Filzröhrling - welcher?

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 2.019 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von matthias0.

  • Hallo Zusammen


    Nach einigen Flocken-, Netzstieligen- Hexenröhrlingen und Schönfussröhrlingen fand ich dieses Exemplar. Zuerst dachte ich noch ein NetzHexe dann sah ich aber die gelben Röhrenmündungen. Der Hut Kastanienbraun, Stiel dünn und somit kein Schönfuss. Der Schwarzblauenden Röhrling kann es irgendwie auch nicht sein, da es ein Stielnetz gibt. Was denkt ihr?


    Wald: Fichten und Buchen

    Starkblauend

    Geruch neutral

    Röhrenmuendungen fein und Gelb wie Stielspitze

  • Hi,


    aufgrund des Stielnetzes und der markanten Stielfarben sehe ich hier auch einen Schönfuß, der allerdings sehr schmächtig ausgefallen ist. Mach bitte auch bei zukünftigen Anfragen auch ein komplettes Schnittbild. Das ist für eine saubere Pilzbestimmung unerlässlich. Hast du deinen Fund mal gekostet? Dir müsste dir Bitterkeit aufgefallen sein.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Herzlichen Dank fuer die tollen Rückmeldungen. Werde mir angewöhnen auch ein Bild des Schnittbildes zu machen. Probiert habe ich ihn leider nicht, da war ich zu vorsichtig. Mir war vor allem der braune Hut suspekt, weil die anderen Schöhnfussröhrlinge, die ich am selben Tag fand, alle einen viel helleren Hut hatten. Aber ja, wie ihr sagt..Pilze fallen unterschiedlich aus :).

  • Hallo

    Schönfußröhrlinge haben oft einen dicken Stiel, aber nicht immer. Pilze können gegenüber Pflanzen extrem unterschiedlich ausfallen.

    Auch Pflanzen können einen bei der Bestimmung narren. Natur lässt dich eben nicht in Artschubladen packen.

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hi,

    in diesem Fall wäre es tatsächlich auch hilfreich gewesen, zu prüfen, ob das Röhrentrama xerocomoid ist: Ein großes Stück der Röhrenschicht lösen und auseinander ziehen, dann reißen die Röhren bei Xerocomellus/Xerocomus im engeren Sinne der Länge nach auf. Bei anderen Gattungen wie in diesem Fall Caloboletus trennen sie sich sauber voneinander.


    LG

    Jan

    Verzehrfreigaben gibt es nur bei Pilzsachverständigen vor Ort.

  • Servus beinand,


    man sieht auch schön das für Caloboletus typische Bräunen auf Druck der Huthaut (was aber auch bei Ziegenlippen auftritt). In einem Fichten-Buchen-Mischwald müsste mit Melzers geprüft werden, ob es C. calopus oder C. polygonius ist. Letzterer wächst in wärmebegünstigten Laubwäldern auf Kalkböden. Ob das Habitat dazu passt, kann ich am Foto aber nicht erkennen. Der wäre jodnegativ, der echte Schönfuß jodpositiv.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Servus Matthias,


    offiziell gibt es meines Wissens noch keinen Fund aus Deutschland. Es gibt aber eine interessante Publikation aus Frankreich (im Dauphiné-Savoie), die zeigte (anhand Sequenzdaten), dass diese Art auch in den Alpen Frankreichs vorkommt, aber immer nur im Laubwald.


    Da das Journal aus der Dauphiné-Savoie hierzulande eher selten gelesen wird (ich habe es abonniert), ging das vermutlich unter. Mich hat das natürlich alarmiert. Interessant ist auch, dass die französischen Kollektionen kein Stielnetz hatten. Das habe ich hierzulande auch schon gesehen. Es zeigte sich, dass aucxh der Typus von Boletus calopus f. ereticulatus Estadès & Lannoy genetisch mit dem Typus von Boletus polygonius übereinstimmt und als Synonym gelten muss.


    Ob Caloboletus polygonius, wie er nun heißt, immer netzlos ist, weiß ich nicht. Das Hauptmerkmal ist, dass er iod-negativ ist und im wärmebegünstigten Laubwald (auf Kalk) vorkommt. Ich habe in entsprechenden Habitaten immer wieder mal Schönfußröhrlinge gefunden, aber nie besonders beachtet.


    Da Caloboletus polygonius seit der Erstbeschreibung aus Griechenland kaum beachtet wurde und quasi vergessen wurde, war die französische Publikation quasi der Weckruf. Es wird dauern, bis die Information sich verbreitet und das wahre Verbreitungsareal der Art belegt werden kann. Da der Iodtest aber so einfach ist, ist das Erkennen simpel möglich. Daher "berichte" ich von dieser Art.


    Da ich noch in der Klinik bin, habe ich das französische Paper nicht griffbereit, um es sauber zu zitieren.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Ob Caloboletus polygonius, wie er nun heißt, immer netzlos ist, weiß ich nicht. Das Hauptmerkmal ist, dass er iod-negativ ist und im wärmebegünstigten Laubwald (auf Kalk) vorkommt. Ich habe in entsprechenden Habitaten immer wieder mal Schönfußröhrlinge gefunden, aber nie besonders beachtet.



    Servus Christoph

    das mag mit daran liegen das er als radicans abgelegt wiurde, kein Netz und negativ mit Jod.


    Da ich noch in der Klinik bin, habe ich das französische Paper nicht griffbereit, um es sauber zu zitieren

    Dann viel Spass damit :):daumen:

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    Liebe Grüsse

    Matthias