von beatephmc

    Hallo Baasti,

    würdest Du bitte (grob) verraten, in welcher Region Du die Pilze gefunden hast? Wenn das wirklich der Ölbaumtrichterling ist, fänd ich es interessant zu wissen, wie weit nördlich der Fundort liegt. Dankeschön! Und - könntest Du vielleicht noch einige Exemplare etwas später noch einmal fotografieren, von oben, von unten und ein Bild von einem durchgeschnittenen Pilz posten? Das ist für eine auch nur annähernde "Fotobestimmung" in den allermeisten Fällen unumgänglich und interessiert mich hier persönlich sehr.

    Ah, ganz herzlichen Dank lieber Ralf! Das hat jetzt gleich einen ganzen Haufen Fragen erklärt - eine Riesenhilfe! Ich schau direkt mal nach, ob ich im Netz den Schumacher dort finde, auf dem Stick war er nicht. Mit dem Fungi Quebec hatte ich mal rumgespielt, weil der interaktiv ist und die Suche so erst mal sehr bequem eingrenzt, bzw. man durch Abändern einzelner Parameter (ich war mir z.B. über die Interpretation des Sporenornaments so gar nicht sicher) sehr schnell eine neue Gewichtung der einzelnen Parameter/Bestimmungswahrscheinlichkeiten erhält. Ist halt für Anfänger spannend, weil man so quasi während der Bestimmung schon eine Menge über die Einzelmerkmale lernen kann und man bei Fehleinschätzungen schneller "zurückkommt". Aber für eine gute Bestimmung sind das sicher einfach viel zu wenig Arten. Trotzdem ganz interessant (und hat ja immerhin hier das gleiche Ergebnis ausgeworfen.

    Falls jemand den Schlüssel noch nicht kennt und mal etwas spielen möchte, hier ist der Link:


    Hallo liebe Pilzler!


    Diese Scutellinia habe ich in einem dauerfeuchten Erlenbruch auf durchfeuchtetem, bereits stark vermorschtem Holz gefunden (vermutlich Erle.) Da mir Ralf netterweise ein Objektmikrometer geliehen hat, kann ich nun endlich erste Versuche in der Sporenmessung starten. Ich habe die Sporen mit Ralfs Asco-Sporentechnik abwerfen lassen (angehauchten Objektträger auf die Scutellinia gelegt und warme Lampe drüber. Hat prima geklappt, danke Ralf!) Ich habe die Messung jetzt erst mal mit sehr wenigen Sporen gemacht, es dauerte auch so schon gefühlte Ewigkeiten, die Balken im "Makroaufmaßprogramm" genau dort hin zu bekommen, wo ich sie haben wollte. Denkt Ihr, die Meßbalken habe ich so richtig angelegt? Ich habe natürlich versucht, die Sporenornamente nicht einzubeziehen, bin mir aber etwas unsicher ob die Anlage so ok ist.


    Und dazu gleich eine weitere Frage: gibt es im Makroaufmaßprogramm eine Möglichkeit, eine Rechtwinkligkeit der Balken zu erreichen? So hab ich jetzt mal einfach alles nach Augenmaß gemacht, aber das ist natürlich eigentlich halbgar... Und in dem Programm gibt es einen Radiergummi-Button, mit dem man "markierte Messung löschen" kann. Wie aber markiere ich eine der zahlreichen Meßlinien, weiß das zufällig jemand? Ich habe auch leider keine Bedienungsanleitung/Handbuch für das Programm gefunden, gibt es wohl irgendwo eine?

    Die Kalibrierung der Maße scheint gut gelungen zu sein, ich bekomme konsistente Werte bei allen Fotos mit unterschiedlichen Vergrößerungen und auch der Rückcheck mit Mikrometermaßen war erfolgreich.


    Jetzt aber zu der Scutellinia:


    Größe des Fruchtkörpers ca. 3mm, die Färbung auf dem Foto entspricht gut der Originalfärbung.

    Sporenmaße: Durchschnitt aus 7 Messungen in H20 19,78µm x 13,5µm, Q 1,47. Bei einer Referenzmessung an einer anderen Sporengruppe waren es bei 6 Sporen

    19,85x13,4µm und Q 1,46.

