Beiträge von Wutzi

    Hallo zusammen. Heute waren die ersten Gartenarbeiten dran. Der vertrocknete Färberginster musste abgeschnitten werden. Pilztechnisch war das recht erbaulich, echte Pilznerds wären begeistert gewesen. Ich habe allerdings nur zu zwei Arten eine Idee. Aber vielleicht fällt euch ein, womit ich vergleichen kann.


    Dass sollten warzige Drüslinge sein.


    Diese Schichtpilze erinnern mich an den Violetten Knorpelschichtpilz. Aber sicher bin ich da nicht. Ich kenne sie nicht so weinrot sondern eher mit Violettönen.


    Dann gab’s winzige Becherlinge.


    Jetzt wird’s kompliziert. Vielleicht ist/war das mal ein Schleimpilz. Oder auch nicht.


    Eine schicke aber namenlose orangeraune Kruste.


    Das sind Pilzprofi-Pilze. Pyrenos vielleicht? Davon gab’s unfangreichen Befall.


    Die Pilze waren auf zwei Büsche verteilt. Eine schöne Alternative, wenn im Wald wenig los ist.

    Der Pilzspürhund hat heute seinen 10. Geburtstag. Wir haben ihm einen Spaziergang am Thüringer Kältepol geschenkt :gpfeiffen:.






    Die Brunnenkresse hat noch zu kämpfen.


    Der Modderhund brauchte am Ende ein Sitzbad.


    Die Geburtstagsblumen blieben draußen.


    Zum Schluß gab’s einen Empfang (von Manfred der Kackbratze) und Leckerlis. Der Jubilar ist hochzufrieden und verarbeitet nunmehr die Ereignisse bei einem Nickerchen.

    Jo. Stefans Vortrag hat wieder ein bisschen mehr Licht in meine mykologische Dunkelkammer gebracht. Da schließ ich mich dem Dank doch gerne an.


    Und dank Irmgards Einordnung muss ich mir nach Stefans Vortrag auch nicht die Zähne an der Tischkante ausbeißen. Danke ganz besonders auch dafür!


    Das hätte frau eigentlich ahnen können. Warum sollte es bei den Pilzen auch anders laufen, als in anderen Wissenschaftsbereichen.

    Jetzt kann ich die Gattungssplitterei und Neubenennungen mit einem altersweisen Lächeln zur Kenntnis nehmen, völlig ohne Frust. Ich schreib jetzt überall agg. dran und schon ist zumindest meine Pilzwelt wieder in Ordnung.

    Ich stelle dabei einige Artenaggregate vor, wie man die trennen kann und welche Widrigkeiten in der Pilzbestimmung heutzutage so zu erwarten sind.


    Ich bin schon deshalb dabei, weil ich euch mit meinem Frust darüber nerven möchte😆.

    Nö King Stropharia. Es hat, nach allem, was ich gehört habe, nur 3 Fälle gegeben. Und da viele Menschen ständig Judasohren essen, müssen die drei wirklich sehr viele verspeist haben. Da die Behandlung nur symptomatisch erfolgt, sind die wohl auch nicht lebensbedrohlich. Iss mal ruhig deine Öhrchen, aber nicht jeden Tag nen ganzen Topf voll.

    Zu Judasohren noch mein Senf, weil ich mich gerade mit dem Thema Heilpilze beschäftige.

    Die sind ziemlich gesund und werde in der TCM eingesetzt. Vor allem sind sie durchblutungsfördernd. Man sollte sie allerdings nicht in zu großer Menge und vor allem nicht zusammen mit anderen Blutverdünnern konsumieren.


    Seit dem Vortrag der ÖMG letzten Donnerstag über Pilzvergiftungen weiß ich, dass es sogar ein Vergiftungssyndrom gibt, das auf dem Wirkstoff des Judasohrs basiert. Das Szechwan-Syndrom. Es äußert sich durch innere und äußere Blutungen, Nasenbluten oder Hautblutungen.

    Also wie immer gilt: Die Menge macht das Gift.

    Dabei bin ich. Hab aber nur ein einziges Foto. Das was ich letzte Woche nicht auf Anhieb gefunden habe. Dreimal dürft ihr raten, um welches Thema es geht. :grofl:

    Wer erinnert sich bei einem akuten Nierenversagen daran, vor 14 Tagen Pilze gegessen zu haben?

    Natürlich niemand, Stefan,. Einzig vielleicht der Schwiegersohn ;). Das macht das Orellanin ja so besonders. Davon gibts bei den tausenden Arten sicher noch andere auf lange Zeiträume ausgerichtete Gifte. Die findet niemand so ohne weiteres heraus, weil ja niemand weiß, nach welchemStoff er suchen soll.

    Vor allem war in diesen Platten immer das gute alte Formaldehyd. Das ist vielen Bewohnern der mit diesen Platten ausgekleideten Behausungen gar nicht gut bekommen. Das scheint die Orangeseitlinge kein bisschen zu stören. Prachtkerlchen!

    Hallo Brummel, interessantes Thema. Da ich mich gerade mit Heilpilzen befasse, weiß ich zwar, was drin ist und wofür die gut sind, aber nichts über die kulinarische Verwertbarkeit. Hier heimische Tremellas sollen ja auch essbar sein. Ich stell mir die roh und frisch verarbeitet so ähnlich wie Götterspeise ohne Geschmack vor. Vielleicht wären die Tremellas geeignet für ein Dessert mit reichlich Apfelsinen-Glühweingelee oder so zu einer Mousse verbreitet. Irgendwie musst du jedenfalls Geschmack in den Glibber bekommen. Wenn du eine Köstlichkeit draus zauberst, lass es uns wissen.

