Beiträge von Tomentella

    Hallo Mario und Pablo,


    wir haben bis jetzt sicherlich nicht viel in diesem Hyhoderma setigerum-Komplex übersehen. Die beiden ostasiatischen Arten haben es noch nicht nach Europa geschafft und H. bisetigerum ist nur von Madagaskar bekannt. Eine mikroskopische Abklärung ist aber bei Corticiaceen immer nötig, auch wenn man die Art makroskopisch bestens zu kennen glaubt. Man erlebt immer wieder Überraschungen.


    Beste Grüße

    Frank

    Nachdem ich die Beschreibung von Galzinia vesana gelesen habe, fällt diese Art auch raus. Die Sporen bei deinem Fund sind viel zu klein.

    Bleibt also doch nur die DNA.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    deine Exsikkate sind gut angekommen. Den Problemfall 11.) habe ich schon mal unters Mikroskop gelegt und meine Ergebnisse decken sich mit deinem- es bleibt ein Problemfall! Es ist zwar mikroskopisch eine Sistotrema, aber makroskopisch sehr befremdend. Ich werde ihn für eine Sequenzierung aufheben. Es gibt noch eine Galzinia vesana mit ähnlichen mikroskopischen Merkmalen, aber da muss ich erst mal Literatur versorgen.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Pablo,

    bin nun wieder zu Hause und habe mir mal deine Bilder zu den Funden angeschaut. Deine Dokumentationen sind immer sehr gut, trotzdem kann ich bei einigen Funden nur was sagen, wenn ich sie auch in der Hand halte.

    1.) T. atroarenicolor kann ich voll zustimmen.


    2.) abgesehen von den fehlenden Skeletthyphen läßt sich S. himantoides gut durch die Sporenmaße von L. pulverulenta trennen:

    L. pulverulenta 5,5 -7 x 3,5-4 µm,  S. himantoides 9-12 x 5-6,5 µm, wird wohl eine junge S. himantoides sein.


    3.) Fibricium subceraceum ist durchaus möglich, würde ich mir aber gern nochmal ansehen.


    4.) Aphanobasidium pseudotsugae ist sehr häufig und frisch an einen typischen   Apothekergeruch zu erkennen. Da bei deinen Mikromerkmalen auch

    A. subnitens möglich wäre, bitte schicken.


    Nun zu den Porlingen:

    5.) passt makroskopisch und ökologisch nicht zu Skeletocutis kuehneri, eher würde Skeletocutis odora (vulgaris) passen. Zu mir. :-)


    6.) Wenn Cartilosoma nicht passt, fällt mir momentan nix ein. A. primaeva ist eine nordische Art, die ich nicht kenne. 


    7.) Physisporinus vitreus hättest du am Standort schon an seinen unangenehmen Geruch erkennen können (ähnlich Fomitopsis pinicola)

    Rigidoporus pouzarii ist möglich, zumindest makroskopisch. Habe schon zwei Funde zum Vergleich, also zu mir.


    8.) Die Sporen und der Habitus würden zu O. floriformis passen, die braune Oberfläche eher nicht, also zu mir.


    9.) Makroskopisch und mikroskopisch würde hier auch Oligoporus balsameus gut passen, bei dem die Zystiden gern kollabieren!


    10.) Antrodiella ist eine "schmutzige" Gattung. Ohne Wirtsangabe und Begleitpilze, wie du schon selbst schreibst, wird es schwer.

    Hier könnten z. B. Antrodiella pallescens oder A. faginea in Frage kommen. Also....

    LG

    Frank



    Hallo Mario,


    deine Messergebnisse zweifle ich nicht an, denn dann müssten deine Sporen ja auch zu lang sein und die sind eher etwas kurz. Sie sind auch leicht elliptisch und nicht so deutlich zylindrisch, wie bei X. nespori. X. brevisetus kommt bei der Sporenform und -breite aber auch nicht in Frage.

    Kurzum schick das Exsikkat einfach mal zu mir.