    (Helft Ihr mir bitte, wie ich das (auch mit den Ausreißern) fachgerecht aufschreibe?)


    Die Randhaare hatten eine Länge von minimal 272 und maximal 657µm bei natürlich stark variierender Breite (wo muß ich denn da eigentlich messen?) zwischen 20,7 bis 35,2µm. Die Haarwanddicke betrug zwischen 3,5 und 4,7µm. Ich habe 4 bis 15 Septen gezählt. Die Haarbasen waren oft bifurkat bis komplex gegabelt.

    Die Sporenornamente habe ich in mit H2O verdünntem Baumwollblau ungestackt fotografiert (BWB nicht erhitzt.)


    Mit dem mir zur Verfügung stehenden Schlüssel (Fungi Quebec) komme ich zu keinem eindeutigen Ergebnis, bisher paßt Scutellinia olivascens var. minutispora m.E. aber bisher am besten.


    Für ein wenig Bestimmungshilfe und konstruktive Kritik im Sporenmeßstolperfeld wäre ich sehr dankbar =o))

    LG, Beate.
























    Bilder

    • Sscutellinia Nr 2 Text.JPG

    @ Björn: Ganz herzlichen Dank für das Foto, lieb von Dir daß Du es direkt angefertigt hast. Ganz "deckend" oder "kongruent" scheinen bei Dir die Blenden ja auch nicht übereinander und im Lichtkegel zu liegen, aber interessant sind die Unterschiede trotzdem... Jetzt würde mich wirklich mal Thomes´ Foto interessieren... Und, würdest Du bitte noch mal eben schreiben, ob Du den normalen Abbé - Kondensor ( den mit dem herausstehenden Schiebehebel für die Blende) hast, oder den mit der Irisblende? Dankeschön!


    Peter: Auch Dir vielen Dank für die ausführliche Antwort! Aber zu Punkt 2 hatte ich mich wohl nicht sorgfältig genug ausgedrückt: Es ging mir nicht um die Abbildung von "Staub" (der auch gar keiner ist, sondern ein Sporenabwurf von Coprinus micaceus mit dem 10er Objektiv - durch das vorher erfolgte Köhlern erscheint ja die Blendenebene und die Präparatebene scharf) da ist schon klar, daß Staub keine Farbränder auslösen würde. Es ging mir eher um die Abbildung der Blenden, deren visuell inkongruente, verschobene Lage gegeneinander und die Position des Haupt - Lichtkegels innerhalb der Blendenabbildungen. Da könnte ich mir einfach vorstellen, daß sich eine eventuelle Dejustierung des Mikroskops so abbilden könnte...


    Ah, und natürlich danke wegen der Korrektur von Kondensor statt Kondensator - ich Depp hab da die Begriffe verwechselt... Ich korrigier das mal schnell in dem Beitrag oben, ist ja echt peinlich =o)) Aber sehr interessant, daß Du sagst, der Kondensor kann nicht für Farbverschiebungen verantwortlich sein. Ich hatte gedacht, das sei möglich.


    Mit den Objektiven (und dem Preisunterschied zwischen einem 30- und 2000 Euro Objektiv hast Du natürlich recht, aber das Interessante ist doch gerade, daß sehr offensichtlich die GLEICHEN Objektive von Björn so viel besser agieren. Und zwar ja alle, während bei Thomes und mir alle Objektive Farbränder aufweisen, obwohl es sich eigentlich um die gleichen Modelle handeln sollte...

    Aus der Fotografie kenne ich jedenfalls den Effekt, daß es chromatische Abberationen auslösen kann, wenn im Objektiv Linsen dejustiert sind bzw. die Objektivebene nicht plan zur Sensorebene liegt. Dann ist die eine Seite einer plan fotografierten Fläche scharf, die andere unscharf trotz gleichen Abstands des Objekts. Und an der unscharfen Seite treten dann eben auch deutliche Farbränder in den unscharfen Bereichen auf, an der scharfen Gegenseite des Bildes gibt es keine Abbildungsfehler. Deshalb hatte ich es für möglich gehalten, daß bei uns ähnliche Effekte wirken.

