Beiträge von Chorknabe

    Ich möchte meinen Vorredner zustimmen. Die 123Pilze App ist ein extrem umfangreiches Nachschlagewerk mit einem leicht bedienbaren synoptischen Schlüssel. Hier kann man jederzeit die wichtigsten Merkmale einer Art nachlesen. Richtig hilfreich ist zudem die Verwechslungspartner-Funktion. Hier findet man oft durch blättern zum eigenen Fund.


    Sehr interessant ist auch die App MeinePilze. Bei ihr sind über 12000 Arten erfasst, und bei jeder Art gibt es eine Übersicht, in welchen gängigePikzbüchern und Fachliteratur die Art enthalten ist. Hat man die Bücher gar als Privatkopie auf dem Smartphone gespeichert, genügt ein Klick und es öffnet sich bspw. der Bildband von Ludwig auf genau der Seite wo die Art beschrieben ist.


    Von der Erkennung der Pilze per Kamera halte ich aber gar nichts.

    wenn der nicht aus Europa ist hätte ich noch R. parvovirescens im Angebot. R. cutefracta dürfte eigentlich solch eine grüne Farbe haben.

    Der Fund stammt mitten aus Deutschland. Zur Lösung des Rätsels hilft es, dem Ursprungspost nähere Beachtung zu schenken. Denn das Rätsel ist trügerisch 😋

    Ich bezweifle, dass es sich bei Deinem Fund um C. Glaucopus handelt. Die Farben passen nicht wirklich. Wuchs er denn mit vielen weiteren Fruchtkörpern in einer Reihe/Hexenkreis?


    Beim Schlüsseln wäre zunächst die Lamellenfarbe ganz junger Fruchtkörper entscheidend, sonst kommt man gar nicht erst in die richtige Gruppe. Die Bilder können täuschen, daher die Frage: war da ein Blaustich in den Lamellen oder waren sie eher weißlich/Creme ohne jeden Blauton?

    Hallo,


    hier noch ein Täubling, der errätselt werden will. Mag jemand einen Tipp abgeben?

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    P.S.: so leicht wie es scheint, ist es nicht. Ich hab das Bild "leicht" bearbeitet, um die typischen Merkmale hervorzuheben.

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    vermutlich nicht, odet? Im Inet steht:feucht schmierig. Das ist er nicht. Ich seh auch keine Velumreste. Und die Stielbasis ist nicht knollig, eher wie ein umgekehrter Trichter.

    Wenn das Wetter trocken ist, trocknen auch feuchte/schleimige Hüte ab. Die Knolle ist auf Deinen Bildern gut zu erkennen. Sie ist geranmdet knollig und relativ flach - das darf und soll so. Daher wäre auch meine erste Idee zu Deinem Fund Leucocortinarius bulbiger.

    Hallo,


    hier ein Fund von einer großen Waldwiese auf Kalk. Der Hut ist jung recht schleimig; jung halbkugelig bis kegelig, alt nahezu flach ausgebreitet. Lamellen jung hell, später kräftig rötlich. Spp. offensichtlich fleischrosa. Langer robuster Stiel, an der Stielbasis eine Scheide, die man aber kaum aus dem Boden bekommt. Keine ausgeprägte Knolle. Ich meine, hier den Großen Scheidling (Volvopluteus gloiocephalus) vor mir zu haben. Passt?







    Hallo,


    bei meiner gestrigen Mini-Runde fand ich erneut eine Phlegmatie aus der Sektion Fulvi. Leider nur ein einzelner Fruchtkörper. Habitus recht schmächtig, Hutdurchmesser ca 5cm. Hut trüb grüngelb mit bräunlichen Punkten in der Hutmitte. Lamellen gelbgrünlich, für das fortgeschrittene Alter auffallend leuchtend. Stiel mit gerandeter Knole, kräftig grünlich gelb. Basalmycel auffallend leuchtend kalt-gelb. Fleisch ebenfalls grün-gelb, etwas grüner als Stieloberfläche. Geruch unauffällig, Geschmack nicht getestet. KOH in allen Teilen negativ. Sporen (9-9,8-10) x (5-5,3-5,5); Sporenform siehe Bild.


    Diesmal meine ich recht sicher Cortinarius citrinus vor mir zu haben. Einwände?


    Die Farben auf den Bildern geben leider die Realität nicht wieder. Mein Fund war weniger weißlich sondern deutlich gesättigter neongelb. Offensichtlich kann meine Kamera das nicht gescheit darstellen (ähnlich wie das grün vom Gründblättrigen Schwefelkopf).







    Siehe Beitrag von Uwe oben: Die Lamellenfarbe von jungen Fruchtkörpern vor der Sporenreife ist elementar. Ohne die kommst du niemals in die richtige Richtung.

    Hallo Pablo,


    mit den verhältnismäßig großen Sporenmaßen und einer negativen KOH-Reaktion auf dem Hut bleibt allerdings nicht so viel übrig. Auch wenn ich meinen Fund am Ende wohl nicht sicher benennen können werde, hilft mir die intensive Beschäftigung dennoch sehr, mich mit den Fulvi näher zu befassen.


