Beiträge von Chorknabe

    Hier um Jena tobt bekanntlich der Kalk. Und wenn in die Wälder ordentlich Feuchtigkeit abbekommen haben wie in diesem Sommer, dann sprießen die Pilze dass es eine Pracht ist. Die folgenden Funde habe ich in den letzten vier Wochen bei mehreren Touren finden können. Alle Funde stammen aus dem Jenaer Forst. Dort ist herrscht ein Eichen-Hainbuchen-Mischwald vor mit eingestreuten Birken und Fichten. Aber es gibt auch kleine Flecken an den sich Kiefern angesiedelt haben bzw. Hänge an denen nur Rotbuchen zu finden sind. Dementsprechend abwechslungsreich und vielfältig sind die vorkommenden Arten. Aber jetzt möchte ich Bilder sprechen lassen.


    Zum Start ein Spitzschuppiger Schirmling (Lepiota aspera) der direkt am Straßernrand wuchs.


    Der Semmelstoppelpilz (Hydnum rufescens) hatte vor zwei Wochen "seinen Schub" und war in großer Zahl zu finden. Ich finde ihn sehr lecker. Hilfreich für den Speisepilzsammler ist dass er (meiner Erfahrung nach) quasi nie verwurmt ist. Habt Ihr auch diese Beobachtung gemacht?


    Der Edelreizker (Lactarius deliciosus) ist jedes Jahr an einem feuchteren Senke mit vielen Kiefern zu finden. Dieses Jahr stand dort jedoch noch einen anderen Milchling den man von oben auch für einen Edelreizker halten könnte. Beim Blick auf die Unterseite wird man aber eines Besseren belehrt: die Lamellen mit einem violettlichen Schimmer sowie die sofort weinrote Milch entlarven ihn als Blutreizker (Lactarius sanguifluus). Persönlicher Erstfund! :cool:
     


    Der Trockener Eichenschneckling (Hygrophorus penarioides) ist eine erst 2007 beschrieben Art, die in enger Verwandschaft mit dem Trockenen Schneckling (der aber viel kleiner ist) und dem Trockenen Buchenschneckling H. fagi (der nur bei Buchen zu finden ist) steht. Er ist streng an die Eiche gebunden und hat einen sehr auffälligen Geruch der einerseits an Orangenblüte oder Jasmin, aber auch an Pudding erinnert. Dieses Merkmal grenzt ihn vom sehr ähnlich aussehenden Trockenen Buchenschneckling ab. Er war dieses Jahr ein an vielen stellen in größerer Menge zu finden. Er schmeckt übrigens ganz ausgezeichnet! :yumyum: Interessant fand ich folgende Beobachtung: immer wenn ich auf diesen Schneckling gestoßen bin wuchsen im näheren Umkreis Grünblättrige Knollenbllätterpilze (amanita phalloides).
     


    Den Riesenrötling (Entoloma sinuatum) hatte ich erst ein mal in der Hand - dieses Jahr habe ich genau "seine Zeit" abgepasst und konnte ihn in großer Zahl und allen Stadien antreffen. Ein schöner großer Pilz der kräftig nach Mehl riecht und noch kräftiger Magen-Darm-giftig ist.


    Gut dass ich etwas Chemie dabei hatte. So kann ich den Beweis antreten dass sich bei meinem Fund um den Gelbverfärbender Schneckling (Hygrophorus discoxanthusssss) handelt und nicht um den (zumindest frisch) ähnlich aussehenden Verwandten Elfenbeinschneckling (H. eburneus) der nicht auf KOH reagieren soll.


    Dieser Stacheling ist jedes Jahr in großer Zahl an immer der gleichen Stelle zu finden - jenes oben beschriebene Areal mit Kiefern und einigen Birken. Hier ist es meist feuchter als im umgebenden Laubmischwald. An dieser Stelle tritt diese Art stellenweise wie gesät auf. In trockenem Zustand riecht sie zudem kräftig nach Maggi. Mir fehlt die Erfahrung mit den Stachelingen, würde ihn aber als den Schwarzen Duftstacheling (Phellodon niger) ansprechen.


    Der Unverschämter Ritterling (Tricholoma lascivum) hat einen süßlichen Geruch in dem aber stets eine widerliche Note ala Schwefelritterling mitschwingt.


