Beiträge von Chorknabe

    Die Stockschwämmchen schauen korrekt bestimmt aus, aber die violetten Pilze sind keine Rötelritterlinge sondern Schleierlinge. Gut erkennbar an der rostroten Ringzone am Stiel und den im Alter nach rostrot verfärbenden Lamellen. Welche Art dies ist, kann ich nicht sagen. Dennoch sei mir der Hinweis gestattet, dass es nur sehr wenig essbare Schleierlinge gibt, viele sind dagegen unverträglich oder gar (teils heftig) giftig.

    also ich rieche eigentlich gut, aber einen carbol geruch habe ich keinen bemerkt. soll aber auch erst auftreten wenn die gekocht werden. aber kochen tu ich den sicher nicht.

    Mit dem Schnittbild ist es jetzt eindeutig 🙂 Hast Du mal an der gelb verfärbten Stelle direkt nach dem Schneiden gerochen? Der Karbolgeruch sollte dann merklich zu Tage treten.

    Hallo,


    das sind beides Champignons. Davon gibt es allerdings viele Arten, die teils nicht so leicht zu bestimmen sind. Mach doch mal einen Längsschnitt durch den ganzen Pilz und davon ein Bild. Achte besonders auf die Stielbasis (also ganz unten am Stiel): verfärbt sich dort der Bereich knallig gelb. Rieche auch mal daran: riecht die verfärbende Stelle vielleicht chemisch, nach alter Tine oder dergleichen?

    Schleierlinge haben in jungem Stadium einen Schleier der die Lamellen verhüllt. Wenn der Hut aufschirmt, reißt der Schleier auf. Es bleibt aber immer ein Rest Schleier im oberen Bereich des Stiels hängen. Darin verfängt sich dann rostbraunes Sporenpulver, so dass ältere Exemplare immer eine Art rostbraune Ringzone am Stiel haben. Das ist das wichtigste und eigentlich auch leicht erkenntliche Merkmal der Cortinarien.


    Fälblinge haben eher graubraunes Sporenpulver. Eine Cortina (also Schleier) haben sie meines Wissens nach nicht. Es gibt wenige Arten Arten mit Ring, die meisten Arten aber haben keinen. Bei vielen Fälblingen ist dagegen die Stielspitze sehr rau (wie sägefrischen Fichtenholz aus dem Baumarkt). Und die Geruchskomponenten bewegen sich meist zwischen Schokoladenpulver und Rettich (Ausmahme: der Marzipanfälbling). Und schließlich sind nahezu alle Fälblinge in allen Teilen des Fruchtkörpers +- Milchkaffe-farben. Das macht sich auch durchaus schwer zu bestimmen, weil sich die Arten makroskopisch sehr ähneln.

    Die giftigsten Vertreter, wie z.B. der Satanspilz, lösen "nur" ein starkes gastrointestinales Syndrom aus, also Erbrechen, Durchfälle etc.

    Wenn ich also nicht falsch liege - man möge mich sonst verbessern - dann wirst du das schon überleben.

    Das Erbrechen und die Durchfälle können allerdings derart fulminant auftreten, dass der Wasserhaushalt des Körpers ins Straucheln kommt: oben und unten verliert man in Größenordnungen Flüssigkeit (und Mineralstoffe!), und trinken nützt nicht weil es der Magen sofort wieder loswerden will. Im Grunde wie bei einer heftigen Noro-Virus-Infektion. Mindestens bei Kindern, alten oder kranken Menschen ist dann ein Krankenhausbesuch dringend angeraten, weil man nur noch mit dem Tropf die Flüssigkeit und Mineralstoffe in den Körper bekommt. Passiert das nicht, besteht tatsächlich u.U. Lebensgefahr.

    Ich sehe hier ebenfalls Tricholoma ustale. Teils büscheliger Wuchs, oft etwas wellige bzw. verborgene Hüte, dazu die Farben und mitunter eine ordentliche Schleimschicht oben drauf - für mich passt das ziemlich gut. Die genatterten Stiele finde ich allerdings auch etwas atypische.