    Hmmmhm, Rätsel über Rätsel =o))

    @ Thomes:

    Hi Thomes, ich hab tatsächlich die selben Probleme wie Du! Bezüglich der Objektive: kann es sein, daß Du nicht beide Seiten der Objektive angeschaut hast? Bei meinem 10er und dem 100er steht das "Plan UC" nur auf der "Rückseite"...



    @all:

    Ich habe mir auch schon seit Wochen das Hirn zermartert und überlegt, daß Die Fehler eigentlich einige Gründe haben könnten:


    1. Fehlerhafte/schlechte Objektive (quasi "Vorserienmodelle" oder mangelnder Qualitätskontrolle bei vglw. früher Seriennummer der Mikroskope?)

    Halte ich für sehr unwahrscheinlich, weil auch Dein sündhaft teurer Planapochromat die gleichen Fehler aufweist. Da sollte eine korrekte Fehler-/Qualitätskontrolle über Motic sehr zu erwarten sein. Und Björns Objektive zeigen diese Fehler ja nicht. Festzustellen ist auch, daß ausnahmslos alle Objektive von diesen Farbfehlern betroffen sind, trotz korrekter Köhlerung.


    2. Dejustierung des Mikroskops, entweder durch falschen Zusammenbau oder durch Transportprobleme (meins wurde fertig zusammengebaut geliefert.)

    Das ist für mich leider das mit Abstand wahrscheinlichste Scenario. Ich habe ein recht aufschlußreiches Foto bei doppelt geschlossenen Blenden (sowohl Kondensor- als auch Leuchtfeldblende) bei voll aufgedrehtem Licht mit dem 4er (oder evtl. 10er, weiß ich leider nicht mehr ganz genau) Objektiv gemacht. Dazu ist wohl die Info wichtig, daß ich vorher korrekt geköhlert hatte. Ich versuch es hier mal einzustellen, damit Ihr seht was ich meine. Die "Blendenöffnungen" scheinen nicht plan übereinander zu stehen. Das Foto hatte ich über einen testweise von Herrn Linkenheld zugesendeten C-Adapter ohne Blende über den Phototubus gemacht. (Mit einer MFT Kamera- Olympus OmD Em10 Mk2). Schaut mal:


    Ich fände es sehr hilfreich und sehr nett, wenn Ihr beide (Björn und Thomes) einmal ein gleiches Foto posten würdet. Dann könnte man schon mal sehen, ob und welche Unterschiede da bestehen. Auffällig ist bei meinen Bildern auf jeden Fall, daß sich die Farbverschiebungsproblematik massiv verstärkt, wenn ich stärker abblende. (Was immer das auch zu sagen hat, Physiker bitte an die Front =o)) Außerdem stelle ich eine inkongruente Bildausleuchtung trotz richtiger Köhlerung, besonders gut sichtbar bei den 4er und 10er Objektiven, fest.


    3. In dem Zusammenhang hatte ich mir auch eine Dislokation der Beleuchtungseinheit überlegt. Vielleicht geht die Lichtstrahlung nicht senkrecht in den Kondensor/ ist die LED irgendwie dejustiert? (Keine Ahnung ob das wirklich sein kann, ich bin keine physikalische, äh, Leuchte =o)) Die Auflagen der zusammenmontierten Leuchteneinheit scheinen optisch aber alle ok und fest angeschraubt. Sie läßt sich auch ohne Spiel oder Wackeln fest einsetzen. Und, dagegen spricht: auch ich habe die gleichen Probleme bei Halogen und Blaufilter.

    4. Und dort nochmal weitergedacht (das wäre für mich eine vglw. charmante Lösung): vielleicht liegt es am Abbé Kondensor selbst? Irgendwo hatte ich gelesen, daß es besser farbkorrigierte Kondensoren gibt. Und Motic hat ja auch einen weiteren in der Zubehörliste (leider, wie bei allen Zubehörteilen völlig ohne Erklärung, wozu diese Teile eigentlich da sind.) Deshalb hier eine ganz schräge Idee: Björn, kann es sein, daß Du einen anderen Kondensor verbaut hast (den hochwertigeren als wir, der sonst nur im Zubehör erscheint? Oder ist das doch ein Dunkelfeld oder schlag-mich-tot-Kondensor, der mit der Farbkorrektur gar nix zu tun haben kann?)