    Korallenmilchlinge - Milchlinge mit rosa verfärbender Milch - tarnen sich mit ihren bräunlich-gräulich fleckigen Hüten gut im alten Laub, sind aber häufige Arten im Forst. Gemeinerweise sehen viele Arten sehr ähnlich aus und wachsen auch durchmischt am gleichen Standort. Während der Rosaanlaufende Milchling (Lactarius acris) leicht zu erkennen ist weil die Milch innerhalb von wenigen Sekunden verfärbt (sowohl am Fleisch als auch isoliert davon) ist für mich die Unterscheidung der anderen sehr ähnlich aussehenden Arten L. pterosporus, L. ruginosus und L. azonites kaum möglich. Gibt es da verlässliche makroskopische Merkmalsunterschiede? Hier zu sehen sind vermutlich verschiedene Arten. Nr. 3 ist zweifelsohne L. acris. Ob die anderen unterschiedliche Arten sind...tja.. :shy:


    Stets an Eichen zu finden ist der Spindeliger Rübling (Gymnopus fusipes).


    Der Hellgelbe Violett-Milchling (Lactarius flavidus) ist laut Literatur eine seltene Art, hier aber häufig anzutreffen. Jung hat er eine hellgelbe und recht schleimige zonierte Hutoberfläche; im Alter wird der Hut dunkler. Die Milch verfärbt innerhalb einiger Minuten ins lebhafte lila.
     


    Die Herkuleskeule (.............) zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht wenn ich sie antreffe.


    Der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale) ist ein typischer Laubwaldbewohner.


    Immer wieder hübsch - der Grünspanträuschling (Stropharia aeruginosa).


    Dieser Fund setze mich in Erregung. Diese Größe, dieser stabile Ring und vor allem die eigenartige Hutzeichnung - das musste doch etwas Besonderes sein! Mit etwas Schlüsseln und Bildervergleich bin ich letzten Endes beim profanen Schiefknolligen Anisegerling (Agaricus essettei) heraus gekommen. Etwas enttäuschend - aber dennoch schön anzuschauen!


    Ein einzelner Grubiger Milchling (Lactarius scrobiculatus) hat sich auch in den Wald verirrt.


    Diese Farben...hach! Goldporiger Röhrling (Aureoboletus gentilis).


    Wie jedes Jahr steht der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) treu an seinem Standort. Dieser Fruchtkörper stammt bereits aus dem zweiten Schub, der erste war bereits Anfang August (von diesem fand ich vor einigen Wochen nur noch die riesige stinkende Pilzleichen).


    Der Leberreischling (Fistulina hepatica) wächst immer am Fuße von Eichen. Er soll essbar sein, jedoch konnte ich mich noch nicht durchringen ihn zu verkosten. wie findet Ihr ihn geschmacklich?


    Der Grüngelbe Ritterling (Tricholoma sejunctum) leuchtete ganz wundervoll mit seinen kräftigen Farben.
    DSC05309.JPG


    Einige kleinere Parasole (Macrolepiota procera) hatten sich auch in den Wald verirrt.


    Hübsch anzusehen ist der Igelstäubling (Lycoperdon echinatum).


    Der Wollige Scheidling (Volvariella bombycina) ist für mich eine der Schönheiten des Waldes.


    Der Morsetäubling (Russula illota) gehört zu den Stinktäublingen und riecht kräftig nach Bittermandel mit einer ganz leicht chlorigen Note. Im August war er stellenweise in Massen zu finden. Mitunter waren auch Exemplare ohne die typischen Pünktchen an den Lamellenscheiden aber gleichen Geruch zu entdecken, vermutlich war dies der sehr ähnlich aussehnde Mandeltäubling (Russula grata).
     



    Bei diesem Fund bin ich mir nicht sicher, leider habe ich keinen Fruchkörper zur genaueren Bestimmung mitgenommen. Für mich einer der Erdritterlinge, mit kräftigem Mehl-Geruch. Am bereits gut angetrockneten Fruchtkörper fiel eine rote Verfärbung des Hutrandes bzw. der Lamellenscheiden auf. Diese Eigenschaft kenne ich vom Rötenden Erdritterling (Tricholoma orirubens) den ich mal als als Hypothese in den Raum werfe?
     


