Beiträge von Chorknabe

    Hallo Claudia,


    ein schönen Beitrag hast Du geschrieben! Ich kann sämtliche Deiner Erlebnisse gut nachvollziehen - weil ich dieses Jahr ebenso bei Andreas einen Mikroskopie-Kurs gemacht habe :) Das Erstellen von guten Präparaten war auch bei mir eine elende Plagerei. Ohne Stereolupe ging es meist gar nicht - und das obwohl ich gute Augen habe. Das Ausmessen von Sporen habe ich beim Kurs imemr von Hand mit dem Messokular gemacht - nicht ganz unaufwändig aber eigentlich nicht kompliziert.

    Hallo,


    T. portentosum würde ich ausschließen; den kenne ich mit eingewachsenen radialen Fasern und recht klebriger Huthaut. Bei Deinem Fund sehe ich aber eher eine filzige Oberfläche wie man sie von den Erdritterlingen her kennt.


    Der kräftige Mehlgeruch schließt T.terreum aus. Fehlende Verfärbung an der Stielbasis und Lamellen schließen wiederum T. orirubens und T. basirubens aus. Die scharfen Arten gibt's da auch noch, aber der Geschmack war ja laut TO mild (wobei man bei der Geschmacksprobe schon ein Weilchen kauen muss bevor die Schärfe kommt). Bleiben noch die gilbenden Arten übrig - oder T. atrosquamosum (den ich aber nicht kenne).
     
    Hab ich noch einen möglichen Kandidaten vergessen?

    Hallo Peter,


    das sind wirklich tolle Fotos die Du uns da zeigst. Es macht Freude sie anzusehen und Dich virtuelle bei Deinem Spaziergang zu begleiten. :thumbup: Danke fürs zeigen!

    Hallo,


    auch ich finde den Geruch von Lepista irina sehr auffällig und sogar außergewöhnlich. Der Geruch kann man für mein Empfinden mit "aufdringlich süßlich" am besten beschreiben. Meine spontane Assoziation sind extrem stark süßlich riechende Blüten wie Jasmin oder dergleichen. Ich kenne kaum Pilze die einen derart intensiv süßlichen Geruch haben wie L. irina.


    Das einzige, was mich stutzig macht, ist der angebliche Lactarius scrobiculatus.
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    Hallo,
    es gibt unerwartete Neuigkeiten zum Milchling. :cool: Ich hatte meine Funde beim Treffen unserer Pilzgruppe vorgestellt und dabei haben wir auch diesen Fund besprochen. Dabei wurde wurde (der mir bislang unbekannte) Lactarius citriolens in den Raum geworfen. Für ihn sprächen der zonierte Hut und Stil, der fransige Hutrand (der bei meinem Fund wegen Trockenheit nicht mehr allzu ausgeprägt aber definitiv vorhanden ist) und die Fundort im Laubwald. Die Milchverfärbung hätte ich natürlich in jedem Fall prüfen müssen. Der Fund bleibt letztlich unbestimmt, aber mit L. citriolens gibt es jetzt zumindest eine gute Hypothese mit der ich gut leben kann.


    Hallo Thomas,
    man kann laut FNE4 T. orirubens und T. atrosquamosum nur an einem entscheidenden Merkmal auseinanderhalten, und das wären die Myzelfäden (Rhizomorphen) an der Stielbasis, welche bei T. atrosquamosum weiß und bei T. orirubens schwefelgelb sind. Also muss man, wenn man sich zwischen diesen beiden zu entscheiden hat, auf die Stielbasis schauen, wie die Myzelfäden aussehen.


    Bei meinem Fund hatte ich auf das Basismycel geachtet - es war gelb. Laut A. Gminder kann sich das Mycel aber im Korb über die Zeit verfärben. Vermutlich ist es wichtig die Farbe direkt beim Fund zu beurteilen?

    Hallo,
    am nächsten Tag hatten zwei Exemplare kleine blaugrüne Pünktchen an der Stielbasis. Zum Geruch: unverletzt nicht groß nach irgendwas (ich weiß: die Literatur sagt pfefferartig, aber das kann ich anscheinend nicht riechen), in der Hand zerkrümelt frisch-mehlig, nicht säuerlich-ranzig-mehlig.


    Ich hatte am Wochenende T. orirubens (mutmaßlich) wieder in der Hand. Unverletzt hatten die Fruchkörper - vor allem nachdem sie einige Stunden im Korb lagen - einen süßlichen Kunsthonig-artigen Geruch und zugleich eine etwas pfeffrige Note. Erst bei Verletzung des Fleisches trat der Mehlgeruch zutage.


