Meines Wissens nach ist der Ölbaumpilz einer der Arten, bei denen man eine Klimawandel-bedingte Einwanderung ins nördliche Europa erwarten kann. Vermutlich werden wir die Art in Deutschland künftig häufiger beobachten können.
Beiträge von Chorknabe
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Hallo Sebastian,
schöne Funde, danke fürs mitnehmen.
Den nächsten, der ebenfalls ein Erstfund für mich darstellt möchte ich wegen der auch bereits jung deutlichen Schuppen als
07 Tricholoma pardinum? pardalotum? (in verschiedenen Quellen unterschiedlich bezeichnet, in Index fungorum gibts beide Taxa, keine Synonymie? Was ist da nun aktuell?) - der Tigerritterling
In Kalklaubwald
Hast Du mal am Pilz geschnuppert? So rein optisch könnte auch einer der Erdritterlinge (oder nahe Verwanden) infrage kommen.
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Auch der Riesenrötling versteckt sich weiter vor mir..
Dann besuch doch mal Deine alte Heimat, im Forst ist er jedes Jahr an der gleichen Stelle ein Massenpilz 😉
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Hallo, bei uns in Jena im Stadtgebiet finde ich jedes Jahr sehr viele Netzhexen, stets unter (teils erstaunlich jungen) Linden; oft auf Grünstreifen an Straßenrändern oder Parkplätzen. Den Wubi kenne ich eher aus Parks oder Hinterhöfen, unter deutlich mächtigeren Bäumen. Der Satan ist um Jena auf Kalk ein häufiger Gast und sehr standorttreu. Hier ist er tatsächlich sehr häufig - aber wir leben hier auch in einem Kalkgebiet.
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Hi, ich denke schon, dass das Inocybe erubescens ist [..]
Ist der Geruch beider Arten ähnlich? Ich frage, weil die Literatur bei beiden Arten von obstartigen Geruch schreibt.
Herzliche Grüße, Thomas.
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Könnte der Risspilz eine säuerliche, fruchtige aber zugleich kräftige beißende Note nach abgestandenem Urin gehabt haben? Dann könntest Du mal mit dem Birnenrisspilz (I. fraudans) oder einem der ähnlich riechenden Arten vergleichen.
Diese Art (bzw. eine der laut Literatur diversen Arten, die nach "süßlichem Obstler" duften sollen, meine Nase aber schlicht mit beißend pissigem Gestank beleidigen) ist bei uns im Buchenwald auf Kalk im Sommer/Spätsommer recht häufig anzutreffen.
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Du kannst bei Deinem Fund ja nochmal eine Kostprobe der Milch machen, und das Merkmal "zusammenziehend" (in der Literatur auch "astringierend") nachvollziehen. Das ist der gleiche Sinneseindruck, den man bei Rotweinen mit viel Tannin im Mund verspürt. Diese Geschmackseigenschaft weisen viele Pilzarten auf und ist wichtig bei der Bestimmung.
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Ich verstehe das Argument, dass eine stumpfe App-Bestimmung eher davon abhält, in die Systematik der Pflanzen- oder Pilzbestimmung einzusteigen. Aber das ist schlicht nicht der Anspruch von einem großen Teil der Anwender. Die wollen einfach wissen, was das ist und welche Eigenschaften die Pflanze oder der Pilz hat. Fertig. Ob ich mittels App bestimmt habe oder mittels 1,5m Fachliteratur im Regal und jahrelanger Übungen, ist am Ende in vielerlei Gesichtspunkten hin egal.
Ich kann nicht alles wissen, denn meine Zeit ist endlich und mein Interesse gezwungenermaßen selektiv. Neben Pilzen als Hobby, PSV-Tätigkeit, zig Chorkonzerten im Jahr nebst Proben, Hobby-Fotografie, Sport und Möbelbau hab ich noch einen Job. Und ein gerade gekauftes Haus mit Renovierungsbedarf. Dazu ein großer Garten. Und nicht zuletzt eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die nahezu meine gesamte freie Zeit fordert. Im Zweifelsfall werde ich also nicht etwa lernen, wie man Pflanzen bestimmt, sondern ich frage jemanden der sich auskennt, oder sterbe dumm. Aber selbst wenn ich viel Zeit hätte, wäre es gleichermaßen daneben, zu fordern dass nur der Gelehrte etwas wissen darf.
Die Möglichkeit, dass mich Apps dazu ermächtigen, Pflanzen oder bspw. Käfer zu bestimmen, ist daher mehr als großartig. Sie senken ganz erheblich die Schwelle, mich überhaupt mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
Der zentrale Kritikpunkt, bei dem nicht zuletzt die PSVs (und im Wortsinn später auch die Pilzesucher 🤮 ) Bauchschmerzen bekommen, ist doch im Grunde "nur" die Qualität der Bestimmung, vor allem im Hinblick auf den Verzehr. Die Apps suggerieren eine hohe Bestimmungssicherheit, die aber gar nicht gegeben ist. Gerade bei Pilzen ist die Bestimmungsleistung oft mäßig, und kann schnell gesundheitsgefährlich werden. Davor muss man warnen und den Nutzern beibringen, wieviel diese Bestimmungen wert sind und wie sie einzuschätzen sind. Letzten Endes zielt das aber in Richtung Medien- bzw. Netzkompetenz.