    5. Zum Schluß hatte ich mir auch eine fehlerhafte Distanz zwischen Objektiv und Präparat überlegt. (Zu große Deckglas-/ Objektträgerdicke). Das kann aber eigentlich nicht sein, denn die Probleme treten ja auch bei den 4er und 10er Objektiven auf.


    Eine Entstehung der Farbränder durch wie auch immer geartete Photoadaption kann ich ausschließen, denn die Farbränder sind auch ohne Kamera bei Blick durch die Okulare sofort deutlich sichtbar.


    Noch eine Abschlußfrage an Dich, Thomes: Hast Du eigentlich auch ein Problem mit inkongruenter Beleuchtungsregulierung? Bei mir reagiert der Drehknopf nicht wirklich regelmäßig, überspringt manchmal einige Lichtstufen und ich muß dann einige Male hin- und herkorrigieren, um die richtige Beleuchtung zu erwischen. Das stört mich nicht besonders, ist aber bei diesen anderen Problemen vielleicht doch auch relevant für die Farbsäume?


    Uh, es ist ein Fluch in Physik so wenig aufgepaßt zu haben. Und leider sind für mich diese Probleme nicht so einfach über Motic oder Herrn Linkenheld zu lösen, weil ich ein gebrauchtes Gerät ohne gültige Garantieurkunde habe. Aber die gute Nachricht zum Schluß: Ich LIEBE meine vermackte Farbschleuder trotzdem heiß und innig und mein Schätzchen eröffnet mir trotzdem ungeahnte Welten. Allerdings habe ich auch nicht annähernd den vollen Preis bezahlt. Wenn ich Garantie drauf hätte oder eine Reparatur kostengünstig machbar wäre (z.B. durch einen anderen Kondensor) wäre ich aber trotzdem die erste, die "HIER!" schreien würde...


    Lieber Björn und lieber Thomes, oder auch liebe Physikkenner, schreibt Ihr mal zurück? Ich wäre für jede Hilfe sehr dankbar und bin gespannt wie ein Flitzebogen, ob sich unsere Probleme lösen lassen...

    Ganz liebe Grüße und stay safe,

    Beate.

    Oh, wie schön! Der äußerst ergiebige Standort bei mir um die Ecke in der City (2 Jahre in Folge ca. je 200 FK) ist vor im Herbst letzten Jahres teilweise in Parkplätze umgewandelt worden. Und das Areal direkt um die Zeder wurde mit ca. 70cm Erdaushub zugekippt und dann anschließend mit Rasen eingesät. Das ist natürlich traurig aber leider absolut innenstadttypisch. Trotzdem wird es interessant sein, zu sehen ob sich in den nächsten Jahren dort mykologisch wieder etwas tut. Gedüngt wird dort angeblich nicht mehr...

    Für eine klasse Orientierung auch offline (!), ein sehr praktisches Wegpunktsystem (u.a. mit direkter Hinterlegung von zugeordneten Fotos und offline-Navi zum Wegpunkt), Tracking undundund kann ich Dir nur wärmstens die kostenlose "Orux Maps" empfehlen. (Google mal!) Ich finde, das ist die ideale Pilzlerapp und sie hat mich noch nie im Stich gelassen. Basiert auf Open Street Maps mit verschiedenen auswählbaren Mapsforge- Themen. Auch im Ausland der Kracher, einfach vorher die passende Karte zur Offlinenutzung aufs Handy laden. Extrem detailliert! Aber Achtung: die App ist wirklich mächtig, ohne einmal vorher ins Handbuch gucken geht da nix...

    Ehrlich Ralf, das sind absolut umwerfende Fotos! Besonders Bild Nr. 5 hat es mir angetan, das würd ich mir am liebsten übers Bett hängen. Aber "Raus mit Euch" reicht leider nicht so richtig - hier in BG ist bis auf ein paar Rindenpilze völlig tote Hose.... Um so mehr freut mich Euer Farbenreigen, daran kann man sich so richtig winterberauschen. LG, Beate.