    Bei Interesse kann ich Bilder einstellen.


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    Mein Fund hatte stark und auffällig gerötet (korallenrot könnte man es vielleicht als Kompromiss nennen), und ich wollte gern wissen, ob diese Reaktion bei anderen Ritterlingen vorkommen könnte.


    Hast Du Bilder von Deinem Fund gemacht?

    Hallo,


    die Wälder um Ilmenau kenne ich von meiner Studienzeit noch gut - allerdings hatte ich damals noch keinen Blick für die Pilzwelt :/


    Einen Tip zu Deinen Bildern: die Bilder haben alle einen recht starken lila Farbstich. Das verfälscht die Farben sehr wodurch man einige Pilze nicht richtig einschätzen kann oder gar fehlinterpretiert. Beim gezeigten Milchling ist dies bspw. der Fall. Sicher gibt es Einstellungen an der Kamera um den Farbstich in den Griff zu bekommen.


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    und einen interessanten Erdritterling unter Fichte, der durch die äußerst dunkle, schon schwarz zu nennende Hutschuppung sowie durch den leichten Fleischrosaschein in den Lamellen auffällt; da die Rhizomorphen an der Stielbasis weiß und nicht gelb sind, ist das nicht T. orirubens. Ich vermute hier T. atrosquamosum und werde gleich Literatur dazu wälzen und eine Geruchsprobe durchführen
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    Hallo Stephan,



    ein interessanter Fund, Geruch und Geschmacksprobe wären sehr spannend! Haben Deine Funde nach einigen Stunden blaue oder lilaliche Farbflecken an der Stielbasis bekommen?

    Es wäre gut wenn Du uns ein Schnittbild (Längsschnitt) zeigen könntest. So könnte man dann Röhren, Lamellen - oder was auch immer sich unter der Teilhülle verbirgt - beurteilen. Kannst Du außerdem was zum Fundort sagen? Welcher Baum könnte der Baumstamm gewesen sein? War es ein Laub- oder Nadelwald?

    Hallo,


    ich hab's ja geahnt - mein Fund wird wohl unbestimmt bleiben müssen. Pholiota limonella haben ich wegen des Fundorts ausgeschlossen (laut meiner Literatur darf der nur an Nadelholz?). Pholiota jahnii habe ich nicht weiter verfolgt weil dessen Hüte eher kleiner sein sollen - bei meinen Funden hatten aber einige Exemplare gute 7..10cm Durchmesser.


    Die Hinweise zur Literatur habe ich mal aufgenommen. Leider sind sowohl die FN als auch die Fungi europaei vergriffen. Bei der FN schmerzt mich das besonders. So muss bei vielen meiner Funde, wie auch hier, der gute alte Parey und GP BaWü als einzige Lektüre herhalten. Aber zumindest habe ich durch den Fund bzw. die Beschäftigung damit einen tieferen Einblick in die Gattung bekommen. :(

    Hallo,


    bei dem folgenden Fund komme ich mal wieder ins Schwimmen.


    Fundort war eine liegende Buche. Die Hüte waren etwas schleimig, die Stiele aber völlig trocken. Der Geruch war unauffällig und der Geschmack völlig mild. Der Wald war feucht vom Regen der vergangenen Tage, insgesamt hat sich die Trockenheit der letzten Wochen aber schwer bemerkbar gemacht - neben wenigen Helmlingen fand ich im Wesentlichen nur alte vertrocknete Fruchkörper anderer Arten.


    Ohne Frage habe ich hier einen Schüppling gefunden - eine Gattung in der ich erst wenige Arten kenne. Mit der Doppelstrategie Schlüsseln mit GP BaWü und blättern bin ich letztlich bei zwei Arten gelandet:

    • Pholiota aurivella (Goldfell-Schüppling)
    • Pholiota adiposa (Schleimiger Schüppling)

    Bei beiden Arten würde der Standort passen. Über Ph. aurivella wird allerdings nichts über einen schleimigen Hut geschrieben. Ph. adiposa hingegen soll einen sehr schleimigen Hut haben - aber auch einen schleimigen Stiel (den mein Fund eben nicht hatte). Der milde Geschmack wiederum passt zu Ph. aurivella.


    Mir fehlt hier letztlich die Erfahrung um den Fund sauber abgrenzen zu können. Welche Art habe ich da nun gefunden? Welche Merkmale grenzen die beiden Arten sauber voneinander ab?