    Ich habe meinen letzten Post noch einmal inhaltlich stark bearbeitet. Die Kombination aus Schlafentzug dank regelmäßigem nächtlichen Babywindel-Wechsel und Cortinarien schlüsseln ist ganz offensichtlich nicht hilfreich. :sleeping:

    Hallo an alle,


    vielen Dank für Eure Antworten und Hinweise. Auch der Vergleich mit C.splendens und C.citrinus hat mir sehr geholfen, meine Funde, insbesondere die Farben besser einzuschätzen. Ich speichere zunächst für mich ab: die Fulvi sind keine leichte Gruppe, und es braucht Erfahrung bei der Beurteilung der Farben.


    Ich habe oben die Beschreibung des Fundes noch einmal angepasst. Außerdem habe ich mittlerweile die Sporen gemessen: (12-12,5-13) x (7-7,3-8) µm. Die Sporen sind also recht groß, und damit fallen viele Arten raus. Wenn man mit der FN schlüsselt, landet am ehesten bei C. elegantior (wenn man die rosaliche KOH-Reaktion im Knollenfleisch als positiv berücksichtigt!); oder bei C. sulfurinus quercilicis (bei negativer KOH-Reaktion). Bei letzterer Art passen laut Beschreibung die Farben etwas besser, auch die Ökologie (am Fundort viele Eichen). Ich habe zur Sicherheit nochmal KOH und Amoniak aufs Knollenfleisch gegeben (die Pilze liegen nun schon seit 4 Tagen im Kühlschrank): mit KOH schon irgendwie rötlich, aber auch nicht sehr knallig und eher bräunlich; mit Amoniak allenfalls gaaanz leicht rosalich.



    Hier außerdem noch ein Bild von den Sporen.



    Damit scheint also Cortinarius elegantior quercilicis die beste Hypothese zu sein? Die Art hatte ich natürlich noch nie bewusst in der Hand. Kann das vom Farbspektrum her hinkommen?

    C.citrinus ist das nicht, der hat ganz grüngelbes Fleisch.

    ähnlich wie splendens, das sollte der Schlüssel abfragen, sonst taugt er nichts.

    Das geht eher in Richtung der weiss- bis Creme fleischigen Arten wie C.humolens oder C.flavovirens

    aber das müsste man auch mikroskopisch prüfen, da gibt es einige unbekanntere Arten

    Hallo Uwe,


    danke für Deine Einschätzung. Gminder schreibt in GPBaWü, dass bei C.citrinus das Fleisch im Alter stumpf wird und ausblasst. Aber die Blässe bei meinen Funden ist vermutlich zu ausgeprägt?


    Ich werde die mir zur Verfügung stehenden Schlüssel (FN, Gminder, CinS) noch einmal ausgiebig studieren. Eine Frage zur KOH-Reaktion im Knollenfleisch: ist das Deiner Ansicht nach ausreichend rosa? In den Schlüsseln wird ja danach gefragt.

    Hallo,


    heute fand ich auf Kalk eine schöne Kollektion einer Phlegmatie aus der Sektion Fulvi. Der gesamte Pilz ist kräftig gelb gelb-ockerlich mit leicht grünlichem Einschlag. Der Hut scheint im Alter vor allem im Zentrum dunkler zu werden, bei einigen Fruchtkörpern gibt es mitunter dunkle schorfartige Flocken auf dem Hut. Obwohl ich kein ganz junges Exemplar finden konnte, kann man den Lamellen ansehen, dass sie jung gelblich, vielleicht sogar leicht grünlich waren. Die Knolle ist ausgeprägt und gerandet; die Knollenhaut scheint im Alter zu bräunen. Das Fleisch ist im gesamten Fruchtkörper hellgelb mit ganz leicht grünlichem Einschlag weißlich bis ganz leicht gelblich, in der Knolle etwas gesättigter gelblich mit grünlicher Note. Geschmack nicht getestet mild ohne besonderes Merkmal, Geruch ist mehr oder weniger unauffällig. KOH auf dem Hut reagiert mäßig bräunlich (also negativ) am Knollenrand kräftig braun; im Hut- und Stielfleisch nur ganz blass, im Knollenfleisch rosalich (siehe letztes Bild). Sporen leider mangels Zeit noch nicht vermessen, wird aber nachgeholt (siehe unten!) . Am Fundort vor allem (Hain)Buchen und Eichen auf Kalk; die Fruchtkörper standen dicht gedrängt (siehe Bilder).


    Mit FN geschlüsselt lande ich bei Cortinarius citrinus. Kann das passen?







    (2) erinnert mich an den Semmelgelben Schleimkopf. Ziehe mal die Lamellen vom Stiel ab, es sollte eine blaue Linie am Stiel zu sehen sein.

