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letzter Beitrag von antoff am

Schöner Erstfund und Unbekannter

  • Hallo zusammen,


    beim Spazieren am Sonntag durch den nahegelegenen Auwald zeigten sich einige schöne Dinge.


    Das Highlight war mein Erstfund von Sarcoscypha.:love: Direkt am Wegesrand auf einer moosigen Stelle leuchtete ein einzelnes Exemplar, leider schon vom Substrat abgelöst. Ich hoffte schon länger auf solch einen Fund. Der Auwald mit kalkhaltigem Boden in meiner Umgebung schien mir vielversprechend und tatsächlich klappte es heute. Stimmt es, dass es ohne Mikroskop keine Merkmale gibt, die eher für S. austriaca oder S. coccinea sprechen, auf die ich achten könnte, falls ich wieder einen solchen Fund mache?

    Auch entdeckte ich einige Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes agg.). Nachdem ich im selben Wald im Dezember fast ausschließlich an noch lebenden, geschwächten Eschen fündig wurde, zeigten sich nun vermehrt auch Fruchtkörper an totem liegendem Holz und Stümpfen, unter anderem Weide. Ich frage mich ob das purer Zufall ist und ich zu viel in einzelne Beobachtungen interpretiere, oder die Erscheinungszeit auch ein wenig mit dem Substrat zusammenhängen kann. Ich bin gespannt ob ich in den nächsten Jahren ähnliches beobachten kann.

    Ganz in der Nähe der Samtfüße fand ich dann noch folgenden Pilz. Da ich beim Spazieren in Begleitung war habe ich nur fix ein paar Fotos gemacht. Ich hab wirklich überhaupt keine Idee. Bei solchen kleinen Lamellenpilzen fehlt mir jegliche Erfahrung. Ich dachte ich versuch es trotz dünner Merkmalserhebung, vielleicht kann mir jemand von euch in Frage kommende Gattungen nennen. Neben den Merkmalen, die man auf den Bildern sieht, kann ich leider nicht mehr viel dazu sagen. Der Fruchtkörper wuchs auf einem Laubblatt, ich vermute Pappel, kenn mich da jedoch auch nicht so gut aus.:/ Einen speziellen Geruch konnte ich nicht wahrnehmen. Auffällig war der weiß, silbrig überfaserte Stil und die Velumreste auf dem Hut. Der Hut schien leicht hygrophan zu sein. Da musste ich an Galerina denken. Die Gattung kenne ich aber nur von Bildern und fand in meinen Büchern auch nix passendes. Leider war auch dieser Pilz einzeln unterwegs. Ich bin dankbar über alle Tipps.

    Gruß Luca

  • Hallo,


    ja, da hat beli recht, das ist Meottomyces dissumulans, besser bekannt unter Pholiota oedipus. Der deutsche Name "Fettiger Braunschüppling" passt sehr gut zu deinem Pilz, der sich frisch eben durch diese fettig glänzende Hutoberfläche auszeichnet. Ferner sind die Lamellenschneiden immer deutlich bewimpert, weil er so weit herausstehende Cheilozystiden hat. Im Winter-Spätwinter-zeitiges Frühjahr an feuchten Stellen auf dauerfeuchter Laubstreu (oft sind die Blätter schon ganz schwarz-faulig), gerne von Pappel.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo beli und Andreas,


    vielen lieben Dank, das passt sehr gut. Das Forum ist einfach super. Ohne eure Hilfe wäre ich wohl nie beim richtigen Pilz gelandet. Der Pilz wird in meinen Büchern lediglich im Laux als Verwechslungspartner vom Horngrauen Rübling (Rhodocollybia butyracea) aufgeführt, ich glaube nicht, dass ich da früher oder später gelandet wäre. Ich freu mich schon tierisch auf "Fungi of Temperate Europe". Das Werk werde ich mir demnächst wohl zulegen, darin ist er aufgeführt. Damit hätte ich wenigstens eine gute Chance gehabt beim richtigen Pilz zu landen.


    Grüße

    Luca

  • Ich freu mich schon tierisch auf "Fungi of Temperate Europe".

    Hallo Luca, die hab ich mir auch neulich zugelegt! Spitzenbücher, hab mich auch gefreut wie Bolle! Zum Pilz ist ja schon alles gesagt!

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (100 - 10 fürs APR 2020 = 90 - 15 APR 21 = 75)

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