    Danke für Deine Einschätzung. Ich habe den FNE4 zu Hause stehen. Die Beschreibung beider Arten ist schon recht ähnlich. Bei T. basirubens wird beschrieben dass die nur sehr jung filzig graue Hutoberfläche schnell in Schuppen aufreisst - was bedeutet dass bei nicht jungen Exemplaren eine sauber Abtrennung zur orirubens anhand des Hutes schwierig wird. Ebenso der Stiel: bei T. orirubens mitunter an der Basis verdickt, bei basirubens abrupt an der Basis verdickt. Wie genau soll ich da meinen Fund einsortieren? Die Verfärbungen können wohl bei beiden Arten vorkommen. Lamellen: bei beiden Arten kann eine Rötung bei alten Exemplaren eintreten. Usw. Ich selbst werde die Arten vermutlich erst dann auseinander halten können wenn ich mal beide in der Hand hatte - wobei es wieder um schwierig zu sein scheint beide Arten beim Fund sauber voneinander abzutrennen. :( Zumal die Autoren auch schreiben das T. orirubens gemeinerweise eine sehr variable Art ist.


    Ich hoffe dass ich mal junge Exemplare finden kann um die Merkmal des Huts und Stiels besser zu beobachten. Bis dahin muss ich meinen gesicherten Erstfund von T.basirubens wohl noch aufschieben. :(

    Folgenden Fund machte ich gestern im recht trockenen Eichen-Hainbuchenwald auf Kalk. Auf den ersten Blick war schon mal klar dass es wohl einer der Erdritterlinge ist. Der Hut war grau und filzig und hatte hier und dort Ansätze von Schuppen (Trockenschaden?). Nach den "pflücken" eines der beiden Fruchkörpers entdeckte ich eine sehr auffällige pink..lila Verfärbung an der auffällig verdickten Stielbasis. Der andere Fruchtkörper hatte keine Verfärbung aber ebenfalls eine verdickt Basis. Der Geruch des unverletzten Pilzes kann ich nicht mehr recht erinnern, ich meine da eine leicht süßliche Komponente wahrgenommen zu haben. Im Schnitt riecht der Fund kräftig nach Mehl und schmeckt auch so. Ein etwas älterer Fruchtkörper zeigte an den Lamellenscheiden eine gewisse Rötung die man aber auch eher als Braun interpretieren könnte. Nach einem Tag im Warmen hat diese Rötung jedoch nicht zugenommen.


    All diese Eigenschaften zusammengenommen könnte ich mir vorstellen hier Tricholoma basirubens vor mir zu haben (den ich noch nie bewusst in der Hand hatte). Könnt ihr das bestätigen oder hab ich hier eher T. orirubens gefunden (von dem ich aber beim antrocknen ein sehr viel stärkeres Röten der Lamellenscheiden und blaue Flecken an der Stielbasis kenne)?


    P.S.: Einige Bilder sind nicht optimal. :shy: Ich wollte sie aber nicht unterschlagen weil man vielleicht doch das eine oder andere Merkmal erkennen könnte.


    Fruchtkörper 1:


    Fruchtkörper 2 (mit kräftigem Trockenschaden):
     

    Ich danke Euch für die "Bestätigung". Der Pilz wirkte auf mich im Wald ziemlich unscheinbar; beinahe hätte ich mich gar nicht gebückt.. :shy:


    [..] Wenn du den jemandem geben kannst, die oder der Interesse hätte, den auch mikroskopisch mal genauer zu untersuchen und mit aktueller Literatur gegenzuchecken, wär's natürlich umso besser. Das scheint ja nun doch eher was Seltenes zu sein.


    Wenn Du interessiert bist kann ich Dir ein Exemplar getrocknet zuschicken. Mikroskop hab ich keines - aber einen Dörrapparat :)


    [..] Es würde mich zumindest nicht überraschen, wenn das ein weiterer L. flavidus wäre.


    Auch eine interessante Hypothese! Wobei mein Fund einen Hutdruchmesser von >15cm hatte - so große "Falvisdusse" hab ich noch nicht gefunden. Es bleibt aber wohl unbeantwortet.