    LG

    Frank

    Hallo Beli,


    bin erst heute von Pablo auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht worden. Im Juni lag ich gerade im Krankenhaus.


    Das ist natürlich Climacodon pulcherrimus, der im Gegensatz zu unseren Climacodon septentrionalis an Totholz im mediterranen Klima wächst. Ich kenne die Art von Sardinien und Portugal, beide Funde an Quercus suber (Korkeiche).


    Beste Grüße

    Frank


    Hallo Chris,


    die kopfigen Hyphenenden sind bei Schizopora paradoxa selten, bei Sch. radula und bei Sch. flavipora häufig.
    Da bei Ryvarden und Melo die Zeichnung verwechselt wurde (die Mikrozeichnung bei Sch. paradoxa zeigt Sch. radula!!), wird das wohl immer mal zu Irritationen bei der Bestimmung von Schizopora -Arten führen.


    Beste Grüße
    Frank


    Im Anhang mal ein Papier zur Trennung der Schizopora-Arten.

    Hallo Chris,


    das ist höchstwahrscheinlich Schizopora paradoxa ss. str.
    An den Hyphenenden der Porenwände müssten deutlich Kristalle angelagert sein? Die nach unten wachsenden Fruchtkörper täuschen hier Hüte vor, was aber keine sind.
    Bei Kneiffiella barba-jovis werden die Stacheln durch tubuläre Tramazystiden gebildet und sie wirken dadurch fimbriat. Die Sporen dieser Art sind rundlicher.
    Hyphodontia s.l. und Schizopora sind eng verwandt, sodass du nicht völlig daneben liegst. :)


    Beste Grüße
    Frank


    Hallo Pablo,


    in FE12 ist Phlebia acerina als Synonym zu Phlebia rufa erwähnt.


    Für Phlebia acerina gibt es auch schon einen deutschen Fund von mir: Rheinland-Pfalz, Siebenborn Weiher MTB: 6406,21
    Elia Martini hatte mir 2014 diese Art das erste mal in Frankreich gezeigt.


    LG
    Frank

    Hallo Pablo,


    wie immer eine sehr gute Dokumentation. Vielleicht könntest du noch erwähnen, dass Phlebia acerina kein Synonym von Phlebia rufa ist. Ich habe Phlebia acerina mehrfach in Frankreich gefunden. Auffällig ist, dass diese Art sich farblich nicht verändert (sie rötet nicht), auch nicht im Exsikkat. Karen Nakasone hat schon 1993 bewiesen, dass P. acerina eine eigenständige Art darstellt. Die Arbeit zu dieser Studie findest du hier: https://www.fpl.fs.fed.us/documnts/pdf1993/nakas93a.pdf


    Beste Grüße
    Frank


    Hallo Mario,


    wenn du mir wieder mal was zuschickst, legst du diesen Fund mit bei. Schreib erstmal X. cf. nespori ran.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Mario,


    dein Rindenpilz könnte durchaus Xylodon nespori darstellen und zwar einen überständigen Fund. Xylodon nespori ist die häufigste Art in der Gattung Xylodon und durch zylindrische Sporen (je nach Lage im Präparat von schmal elliptisch über zylindrisch bis leicht gebogen) mit einem Öltropfen, dickwandige Subikularhyphen und viele Kristalle in den Zähnchen (siehe Mikrofoto, 3 % KOH). Die Kristalle müßten eigentlich auch bei überständigen Funden noch zu finden sein.
    Mit der Kombination deiner Merkmale kommt man zu keiner anderen passenden Art, vor allem durch die dickwandigen Hyphen. Arten mit ähnlichen Mikromerkmalen haben andere Sporen oder andere Zystiden, wie Christoph schon schrieb.


    Beste Grüße
    Frank

    Lieber Björn,


    vielen Dank für deine Erklärung zu meiner Anfrage.