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Moin,
wenns nur die Pilze betreffen würde. Das betrifft doch jedweden Bereich unseres Daseins. Ohne ihre digitale Krücke können so unglaublich viele fast gar nichts mehr. Und mit Krücke meinen die dann, daß sie es könnten.
Was dabei rum kommt, daß sieht man tagtäglich beim Gang vor die Tür.
Was an digitalen Wissensdatenbanken "Krücke" sein soll, erschließt sich mir nicht. Warum so negativ? Man kann nicht alles wissen. Früher stand bei Betuchten ein 30bändiges Meyer-Lexikon im Regal, wo man nachschlagen konnte. Ärmere Menschen konnten sich das nicht leisten und haben dann halt gar nicht nachgeschlagen. Heute ist das Wissen frei und für jeden überall verfügbar. Das ist eine großartige Entwicklung. Ohne App würde ich bspw. Pflanzen kaum bzw. mit hohem Aufwand bestimmt bekommen.
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Der Ringlose Butterpilz ist bei uns unter Kiefern auf Kalk ein Massenpilz. Ich finde in meist mit einer mehr oder weniger deutlichen, radial eingewachsenen Hutzeichnung. Die kenne ich vom Körnchenröhrling nicht.
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Bei derartig hellen (gelblich bis ockerlich, Wildleder-farben) Hüten ist die Netzhexe stets eine gute erste Hypothese

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Ich meine, auf den Bildern einen geschuppten Stiel zu erkennen. Aber meine Wortwahl weist schon auf die Qualität meiner Aussage hin: angesichts der unscharfen Bilder und verdeckten Merkmale ist es vielmehr Raten als eine auch nur ansatzweise verlässliche Bestimmung. Und bei Stockschwämmchen will man sich schon SEHR sicher sein, dass es auf keinen Fall ein Gifthäubling sein könnte.

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Leucocoprinus birnbaumii ist eine gute Idee. Die Art wächst häufig in Terrarien. Bspsw. habe ich sie mal in einem Spinnen-Terrarium auf der Bubdesgartenschsu gesehen.
Der Pilz ist für Menschen giftverdächtig (bei Verzehr). Eine Spinne wird wohl nicht daran knabbern, insofern besteht sicher keinerlei Gefahr.
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Da ich selbst analog fotografiere (allerdings ohne Fotolabor), bin ich in dem einen oder anderen Foto-Forum ganz gut vernetzt. Melde dich einfach mal per PN, vielleicht lässt sich etwas organisieren.
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Bei Semmelstoppelpilzen kann man das Alter u.a. an den Stacheln erkennen: je länger und brüchiger sie sind, umso älter sind die Pilze. Wenn man über die Stacheln streicht und es rieselt fröhlich, dann sind sie definitiv zu alt.
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3.) Für diesen Gruppe auf einen Schüppling zu kommen, kann ich nicht nachvollziehen. Bitte erleuchte mich!?
Bei sehr vielen Schüpplingsarten findet man einen begangenen Hutrand (Reste vom Ring), in dem sich dunkles Sporenpulver verfangen hat. Auf dem letzten Deiner Schüpplingsbilder kann man das gut erkennen.
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Ja, allerdings war ich von der Huthaut etwas irritiert. Aber vielleicht haben die hier eine gewisse Variabilität.
Diese leicht schuppige Huthaut soll typisch für H.penarius sein. Die Verwechslungsart H.penarioides wächst bei Eiche, ist auch trocken, hat aber eine glatte Huthaut und riecht fruchtig.
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Danke Peter,
ich verschiebe wohl besser zu den Schirmlingen?
Ich würde zumindest bei den Hellsporern suchen.
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Bei Deinem Ritterling hätte eine Geruchsprobe noch vor Ort Klarheit gebracht: T.saponaceum riecht seifig, eben nach Waschküche. T.squarrulosum riecht unverletzt nach gemahlenem Pfeffer und verletzt kräftig mehlig.
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Ich habe vor 2 Monaten bei Andreas bestellt. Schon damals war der Leitfaden laut Website vergriffen, also habe ich eine Mail geschickt. Kurze Zeit später war meine Bestellung inkl. Leitfaden im Briefkasten. Probier es doch einfach mal aus, kostet keine 5 Minuten.
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Das könnten schon Erdritterlinge sein, vermutlich eine der gilbenden Arten. Die Fruchtkörper scheinen Frost abbekommen zu haben, da sie untypische Farben aufweisen, das macht die Bewertung nicht so einfach.
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Chorknabe, danke für deine Antwort, bist du denn zufrieden mit der Kamera und den Bilder?
Ich habe bislang nicht sehr viel damit gearbeitet. Grundsätzlich aber hat sich meine Wunschvorstellung erfüllt: Die Kamera ließ sich ohne Fummelei ans Mikroskop adaptieren und funktionierte einfach. Ich konnte mich danach sofort mit der zugehörigen Software und deren Bedienung befassen. Die Qualität der Bilder genügt MEINEN Ansprüchen absolut. Ich benötige scharfe Bilder in brauchbarer Auflösung zur Dokumentation, mehr nicht. Das schafft mittlerweile jede mittelpreisige Mikroskop-Kamera ohne Schwierigkeiten.
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Ich habe ein Mikroskop von Andreas (allerdings schon einige Jahre alt) und habe dazu die Einsteckkamera gekauft. Ich wollte schlicht wenig Gebastel, sondern einfach damit arbeiten. Das schien mir mit der Mikroskopkamera einfacher zu sein.
