Hallo, Besucher der Thread wurde 764 aufgerufen und enthält 15 Antworten

letzter Beitrag von Mreul am

Lasiobelonium ?

  • Hallo,

    heute auf der Gassirunde, suchte ich mal wieder nach Resinae. Doch gefunden habe ich an Picea folgenden Pilz:

    Er wuchs m.M.n. am Harz oder zumindest an einer verletzten Stelle des Baumes direkt neben dem Harz:

    1 Fundort ( im Bild links )


    2. die Becherchen sind ca 1mm groß, außen weiß behaart und innen schön kräftig orange



    3 am ganz Rechten sieht man, dass sie schön gestielt sind



    Ich denke hier an etwas aus der Lasiobelonium Ecke?


    Bevor ich jetzt wahllos draufhin mikroskopiere (hab nur diese 4 FK), könnte die Gattung hinkommen, auf welche Mikromerkmale sollte ich achten ( irgendwelche chem. Reaktionen beachten) ?


    Danke schonmal fürs Drüberschauen!

  • Hallo Sandra, ich habe ja von Pilzen keine Ahnung, aber ich werfe trotzdem Mal als Arbeitstitel Lachnellula resinaria ein. Ich habe immer noch ein gewisses Restvertrauen, dass die einst gegebenen Namen irgendeinen Sinn hatten. LG, Bernd


    Dafür gäbe es hier einen Schlüssel: Lachnellula-Baral-2008-0001.pdf

  • Hallo Bernd, das ging ja flott. Deine Vermutung kommt auch in die Nähe, aber ich las von zitronengelber Innenschicht, die hier ist definitiv orange. Aber die Gattung gefällt mir auch gut,

  • aber ich werfe trotzdem Mal als Arbeitstitel Lachnellula resinia ein.

    Ich finde, das ist ein sehr guter Arbeitsname, Bernd!

    auf welche Mikromerkmale sollte ich achten

    Wenn es die von Bernd vermutete Art ist, sollte sie gattungstypische Haare und sehr kleine Sporen haben, Sandra. Etwa 3-4 x 2-2,5 µm.

    In diesem Artikel von Zotto kannst Du alles über diese und ähnliche Arten nachlesen.

    Ich drück' Dir die Daumen für die Art, das wäre ein super Fund und vermutlich neu für Sachsen!

    Nun bin ich aber auf die Mikromerkmale gespannt.


    Liebe Grüße, Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Hallo, danke für den Input. Ich häng mal noch die Mikrobilder an, aber die Sporen sind leider irgendwie zu groß !

    Schaut selbst, alle Aufnahmen in Leitungswasser:

    1 Haare


    2


    3


    4 Sporen ellipsoid

    5 nicht soo winzig, (Faktor 0,8 bei Öl)


    6

  • Gut, Sandra, nach den Mikrodaten ist L. resinaria leider raus.:(


    Neben der von Bernd ins Spiel gebrachten L. calyciformis könnte das auch Lachnellula subtilissima sein. Glaube ich zumindest.

    Aber glauben heißt nicht wissen!

    Jedenfalls wäre letztere Art nicht selten in Sachsen, und auch ich habe sie schon mehrmals gefunden.

    Falls Du noch etwas Marerial hast, würde ich mir das gern selbst anschauen.


    Da reicht ein reifes Apothecium.


    LG, Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Hallo,


    die Diskussion mit dem makroskopischen Erraten von Lachnellula hatten wir doch schon mal in einem anderen Thread, wenn ich mich recht erinnere. Alle weißhaarigen Lachnellulas sehen makroskopisch völlig ununterscheidbar aus. So variabel sind sein mögen mit deutlichem Stiel oder fast sitzend, mit dottergelber oder gelboranger Fruchtschicht - keine Art ist makroskopisch erratbar.

    Vom Substrat her ist Lachnellula occidentalis auf Lärche durch das Substrat bestimmbar, alle anderen Arten können auf Fichte, Tanne und Kiefer vorkommen. Mit Harz oder ohne. Viele Arten haben zwar Präferenzen, aber alle kommen auf allem vor. Sie gehen auch auf z.B. Douglasienzapfen über, selbst auf Sequioa habe ich schon welche gefunden. Und auch schon zwei Arten auf demselben Ast.


    Lachnellulas sind nur und ausschließlich mikroskopisch bestimmbar!


    Wichtig sind zu allererst Sporengröße, dann Sporenform, dann Sporeninhalt (in Wasser).

    Weiter wichtig sind Ascusporus-Reaktion (in Lugol oder Barals OHNE KOH-Vorbehandlung) und Vorhandensein/Fehlen von Haken an der Ascusbasis.

    Mit diesen Merkmalen sollte jede der Arten bestimmbar sein.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Ausschließlich? Nicht auch durch Sequenzierung? Oder diese gemeinen physikalischen Methoden, wie Massenspektroskopie? Rein biologisch durch Kreuzung in kontrollierter Umgebung?


