Beiträge von Tomentella

    Hallo Thorben,


    dieser Rindenpilz ist, wie ich schon vermutete, die Mycoacia mit Merkmalen von M. uda (Sporen) und M. fuscoatra. Es gibt keine KOH-Reaktion, die Sporen sind schmal elliptisch und makroskopisch sieht sie eher aus wie M. fuscoatra, aber da passt die Sporenform nicht und es fehlen die typischen Zystiden. Vergleichsfunde sind zum Sequenzieren in Schweden bei K.-H- Larsson. Über das Ergebnis werde ich und das Forum informieren.


    LG

    Frank

    Hallo Thorben,


    das Exsikkat ist gut angekommen. Ich kann es allerdings keiner mir bekannten Tomentella zuordnen. Es kommt also in den Schuhkarton mit sehr vielen anderen unklaren Tomentella-Funden. Für mich auffällig, dass unter meinen unbestimmten Funden viele auf Erde dabei sind. Gerade diese weichen oft von bekannten Arten ab.

    Also vielen Dank und in der Hoffnung, dass sich aus meiner Kiste unbestimmter Tomentellen ab und zu was bestimmbar wird, verbleibe ich bis zum nächsten "Adventsrätsel"


    Frank

    Hallo Pablo,


    bei Thelephora terrestris f. resupinata sind alle Hyphentypen ähnlich breit. Nur die Subhymenialhyphen sind durch ihre tlw. tonnenförmige Aufblähung

    am dicksten. Deshalb schreibe ich im meinem Schlüssel (29 a und 29 b) auch Subhymenialhyphen. Auffällig sind diese Verdickungen auch bei T. ellisii und besonders bei T. sublilacina.

    Wenn Arten sich z. B. durch unterschiedliche Subikularhyphenbreiten unterscheiden, ist das im Schlüssel auch entsprechend erwähnt

    (z. B. 21.a und 21 b).

    Thelephora terrestris und ihre resupinate Form sind mikroskopisch und genetisch identisch.


    LG

    Frank

    Hallo Björn,


    makroskopisch und die Sporen deuten sehr auf Thelephora terrestris f. resupinata hin. Bei 29. in meinem Schlüssel geht es da eigentlich mit

    Hyphenbreiten bis 8,5 µm weiter. Sind die Hyphen bei deinem Fund wirklich so schmal (4-5 µm)?


    LG

    Frank

    Hallo Thorben,


    der Fund gehört zur Gattung Mycoacia, die noch bei Phlebia angesiedelt ist. Ich habe gerade Funde zum Sequenzieren geschickt, da wir jetzt eine Mycoacia spec. in NRW hatten. Sie ist ein Mix aus Mycoacia uda und Mycoacia fuscoatra. Dein Fund geht auch in diese Richtung, also gut aufheben oder zu mir senden.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Mario,


    bei deinem Fund komme ich zu Hypochnicium punctulatum. H. cremicolor hat etwas kleinere Sporen und Hypochnicium wakefieldiae hat deutlich dickwandige Basalhyphen (bis 2 µm), was ich bei deinem Fund nicht erkennen kann.


    LG

    Frank

    Hallo Romana,


    das sieht sehr nach einer Byssocorticium-Art aus. Man muss bei den blauen Arten die Schnallenverhältnisse und die Sporengrößen beachten:

    B. efibulatum, ohne jegliche Schnallen, Sporen 3-4 µm

    B. caeruleum, ohne jegliche Schnallen, Sporen 4,5-5,5 µm

    B. atrovirens, mit Schnallen an den meisten Basidien, Basalhyphen nur vereinzelt mit Schnallen, Sp. 3-4 µm, häufigste Art, Mykorrhiza-Partner oft Buche

    B. pulchrum, mit Schnallen an den meisten Basidien, Basalhyphen nur vereinzelt mit Schnallen, Sp. 5-6 µm


    Beste Grüße

    Frank

    Tomentelloide Pilze wachsen gern mal über Steine drüber. Die filzig-spinnwebigen Fruchtkörper von Amaurodon müssten sich abziehen lassen, so dass du nicht den ganzen Stein zu Pablo tragen musst. :) Wenn es ein Vertreter der Gattung Amaurodon sein sollte, dann höchstwahrscheinlich A. atrocyaneus. Amaurodon viridis ist zähnig und grünlich.