    Der Birnenrisspilz (Innocybe fraudans) ist hier ein sehr häufiger Gast - und der einzige Risspilz den ich ganz gut erkennen kann. Spätestens beim Geruch ist klar wen man da vor sich hat. Manch einer mag dieses stechend fruchtige Aroma mit Williams Birne assoziieren - ich persönlich finde ihn ziemlich widerlich. <X Diesen sehr spezifischen Geruch teilt sich er sich mit zwei weiteren Risspilzarten.


    Das bestes habe ich mir zum Schluss aufgehoben - mein persönliches Highlight der bisherigen Saison. Beim ersten Anblick bin ich tatsächlich wie angewurzelt stehen geblieben. 8| Nie selbst gefunden, nie in Natura gesehen - und doch wusste ich quasi sofort was ich hier (vermutlich) vor mir hatte. Ich präsentiere voller stolz meine erste Schleiereule (Cortinarius praestans). :cool: Laut Datenbank der Jenaer Pilzflora ist dieser Standort bislang unbekannt (die Art kommt aber an anderen Standorten um Jena vor).
       



    Ich hoffe die Bilder konnten etwas von der Freude und Faszination vermitteln die ich bei meinen Touren und Funden hatte ;) Danke fürs anschauen! :)

    Hallo Ihr Lieben,


    nun endlich eine Rückmeldung von mir. Leider muss auch ich absagen. :( Ich habe wirklich große Lust auf ein paar Tage im Norden, aber nun gibt es doch ein paar Termine hier die sich nicht verschieben lassen. Das Treffen 2018 werde ich mir schon frühzeitig in den Kalender eintragen damit es dann nächstes Jahr klappt.


    Ich wünsche Euch eine ganz tolle Zeit und viele spannende Funde!


    LG.

    Ich nutze eine Sony RX100 (erste Version). Die Kamera hat einen riesigen Chip und macht wirklich hervorragende Bilder. Man kann - wenn man will - sehr viel von Hand einstellen. Die Makro-Fähigkeiten sind gut aber nicht berauschend. Ich bin mit der Kamera für die Pilzfotografie sehr zufrieden. Wichtigster Punkt: die Kamera ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel und passt in jede Tasche. Dadurch hat man sie wirklich immer dabei.


    ich mach dir wenig Hoffnungen. Für mich wars schon schwer genug, dass ich die Großpilze Band 2 antiquarisch bekam. Ich war auch ein bisschen enttäuscht, da in dem Buch nur die Bauchpilzkapitel in dem Buch herausragend sind (immer noch!!); der Rest ist ziemlich fehlerbehaftet und veraltet.


    Die FN ist aber wirklich verdammt gut. Ich hoffe auch auf eine neue Auflage; mit hoffentlich mehr Inocyben und Cortinarien drin. :)


    Hallo Stefan,


    Du verstehst es einen zu motivieren :rolleyes::cool:


    Ich habe vor einigen Wochen A.Gminder zu einer Neuauflage der FN befragt. Seiner Einschätzung nach ist diese leider in weite Ferne gerückt. Die Autoren der FN haben sich heillos zerstritten und einer der Autoren hat gar seine Schlüssel zurück gezogen (d.h. sie dürfen nicht mehr veröffentlicht werden). :(

    Hallo,


    ich suche folgende (leider reichlich vergriffenen) Bücher:


    • Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd.2
    • Funga Nordica (gern die 2. Auflage)


    ich weiß um die nicht allzu große Wahrscheinlichkeit dass jemand diese Bücher abgeben mag, aber ich wollte nichts unversucht lassen. :shy: Wenn jemand eines dieser Bücher verkaufen mag oder Verkaufsofferten entdeckt würde ich mich sehr über eine PN freuen!


    [..] Chorknabe /Thomas aus Jena, liest bestimmt mit.....oder Thomas?


    Ich lese mit :cool: Zur Zeit habe ich gerade viele andere Freizeitaktivitäten (mein User-Name ist Programm..), daher fällt es mir schwer jetzt sofort eine Zusage zu geben. Aber ich habe große Lust auf ein Treffen und könnte im Laufe der kommenden Woche etwas definitives sagen. Wenn ich dabei wäre dann wäre ich mit allem bisher geplanten sehr einverstanden!

