Die kleine Magerwiese ist immer noch bunt

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 319 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von AlexanderK.

  • Hallo zusammen,

    die kleine Magerwiese in meinem Dorf, über die ich immer mal wieder berichte, scheint den Gartenbau an der Grundstücksgrenze zunächst einmal überstanden zu haben.

    Ich hatte die Naturschutzbehörde am 24. April unterrichtet, das die Wiese jenseits des Zaunes von der Gemeinde an Gartennutzer verpachtet und umgegraben worden war. Hier zum Nachlesen die traurige Geschichte: Bitte dringend um Hilfe beim Artenschutz - Hygrocybe auf Privatgrundstück . Die Behörde sagte schließlich zu, sich zu kümmern und Auflagen zu erteilen. Das Ergebnis - hier Aufnahmen von Ende September muss nicht kommentiert werden.

    immerhin, die Saftlingssaison beginnt hier erfolgversprechend, während an sonnigeren Standorten und in Höhenlagen zur Zeit kaum Saftlinge zu finden sind. Ob und wie sich der Bambus und der Gartenbau (Leguminosen an der Grundstücksgrenze) langfristig auswirken, ist noch nicht klar.


    1.


    2.


    3. Und nun eine ziemlich irrationale Situation: Hygrocybe aurantiosplendens - Rote Liste 1 in Deutschland und Thüringen (nur 5 Standorte)


    4. und Clavaria fragiles direkt vor dem Bohnen- und Kürbisbeet. Es fällt auf, dass viele Pilze am Zaun wachsen. Ein Hinweis darauf, dass das Myzel dort durchtrennt wurde.


    5. Zu sehen sind gerade folgende Seltenheiten: Hygrocybe nitrata - Nitratsaftling


    6. Hygrocybe cantharellus - Pfifferlingssaftling


    7. Cuphophyllus virgineus - Jungfernellerling


    8. Cuphopphyllus fornicatus - Blassrangiger Saftling



    Die Pilze auf den folgenden 4 Fotos habe ich noch nicht bestimmen können. Die sehen sich alle ziemlich ähnlich. Das Mikroskop muss wohl ran.


    9. ein trockener Saftling mit gelber Stielspitze


    10. schmierig - roter Stiel



    11. unklar schmierig, rote Stielspitze


    12. unklar schmierig, rote Stielspitze



    13. Entoloma spec.


    14. Gliophorus psittacinus - Papageiensaftling


    15. Hygrocybe punicea - Granatroter Saftling


    16. Hygrocybe noch unbeschrieben. Inzwischen ist sie sequenziert und trägt den Arbeitstitel H. flavorubra.


    17. Hygrocybe spadicea - Braungelber Saftling


    18. Entoloma prunuloides links und Entoloma inopiliforme rechts


    19. Hygrocybe acutoconica - Safrangelber Saftling. Der hat ein sehr gutes Jahr. Ich fand auf einer anderen Wiese mehr als 200 Exemplare.


    20. Hygrocybe chlorophana - Stumpfer Saftling bei Nässe. Foto ist leider gar nicht aussagekräftig


    21. Hygrocybe conica- Schwärzender Saftling


    22. ebenso


    23. Entoloma velenowskyi


    24. Hygrocybe reidii - Honigsaftling



    25. ebenso


    26. Clavaria helvola hätte ich früher dazu gesagt. Heute ist es nur ein gelbes Wiesenkeulchen.


    27. Clavaria fragilis - Wurmförmige Wiesenkeule


    28. Clavaria fumosa - Rauchgraue Keule


    29. Dermoloma cuneiformis - Runzliger Samtritterling


    30. Hygrocybe punicea - Größter Saftling


    31. Hygrocybe aurantiosplendens - Glänzender Orangesaftling


    32. Hygrocybe ceracea - Gebrechlicher Saftling



    33. Hygrocybe coccinea - Kirschroter Saftling


    34. Gliophorus laetus - Zäher Saftling


    35. Cuphophyllus edit: pratensis - Wiesenellerling


    Das ist nur eine Momentaufnahme. Ein paar Entolomas sind schon wieder vergangen.