    So ist es Stefan. Und die Sporen sollen ja nach allem, was ich gelernt habe, nur Menschen mit stark geschädigtem Immunsystem befallen. Also während einer Chemo sollte man/frau tunlichst nicht am Spaltblättling schnuppern. Wenn er den gegart ist, dürfte es mit der Mobilität der Sporen also nicht mehr so weit her sein.

    Sehr schöne Winteridee, Steffen.

    Das ist Manfred die Kackbratze:

    Man Manfred!


    Manfred der Killer


    Manfred beim Gassigehen


    Manfred mit Besuch von Günter


    Manfred und Minnie


    Manfred bei Siesta

    Hi Schupfi,

    Gesetze spielen da mit rein, wo sie zu Tierversuchen verpflichten, EU-ChemikalienVO REACH oder bei der Zulassung von Medikamenten. Da darfst du nicht einfach den Tierversuch übergehen und statt dessen an einem anderen Modell forschen. Das braucht auch eine Zulassung.


    Mittlerweile zugelassene Ersatzmethoden zu Tierversuchen in der Anwendung wären z.B. bebrütete Eier (damit werden in Jena Qanopartikel getestet), Draize-Test statt Kaninchenaugen um die Reizwirkung von Chemikalien zu testen, menschliche Haut (Pads aus Züchtungen von OP-Abfällen) statt Meerschweinchen und eben der "Human on the Chip". Ob der mittlerweile eine Zulassung hat, weiß ich gar nicht, aber er wird auf alle Fälle schon eingesetzt, um frühere Tierversuchstests zu validieren.


    Eins der Probleme ist, dass Wissenschaftler, die ihr Leben lang mit und von Tierversuchen gelebt haben, sich schwer tun, etwas Anderes zu machen. Aber Biologen, Biochemiker etc. sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Sie könnten sich umorientieren. Im Moment ist es für sie jedoch attraktiver das nicht zu tun. Auf vertrautem Terrain, hin und wieder eine Veröffentlichung in Nature oder Science und ein sicherer Job. Wenn das Geld für Tierversuche umgelenkt würde in andere Forschungssparten, wäre das ein guter Antrieb für alternative Forschungen.


    Es gibt keine gesetzlichen Bevorzugungen klassischen Tierversuche. Sie bekommen einfach das größte Stück vom Kuchen, weil sie eine starke Lobby haben und sich gut verkaufen. Du kennst doch die Ankündigungen: Erfolgversprechendes Medikament zur Heilung von XY entdeckt. Wenn du im Folgejahr nachfragst, hat das dann doch nicht geklappt. Aber natürlich entstehen aus dieser Art Forschung im Einzelfall auch nützliche Erkenntnisgewinne. Nur sind sie eben verschwindend gering für die Geldströme die Jahr für Jahr in das System fließen.


    Grundsätzlich ist jede Forschung frei. So steht es in der Verfassung. Natürlich auch die Grundlagenforschung. Sie kann natürlich durch andere Rechte eingeschränkt werden (Tierschutzgesetz, TierversuchsVO z.B.). Am Ende läuft es auf eine Abwägung der Rechtsgüter hinaus. Ersatzmethoden in der Grundlagenforschung gibt es nicht. Grundlagenforschung kann in allen Fachbereichen und überall betrieben werden, wo es darum geht, Erkenntnisse zu gewinnen, am Pilz, an der Kartoffel, an physikalischen oder mathematischen Aufgabenstellungen, empirischen Untersuchungen. Es geht ausschließlich um Erkenntnisgewinnung, wozu ist erst mal egal. Ich mach’s mal an einem Beispiel: Man kann einer Nachtigall Elektroden in den Kopf bohren, um daraus irgendwelche Erkenntnisgewinne zu erzielen oder die dreimillionste Maus im Jahr im Tierversuch mit einer nur um ein my abweichenden Fragestellung untersuchen, oder man kann tausende unerforschte Pilze auf den Kopf stellen mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen: Können die Gifte (welche?) aus ihrer Umgebung einsetzen, Öl oder Plastik verstoffwechseln und so was. Ich würde mir eine ganze Menge mehr Nützliches für unsere Zukunft aus dieser Art Forschung versprechen. Aber die Forschung ist frei. Sie hat die Wahl.

    Ja, die Forschungen am Pilz laufen auch, ich weiß. Aber von dem Geld was für aus meiner Sicht völlig unnötige Forschung verplempert wird, könnte hier viel mehr getan werden.


    Der Forscher, den ich zitiert habe, kam aus der Grundlagenforschung an der Maus und arbeitet jetzt an Ersatzmethoden. Alles aufzuschreiben würde jetzt den Rahmen sprengen. Vielleicht können wir mal drüber plaudern.


    Und du hast Recht Schupfi, nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Ich habe mal gerade in die Berliner Versuchstierstatistik geschaut. Da ist die Zahl der getöteten Versuchstiere auf 180.000 zurückgegangen. Vielleicht hat sich ja mittlerweile herumgesprochen, dass die validierten Ersatzmethoden sicherer sind. Und kostengünstiger.


    Lieber Stefan, das ist schon klar. Aber die DFG entscheidet allein über 3,7 Mrd. Forschungsmittel pro Jahr. Bei diesem Geld redet der Staat nicht rein. Ein großer Anteil fließt von dort in die Tierversuchsforschung. Und hier wäre ein Ansatz umzusteuern.

    Die Länder schaffen mal hier und da ein Graduiertenkolleg und eine Professur für Ersatzmethoden. Aber ansonsten mischen sie sich nicht in die Autonomie der Hochschulen ein und schon gar nicht und die der Forschungsgesellschaften wie z.B. das MDC bei der Helmholtz-Gesellschaft einer der zumindest von ein paar Jahren größten Tierversuchsanstalt.