Zwei Röhrlinge bei Eiche

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 552 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Nemrod.

  • Heute sind mir Röhrlinge begegnet, die ich ad hoc nicht zuordnen konnte.


    Nr. 1 war eine schöne Kollektion in allen Altersstadien. Im Vergleich zu den "normalen" Rotfüßen fiel das feste Fleisch und die runzelige Huthaut auf. Nach einiger Recherche bin ich auf den Rötenden Filzröhrling (Hortiboletus bubalinus) gestoßen. Liege ich damit richtig?


    Nr. 2 ist mir nach wie vor ein Rätsel. Gefunden direkt daneben, aber leider nur zwei Exemplare im schlechten Zustand. Klein Blauen, kein bestimmter Geruch, keine hohle Stielspitze, keine Rottöne (eher dezentes braun/beige), kein bitterer Geschmack, weswegen nichts so richtig passt. Jemand eine Idee?

  • Hallo Nemrod.

    den ersten halte Ich für den Eichenfilzröhrling Hortiboletus engelii, der zeigt jung gerne diese knubbelige wellige Hutoberfläche

    und den zweiten für den Falschen / Düsteren Rotfussröhrling Xerocomellus porosporus,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hallo Nemrod.

    den ersten halte Ich für den Eichenfilzröhrling Hortiboletus engelii, der zeigt jung gerne diese knubbelige wellige Hutoberfläche

    und den zweiten für den Falschen / Düsteren Rotfussröhrling Xerocomellus porosporus,

    viele Grüsse

    Matthias

    Danke dir!


    Für H. engelii fehlen mir die orangen Pigmentkörnchen in der Stielbasis und die Hutfarbe kenne ich von dem auch nicht so rötlich.


    Gegen den Falschen Rotfuß sprechen die fehlenden Rottöne und das fehlende Blauen, kennst du den auch ohne die beiden Merkmale?

  • Hi,


    beim 1. sehe ich eher H. bubalinus.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Für H. engelii fehlen mir die orangen Pigmentkörnchen in der Stielbasis und die Hutfarbe kenne ich von dem auch nicht so rötlich.

    Hallo Nemrod,

    der ist wie viele Filzler sehr variabel in der Hutfarbe, hier bei mir ist er meist mit rötlichen Tönen in der Hutfarbe zu finden.


    Gegen den Falschen Rotfuß sprechen die fehlenden Rottöne und das fehlende Blauen, kennst du den auch ohne die beiden Merkmale?

    der Falsche Rotfuss zeigt sehr selten mal Rottöne, nicht umsonst heisst er ja auch Düsterer Rotfuss.

    Fehlendes blauen würde ich nicht überbewerten, das kann bei allen Arten schwanken,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hi.


    Ich halte Nummer 1 wie Matthias ziemlich sicher für Hortiboletus engelii. Die können so rothütig sein.


    Bei Nummer 2 enthalte ich mich bei der Bildlage.


    LG.

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  • Gerade das Schnittbild sieht nicht nach H. bubalinus aus - der blaut sehr freudig und intensiv nach kurzer Zeit im gesamten Fruchtkörper (so 2 Minuten warten, weiß nicht wie frisch deine Schnittbilder sind) - und an den Poren meist schon kurz nach Berührung (bei Hypomyces-Befall ist das aber nicht mehr zuverlässig). Eine rote Zone im Hutfleisch ist nicht zu erkennen (das Merkmal ist aber sowieso inkonstant, überbewertet und wird oft fehlinterpretiert). Oft charakteristisch ist der ausblasende Hutrand (muss nicht sein, aber ist bei meinen Funden konstanter als die rötliche Zone im Hutfleisch). Wenn man Kollektionen findet ist es hilfreich mehrere Pilze durchzuschneiden und Verfärbungsverhalten und karottenrote Punkte zu checken.


    Deine Kollektion sieht sehr wie diese H. engelii - Kollektion von mir aus:


    Noch eine rothütige H. engelii-Kollektion:


    Hier mal ein Link zu einigen typischen H. bubalinus-Kollektionen von mir:

    Hortiboletus bubalinus – Google Drive


    H. bubalinus finde ich bei mir exklusiv in Parkähnlichen offenen Habitaten (bisher fast immer bei Linde), H. engelii sehe ich regelmäßig auch in Wäldern - ist aber nur meine subjektive Erfahrung.


    Sicher beweisbar ist's am Ende aber wie so oft bei Filzröhrlingsbildern eher nicht, das Verfärbungsverhalten (wie schnell, wie viel, wo/wo nicht) lässt sich über Bilder oft schlecht nachvollziehen leider - das geht live am besten.


    LG.

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  • Danke dir für die Erklärung und die schönen Fundbeispiele, das hilft mir sehr weiter! Das Schnittbild war leider direkt nach dem Aufschneiden. Ich habe jetzt die gesamte Kollektion durchgeschnitten und entsprechend gewartet (natürlich nach über einem Tag schon etwas eingetrocknet.) Karottenpunkte, wie ich sie sonst kenne, konnte ich nicht entdecken, höchstens eine braunrote dunklere Grundfärbung in der unteren Stielhälfte.

    #


    Im frischen Zustand fand ich die recht blaufreudig, z.B. die Röhren hier:


    Nächstes Mal mache ich auf jeden Fall mehr frische Schnittbilder. Könnte man die mit Chemie/Mikroskopie eindeutig auseinander bekommen, um auf Nummer sich zu gehen?


    Hallo Nemrod,

    wir beurteilen ja nur ein paar Bilder, da sind oft Unsicherheiten dabei und können verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.

    Viele Grüsse

    Matthias

    Darum geht es mir gar nicht. Ich möchte etwas dazulernen, weswegen mich immer interessiert, welche(s) Merkmal(e) entscheidend für die entsprechende Einschätzung ist.

  • Bei den neuen Schnittbildern haben wir ein Blauen und die rote Zone unter der Huthaut.


    l.g.

    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Huhu,


    jawoll - jetzt sieht das eher so aus wie ich es kenne bei buba. Dann keine Einwände mehr.

    Aus Interesse - standen die richtig im Wald oder eher Waldrand/offene Fläche?


    Ich hatte mir die Tabelle hier mal abgespeichert, weiß aber leider nicht mehr woher:


    LG,

    Schupfi

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