Pilze im Monat März

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 430 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Karl W.

  • Hallo zusammen

    Am 01.03.26 traf ich mich mit Thorben im NSG Brachter Wald (Depot) und Thorben hat ja schon interessante Funde vorgestellt. Sarcopodium circinatum Ehrenb. 1818

    Stemphylium vesicarium (Wallr.) E.G. Simmons 1969  Tulasnella calospora (Boud.) Juel 1897


    Eine Gallertträne an entrindetem Kiefernast erwies sich als Glücksfall.



    Zweisporige Basidien sind für die Gattung Dacrymyces typisch.

    Schnallen an Hyphen und Basidien kommen eher selten vor.

    Sporen mit bis zu 7 Septen und ca. 19 x 7 mµ führen zu Verschiedensporige Gallertträne (Dacrymyces variisporus)


    Die Art war neu für mich und war in NRW noch nicht kartiert


    Am 18.03.26 ging es mit Rainer auf Erkundungstour in die Eifel

    Es zeigten sich erste Morchelbecherlinge (Disciotis venosa)




    Vereinzelt Blühte der Echte- oder auch Gewöhnliche Seidelbast (Daphne mezereum)


    Nur wenige Meter weiter standen Junge Spitzmorcheln (Morchella deliciosa)




    In einem anderen Gebiet ragten aus einer dicken Moosschicht Helmlinge hervor und erst beim vorsichtigen Entnehmen war das Wachstum auf Fichtenzapfen festzustellen.
    Fichtenzapfen-Helmling (Mycena plumipes) oft noch als M. strobilicola in Büchern zu finden



    In vollsonniger Hanglage erblühten die ersten Küchenschellen (Pulsatilla vulgaris)



    Rote Kelchbecherlinge an einer bekannten Stelle waren überständig und teilweise zerfressen. Nach einiger Suche fand sich dann doch noch ein fotogenes Exemplar.

    Deutscher Name zum Aussuchen :D : Österreichischer Prachtbecherling, Blutroter Kelchbecherling, Blutroter Prachtbecherling, Österreichischer Kelchbecherling, Zinnoberroter Prachtbecherling,

    Gewöhnlicher- oder Gemeiner Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca)


    Es ist doch März, da darf er nicht fehlen :)
    Märzschneckling oder auch Märzellerling (Hygropgorus marzuolus)




    In heimischen Gefilden wurde ich beim Kontrollbesuch auf dem Krefelder Hauptfriedhof fündig

    Zedern-Sandborstling (Geopora sumneriana)




    In ca. 6m Höhe fiel mir eine Schnittstelle am Seitenast einer alten Roteiche ins Auge und der Grund für die Maßnahme war deutlich zu sehen. Zum Glück hatte ich eine Kamera mit Zoom-Objektiv dabei.

    Ich dachte an den Eichen-Feuerschwamm (Fomitiporia robusta) der gerne an solchen Stellen wächst.

    Tatsächlich handelt es sich um den Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) Danke an Christoph Tricholomopsis für die Richtigstellung


    Gestern dann noch ein Kontrollbesuch in heimischen Gefilden

    Nach fünfjähriger Pause gab es endlich wieder Anemonenbecherlinge(Dumontinia tuberosa)




    Als Beifang noch der Frühlings-Glockenschüppling (Pholiotina aporos)


    Dem aufmersamen Betrachter werden zwei Anemonenbecherlinge im Bild nicht entgehen


    LG Karl

  • Hallo Karl,


    schöne Funde hast Du da gemacht!


    Hier sieht es aktuell nicht so gut aus. Vorgestern hatte ich –7 °C. Jeden Tag nachts mehr als 12 Stunden Bodenfrost. Da wächst nicht allzu viel.

    Aber laut YR soll es in den nächsten Tagen deutlich wärmer werden.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Moin Karl, wie schön! Es geht wieder los mit „richtigen“ Pilzen. Wenn auch noch nicht überall. Dein Beitrag macht Hoffnung auf mehr. Dass die Österreicher so viele Trivialnamen haben war mir nicht bewusst und ist irgendwie nicht so richtig zu verstehen, angesichts ihres schlauen Namens.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hier sieht es aktuell nicht so gut aus. Vorgestern hatte ich –7 °C. Jeden Tag nachts mehr als 12 Stunden Bodenfrost. Da wächst nicht allzu viel.

    Aber laut YR soll es in den nächsten Tagen deutlich wärmer werden.

    Hallo Steffen,

    hier gab es gelegentlich noch leichten Bodenfrost und nur in ungünstigen Lagen wiesen Kleinpilze deutliche Frostschäden auf. Ich wünsche Dir bald bessere Bedingungen.

    LG Karl

  • Hallo Karl,

    sehr schöne Funde, wie Steffen schon schrieb ist hier fast tote Hose,aufgrund der Nachtfröste. Von Pholiotas Sind wir noch weit entfernt ;(

    Danke fürs Teilen und Mitnehmen auf Eure Tour.

    LG Hilmi

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • Servus Karl,


    super Funde! Dein Eichenfeuerschwamm ist aber ein Zunderschwamm. Die Hutoberseite (Farbe/Textur), die klare Kante, die Zuwachsringe, die bei dem senkrechten Teil der Oberfläche erkennbar sind, schließen alle Fomitiporia aus. Hier ein Vergleichsfoto eines Eichenfeuerschwamms:



    Kante eher etwas wulstig bis angerundet, Hutoberfläche rissig werdend, dunkler, nicht so hell grau, keinerlei Ziselierung erkennbar.


    Auch hier: alles mehr abgerundet, wulstig.


    Meist sind auch solche, typischen, jungen Stadien mit dabei.


    Ich bin sehr sicher, dass du hier Zunderschwamm an Roteiche hast.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Servus Michael,


    ja, aber viel dezenter. Vergleich das mal mit den drei Fruchtkörpern, die Karl zeigt. Da hat der Fruchtkörper eine klare Kante, die einen senkrechten Bereich des Fruchtkörpers definiert (einen Knick sozusagen). Der senkrechte Bereich ist tief mit Jahres-/Saisonrillen versehen (hier sehr auffällig, gibt es auch bei Ganoderma). Dasist viel extremer als bei meinen Bildern und zudem ist die Anzahl der Ringe größer. Die Hutoberseite ist sehr hell, die Zuwachsringe in sich etwas ziseliert.


    Hier zwei Beispielfotos von Fomes, die das auch so schön zeigen:


    Zunderschwamm, Fomes fomentarius, an einer Linde
    Zunderschwamm, Fomes fomentarius, an einer Linde - Die Landschaft der Euregio Maas-Rhein und der Eifel in Bildern
    www.euregio-im-bild.de

    Zunderschwamm, Fomes fomentarius, an einer Linde
    Zunderschwamm, Fomes fomentarius, an einer Linde - Die Landschaft der Euregio Maas-Rhein und der Eifel in Bildern
    www.euregio-im-bild.de


    Das ist ganz typisch für alte Fomes-Fruchtkörper.


    Liebe Grüße,

    Christoph