Pluteus cf. ephebeus?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 382 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kruenta.

  • Hallo allerseits,


    von einem schon morschen Fichtenstubben stammt dieser mittelgroße (bis 4 cm Schirmdurchmesser) Dachpilz mit brauner, mittig samtig-flockigem Hut.

    Fotos von vorgestern, ausnahmsweise trocken

    Heute habe ich einen eingesammelt für das scharfe Glas. Aufgrund des vielen Regens natürlich durchgeweicht.

    Lamellenschneide, Durchlicht

    überwiegend 4-sporig

    KR

    Cheilozystiden bis mindestens 80 µm lang

    Sporen 6,5-8*5-6,5 µm

    HDS

    Stiel Auflicht, weiter oben

    unten, die braunen Büschel könnten makroskopisch als Punkte durchgehen


    dem heimischen Schlüssel zufolge komme ich zu Pl. ephebeus oder, alternativ, zu Pl. umbrosus, der aber braune Lamellenschneiden haben soll - sofern obligatorisch, wäre der raus. Und es gibt sicher noch Arten, die in meinem Schlüssel nicht enthalten sind. Kennt jemand die vielleicht?


    Danke für's Anschauen und ggf. für Hinweise.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    schau mal nach P. podospileus, vielleicht die forma minutissimus mit nur an der Basis braun gepunktetem Stiel.

    Grüße Axel

    "Das Artensterben ist der neue Klimawandel. Der Verlust der Biodiversität ist die wahre Krise des 21. Jahrhunderts"

    aus Glaubrecht: "Das Ende der Evolution"

  • Hallo Axel, hallo Karl,


    vielen Dank. Den Thread von Schupfi mit der ähnlichen Art aus dem Auwald habe ich mir angeschaut, auch die dort verlinkte Literatur mit der Aufspaltung, Neubeschreibung des podispileus Aggregats. Neben der HDS sind dort auch die Sporen allesamt kleiner beschrieben. Zunächst hatte ich mir aber beim Hias die Mikros angeschaut, und da fand ich die wolkige Pigmentierung in der HDS gänzlich anders. Heute abend reiche ich noch Bilder vom Stiel nach.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd


    Hiermit müsste der theoretisch bestimmbar sein, aber die Gruppe ist schrecklich schwierig:

    https://www.researchgate.net/publication/373617250_Holarctic_Species_in_the_Pluteus_podospileus_Clade_Description_of_Six_New_Species_and_Reassessment_of_Old_Names


    Deine Sporen sind reichlich gross für die Gruppe, dadurch fallen viele Arten raus.

    Da wäre jetzt ein Mittelwert wichtig, damit lässt es sich noch etwas eingrenzen.


    Pl. ephebeus agg. hat eine andere HDS-Struktur. Zu der Gruppe gibt es eine ganz neue Arbeit (leider nicht open access):

    https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14772000.2026.2632242

    Hier die HDS-Struktur gemäss dem Paper:


    edit: ok, das erste Paper hast du schon, und die zu grossen Sporen auch bemerkt :)


    Gruss Raphael

  • Hallo Günter


    Pl. roseipes hat auch eine andere HDS-Struktur, mit Haaren bis 250 µm lang:



    Makroskopisch ist der Hut nicht so locker körnig, sondern wirkt eher glimmerig, und ist weder gerieft noch aderig-runzelig.


    LG Raphael

  • Servus beinand,


    ich würde auch den "echten" P. plautus für möglich halten. Den gibt's auch oft auf Nadelholz. Er hat einen in der unteren Hälfte braun punktierten Stiel. Die Pleurozystiden müsste man noch sehen, die sind überwiegend mukronat oder rostrat.


    Beste Grüße

    Hias

  • N'abend, bin ein paar Tage nicht zu Pilzen gekommen. Nun endlich die weiteren Bilder. Und natürlich Danke für die Vorschläge und Hinweise.


    Mittig in der Lamelle habe ich eine Pleurozystide gefunden - 56*28 µm


    Zystidenbüschel unten am Stiel, die Pigmente [sofern dies Pigmente sind?] sehen für mich so aus, als wären die außerhalb, zwischen den einzelnen Zellen

    Auffällig sind die kurzen Septierungen, wobei die Endzellen bis zu 65 µm lang und bis zu 18 µm breit sind

    Sporen am Stiel kommen denen aus einem Abwurf ziemlich nahe, die wirken hier etwas anders, wohl reifer, durch Tropfen/Blase im Inneren im Gegesatz zu den gekrisselten Sporen aus der Lamelle. Hier komme ich auf 6-7,5*5-6,5 µm


    LG, Bernd