Beiträge von Chorknabe

    Du könntest einenSporenpulver-Abdruck machen: rostbraunes Sporenpulver weißt auf Cortinarius hin, graubraunes Spp in Richtung Hebeloma.


    Ich meine auf den Bildern einen rostbraunes Gespinstrest (Cortina) am Stiel zu erkennen, was mich an einen Schleierling denken lässt. Ich würde ihm den Arbeitstitel Telamonie geben und ihn ganz schnell entsorgen wenn keiner guckt. 😉

    So rein von der Optik war Lyophyllum auch mein erster Gedanke 😉


    Porphyrwulstling passt gar nicht, der hätte einenRing (auch wenn meist nur noch ein kleiner Rest am Stiel klebt), einen dunkleren Stiel und eine knollige Stielbasis. Außerdem kommt er nicht so kompakt daher.

    Könnte Pilz nr 8 auch ein ziegelroter risspilz sein.. hatte vergessen den spermatischen Geruch zu erwähnen.

    Ich denke dass Lepista die passendere Idee ist. Für den Ziegelroten Risspilz fehlt mir vor allem die radialfaserige Hutoberfläche.


    Noch etwas zum Elfenbeinschneckling: kann auch der Verfärbende Schneckling (H. discoxanthus) sein. Dafür spricht der im Alter gilbende Hutrand. Mit KOH bekommt man beide auseinander: H. discoxanthus verfärbt sich mit KOH quietschgelb, H. eburneus nicht.

    Zu 11) Auch mir viel spontan Lactarius flavidus ein. Schade dass Du den Pilz nicht länger beobachtet hast, dann hättest Du erleben können wie die Milch am Fleisch von weiß nach violett umfärbt ;)

    Ist dieser seltsam schuppige Stiel, dessen Oberfläche aussieht wie grob gesägtes Weichholz, nicht typisch für Fälblinge? Zugegeben etwas stark ausgeprägt, aber bei der Trockenheit kann so etwas schon mal auftreten?

    Korrektur: beide Arten sind essbar aber nicht lohnenswert. Wenn man aber die Pfanne mit giftgrünen Pilzen optisch aufwerten will kann durchaus ein paar Exemplare reinschnippeln. Wieso auch immer 😉

    Zum Ritterling:


    ich hatte sie ja in der Hand, dennoch war eine genaue Bestimmung für mich schwierig. Zunächst waren die Fruchtkörper schon etwas drüber und hatten bereits zwischen den Lamellen Schimmel angesetzt. Das kann Farbe und Geruch völlig verfälschen, vor allem vergeht einem aber die Lust auf eine Kostprobe. Und genau die bringt einen bei den Erdritterlingen nicht selten weiter. Also musste es ohne gehen.


    Am Fundort gab es u.a. auch Kiefern - T.terreum wäre also denkbar. Die Hutbeschaffenheit kommt ganz gut hin: feinfilzig radialfaserig, keinesfalls schuppig. Die Farbe war aber für mein Empfinden zu bräunlich. Ich kenne terreum eher mausgrau und allenfalls beim Verwesen nach Frost bräunlich.


    Die Lamellen wiesen wie gesagt hier und da Schimmel auf. Auffällig waren rost-bräunliche Flecken an den Lamellenscheiden - war das jetzt ein Merkmal oder eine Befall? Einige Erdritterlinge haben ja mitunter schwärzliche Punkte an den Lamellenscheiden. Ich dachte außerdem an rötliche Verfärbungen beim Eintrocknen wie bei T.orirubens und anderen - nach einer Nacht in der warmen Küche wurden es aber nicht mehr Verfärbungen, außerdem wären die eher am Hutrand zu finden. Für gilbende Erdritterlinge waren die Flecke viel zu dunkel.

    Außerdem auffällig war dassdie Lamellen am Hutrand sehr grau waren und sich farblich kaum vom Hut abhoben. Das kenne ich so von keinem Erdritterling- einfach ein Trockenschaden oder Verwesung?


    Der Stil war quasi weiß(lich) und ohne jedwede Schuppung oder Fasern. An der Stielbasis konnte ich auch nach Lagerung über Nacht in der warmen Küche keine Verfärbungen wie lila-bläuliche Flecken ausmachen. Was wiederum auf T.orirubens und ähnliche Arten hingewiesen hätte.


    Der Geruch war interessant: selbst nach Verletzung keinerlei mehlige Noten. Also keinesfalls einer der gilbenden Arten. Dafür aber eine deutlich wahrnehmbare süßliche Komponente (Honig?!), dazu ein schärferer Geruch den man mit reichlich Fantasie als pfeffrig bezeichnen könnte. Wenn diese wirklich dem Pilz zuzuschreiben ist und nicht dem Verwesungsprozess, dann ist T. terreum raus. Mit diesem Geruch landet man doch wieder bei T. orirubens und Konsorten. T. squarrulosum hat laut Literatur einen mehr oder weniger schuppigen Stiel. T.basirubens käme laut Ludwig auch in Betracht, ich dachte aber immer dass sich diese Art durch eine kräftige pinke Verfärbungen an der Stielbasis auszeichnet? T. atrosquamosum wäre noch zu nennen, aber wie diese von T. orirubens abzugrenzen ist konnte mir noch niemand erklären (und die Autoren von Fungi of Northern Europe haben hier eher Unklarheit als Klarheit geschaffen).


    Was bleibt sind viele Fragezeichen.