    Wobei schon klar ist, dass die Taxonomie nicht unerheblich umgestoßen wird, wenn andere Methoden beginnen zu dominieren. Selbst das Verständnis der Taxa an sich.


    LG, Bernd

  • Falls Du noch etwas Marerial hast, würde ich mir das gern selbst anschauen.

    Hallo Nobi, ja hab ich und würde es Dir gern zukommen lassen! Schick mi einfach ne PN :)

  • Hallo,

    Ausschließlich? Nicht auch durch Sequenzierung? Oder diese gemeinen physikalischen Methoden, wie Massenspektroskopie? Rein biologisch durch Kreuzung in kontrollierter Umgebung?


    Wobei schon klar ist, dass die Taxonomie nicht unerheblich umgestoßen wird, wenn andere Methoden beginnen zu dominieren. Selbst das Verständnis der Taxa an sich.


    LG, Bernd

    müssen rhetorische Fragen beantwortet werden? Ich glaube nein.


    BG, Andreas

  • Hallo Sandra,

    heute hatte ich nun die Pilzchen unterm "scharfen Glas".

    Hier die Dreiergruppe, die Du zeigtest - etwas aufgelebt.


    Falls die Gattung passt, dann kommt nach der tabellarischen Auflistung bei Baral anhand der Sporengröße und -form vor allem Lachnellula calyciformis in Frage.

    Mit elliptischen, zweitropfigen Sporen von 6-7 x 2,5 µm und Asci von 50-55 x 5-6 µm passt die Art perfekt.:thumbup:

    Also hätten wir schon mal Lachnellula calyciformis eingetütet.:)


    Interessant war auch die andere Aufsammlung die Du schicktest. (Haarbecherchen 03.02.2021)

    Ich habe noch nie so eine "ungekämmte" Lachnellula gesehen, aber das ist wohl typisch für die Art.




    Mit apikal zuspitzenden, zwei- viertropfigen Sporen von 17-18 x 4 µm und Asci um120 x 14 µm ist das Lachnellula abietis.

    In Mykis wohl fälschlich als Perrotia abietis gelistet, da werde ich den Frank mal informieren, dass er das ändert.

    Ist übrigens nur viermal aus Sachsen gemeldet!


    Leider habe ich keine gescheiten Mikros zustande gebracht, aber da bleibe ich dran.

    Nachtrag einen Tag später.

    Zumindest von Lachnellula abietis ist mir inzwischen ein Mikrobild, wenn auch kein gutes, gelungen, das die typische Sporenform und den Tropfeninhalt zeigt.



    Danke für's schicken und liebe Grüße vom Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

    3 Mal editiert, zuletzt von nobi ()

  • Vielen Dank fürs Schauen,

    ich hab die 2. Aufsammlung ja auch nur getrocknet bekommen, sehen spitzenmäßig aus. Jetzt bin i schon bisl neidisch, dass ich "nur" die häufigere Art fand :D

    Dein Stereofotos sind auch toll! Wie hast du die so gut hinbekommen?

  • Vielen Dank fürs Schauen

    Aber gern doch, Sandra!:)

    Jetzt bin i schon bisl neidisch, dass ich "nur" die häufigere Art fand

    Nun, als häufig würde ich Lachnellula calyciformis nicht bezeichnen, Sandra.

    Ich habe sie jedenfalls noch nicht selbst finden können.

    Und mit 25 Funden in Sachsen ist sie z.B. deutlich seltener als Lachnellula occidentalis (186 Funde).

    Deine Stereofotos sind auch toll! Wie hast du die so gut hinbekommen?

    Naja, das geht sicher noch besser mit entsprechender Kamera und höherem Aufwand.

    Ich benutze in letzter Zeit fast ausnahmslos meine "Kamera für Faule", die Olympus TG-6.

    Mit einer Lupenfunktion kommst Du bis auf wenige Milimeter an das Objekt heran und kannst zudem noch 4-fach zoomen.

    Ein einfaches Stackingprogramm hilft, die Winzlinge relativ scharf abzubilden und eine Ringleuchte sorgt im Nahbereich für eine gute Ausleuchtung.

    Meine letzten Beiträge sind fast ausnahmlos mit dieser kleinen Knipse entstanden, kannst Du Dir ja gern mal anschauen.


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Hallo Nobi, hallo Sandra,


    zur Verbreitung von Lachnellula calyciformis kann ich noch sagen, dass ich die bei mir bisher ausschließlich an Tanne gefunden habe. Da allerdings kommt sie recht verbreitet vor, zumindest hier wo es nicht so viele Tannen gibt. Hab ich hier schon mal vorgestellt.

    Die abietis hab ich dieses Jahr auch schon mehrfach gehabt, allerdings sind beide hier schon deutlich seltener als die Standards occidentalis oder subtilissima.

    L. abietis wuchs bereits an mehreren Stellen als hier so ziemlich der meiste Schnee lag, hier mal die Merkmale zusammengestellt:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.