    Und wenn es doch Farbe ist, gibt es was zu Lachen.


    LG

    Frank

    Hallo Christoph,


    wenn du die Kremplinge mal ansehen würdest, wäre ich dir dankbar. Es sind ja nicht viele Arten in Europa. Ich sende dir per Email einen Auszug in Excel.


    Die Missverständnisse mit Josef sind längst aus den Weg geräumt. Ich habe nur nochmal die Umstände erklärt, damit bei den Forumnutzern nicht der Eindruck entsteht, es werden Verbesserungen an der Taxrefliste nicht akzeptiert bzw. es werden keine Spezialisten einbezogen, im Gegenteil.


    Da gerade für unsere Sachsenflora die Boletales anstehen, werden wir das L. albostipitatum/L. leucopodium- Problem nomenklatorisch vernünftig lösen. Der Bearbeiter der Gattung Leccinum wird sich sicher mal bei dir melden.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Christoph,


    Zitat

    Die Taxref-Liste der DGfM hat es so übernommen und ich fürchte, dass keine Spezialisten dort hinzugezogen werden. Man sollte die Gattungen den Spezialisten überlassen (z.B. Ramaria dem Josef Christan - er hat drei Jahre gekämpft, bis seine Verbesserungen der TaxRef-Liste übernommen wurden - da habe ich es hautnah erlebt, wie schwierig es sein kann, als Spezialist die Taxrefliste überarbeiten zu "dürfen").


    Als Verantwortlicher der Taxrefliste und im Namen der vielen Gattungsspezialisten, die an ihr mitarbeiten, muss ich doch auf deine Kritik kurz antworten:

    Eine lange Liste von Gattungsspezialisten arbeitet an der Taxrefliste Deutschland mit und all diesen bin ich dankbar, da niemand in der sich inflationär ändernden Taxonomie allein noch durchblicken kann und auch viele Widersprüche zwischen Index fungorum und Mycobank bestehen.


    Als Josef Christan damals die Taxrefliste der Gattung Ramaria überarbeitet hat, habe ich den fachlichen Teil sofort übernommen. Die 1 : 1 Übernahme der Nomenklatur seiner Monografie war zu dem Zeitpunkt programmtechnisch nicht möglich, da es noch keine Zuordnungen von Jahreszahlen der Erstbeschreibung und auch keine Qualifizierungsvermerke (für sensu Einträge etc.) gab. Diese damals berechtigten Forderungen von Josef waren erst nach der Überarbeitung der bestehenden Taxrefliste mit diesen zusätzlichen Feldern, deren Inhalten und Verknüpfungen erfüllbar (es waren auch keine gleichen Artnamen im unterschiedlichem Sinne möglich). Wir hatten ca. 25 000 Datensätzen, die bearbeitet werden mussten, um für alle Arten diese zusätzlichen Informationen anzuzeigen. Inzwischen sind wir bei über 35 000 Taxa und Synonyme. Die meiste Zeit meiner mykologischen Arbeit steckt in dieser Taxrefliste, die in den letzten beiden Jahren auch noch mit der Taxrefliste der tschechischen und österreichischen Mykologen abgeglichen wurde.


    Selbstverständlich wird man immer wieder Fehler und nicht aktuelle Namen in so einer großen Datenbank finden und ich bin für solche Hinweise und Verbesserungen sehr dankbar.

    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Beli,


    ein gutes makroskopische Merkmal für Polyporus tuberaster sind auch die kleinen, aufrecht stehenden Schüppchen auf dem Hut, die man im Bild mit der KOH Reaktion gut sieht.