    Ich nehme für mich mit: auch bei Arten, bei denen man auf den ersten Blick zu 90% zu wissen glaubt was man vermutlich da vor sich hat, sollte man dennoch einige Merkmale aufnehmen und kontrollieren. Manchmal kommt doch was ganz andere bei raus. :shy:


    P.S.: T sciodes hatte ich nun gestern zum ersten Mal bewusst in der Hand. Auffällig war vor allem die glatte Huthaut, in die Fasern eingewachsen waren und die in trockenem Zustand einen gräulich metallischen Glanz hatte. Und sich bei der Geschmacksprobe scharf heraus stellte. 8|

    Dieser Fund stellte mich vor gewisse Probleme. Fundort Buchen-dominierter Laubwald auf Kalk, am Wegesrand. Geruch pilzig säuerlich, Geschmack nicht getestet. Die erste Idee war Lepiota, aber nach Recherche im Parey und GP BaWü passt keine Art so recht. (Btw.: Die Schlüssel zielen sehr schnell auf Mikromerkmale ab, also blieb nur die Bildersuche). Letzten Endes landete ich bei Echinoderma (den Stachelschirmlingen) - von dieser Gattung hatte ich bislang noch nicht einmal gehört. :(


    Insgesamt passt Echinoderma calcicola (Kakaosnrauner Stachelschirmling) ganz gut. Die meisten Stachelschirmlinge haben dunkle Schuppen (bzw. "Stacheln") auf eher hellem Grund. Mein Fund hat aber Hut und Stile Ton in Ton - dunkelbraune Schuppen auf dunkelbraunem Grund. Ich wollte dennoch zur Sicherheit nochmal hier nachfragen: könnt ihr diesen Fund bestätigen?


         


    P.S.: Am Ende habe ich gelesen dass Echinoderma mittlerweile doch wieder zu Lepiota sortiert wird. 8| Ja was denn nun?! Habe da also nun Lepiota calcicola vor mir?

    Danke für die vielen netten Kommentare! :) Ich werde den Leberreischling irgendwann mal ausprobieren und berichten.



    [..] Das einzige, was mich stutzig macht, ist der angebliche Lactarius scrobiculatus. Zum ersten ist er mir nicht gelb genug, zum zweiten hat er mir am Hutrand zu wenig Zotten, zum dritten würde ich ihn in der Jenaer Gegend (Laubwald über krassem Kalk) gar nicht erwarten, sondern eher in den feucht-moosigen Fichtenwäldern des Thüringer Waldes.
    [..]
    den Tricholoma orirubens hätte ich jetzt auch eher als T. sciodes angesehen - da hätte man den Geschmack testen können, ob er auch wirklich mild war.



    [..] Zum Milchling hat Oehrling schon was gesagt; iwie sah der mir auch ein bisschen komisch aus; an T. orirubens hätte ich auch arge Zweifel btw.


    Tja, da habt Ihr zielsicher die Finger in die Wunde gelegt. :shy: Der Ritterling war wie oben beschrieben eher geraten. Den Fund machte ich am Ende einer 6h Tour, da waren die Kräfte und Motivation bereits geschwunden ordentlich zu dokumentieren. T. sciodes hatte ich bewusst noch nie in der Hand. Aber Du hast recht - die Geschmacksprobe wäre die mindeste Pflicht gewesen.


    Zugegebenermaßen war ich mir auch mit dem Grubigen Milchling unsicher. Ich kenne die Art von den Kursen bei Andreas, dort finden wir ihn jedes Jahr (und an der höhen Maas dann seinen tannenbegleitenden Zwillingsbruder). Rein optisch hat mein Fund dermaßen gut in mein Bild von L. scrobiculatus gepasst (eher gelbe Farbe, Zonierung, sehr ausgeprägte Grübchen am Stiel; Wuchsform) dass ich keine weiteren Merkmale untersucht habe. :shy: Aber Du hast schon recht - der Standort meines Funds wäre untypisch. Aber was könnte es sonst gewesen sein?


    Ich habe mal den FNE4 durchgeblättert. Rein optisch nach den Bildern ausgehend würde auch der Queradrige Milchling (L.acerimus) passen. Der ist wiederum im Forst an einigen Stellen der mit Abstand häufigste Milchling und hatte Ende August ein wahres Massenauftreten. Allerdings kenne ich den eher mit ockerlich orangelichen Farben und weit weniger prägnanten Grübchen am Stiel. Zu den Bildern im FNE4 passt mein Fund aber gut. Und vor allem der Standort würde korrekt.


    Käme noch eine ganz andere Art in Frage?



    Ich hoffe sehr, dass wir uns bald mal treffen.


    Würde mich auch sehr freuen! Wenn alles klappt sehen wir uns ja Anfang Oktober. ;)