    Wie bei allen Milchlingen sind die Begleitbäume wichtig für eine Bestimmung. Gab es denn Birken in der Nähe? Davon abgesehen: L. torminosus ist brennend scharf, und zwar unmittelbar. Erst mild und dann schärflich passt nicht.


    Davon abgesehen kann man zum Fund nicht viel mehr sagen. Nichts für ungut, aber die Präsentation als auch die Informationen Deines Fundes sind (sehr höflich ausgedrückt!) unzureichend.

    warum nicht sciodes? Einen kleinen Buckel hat er ja! T. bresadolianum soll doch angeblich nur bitter aber nicht scharf schmecken.

    Hallo Peter,


    T.sciodes kenne ich mit seidigem Hut, radialfaserig eingewachsen und metallischen Glanz. Dunkel kontrastierende Hutschuppen passen da nicht so recht ins Bild und lassen an eine andere Art denken, ebenso die dunkel geschuppten Stiele.

    Ein Tigerritterling ist es allerdings nicht - denn nach dem ersten Blick im Wald, hab ich wg. der scharfen Sorten (virgatum, sciodes) noch einen Geschmackstest gemacht - und es brannte nach einiger Zeit brutal und anhaltend

    Diesen Kommentar habe ich erst jetzt gelesen. :| Damit entfallen meine obigen Vorschläge natürlich. Auch sehe ich erst jetzt auf dem großen Monitor einen recht metallischen Glanz der Hüte, was die von mir vorgeschlagenen Arten ebenfalls ausschließt. T.bresadolianum gefällt mir als Vorschlag ebenfalls gut.

    Das schaut schon wie ein Parasol aus. Der Ring kann auch mal etwas fester auf dem Stiel sitzen, wodurch er sich nicht verschieben lässt. Wichtig ist, dass er nicht ANGEWACHSEN ist.

    Ich denke zunächst an T. squarrulosum oder T. atrosquamosum/orirubens. Der Geruch des unverletzten Fruchtkörpers wäre wichtig. Pfeffrig oder eher süßlich?

    Pilz Nr.1 ist der Wurzelnde Schleimrübling. Er hat eine Art Wurzel, die in etwa so lang ist wie der Stiel.


    Pilz Nr.2 erinnert mich an den Brennenden Rübling. Er sollte sehr säuerlich (Essig) gerochen haben?

    Der Milchling könnte etwas aus der Gruppe Pfeffermilchling/Wolliger Milchling sein. Verfärbt sich die Milch nach einiger Zeit?


    Der Täubling ist sicher einer aus der Gruppe der Stinktäublinge, aber da gibt es ja einige Arten.

    8. Und der letzte. Ein gelber, kräftiger Milchling. Die hier bei Eiche, Linde, evtl. noch Hasel und Espe im Einzugsbereich.

    Oft fast schon büschelig. [..]

    Hast Du mal probiert? Wenn es sich um L.acerimus handeln würde, hättest Du das bemerkt. Das ist einer der schärfsten Milchlinge in unseren Breiten, und eine zeitweilig taube Zunge ist garantiert :P

    Bin mir zwar schon aus dem Bauch heraus sicher , den Fransigen gefunden zu haben

    Beim nächsten Fund zerreibe einfach mal das am Hutrand herunterhängende Velum zwischen Daumen und Zeigefinger. Es fühlt sich an wie Sahne und lässt sich komplett verschmieren. Spätestens nach diesem Test ist in der Regel alles klar ;)

    Ich habe ja an dem Pilz gerochen, es war ein angenehmer Geruch.

    Das Gelben tritt nach Berührung auf. Wie lange dauert das bis es gilbt?