  • Wow, Claudia,


    das ist ja ein Wiesenpilz-Eldorado. Verständlich, dass du dir darum große Sorgen machst. Ich drücke die Daumen, dass die Vorgänge im Nachbargrundstück sich nicht negativ auswirken. Auf die Vorgaben bin ich gespannt...


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


    Warnhinweis

  • Hallo Wutzi :gwinken:


    Ist ja herrlich die Wiese :gbravo:


    Die 35 würde ich als C. pratensis ansehen. Berkelyi ist bei mir zumindest weiss....


    VG Corne

  • Die 35 würde ich als C. pratensis ansehen. Berkelyi ist bei mir zumindest weiss....

    Danke Corne, bei mir auch. Es war gestern doch schon recht spät. Ich Dödel hatte sogar den halben Beitrag versehentlich gelöscht.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Ich drücke die Daumen, dass die Vorgänge im Nachbargrundstück sich nicht negativ auswirken. Auf die Vorgaben bin ich gespannt...

    Moin Michael, das Bangen wird mich wohl die nächsten Jahre begleiten. Die Wiese hat ja nur ca. 450 Quadratmeter.

    Die Auflagen beschränken sich auf eine Rhizomsperre beim Bambus und das Verbot Leguminosen anzubauen, also beispielsweise Bohnen, die Stickstoffknöllchen bilden und so den Boden düngen. Letzteres hat ja schon mal nicht geklappt. Bis Ende September standen die Buschbohnen auf der hinteren Fläche.

    Es ist schon verrückt, in Bayern werden kostenlose Weiterbildungskurse angeboten, damit solche Habitate besser erkannt und geschützt werden können, während sich einige Verwaltungen in Thüringen sogar schwer tun, die eigenen spärlichen Vorgaben umzusetzen. Wären es Orchideen statt Pilze, gäbe es einen Aufschrei.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hi Wutzi,

    trocknest Du mir einen von Deinen weißen Cuphophyllus fornicatus, wenn mal wieder ein frischer 'rauskommt?


    Tolle Wiese!


    Danke und Gruß,


    Wolfgang


    P.S.: die "flavorubra" wird in England "neomarchii" genannt. Mal sehen, wer als erstes publiziert...

  • Servus Wutzi,

    auf meinen Wiesen ist nur grünes Gras, - wenigstens ist es wieder grün ^^

    super Ansammlung der Wiesenpilze

    die Nr 28 solltest du umbenennen- Clavaria fumosa-

    Grüße

    Felli

  • Danke für die Info, Wolfgang. Klar bekommst du einen Fornicatus. Einer liegt noch auf meinem Schreibtisch vom Aussporen. Ich habe mir vorgenommen, alle Hygrocyben unter die scharfen Gläser zu legen, um endlich mal die nicht eindeutigen festzunageln.

    Aber du bekommst natürlich einen frischen Pilz. Schick mir bitte deine Adresse per PN.


    Hier ist es ganz ähnlich, Felli. Auf den klassischen Saftlingswiesen auf Waldlichtungen gibt es auch noch kein Pilzwachstum. Die kleinen Flächen im Ort werden durch die langen Schatten der umliegenden Bäume und Häuser stark verschaltet und sind immer nass. Das zahlt sich aus.

    Nun hab ich auch die Rauchgraue Keule falsch benamst. Dabei ist das einer der wenigen Namen in schlau, die ich kenne. Danke fürs Aufpassen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Liebe Claudia,

    lieber Wolfgang,


    die weiße H. fornicatus läuft bei mir unter H. streptopus, allerdings ist das mangels sequenzierten Typusmaterials noch nicht dingfest.


    Claudia, Deine E. velenovskyi sehe ich eher als E. clandestinum an. Oder ist das genau die Kolletkion die wir auch mikroskopiert hatten?

    Fot 18 zeigt die durch mich im Vorbeigehen bestimmte E. inopiliforme, allerdings gehören dazu die braunen Pilze auf der linke Seite und die hellen rechts sind E. prunuloides.


    LG,

    Alexander