Alles anzeigen"Tierversuche, die der Erforschung, dem Schutz und der Therapie von Tieren selbst dienen können unter das strenge Tierschutzgesetz fallen. Wenn man herausfinden wolle, wie ein
Steinadler fliege, könne diese Untersuchung nur am Steinadler selbst erfolgen. Nutze man dazu telemetrische Methoden, so sei dies ein Tierversuch – selbst wenn die Erkenntnisse aus den Untersuchungen unmittelbar dem Schutz der untersuchten Art zugutekommen."
Ich selbst habe eigentlich keine Kompetenz mich hier weiter an der Diskussion zu beteiligen und nur eine beobachtende Meinung dazu. Deine politische Einschätzung ist mir zu einseitig und Lobbyisten gibt es in jede Richtung. Sie setzt auch voraus, dass man die gesellschaftliche Entwicklung, zunehmend mit Experimentalcharakter, in die von Dir gewünschte Richtung vorbehaltlos unterstützt.
Beste Grüße
Stefan F.
Moin Stefan,
gegen diese Art Versuche am Tier habe ich überhaupt nichts. Aber diese zählen ja wirklich zu den seltenen Ausnahmen. Bei der Verhaltensforschung werden ja auch weder die überzähligen Tiere noch die gesamte Versuchsreihe nach dem Versuch getötet.
Eigentlich ist das nichts für's Pilzforum, aber Schupfis Beitrag hat mich getriggert.
Ich hadere, weil die Erforschung von Ersatzmethoden so langsam vorangeht. Ohne sie wird man vom Tierversuch bei Chemikalien, Medikamentenerprobung u.a. nicht wegkommen.
Und ganz schlecht finde ich, den Bereich, der gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, die Grundlagenforschung am Tier. Dass sich die Forscher hier eingerichtet haben (Zitat oben) und dort nach wie vor die besten Karrierechancen haben, obwohl die Ergebnisse dort lediglich die Speicherplätze dieser Welt überquellen lassen und wenig praktischen Nutzen für die Menschheit besitzen. Während in zahllosen anderen Bereichen z.B. an unseren Lieblingen, den Pilzen, nur sehr wenig Grundlagenforschung durchgeführt werden kann. Weil eben die allermeisten Forschungsgelder in die "altbewährte" Grundlagenforschung an der Maus fließen.
Da denke ich, würde es politische Lenkung brauchen - z.B. Für Grundlagenforschung am Tier gibt's nur noch halb so viel Geld. Die anderen Hälfte soll in andere Forschungen fließen.
Rhetorische Frage Stefan: Was denkst du, wer alles tun würde, um so eine Entscheidung zu verhindern und über ausreichenden Einfluss und Intelligenz verfügt? Genau! Das meine ich mit dem Lobbyismus, der verhindert, Neues zu wagen. Diese Bequemlichkeit, das Verharren auf eingetretenen Wegen in Verbindung mit starken Lobbygruppen hat u.A. dazu geführt, das Deutschlands Automobilindustrie abgehängt wurde.
Alles anzeigenHuhu Wutzi,
nur kurz, weil ich langsam ins Bett muss.
Bei deinem ersten Absatz verstehe ich den Zusammenhang zwischen Gesetzen, Lobbyisten und wissenschaftlicher Forschungsmethode nicht so recht. Wenn sich da eine Gruppe von Wissenschaftlern gefunden hat, die gut davon leben kann die gesundheitliche Perspektive von Ratten und Mäusen verbessern zu wollen, wo soll da das Gesetz eingreifen?
Das ist doch eher eine wissenschaftliche Debatte die man führen sollte und politisch vielleicht noch eine Debatte über die Verteilung von Fördermitteln.
Oder habe ich da einen blinden Fleck und das ist irgendwo gesetzlich reglementiert?
Nachti!
Schupfi
Moin Schupfi,
auf welchen Absatz beziehst du dich? Das Zitat?
Es gibt zwar eine Hand voll Forscher, die den Fokus auf dem Tierwohl hat, aber um die geht es hier nicht. Der Verbesserung der Gesundheit von Ratten und Mäusen dient die Forschung am Tier definitiv nicht.
Im Zitat geht es um Grundlagenforschung, also darum, was passiert wenn man an gentechnisch veränderte Mäusen herumexperimentiert. Darauf haben sich Forscher spezialisiert, die immer wieder ähnliche Anträge auf Forschungsmittel stellen und sich nicht umorientieren. Die bekannten Wege sind erfolgversprechend.
Und ja, es geht ums Geld.
Die staatlichen Forschungsmittel gibt der Staat an die Deutschen Forschungsgesellschaft. Die werden nicht politisch sondern von Wissenschaftlern verwaltet. Und da beginnt der Kreislauf, der durchbrochen werden muss. Neue Wege sind risikoreich, ungewiss. Schließlich sind Wissenschaftler und Forscherinnen auch nur Menschen, die eine Familie ernähren und gut leben wollen. Das Scheitern auf bislang unerforschtem Gebiet bedeutet einen Karriereknick. Da muss sich was ändern.
Über den Einfluss von Außen durch die Fremdmittel, ohne die keine Forschung mehr auskommt, will ich hier nicht eingehen. Ein weites Feld. Aber definitiv nichts fürs Onlinetreffen
.
Obwohl - das ist ja jetzt die Kurve zu den Wirkstoffen in den Pilzen und zu den Geheimnissen, die ihnen sonst noch innewohnen. Ich denke sie besitzen Potenziale, die uns bei der Bewältigung vieler Probleme helfen können. Umweltgifte, Baustoffe, Reparatur von Ökosystemen, spinne ich mal so vor mich hin. Aber so lange es keine wirtschaftlichen Interessen gibt, wird die Erforschung der Pilze weiter nur schleppend vorangehen. Bei fast 3,7 Milliarden Fördermitteln, die der Bund jährlich für Forschung ausgibt, sollte eigentlich mehr drin sein. Also ich finde das blöd.

. Der Schnupfi heißt übrigens Schupfi, aber jahreszeitbedigt kann der andere Name sicher auch mal passen.