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letzter Beitrag von zuehli am

Kleiner grauer Lamellenpilz (Melanoleuca Brevipes)

  • Schönen Ostermontag,


    bei der heutigen Tour fand ich neben Glimmertintlingen (o.ä.) auch mehrere graue Lamellenpilze. Meine erste Assoziation waren Nebelkappen aber Jahreszeit und ausgebuchtete Lamellen sprechen dagegen.


    Stiel: 2-3cm

    Hut: 3-6cm

    Geruch: unbedeutend angenehm mit leicht süßlicher Note

    Sporenpulver: Weiß



    Fundort war hier am Wegesrand


    Nach einer guten halben Stunde mit dem Gattungsschlüssel bin ich nicht so recht auf ein Ergebnis gekommen. Meine Vermutung ist Ritterlings Habitus.

    Gerne direkt Eure Vermutungen schreiben, ich probiere es dann selber nochmal mit dem Schlüsseln.


    Danke & Gruß

    Stefan


    Nachtrag: Bild des Fundortes hinzugefügt und Titel geändert.

  • Hallo Stefan,

    Ich tippe mal auf Weichritterling.

    Aber Artbestimmung bei dieser Gattung ist tückisch.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo Stefan,

    Ich tippe mal auf Weichritterling.

    Aber Artbestimmung bei dieser Gattung ist tückisch.

    Gruß

    Norbert

    Hi,


    bin genau der gleichen Meinung. Ohne Mikro geht in der Gattung gar nix. Zumindest ist das nix aus der M. melaleuca-Ecke und M. cognata ist das auch nicht. Auf jeden Fall interessanter Fund.


    l.g.

    Stefan


    edit: Mach mal nen Sporenabwurf. Das kann auch eine Rhodocybe oder Lepista sein

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Super, dann bin ich ja immerhin in der Habitus Ecke richtig raus gekommen.

    Der Sporenabdruck läuft seit ein paar Stunden, ist bisher aber zimperlich. Das die Sporen Weiß sind, hat mir nur das größte Exemplar am Stiel gezeigt, der lag die letzten Stunden verkehrt herum auf dem Tisch und hat den Stiel gefärbt.


    Sollte sich ein vernünftiger Abdruck zeigen, reiche ich gerne ein Bild ein.


    Danke & Gruß

  • Wichtig wäre hier reinweiß oder weißlich mit leichtem Anflug von Rosa. ;)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Stefan


    Das ist wirklich ein spannender Fund.

    Ich vermute auch, dass es Richtung Weichritterling geht, obwohl er von oben an eine Rhodocybe mundula/popinalis erinnert.

    Die kann es aber nicht sein (u.a. wegen dem weissen Sporenpulver).


    Die Weichritterlinge sind eine sehr üble Gattung. Wenn man sie mikroskopiert, kann man sehr schnell bestätigen dass es ein Weichritterling ist.

    Aber dann findet man nur noch Widersprüche... die Gattung muss dringend überarbeitet werden.


    Der einzige Vorteil: Die rein graue Hutfarbe schränkt die Auswahl schon stark ein, die meisten Weichritterlinge haben deutliche Brauntöne.

    Ich könnte mir irgendwas Richtung Melanoleuca exscissa vorstellen.

    Aber wie schon erwähnt wurde: Die Gattung ist mikropflichtig, so ist das nur eine Vermutung.


    Gruss Raphael

  • Also, weißes Sporenpulver ohne Rosatöne.

    Zum Fundort kann ich noch sagen, dass die direkt am Wegesrad im Mischwald gewachsen sind.


    Sebastian, vom Mikroskopieren habe ich keine Ahnung. Wie soll das ablaufen? Ich schick dir den Pilz oder nur Sporen auf Objektträger?


    Ist mir jetzt persönlich aber nicht so wichtig.


    Grüße & danke

    Stefan

  • Entweder den Pilz sofort frisch an Sebastian schicken, oder aber komplett gut durchtrocknen. Bei Weichritterlingen ist u.a. die Zystidenbeschaffenheit wichtig.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • So, der Stefan hatte mir ein Exsikkat des Hutes zugeschickt, und ich habe ihn nun mikroskopiert. Die ersten Versuche waren etwas frustran, er wollte einfach keine Zystiden zeigen, nachdem ich das Exsikkat nun vorab aber 15min in Wasser eingeweicht habe und dann nochmal ordentlich gezupft und gequetscht habe, hat er sich doch noch entblößt und hat mir seine Brennhaarzystiden gezeigt :love:.


    Harald, du hattest absolut den richtigen Riecher, auf Basis der Erscheinungszeit und der Mikrobefunde in Zusammenschau mit den Makromerkmalen darf man wohl M.brevipes bestätigen.


    Geschlüsselt habe ich mit Münzmey.


    Sporen ca. 8-9x5µm, rauh, ellipsoid mit Ölkern.

    Brennhaarzystiden mit 40-45µm, septiert (unterhalb dickbauchig)



    M. brevipes habe ich bei mir noch nicht gefunden. Ein befreundeter Mykologe erklärte mir, dass diese Ortshäufig vorkommen können, in anderen Regionen wie unserer aber durchaus fehlen. Daher danke nochmal für die Zusendung. Ich finde die Gattung sehr spannend und konnte jetzt noch den anderen Weichritterling bei uns finden, welcher im Frühjahr vorkommt. M.cognata, habe Bilder und Beschreibung parallel eingestellt ... siehe hier: Melanoleuca cognata


    Der zeigt andere Farben und Zystiden, die Sporen weichen gar nicht so arg ab.


    Beste Grüße Sebastian

  • Stefan.

    Hat den Titel des Themas von „Kleiner grauer Lamellenpilz“ zu „Kleiner grauer Lamellenpilz (Melanoleuca Brevipes)“ geändert.
  • Hervorragende Arbeit Sebastian!


    Ich war kürzlich nochmal am Fundort und habe der Vollständigkeit halber noch ein Foto des Fundortes gemacht und oben miteingefügt. Dazu noch den Titel geändert, damit er besser gefunden werden kann :)


    Danke & schöne Grüße

    Stefan

  • Harald, du hattest absolut den richtigen Riecher, auf Basis der Erscheinungszeit und der Mikrobefunde in Zusammenschau mit den Makromerkmalen darf man wohl M.brevipes bestätigen.


    Geschlüsselt habe ich mit Münzmey.

    Prima, da habe ich ja wieder mal ein gutes Bauchgefühl gehabt. :cool:

    Das Auffinden der Zystiden kann manchmal mühsam sein, da sollte man Geduld aufbringen und die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen.

    Das Problem bei den Weichen Rittern ist nur, dass man u.U. je nach benutzter Literatur zu unterschiedlichen Namen kommen kann, deswegen sollte man insbesondere bei dieser Gattung dazuschreiben, nach welchem Werk man es bestimmt hat - was Du ja getan hast.

    Ich warte ja auch sehnsüchtig auf die schon seit langem angekündigte Monografie von Vladimir Antonin. Bei meinem letzten Kontakt mit ihm im Mai 2019 stellte er in Aussicht, dass es evtl. in 2020 erscheinen könnte. Aber auch hier will gut Ding wohl Weile haben...


    Beste Grüße

    Harald

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