Rindenpilz auf Hasel

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 878 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von boccaccio.

  • Hallo allerseits,


    heut war ich mal unterwegs und habe ein paar Haselsträucher inspiziert. Mit dem Rindenpilzgedöns habe ich mich schom immer schwer getan, so auch jetzt wieder. Bis jetzt bin ich noch recht ideenlos, vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen.

    Die Sporen sind breitelliptisch und inamyloid, wie auf den Bildern zu sehen, und ca. 8-12µ groß.


    Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar

    Harald


  • Hallo Harald,


    das sollte Stereum rugosum sein. Der kommt an fast jedem Haselstrauch vor und färbt beim Kratzen mit angefeuchtetem Finger rötlich.


    Beste Grüße

    Jan-Arne


    Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!


    Meine Homepage mit Kurzportraits von Pilzen und Tieren: fungaundfauna

  • Hallo zusammen,


    das sehe ich wie Jan-Arne. Damit hat der Pilz aber amyloide Sporen! Ganz allgemein würde ich bei Rindenpilzen empfehlen, erstmal einen Sporenabwurf zu machen. Wenn der nicht gelingt, kann das Ding direkt wegschmeißen und ist fertig ;) Beim Sporenabwurf kann man dann makroskopisch auf Amyloidität und Dextrinoidität prüfen, das geht meist besser als unterm Mikro. Außerdem weiß man dann, daß die Sporen, die man unterm Mikro sieht auch wirklich alle zum zu bestimmenden Pilz gehören.


    Danach sollte man schauen, ob der Pilz Schnallen und oder Zystiden hat und wie diese so aussehen. Danach schlüsselt man sich einfach durch Bernicchia oder Larsson & Ryvarden und schon ist man fertig ;)


    Björn

  • Danach sollte man schauen, ob der Pilz Schnallen und oder Zystiden hat und wie diese so aussehen. Danach schlüsselt man sich einfach durch Bernicchia oder Larsson & Ryvarden und schon ist man fertig ;)


    wenn das so einfach wäre... ?(


    VG Ulla

  • Jou, bedankt schonmal.


    Sporenabwurf ist sicherlich zielführend! Fragt sich, ob meine gezeigten Sporen keine Fremdsporen sind, bei Bernicchia sind die deutlich schmaler.

    Bei PdS sind sogar nur Maße bis 9µ angegeben.

    Mein Fruchtkörper ist auch schon recht trocken und hart, ich lagere ihn jetzt mal ein wenig feucht und schaue mal ob das andere Erkenntnisse bringt.


    Beste Grüße

    Harald

  • Beitrag von zuehli ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Hallo Harald,


    wenn es keine Fremdsporen sind und die Farbe deines Rindenpilzes stimmt, könnte es eine Art aus den Gattungen Corticium oder Eryhtricium sein.

    Wenigstens solltest du die Schnallenverhältnisse klären. Erythricium ist z. B. schnallenlos.


    LG

    Frank

  • So jetzt gibts ein Update.


    Der Sporenabwurf ist gut gelungen, dabei ist die Größe recht konstant, es gibt so gut wie keine Ausreißer. Die Größe ist so um die 10 x 6,5µ. Amyloidität sehe ich nicht. Ich denke, das schließt Stereum rugosum schon mal aus.


    Dann habe ich zumindest eines von den spitzen Elementen gesehen. Ob das relevant ist, weiß ich nicht.


    Das interpretiere ich als Zystiden (?) Schnallen konnte ich beileibe keine finden, das muss aber nicht heißen, dass da nicht doch welche waren.


    Für Erythricium ist mein Exemplar zu blass, denke ich. Da ist nur ein Hauch Graurosa.

    Weiter bin ich jetzt noch nicht gekommen.

    Hast du noch eine Idee Frank ( Tomentella)?


    Beste Grüße

    Harald

  • Nachdem ich nochmal eine Nacht drüber geschlafen habe, wage ich jetzt mal die tollkühne Prognose dem Teil den Arbeitsnamen Radulomyces confluens zu geben. Die Art soll ja auch sehr vielgestaltig sein.

    Falls es hier noch Kenner der Materie gibt, bitte ich um Einspruch.


    Ich werde erstmal davon absehen dem Frank was zu schicken, das scheint mir für alle Beteiligten zuviel Mühe zu sein. Ich werde mich derweil (vermeintlich) einfacheren Gattungen, wie z.B. Strobilurus zuwenden...


    :cool:

    Harald

  • Hallo Harald,


    bei Radulomyces confluens solltest du aber Schnallen finden. Meiner Erfahrung nach geht das am besten, wenn man ein kleines Stück Pilz erstmal in Phloxin (färbt nur den Zellinhalt, wodurch alles etwas übersichtlicher wird) gibt, wartet bis das Phloxin komplett eingetrocknet ist. Dann mit Wasser auswaschen und anschließend das gefärbte Stück Pilz in KOH geben. Da gerne kurz einweichen lassen und anschließend mit zwei feinen Nadeln noch mal so weit wie möglich zerzutzeln. Deckglas drauf (idealerweise hat man zu diesem Zeitpunkt einen relativ großen Flüssigkeitstropfen, so daß das Deckglas etwas aufschwimmt, das hilft meiner Erfahrung nach beim Klopfen im nächsten Schritt), mit einem Radiergummi draufklopfen (das erfordert etwas Übung zwischen es passiert nichts und alles ist Brei) und dann auf die Schnallensuche begeben.


    Björn

  • wenn man ein kleines Stück Pilz erstmal in Phloxin gibt

    Habich schonmal nicht. Davon abgesehen, dass ich mit dem Holzpilzkram schon immer auf Kriegsfuß stand, insbesondere wenns ums Mikroskopieren geht.

    Ich werde zukünftig solche hübschen Sachen geflissentlich ignorieren. In welcher Schublade hatte ich nochmal meine Briefmarkensammlung...?


    Beste Grüße

    Harald

  • Zitat
    Habich schonmal nicht. Davon abgesehen, dass ich mit dem Holzpilzkram schon immer auf Kriegsfuß stand, insbesondere wenns ums Mikroskopieren geht.

    Phloxin kann man aber problemlos bei Andreas Gminder bestellen ;) Und zur Not kann man natürlich auch mit Kongorot färben. Ansonsten gilt hier wie bei allem: Übung macht den Meister. Auch wenn sich Rost- und Brandpilze natürlich viel bequemer mikroskopieren lassen als Rindenpilze ;-D


    Björn