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letzter Beitrag von Sauerländer am

Erster Röhrling des Jahres!

  • Tja, Birkenröhrling oder Hainbuchenröhrling? Was stand denn da an Bäumen?


    Und das Schwärzen ist relativ: Ich hatte heute eine große Fundstelle (ca. 20 Stück auf wenigen Quadratmetern) an Buchen, viele überständig, daher schwer zu bestimmen. Die wenigen jüngeren Exemplare trafen ziemlich genau die Merkmale vom Hainbuchenröhrling. Einer schwärzte sehr schnell, großflächig und tiefschwarz im Schnitt, andere schwärzten zwar schon äußerlich am teilweise feldrig aufgerissenen Hut und an Druckstellen am Stiel, aber im Schnitt nur sehr zögerlich an ein paar Madengängen im Stiel und auch nach 10 und mehr Minuten ansonsten nur sehr mäßig, eher ein Grauen ;-).

  • Hallo, Sauerländer!


    Hainbuchenröhrlinge (Leccinum carpini / pseudoscabrum etc.) können auch mit Birken und Hasel (Corylus avellana) Mykorrhiza bilden.
    Mit Rotbuchen nicht, weil Rotbuchen keine Birkengewächse sind. Hainbuche (Carpinus betulus) ist näher mit Birken verwand als mit Rotbuchen. :gzwinkern:

    Die Fleischverfärbung im Schnitt ist schon signifikant, denn normale Birkenpilze (Leccinum scabrum s.l.) verfärben gar nicht. Maximal gibt's da einen Anflug von rosa im Hutfleisch, und das war's. Nix grau, violett, schwarz und nirgends blau, und zwar nie. Nicht nach einer Minute und auch nicht nach einer Stunde.

    Das ist schon ein Unterschied, wobei es völlig richtig ist, daß das verfärbungsverhalten vom Hainbuchenröhrling variabel ist, gerade bei älteren und trockenen Fruchtkörpern kann das recht lange dauern, bis man das sieht. Aber irgendwann verfärbt der immer (solange der Fruchtkörper nicht ganz arg verwest ist).
    Es gibt natürlich eine ganze Menge von verfärbenden raustielröhrlingen (zB alle Arten aus der Rotkappenverwandschaft), beim Hainbuchenröhrling muss man darum auch die Hutoberfläche beachten, die oft etwas verdallert ist, grubig oder rinnig, dazu fleckig also nicht so einheitlich gefärbt. Die Stielschuppen sind auch recht interessant und tendenziell etwas anders angeordnet und strukturiert als bei Birkenpilzen. Dazu kommt, daß die Poren bei jungen Hainbuchenröhrlingen nicht so dunkel grau sind wie bei den meisten Rotkappen, die Huthaut nicht so übersteht, bei reiferen fruchtkörpern dafür gerne mal ein Gelbton an den Poren dazu kommt.

    Also auch da hilft so dieser ominöse Gesamteindruck, der eben eine Kombination aus der beobachteten Variationsbreite vieler Merkmale ist, und sich nicht nur an einzelnen merkmalen fixiert.



    Lg; Pablo.

  • Hainbuchenröhrlinge (Leccinum carpini / pseudoscabrum etc.) können auch mit Birken und Hasel (Corylus avellana) Mykorrhiza bilden.
    Mit Rotbuchen nicht, weil Rotbuchen keine Birkengewächse sind. Hainbuche (Carpinus betulus) ist näher mit Birken verwand als mit Rotbuchen. :gzwinkern:

    Die Fleischverfärbung im Schnitt ist schon signifikant, denn normale Birkenpilze (Leccinum scabrum s.l.) verfärben gar nicht. Maximal gibt's da einen Anflug von rosa im Hutfleisch, und das war's. Nix grau, violett, schwarz und nirgends blau, und zwar nie. Nicht nach einer Minute und auch nicht nach einer Stunde.

    Das ist schon ein Unterschied, wobei es völlig richtig ist, daß das verfärbungsverhalten vom Hainbuchenröhrling variabel ist, gerade bei älteren und trockenen Fruchtkörpern kann das recht lange dauern, bis man das sieht. Aber irgendwann verfärbt der immer (solange der Fruchtkörper nicht ganz arg verwest ist).

    Hallo Pablo,

    vielen Dank für die Präzisierungen! Dass der Hainbuchenröhrling auch an Birken kann, habe ich noch nie bewusst wahrgenommen. (Aber umgekehrt wohl nicht?). Meine übrigen Exemplare sind über Nacht auch noch sehr schwarz geworden. Und Oberfläche = grubig, verdallert trifft es auch, bei den alten Exemplaren ähnlich wie bei dem oben gezeigten. Bei den jüngeren halt eher rissig. Ich fand sie übrigens sehr lecker im Vergleich. Werde mal genauer drauf achten, ob andere Fund-Stellen nahe Birken (die ich früher als Birkenpilze abgehakt habe) vielleicht auch diese hervorbringen.

    Ich bin inzwischen recht positiv überrascht über die (Röhrlings-)Artenvielfalt hier in den unmittelbar stadtnahen Wäldern (Münsters), die ich bislang wohl unterschätzt habe.


    Viele Grüße
    Thorsten

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