    Zitat: "ihr seid nicht so ganz up-to-date"


    da hast du schon teilweise Recht. Aber einerseits ist es aber kaum möglich, zu allen Pilzgruppen immer die aktuelle Literatur zur Verfügung zu haben, andererseits ist mir die neue Regel "one fungus = one name" bestens bekannt, auch das jetzt ältere Namen einer anamorphen Gattung zum gültigen Namen einer bisherigen teleomorphen Gattung werden können (müssen?). Es ist nur sehr schwierig, da noch die Übersicht zu behalten und z.B. nomenklatorische und taxonomische Gerüste sinnvoll in einer Publikation, wie wir sie gerade mit der Pilzflora Sachsens erstellen, den Benutzern logisch zu vermitteln. Bei der inflationären Entwicklung in der Nomenklatur und Taxonomie der Mykologie kann man immer nur einen momentanen Stand darstellen, der einen Monat später wieder überholt sein kann.
    Solange die offiziellen Portale wie Index fungorum und Mycobank dieser rasanten Entwicklung hinterherhinken müssen und dazu noch unterschiedliche Namen zur gültigen Art erklären, werden immer wieder solche Fragen auftauchen.


    Beste Grüße
    Frank

    Lieber Hartmut,


    sehr gut Dokumentation! Ich verstehe ja nicht viel von dieser Pilzgruppe, muß aber taxonomisch auch diese pflegen.
    Die Gattung Helmithosporium und Corynespora stehen doch beide für anamorphe Ascomyceten. Aus welcher Literatur hast du die Synonymie von Helmithosporium oligosporum und Corynespora olivacea? Bei Index fungorum und Mycobank sind beide getrennt.


    Beste Grüße und alles Gute für 2018
    Frank

    Hallo Magellan,


    deine Tramete aus diesem Beitrag ist heute angekommen. Es ist Trametes hirsuta! Die dunkle Linie ist im Schnitt gut zu sehen und die Behaarung ist deutlich striegeliger als bei Trametes pubescens.


    Beste Grüße
    Frank


    Hallo Jens,


    ein Tropfen KOH (3 %) würde den Zimtfarbenen Weichporling (der farblich besser als der Pfaumenfeuerschwamm passen würde) sofort schön violett verfärben und das Rätsel lösen.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Joe,


    bei Bild 8-12 hast du höchstwahrscheinlich Antrodiella mentschulensis abgebildet. Wenn sich das bestätigt, würde mich der Fundort dieses sehr seltenen Porlings interessieren.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Mario,


    - Athelia kommt bei der Sporengröße und den vorhandenen Schnallen an allen Septen nicht in Frage.
    - Leptosporomyces galzinii hat glattes Hymenophor und immer einen "tint of green". (Foto) Die Sporen wären etwas zu groß für L. galzinii.
    - bei Leptosporomyces mutabilis würden Sporengröße und -form passen (bei Ceraceomyces serpens auch).


    Genauer geht's ohne eigene Untersuchung nicht.


    Beste Grüße
    Frank



    Eigentlich habe ich das durch geschlüsselt nur das Ergebnis war nicht zu Frieden stellend.


    Hallo Mario,


    in der Gattung Botryobasidium kommt in unseren Breiten bei Schnallen an fast allen Hyphen meist nur B. subcoronatum in Frage. (Sporen 6-8 x 2,5-3 µm). Das ist neben der schnallenlosen B. vagum die häufigste Art der Gattung.
    B. medium hat vereinzelte Schnallen und breitere Sporen (9-12 x 5-6 µm). B. intertextum (=B. angustisporum) hat Schnallen an den Basidien und ist schnallenlos im subhymenialen Bereich und hat sehr schlanke Sporen (7-10 x 1,5- 2,5 µm).
    B. sassofratinoense soll Zystiden haben! Wenn das allerdings nur auswachsende Hyphen gewesen sind, zweifle ich sehr an dieser Art. Bis jetzt hat sie noch niemand anderes gefunden.


    Beste Grüße
    Frank