    Es gibt Neuigkeiten. :cool: Ich habe Andreas Gminder befragt (ich war erst vor 2 Wochen bei ihm im Kurs), er kennt außerdem den Jenaer Forst wie seine Westentasche. Seiner Einschätzung nach habe ich da Hygrophorus penarioides gefunden. Ein entscheidendes Merkmal zur Unterscheidung von H. fagi bzw. H. penarius ist der süßliche Geruch (der allerdings eher indifferent beschrieben wird). Die Art wurde erst 2007, nicht zuletzt dank DNA Analysen, neu beschrieben. Wieder was gelernt :)


    mycobank.org - Hygrophorus penarioides Jacobsson & E. Larss. sp. nov. Fig. 2


    Hallo,


    ich danke Dir für Deine Einschätzung. Dieser Pilz hat mich doch ganz schön an der Nase herum geführt. Also doch vermutlich ein Schneckling. Die Größe meiner Funde hatte ich nicht erwähnt, aber einige Fruchtkörper hatten einen Hutdurchmesser um die 10cm und mehr. Also kann nur eine der größeren Arten in Frage kommen. Vermutlich ist auch das abtrocknen des Huts und des Stiels arttypisch da sämtliche Frunchtkörper in allen Stadien mehr oder weniger trocken waren?


    Von den von Dir genannten Arten kommt eigentlich nur H. fagi in Betracht. Ich erwähnte noch H. penarioides: das ist wohl eine recht neu beschriebene Art die von H. fagi abzutrennen ist und streng an Eiche gebunden, sonst aber sehr ähnlich. GP BaWü erwähnt die allerdings Art nicht; in der FN ist sie wohl aber zu finden. Letzten Endes fehlt mir die Erfahrung meinen Fund genauer einzusortieren. Aber offensichtlich ist der Pilz nun schon recht eng eingekreist.

    Hallo,


    hier um Jena sind die Wälder trotz leichter Trockenheit richtig voll; die Artenvielfalt ist wirklich enorm. Der Riesenrötling steht stellenweise als Massenpilz herum, flankiert vom Grüngelben Ritterlingen und Sprödblättlern ohne Ende. Soweit so schön Aber heute ist mir der folgende Pilz vor die Füße gesprungen der mich rätselnd zurück lässt.


    Beschreibung
    Der Hut ist creme-weiß, in der Mitte etwas dunkler. Der Hutrand ist bei jungen Exemplaren kräftig eingerollt, bei älteren Exemplaren immernoch deutlich. Die Hutoberfläche ist nicht schmierig (fühlt sich aber so an als könnte sie mal schmierig gewesen sein?). Die wie der Hut gefärbten Lamellen sind recht dick und flexibel und haben einen ganz leichten gelbl-rötlichen Schein. Die Lamellen sind breit angewachsen und laufen teils mit Zahn herab. Ein Burggraben ist nicht zu erkennen. Der nicht schleimige Stiel ist kräftig und fest und an der Basis auffällig zugespitzt (fast wurzelnd). Am Lamellenansatz fällt eine helle leicht abgesetzte Ringzone auf. Das Fleisch ist ebenso gefärbt wie der Stiel (also creme-weiß). Der Geruch des Pilzes ist sehr auffällig süßlich und erinnert stark an Blüten wie Jasmin, Orangenblüte oder ähnliches. Der Geschmack ist mild und unauffällig. Die Spp-Farbe ist rein weiß.


    Fundort
    ..ist der Jenaer Forst: ein Eichen-Hainbuchenwald mit Buchen und einigen wenigen eingestreuten Fichten bzw. Kiefern; das ganze auf Kalk. Andere Pilze am Fundort waren Schwärztäubling, Frauentäubling, verfärbender Schneckling, Queradriger Milchling, Eichenmilchling und diverse Korallenmilchlings-Arten. Der Pilz wuchs nicht büschelig aber in kleinen Gruppen, mitunter auch einzeln stehend. Ich konnte bei meinem Rundgang mehrere Standorte finden.


    Deutung:
    Nun zur Deutung meines Fundes. Die Größe und der Habitus haben mich zunächst in Richtung Ritterling denken lassen. Aber der Lamellenansatz und der zugespitzte Stiel lassen mich schon zweifeln. :/ Mit dem Schlüssel komme bin ich bei T. album oder T. lascivum heraus. Bei T. lascivum (den ich bereits mehrfach in der Hand gehabt zu haben glaubte) passt der Geruch nicht. Bei T. album passt der Standort und die Begleitbäume nicht. Andere Ritterlinge mit derart hellen Farben und diesem Geruch sind mir nicht bekannt.