    Beste Grüße

    Frank


    Hallo Mario,


    nach dem Vergleich deiner neu gesendeten Probe mit meinem Exsikkaten kann ich jetzt diesen Fund zuordnen. Es ist Stereum gausapatum, was mir durch den jetzt von dir erwähnten Wirt Eiche in den Sinn kam. Im Schnitt erkennt man zwischen Context und Tomentum eine typische dunkelbraune Linie aus agglutinierten Hyphen. Dein Fund ist überständig und der braune Filz auf den Hütchen ist fast verschwunden. Die Fruchtschicht ist im Exsikkat ähnlich dicht einer Phlebia. Amyloide Sporen konnte ich auch bei meinen Exsikkaten nicht mehr erkennen, was uns ja von der Gattung Stereum wegbrachte. Die Gloeocystiden, die du so interpretiert hattest, sind die saftführenden Skeletthyphen (Pseudocystiden), die den frischen Pilz bei Verletzung bluten lassen. Die Sporengrößen liegen im Bereich der Angaben in CNE 6-9 x 3,5-4,5 µm.

    Da die häufigen Stereum-Arten eher selten mikroskopiert werden, sind die Charakteristika dieser Gattung nicht immer sofort im Gedächtnis.

    Bei den Krümmeln aus der Fruchtschicht, die du mir als Erstes geschickt hattest und der Angabe Weide, wäre ich nie auf diese Art gekommen.

    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Maren,


    in der Gattung Amaurodon sind die Sporen in KOH blau bis violett. Die Intensität der Sporenfärbung nimmt bei Exsikkaten im Laufe der Zeit ab.

    Bei frischen Fruchtkörpern kann teilweise diese Blaufärbung auch in Wasser beobachtet werden, wie ich das bei Amaurodon viridis schon gesehen habe. Sie ist also nicht nur bei A. aquicoeruleus vorhanden, wie bei Agerer beschrieben.

    Bei dem Fund der Geschwister Heide war in Wasser keine Färbung der Sporen mehr zu erkennen.

    Wenn du meinem Schlüssel auf www.Tomentella.de folgst, kommst du zu A. atrocyaneus. Es müssten auch vereinzelt Schnallen vorhanden sein.


    Die Arbeit von Agerer/Bougher 2001 habe ich nur in Papierform, ist aber als pdf bestellt!


    LG

    Frank

    Hallo Nobi,


    im Dezember habe ich mit Matthias Theiß die letzte Exkursion im Gondwanaland gemacht. Bis jetzt haben wir nur 28 Arten aus dieser Tropenhalle bestimmen können. Es liegen auch noch unbestimmte Blätterpilze bei Jesko Kleine. Wir haben die "Exkursion" als normale Besucher durchgeführt, mit Eintritt und ohne Kartierungserlaubnis. Ich wusste gar nicht, dass es sowas dort gibt.


    LG

    Frank

    Hallo Nobi,


    der gebänderte Porling aus dem Gondwanaland ist Rigidoporus microporus (Fr.) Overeem. Er ist einer von vier neuen "Porlingen", die in den letzten Jahren im Gondwanaland gefunden wurden und für Deutschland neu sind, kein Wunder, es sind tropische Arten.

    Amylosporus campbellii (Berk.) Ryvarden

    Grammothele fuligo (Berk. & Broome) Ryvarden

    Gyrodontium sacchari (Spreng.) Hjortstam (stachliges Hymenophor)


    Beste Grüße

    Frank

    Mit Fibrodontia gossypina liegst du meiner Meinung nach auch richtig. Die plättchenförmigen Umhüllungen der Pseudoskeletthyphen sind ein gutes Merkmal und die Orangefärbung mit KOH ebenfalls.

    Ich habe die Art erst drei mal gefunden. Scheint also doch eher selten zu sein. :-)