    Hallo,


    heute fand ich auf Kalk braune Ritterlinge, die ich teils einigermaßen sicher als Tricholoma batschii ansprechen würde. In unmittelbarer Nachbarschaft fand ich aber weitere Exemplare, bei denen es keine für T.batschii typische apprupt beginnende weiße Ringzone an der Stielspitze gab. Die Funde waren allerdings schon etwas eingetrocknet und daher vermutlich nicht ganz frisch. Begleitbäume waren diverse Laubbäume und Kiefern, wobei am Fundort der Kiefernaspekt zu dominieren scheint.


    Daher die Frage: sind das unterschiedliche Arten oder schlicht alte oder etwas untypisch geratene T.batschii?


    Zunächst m.E.n. sichere T.batschii:




    Nun die Fragezeichenfunde. Erste Bild: oben Fragezeichen, unten T.Batschii. Zweites Bild: links Fragezeichen, rechts batschii.



    Servus,


    am Mittwoch hatten wir kurz über Cortinarius bulliardii (Feuerfüßger Gürtelfuß) gesprochen. Einige Forenten hatten dringendes Interesse an einer Vor-Ort-Besichtigung angemeldet ( Climbingfreak, ..?). Ich war also heute mal mit schwerem Gepäck (meine 4-jährige Tochter saß im Tragerucksack und hat sich durch den Wald schleppen lassen) an "meiner" Fundstelle, und konnte wie jedes Jahr die Art dort finden. Wie nahezu jedes Jahr schon gut eingetrocknet, aber dadurch sind die Fruchtkörper recht beständig und das zinnoberrot kommt noch mehr zur Geltung.


    Wenn sich jetzt also jemand ins Auto setzen will, um (nahezu) vertrocknete Pilze anzuschauen, gäbe es also dazu zumindest die pilzlichen Voraussetzungen.. :P



    Hallo,


    grundsätzlich finde ich es beachtenswert und spannend, dass Du Dir einen eigenen Schlüssel erstellen möchtest. Wenn ich aber lese, dass Du "nur mittelmäßig Ahnung hast von Pilzen" kommen mir offen gesagt Zweifel, ob Dein Vorhaben vielleicht "etwas" überambitioniert ist. Das Erstellen von Schlüsseln ist alles andere als trivial, denn man braucht eine sehr große Artenkenntnis, und muss vor allem um die Variationsbreite der Arten kennen und selbst erlebt haben.


    Aber zur Frage: ich denke, dass die Unterscheidung nach der Zähheit des Stieles zu früh in Deinem Schlüssel kommt (die Brüchigkeit dagegen sollte früh abgefragt werden um die Sprödblättler abzugrenzen). Viel eher sollten Abfrage zur Lamellenhaltung, Hutform oder Hut-/Stildurchmesser gestellt werden. Ritterlinge und Zwergschwindlinge anhand der Biegsamkeit des Stils auseinander zu dividieren ist schlicht nicht sinnvoll.


    Beschäftige Dich mal mit anderen Schlüsseln, bspw. im Parey.

    Ich find das Handbuch für Pilzsammler von Andreas Gminder ganz gut, weil die Gattungen da auch immer schön erklärt werden, nicht nur die einzelnen Arten.

    Auch von mir eine Empfehlung für dieses Buch. Das war mein ernsthafter Einstieg in die Pilzbestimmung. Toll sind die Erklärung der wichtigsten Habitate und die dort zu erwartenden Pilze. Extrem hilfreich für mich war jeweils die Einführung in die Gattung mit deren typischen Eigenschaften; so bekommt man einen groben Überblick und und vor allem eine Systematik an die Hand.

    Ich habe viele Bände von Kibby, und was man dort für sein Geld bekommt, ist wirklich bemerkenswert. Übrigens gibt seit kurzem von Ihm auch eine Monographie zur Gattung Cortinarius. Der Ansatz der synoptischen Schlüssel hatte mich gerade als Anfänger sehr überzeugt. ABER: in den Schlüsseln stecken oft kleine Fehler, und nicht wenige Arten fehlen. Daher habe ich mich oft in den Schlüsseln verfranst und am Ende doch ziellos geblättert.


    Aus meiner Sicht deutlich empfehlenswerter für die Gattung Lactarius ist die Monographie von Heilmann-Clausen, Verbeken, A. & Vessterholt aus der Reihe Fungi of Northern Europe.

    Hallo Thomas,

    der Habitus, die eingewachsene Huthaut, das Reihenwachstum und der metallisch glänzende Stiel deutet auf eine Art um C.glaucopus
    Ich kenne aber keine Art, die jung keine blauen ( und wenn nur sehr hellblaue) Lamellen hat.
    Die ganze Gruppe hat immer recht kleine ellipsoide Sporen ( < 8,5 um)

    Hiermit reiche ich die Sporenmaße nach:

    (6,8-7,0-7,1)x(4,5-4,6-4,7) µm


    Wenn man davon ausgeht, dass die Funde ganz jung doch (dezent) blaue Lamellen hatten, ist zumindest die Gruppe um C.glaucopus gesetzt, richtig?