    Die nächste Idee ließ mich an Lepista irina denken. Der duftet immerhin ebenso stark nach Blüten. Diesen Pilze hatte ich vor längerer Zeit schon mal in der Hand und meine dass der Geruch doch anders war. Außerdem passt der Lamellenansatz nicht - bei L. irina müssten sie ausgebuchtet angewachsen sein. Dazu die Spp-Farbe - Lepiste hätte cremfarbenes Spp. Damit sind im Grunde auch alle anderen Lepisten raus.


    Die nächste Hypothese: ein Schneckling. Zunächst hielt ich das für unwahrscheinlich da meine Funde auch im jungen Stadium keinen schleimigen Hut hatten. Außerdem erscheinen mir die Fruchtkörper für einen Schneckling viel zu kompakt und kräftig - aber es könnte ja dennoch solche Schnecklinge geben. Und dann fiel mir auch ein dass es da ja auch Schnecklinge ohne Schleim gibt :-/ Für Hygrophorus sprechen wiederum die auffällig angespitze Stielbasis und die sehr anschmiegsamen Lamellen bzw. der Lamellenansatz selbst. Und mit viel Phantasie könnte man auch die Stielspitze als punktiert erachten. Beim Bon käme nur H. penarius in Betracht, aber dort wird der auffällige Geruch nicht erwähnt. Leider fehlt mir für die Gattung Hygrophorus gute Literatur. 123-Pilze kennt noch H. penarioides, hier würde der Standort und die Bilder gut passen, aber auch hier wird der Geruch nicht erwähnt. Gleiches bei H. fagi. Also auch hier kein Kandidat - wobei ich das Gefühl habe mit gescheiter Literatur käme man vielleicht doch weiter?!


    Darüber hinaus gehen mir die Ideen aus. Der Habitus des Pilzes könnte auch noch in die (von mir bislang noch großräumig ignorierten) Gattungen Lyophyllum oder Calocybe gehen - aber auch hier komme ich nicht weiter.


    Bleibt also die Frage: was habe ich hier gefunden? :shy:


    DSC05179.JPG




    P.S.: Ich freue mich auch über Literatur-Empfehlungen: Welche Bücher bieten einen guten Überblick über die Gattung Hygrophorus?


    Hallo Konrad,


    ich danke Dir für Deine Einschätzung.

    Hallo Dieter,


    eine generelle Anmerkung zu Deinen Täublingsbestimmungen von einem Täublingslaien (der ich bin): ich selbst bin weder im Besitz eines Mikroskops noch der zugehörigen Erfahrung damit umzugehen. Aber auch ohne Mikroskop kann man ja mal verschiedenen Schlüssel auf einen Fund "hetzen" und sehen bei welcher Art oder zumindest Gruppe(n) man heraus kommt. Ich nutze bspw. den Kibby - kein perfektes Buch aber durchaus brauchbar. Wenn mehrere Schlüssel vorhanden sind umso besser.


    Ich persönlich fände es sehr interessant wenn Du Deine Schlüsselungs-Versuche bei Deinen Täublings-Beiträgen darstellen würdest. Zu Beispiel so:
    Mit Kibby geschlüsselt lande ich in der Gruppe XYZ-2 welche folgende Arten enthält... Mit Schlüssel Meier lande ich ..hier..; mit Schlüssel Müller lade ich ..dort..


    Ich denke dass man auf diesem Wege mitunter weiter kommt als sich in den Mikromerkmalen zu verheddern. Außerdem macht die Offenlegung des Schlüsselns Deine (Vor)Bestimmungsversuche transparenter und man könnte selbst versuchen sie anhand der gleichen Schlüssel Deine Schritte nachzuvollziehen.


    Soviel zu meinen Gedanken. Generell bewundere ich Deine Hartnäckigkeit und Ausdauer die Du für die Täublingsbestimmung verwendest. Ich habe bei meinen Täublingsfunden schon sehr oft viel zu früh aufgegeben - und bin daher mit den Täublingen nie wirklich voran gekommen.


    Ich habe diesen pilz direkt am Boden und direkt an einem Baum gefunden.


    Ich bin Laie.


    Essbar?


    Hallo,


    ich sehe hier KEINEN Perlpilz. Dein Fund erinnert mich an Schüpplinge - hier fehlt mir allerdings der Überblück über in Frage kommende Arten.