    Ich hätte vielleicht doch mal das Mikroskop bemühen können, aber wir haben hier gerade ein fünf Wochen altes schreindes Kind zu Hause was uns ALLE Resourcen kostet.. ;)


    Soviel von meiner Seite. Sollte nur ein kurzer Kommentar werden, ist aber ein Roman geworden :cool:

    Beim ersten Pilz wundere ich mich über die doch recht hellen Lamellen, kenne ich so von Lepista nuda nicht. Mir kam gerade stattdessen der Veilchenblaue Schönkopf in den Sinn (den ich aber noch nie in der Hand hatte)?

    Servus Thomas,


    unter Kiefer mit gelben Lamellen - du meinst da die Säufernase, Russula sardonia? Der Stachelbeertäubling (Russula queletii) wächst nicht bei Kiefer (oder nur ausnahmsweise?).

    Verd****, das habe ich in der Tat verwechselt. Danke für die schnelle Richtigstellung. Ich dachte in der Tat an R. sardonia.

    Wenn die Lamellen wirklich so (zumindest für einen Täubling) lebhaft zitronig gefärbt sind wie auf den Bildern zu erahnen und außerdem am Fundort eine Kiefer stand, dann ist gegen den Stachelbeertäubling nichts einzuwenden.

    7. Der letzte. Für mich ein Erstfund, was auch immer es ist. Ob ich den nochmal finden mag, weiß ich aber nicht, denn der stinkt erbärmlich unangenehm. [..]

    Ein toller Fund! Der fehlt mir noch. Wo hast Du den gefunden?


    P.S.: Erstaunlich dass Du so viele Funde machen konntest. Ich war vor eine Woche bei Jena unterwegs - mehr als einige wenige Grünblättrige Schwefelköpfe waren nicht zu finden ;(

    Pilz 4: kann ich leider schlecht vermuten. Sind die Lamellen weiß? Wenn ja, dann kannst Du vielleicht bei den Egerlingsschirmlingen schauen.

    Ausnahme: der Rosablättrige Egerlingsschirmling, der im Alter rosaliche Lamellen bekommt. Eine häufige Art die oft in Städten, Parks und Gärten vorkommt. Der obige Fund könnte von den Bildern und Fundort her gut passen.


    Grüße, der Thomas.

    [..]

    In der Gattung ebenfalls sehr wichtig sind die Strukturen der Hutränder bei jungen Fruchtkörpern. Das ist hier gut einzuschätzen, weil bei den stark eingerollten Huträndern haben wir es keineswegs mit alten Schlappen zu tun. Den Wimpernmilchling (Lactarius resimus) kann man hier demnach sicher ausschließen, denn der hat eine ganz andere "Wuscheligkeit" der Hutränder in dem Entwicklungsstadium.


    Hallo Pablo,


    danke Dir für Deine Einschätzung. Wie gesagt hatte ich L. resimus noch nie in der Hand, daher fehlen mir jedwe praktische Erfahrung mit dieser Art. Kann man die "Wuscheligkeit" von L.resimus mit jener von L. torminosus vergleichen?

    Hallo,


    auch wenn bereits ein Arbeitstitel gefunden wurde, werfe ich mal als weitere Idee L. resimus in den Raum. Der ist zottig, kommt eher weißlich creme daher und hat eine nach gelb verfärbende Milch.


    Ich kenne diese Art nicht von eigenen Funden, aber laut Kibby ist es eine Art die in nordischen Ländern bei Birke vorkommt. Könnte passen?


    Lg.

    Wie schon geschrieben färbt sich die Milch bei L. acris verhältnismäßig schnell rosa. Vor allem aber verfärbt die Milch auch rosa wenn sie vom Fleisch getrennt ist. Alle anderen Milchlinge mit rosa verfärbender Milch ("Korallenmilchlinge") können das nicht - die Milch bleibt weiß wenn man sie frisch nach einer Verletzung aufs Taschentuch o.ä. tröpfelt.


    Rein äußerlich könnte zu Deinem L. acris passen; ebenso der sehr ähnlich aussehende L. pterospous. L. romagnesii hingegen kommt dunkler daher und hat mehr einen oder weniger deutlich erkennbaren grieften Hutrand (den Dein Fund nicht hat). L. ruginosus ist viel heller und hat einen kräftig gerieften Hutrand.


    Das fiese bei den Korallenmilchlingen ist, dass sie am Fundort gern untermischt stehen - man kommt ihnen wohl nur mit viel Erfahrung und einen Mikroskop bei.


    Übrigens: L. acris ist so ziemlich das Schärfste was ich mal auf der Zunge hatte - die Dinger sind wirklich heimtückisch. Gute 5 Sekunden merkt man nichts, dann schlägt die Schärfe unvermittelt zu und führt fast sofort zu einer tauben Zungenspitze. =O Danach schmeckt jeder Speitäubling mild. 8o

    zu 2. Der roch kein bisschen fischig. Er war allerdings auch schon recht betagt, trocken und wurmzerfressen. Vielleicht verduftet der Fischgeruch im Alter? [..]

    Leider kann ich zur Klärung Deines Fundes nicht viel beitragen, doch aber etwas zu obigem Punkt. Der Fischgeruch wird im Alter stärker, müsste also recht kräftig gewesen sein. Allerdings kann ich bspw. diesen Geruch nicht als fischig wahrnehmen - für mich riecht das einfach nach vergammeltem Täubling. Daher fällt es mir immer sehr schwer einen Heringstäubling über den Geruch als solchen anzusprechen.