Mehrjähriger effuser Porling mit süßlichem Geruch auf alter Buche

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 289 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Pedro.

  • Liebe Pilzfreunde,


    letzte Woche habe ich auf einer alten, gefällten Buche (EDIT: ich hatte ursprünglich Buche notiert, aber aufgrund der rissigen Rindenstruktur hatte ich das dann zu Eiche revidiert; es ist aber doch Buche) einen effusen Porling gefunden, der stark nach Handcreme und Anis riecht und durch diesen sehr speziellen Geruch hoffentlich gut bestimmbar sein könnte. Ich glaube, der FK ist effuso-resupinat, aber da er sich an der Oberkante doch ein kleines Bisschen vom Substrat gelöst hat (evtl. aber zusammen mit der Rinde), will ich effuso-reflex nicht ganz ausschließen. Mit der mikroskopischen Bestimmung von Porlingen bin ich nicht wirklich vertraut, daher kann es durchaus sein, dass ich einzelne Strukturen falsch deute, deshalb unten ein paar mehr Bilder als evtl. notwendig wären.


    In-situ-Bild (ich glaube, man sieht hier auch ganz gut, dass der Pilz mMn mehrere Porenschichten hat also mehrjährig ist):


    Details vom Fundort:


    Detailbild der Poren:


    Mit KOH 30% verfärbt sich die Trama dunkelbraun (eingezogener Fleck rechts unten, der noch nicht eingezogene Fleck links daneben auf den Poren ist Melzers Reagenz):


    Melzer zeigt auf Sporen und Hyphen keine amyloide oder detrinoide Farbreaktion (Zystiden gabs keine):


    Die hyalinen Sporen (Sporenpulverfarbe weiß oder creme, habe nicht bei gutem Licht geschaut) sind wurst- bis kommaförmig mit sehr kleinem Apikulum, gemessen habe ich

    (4.5) 5.3 - 6.1 (6.8) × (1.8) 2.1 - 2.4 (2.7) µm

    Q = (2.2) 2.3 - 2.9 (3.3) ; N = 60

    Me = 5.7 × 2.2 µm ; Qe = 2.5


    Nach langem Suchen habe ich im Hymenium eine einzige dünnwandige Hyphe mit einer Schnalle gefunden; falls das nicht zufällig eine Fremdhyphe ist (wie gesagt habe ich nur eine gefunden), würde das heißen, dass die generativen Hyphen Schnallen besitzen.


    Die meisten anderen Hyphen im Hymenium sind kaum septiert, dickwandig, unverzweigt und insgesamt dicker und haben mMn (ich habe Septen bei diesen nur unter 400x beobachtet) keine Schnallen. Ich gehe daher davon aus, dass es sich, wenn die dünneren Hyphen mit Schnallen generative Hyphen sind, um skeletal hyphae (deutsch also "Skeletthyphen"?) handelt, was den Porling also zu einem dimitischen Porling machen würde:


    Weitere Hyphentypen, Seten oder Zystiden habe ich keine gefunden. Die einzige weitere Struktur, die ich gefunden habe und die zum Pilz selbst gehört, halte ich für recht lange Basidien, die eventuell quer septiert sind.


    Falls jemand eine Ahnung hat -- oder einfach auch nur meine Einschätzung bzgl dimitisch usw. absegnen könnte, damit ich selbst im Fungi-Europaei-Band von Bernicchia (das wäre ja das Werk der Wahl, nehme ich an) erfolgreich weiterschlüsseln kann -- würde ich mich sehr freuen. Ich habe den von mir entfernten Teil des Fruchtkörpers noch vorliegen und könnte nachmikroskopieren.

    Beste Grüße und schon mal Danke im Voraus, pedro.

  • Hallo Pedro,


    die Rinde des liegenden Stammes sieht nicht wie eine typische Eichenrinde aus!? Erinnert mich eher an Esche.

    Wenn du eine KOH-Reaktion testest, dann lieber mit 3 % KOH. Angaben in der Literatur beziehen sich meist auf 3-5 % KOH.

    Wie groß sind denn die Poren deines Porlings (p/mm)?


    LG

    Frank

  • Steinbuche sollte passen, danke.


    KOH 3% nutzt man als Reagenz fürs Mikroskop, 30% für makrochemische Reaktionen, also wie z.B. hier. So jedenfalls kenne ich das aus der Universität und der Pilzliteratur.



    Ich zähle zwischen ca. 9 und 16 Poren pro qmm

  • Pedro

    Hat den Titel des Themas von „Mehrjähriger effuser Porling mit süßlichem Geruch auf alter Eiche“ zu „Mehrjähriger effuser Porling mit süßlichem Geruch auf alter Buche“ geändert.