    Eine Aussage zur Essbarkeit wird die hier im Forum niemand geben können und wollen. Die Bestimmung von Pilzen mittels Foto ist schwierig und oft nicht eindeutig möglich. Daher ist eine Ferndiagnose bezüglich der Essbarkeit sehr gefährlich. Daher sind Fragen bezüglich Essbarkeit hier im Forum nicht erwünscht.


    Dachpilz finde ich auch gut. Lamellen sehen rosa aus, auf dem dritten und fünften Bild sehen die Lamellen frei aus, und Wuchs auf Holz passt auch.


    Hallo,


    wenn ich diese Funde einsortieren müsste wäre ich ganz bei sarifa. Bei noch halbwegs passablen Fruchtkörpern könnte dann ein Sporenpulverabdruck die Hypothese untermauern.


    Zum T. inocybeoides: Könnte sein, vielleicht aber auch eher nicht. Er ist mir ein wenig zu dunkel am Scheitel und auch zu wenig spitz. Komischerweise finde ich die auch immer auf der Wiese bei Birken, ich kann mich jetzt nicht an Waldfunde erinnern. Das muss aber nix heißen.


    Hallo Harald,


    danke Dir für die Bilder. Ich muss zugeben: bei Deinen Funden ist der Risspilzhabitus (Hutrand eingerissen, Buckel, ...) schon sehr viel eindeutiger ausgeprägt als bei meinen Funden. Im direkten Vergleich sehen meine Funde eher wie zu klein geratene T. scalpturatum aus..

    Hallo,


    die Pilze zersetzen totes (kein lebendes!) organisches Material. Sie schädigen die Pflanze nicht - im Gegenteil: sie helfen die Nährstoff im Boden für die Pflanze vertretbar zu machen. Also einfach stehen lassen und am Anblick erfreuen :)


    anhand der neuen Bilder ist nun ziemlich eindeutig T. portentosum erkennbar. Da kannst du einen Haken dran machen. Bei den ersten Bildern war die bestimmungsrelevante Farbkombination nicht wirklich zu sehen. Jetzt schon. :cool:


    Hallo Ingo,


    danke für die Bestätigung, ich wäre sonst ratlos gewesen welche alternative Ritterling hier in Frage gekommen wäre..


    Allgemein in die Runde: Gibt es zu den anderen vorgestellten Ritterlingen keine weitere Meinung?


    bei deinem ersten habe ich mit T. portentosum schon Zweifel.



    T. portentosum ist das sicher nicht. Von der Optik her handelt es sich um einen der scharfen Vertreter - am Ehesten T. virgatum. Gut erkennbar an dem Buckel. Bist du sicher, dass da keine Kiefer in der Nähe war und der Geschmack kein bisschen merkwürdig?


    Hallo,


    gerade bei diesem Fund war ich mir mit der Bestimmung recht sicher :(


    Ich war heute noch einmal schnell am Fundort - trotz Frost in den letzten Nächten konnte ich noch einige Exemplare finden. Am Fundort standen Eichen, Buchen, Hainbuchen, ein winziges Weißdorngesträuch und einzwei unbestimmte Laubsträucher. Nadelbäume waren nicht vorhanden!


    Die heute gefundenen Fruchtkörper haben die oben beschriebenen Eigenschaften; der Hut wieder sehr schleimig. Auffällig ist noch das Stiel und Lamellen einen gelblich-grünlichen Schimmer haben. Die Geschmacksprobe (ca 60sek im Mund) war kräftig mehlig; nach einer ganzen Weile Kauen vergeht das Mehl etwas und es tritt eine eher gurkige Note zutage (wobei diese beiden Geschmäcker ja sehr nah beieinander sind). Ich konnte keinen "merkwürdigen" oder schärflichen Geschmack wahrnehmen.


    Und nun?


    Anbei noch einige Bilder - mit dem Handy aufgenommen, daher etwas unscharf und auch nicht ganz farbecht. Aber vielleicht helfen sie ja für die Bestimmung.





    ich brauche wieder Hilfe.. ich nehme an, es ist einer der kleinen herbstichen Trichterlinge?
    reichen die Infos?


    Hallo Konrad,


    bei den Trichterlingen ist es bei der Bestimmung m.W.n. recht wichtig zu wissen ob die Hüte hygrophan sind oder nicht. Im Bon/Parey bspw. wird das im Trichterlings-Schlüssel recht früh abgefragt. Sonst kann ich leider zur Bestimmmung nichts beitragen - die Trichterlinge habe ich bislang großräumig umfahren :shy: