Tintenfisch, graue Eminenz und weiteres

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 886 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Suku.

  • Liebe Interessierte,


    heute ging es nochmal in den Park. Da hat sich in den letzten 2 Wochen einiges getan. Viele Arten, wenige Exemplare. Eine richtige Kolonie fand ich von Ackerlingen, ich vermute Agrocybe praecox. Zum Teil hatten die Hüte 10 cm Durchmesser, es hätte mehr als eine komplette Mahlzeit gegeben.


    1a.


    1b.


    1c.


    Dann mein erster Wulstling des Jahres. Ja, ich weiß, Babys und Greise... Trotzdem bin ich, v.a. wegen der fehlenden Rottöne, der Riefung der Manschette (unsicheres Merkmal), v.a. aber des markanten Geruchs nach Kartoffelkeller mit einer würzigen Note nach Rettich sicher, dass es sich um ihre graue Eminenz Amanita excelsa handelt.


    2a.


    2b.


    2c.


    2d.


    2e. Lamellenscheide


    2f. Ist das eine Cheilozystide?


    Weiter geht es mit meinem ersten Pfifferling des Jahres. Der war noch so winzig, dass ich die Finger davon gelassen und weitere Bestimmungsversuche sein gelassen habe.


    3a.


    2b.


    Über Tintenfische so früh im Jahr habe ich mich gewundert. Da will ich gerne die Sporen mikroskopieren und habe deshalb einen Arm in einem geschlossenen Behältnis mitgenommen. <X Erstaunlich, wieviel Gestank so ein winziges Stück verbreiten kann. In der Küche habe ich nur kurz den Deckel geöffnet, sofort stank es im ganzen Raum unerträglich. Jetzt wohnt er bis zur Mikroskopie auf der Terrasse.


    4a.


    4b.


    4c.


    4d.


    Bilder der Gleba

    4e. Sporen mit ca. 5,5 x 3,0 ziemlich klein


    4f. Weitere Strukturen in der Gleba, keine Ahnung, was das ist. Jedenfalls ist rotes Pigment erkennbar.



    Erdritterlinge unter Eiche hatte ich in diesem Jahr schon gefunden, jetzt habe ich einige winzige Exemplare mitgenommen, um sie aussporen zu lassen. Eine engere Eingrenzung traue ich mir aufgrund fehlender Kenntnisse nicht zu.


    5a.


    5b.


    5c.


    Schließlich noch mein erster Täubling in 2026. Auch hier: nähere Bestimmung zunächst nicht. Begleitbäume auch hier Eichen. Ich habe nicht probiert, der war zu sehr heruntergekommen. Die Lamellen waren erstaunlich zäh, sind weder verschmiert, noch wie Mandelblättchen gesplittert. Ich habe nur ein Stück Stiel mitgenommen, weil ich gerne die kugelförmigen Zellen, die den Käsebruch erzeugen, sehen möchte.


    6a.


    6b.


    6c.


    6d. Aus dem Stielzentrum


    4e. In Kongorot


    4f. Upps.


    Auf einem Stumpf, den ich nicht identifizieren konnte, ein Weichporling. Zunächst dachte ich an Nadelholz-Braunporling, der passt aber irgendwie zu meinen Schnittbilderfahrungen nicht. Außerdem ist er ziemlich zäh. Jedenfalls hat der, wie ein Schwamm, sehr viel Wasser gespeichert. Das Teil ist nahezu geruchlos.


    7a.

    7b.


    Danke für's Anschauen. Mikrobilder ergänze ich bei Zeiten.


    LG Michael

  • Hallo Michael,


    die Erdfrüchte 4a-4d eignen sich vorzüglich bzw. sind unverzichtbar für folgendes Gericht.



    ^^ :D ^^

  • Na dann lasst es euch munden. Ich persönlich warte dann lieber auf die Perlpilze. :) LG Hilmi

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • Oh, lecker Suku, ein zart gebratener Dickarm mit dieser bekömmlichen Schwefelnote

    und dazu noch frische Petersilie. Einfach köstlich.

  • Wir hatten gestern eine Auberginensorte, deren Inneres ganz ähnlich strangfoermig zerfaserte. Das aber nur nebenbei.. ach ja, der Weich-/Braunporling würde auch als eingetrockneter Bratenersatz durchgehen.. :)

  • Hallo miteinander,


    eine Frage an die Mikroexpert*innen:

    Die Amanita hat trotz ihrer Jugend einen Sporenabwurf geliefert. Der ist schön getrocknet und ich habe eine winzige Menge auf dem Deckglas positioniert, einen sehr kleinen Tropfen Wasser dazu, gut gerührt. Mischen war nicht, die Sporen sind hydrophob. Mit dem Deckglas und Öl bei 1000er Vergrößerung gab es dort, wo die Sporen nicht klumpig lagen, ein Heidenspektakel. So schnell, wie die durchs Medium gerauscht sind, konnte ich kaum nach justieren, geschweige denn messen. Es gab etliche Verunreinigungen durch Tröpfchen, die ich als Öl interpretiert habe:



    Ich habe es dann in Melzers versucht, wesentlich besser war das nicht, außer dass die Amyloidität erkennbar war, stärkere Klumpung und weiter flitzende freiliegende Sporen. Was mache ich falsch? Danke schonmal.


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


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    Einmal editiert, zuletzt von Suku ()

  • Hallo Michael,

    versuche überschüssiges Wasser am Deckglasrand solange abzusaugen ( Schnipselchen Küchenrolle, Papiertaschentuch), bis die Sporen nicht mehr flitzen!

    LG Rainer

    Danke Rainer, ich habe schon mit sehr wenig Wasser bzw. Melzers gearbeitet. Aber absaugen ist natürlich nochmal reduzierender. Hast du Erfahrung mit diesen Tröpfchen? Ist das bei einem Abwurfpräparat bei Amanitas häufiger so?


    LG Michael

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  • Hallo zusammen,


    aus meiner Erfahrung heraus sollte man (gerade bei Weißsporern) den Sporenabwurf nicht eintrocknen lassen. Dann bilden sich eben gerne mal Klumpen aus, die insbesondere dafür sorgen, daß das Präparat uneben ist, was dann zu starken Strömungen führt. Außerdem sollte man beim Sporenabwurf schauen, daß man die richtige Menge an Sporen hat. Zu wenig ist aus offensichtlichen Gründen schlecht, zu viel Sporenpulver ist aber auch tückisch, weil man dann eben keine Monolage an Sporen im Präparat haben kann und es wieder uneben wird.


    Ich erstelle Sporenpräparate meistens so, daß ich den frischen Abwurf nehme, ein Deckglas auf den Abwurf lege, das Deckglas schon mal sanft hin und her schiebe (da merkt man, wenn man irgendwelche Steinchen oder anderen Dreck mit drunter hat) und dann einen kleinen Wassertropfen neben das Deckglas gebe. Den Tropfen kann man dann mit der Nadel an das Deckglas heranziehen, so daß das Wasser langsam und in der richtigen Menge unter das Deckglas strömt. Dann kann man mal einen ersten Kontrollblick machen: Wie dick ist die Sporenlage? Gibt es Klumpen? Insbesondere wenn es Stellen gibt, wo die Sporen zu dick aufliegen, kann man dann das Deckglas vorsichtig hin und her bewegen. Hat man irgendwann ein hinreichend schönes Präparat, kann man noch einmal ein Stück Toilettenpapier auf das Deckglas legen und vorsichtig (! sehr wichtig, man will ja die Sporen nicht zerquetschen) drücken um überschüssiges Wasser abzusaugen.


    Idealerweise sieht das Ergebnis dann so aus wie bei dieser Mycena renati hier


    Björn


    Nachtrag: Die Tröpfchen in den Bildern oben halte ich auch für Öltröpfchen, vermutlich aus zerdrückten Sporen.

  • Nachtrag: Die Tröpfchen in den Bildern oben halte ich auch für Öltröpfchen, vermutlich aus zerdrückten Sporen.

    Danke, Björn, für die ausführliche Beschreibung. Ich habe das Präparat in der Tat gequetscht, weil die klumpige Sporenmasse ansonsten zu viellagig gewesen wäre. Merke: Abwurfsporen sind ungeeignet als Quetschpräparat.


    LG Michael

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  • Hallo Michael,


    wir haben in unserer Mikroskopierrunde schon hydrophobe Sporen von Psathyrella mit einem Detergens (Tergitol) suspendiert. Die Sporen verändern sich nicht. Das Mittel ist sehr potent - 1 : 10.000 war unsere Verdünnung.

    Ich schätze, dass das aber eher eine Lösung für die Perfektionisten. Oder macht das jemand aus dieser Runde auch?


    Liebe Grüße 👋🏼

  • Hallo Konstantin,


    daß Psathyrella-Sporen hydrophob sind, wäre mir neu. Dunkelsporer mikroskopiere ich standardmäßig eigentlich immer in 3% KOH ohne weitere Beimischungen. Für die Mikroskopie in Wasser gebe ich meistens einen Tropfen Spülmittel in das Glas mit dem Wasser, ich muß aber sagen, daß ich da eigentlich keine Wirkung von bemerke, selbst bei Sporen von Scleroderma, die das Wasser ja wirklich meiden wie der Teufel das Weihwasser.


    Björn

  • Hallo Björn,


    ich habe im Protokoll nur Psathyrella notiert und die Sporen wollten auch wirklich nicht benetzt werden. Es war auch ein Methodentraining und es mag gut sein, dass die Wahl auf diesen Pilz fiel, da nichts "hydrophoberes" vorhanden war.


    Ich probiere das zu gegebener Zeit mal mit Scleroderma und Berichte dann mal.


    Schönen Abend noch

  • Ich danke euch, Konstantin Plump und boccaccio. Ich werde auf jeden Fall bei einer Scleroderma mal Spülmittel als Zusatz ausprobieren. Terigitol habe ich nicht und werde es mir wohl zunächst auch nicht zulegen, weil meine Prioritäten noch andere sind. Google hat mir erklärt, dass das (wie Spülmittel auch) ein Tensid ist. Ansonsten kommt von der nächsten Amanita frisches Sporenpulver ungequetscht unters Mikro. Wenn ich die Wimmelei nicht in den Griff bekommen sollte, nehme ich einen Liter hochkonzentrierte Seifenlauge als Medium ;) .

    LG Michael

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