    Bei den Karbolegerlingen verfärbt sich die Stilbasis und der Hutrand innerhalb von wenigen Sekunden chromgelb (das ist ein extrem leuchtendes kräftiges Gelb). Die Verfärbung verschwindet nach einiger Zeit (30min..?) wieder. Die verfärbenden Stellen riechen außerdem chemisch bis medizinisch --> "Karbol" (mich erinnert der Geruch an alte Füllertinte). Andere Egerlingsarten wie Anisegerlinge gilben hingegen am gesamten Fruchtkörper bei Verletzung (anfassen genügt bereits). Das gilben ist eher gelb-ockerlich und nicht sonderlich knallig. Zudem bleibt das Gilben auch nach Stunden erhalten.

    Würde auch etwas gebrauchtes suchen. Da sollte man für 200€ schon was passables kriegen.


    [..]


    Sony rx100: nutzen meine Eltern. Auch hier gute Bildqualität und Farbwiedergabe. Evtl. kriegt man für das Geld heute auch schon die Sony rx100 II.

    Die RX100 wäre auch meine Empfehlung. Ich nutze diese als Pilz-Kamera seit Jahren und bin absolut zufrieden. Der vergleichsweise große Chip hat eine hohe Auflösung und geringes Rauschen - damit hat man viele Reserven wenn man einen Bildausschnitt präsentieren möchte. Man kann (muss aber nicht!) viel von Hand einstellen, bspw. manuell fokussieren. Und dabei ist die Kamera (mit eingefahrenem Objektiv) nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel. Die passt in wirklich jede Tasche / Pilzkorb.


    Die RX100 II lohnt sich m.E. nicht, da Chip, Objektiv und andere wichtige Dinge identisch zur Version I sind. Die Version III ist da schon interessanter, da diese ein klappbares Display und einen integrierten elektronischen Sucher besitzt. Letzteres ist für die Pilzfotografie unerheblich, aber für andere Anwendungen (Urlaubsbilder etc. bei hellem Umgebungslicht) mehr als hilfreich.

    Unfaßbar! Chorknabe: Kannst du das?

    Ich mich mal eine Weile daran ausprobiert. Zu höchster Vollendung habe ich es nicht gebracht, aber ich kann einige Obertöne recht passabel produzieren. Die westliche Obertontechnik ist nichts schwer zu erlernen: Der Stimmton wird ganz herkömmlich gesungen, die Ansteuerung der Obertöne erfolgt im Wesentlichen durch Einstellungen im Mundraum.

    vielen Dank für´s Teilen, es ist wirklich nahezu unglaublich was mit der Stimme alles geht...mit sich selbst ein Duett singen. Ich hatte schon von Obertonmusik gehört, aber noch nie gesehen oder ein Beispiel gehört. Weißt Du, was Wolfgang Saus da in den Händen hält und damit macht?

    Hallo Michael,


    das erste Instrument scheint eine Art einfaches Akkordeon zu sein, das zweite Instrument klingt wie eine Spieluhr, bei der die Metallzungen von Hand gezupft werden. Beides sind einfache Instrumente, mit denen Wolfgang Sauss sich selbst begleitet.

    Toll, Obertongesang! Ich beschäftige mich schon eine Weile damit und bin immer wieder davon begeistert. Neben der "mongolischen "Technik gibt es auch eine westliche Art, Obertöne zu singen. Hier exemplarisch ein Video von und mit Wolfgang Sauss, ein deutscher Obertonkünstler. Ich durfte ihn zumindest mal online in eine seiner Oberton-Kurse erleben.


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    Es ist genaugenommen nicht vergleichbar, aber ich musste beim Reinhören automatisch an ein experimentelles Filmwerk aus den 80ern denken: koyaanisqatsi


    Deine Assoziation war sehr treffend :) Wie Nobi bereits bemerkte, schrieb Philip Glass die Musik zum Film. Glass ist wiederum eines der Urgesteine der Minimal Music und gehört bis heute zu deren wichtigsten Vertretern. Interessant ist für mich, wie unterschiedlich Glass und Riech die Idee einer Repetitiven Musik angehen.