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letzter Beitrag von ingosixecho am

Ritterlinge zu später Stunde

  • Hallo Miteinander,


    zu später Stunde präsentiere ich euch heute mal leichte Kost: Arme Ritter. Allesamt aufgefunden in der Umgebung am Helenesee am vergangenen Wochenende.



    Seifenritterlinge (T. saponaceum agg.)

    Feinschuppige (T. imbricatum)


    Braune glibbrige bei Birken (T. fulvum)



    sehr erfreulich weil extrem selten: Kiefern-Verwandtschaft aus der selben Sektion (T. stans)



    Der war zu erwarten: Kleiner Kiefernritterling (T. albobrunneum sensu MHK)



    Die hier auch (T. albobrunneum sensu Persoon) - wohl die echten. Das Projekt schläft leider.;(



    Grüne und olivgrüne Ritterlinge (T. equestre und T. joachimii)


    Was mich sehr gefreut hat - es gab sogar gelbe Ritterlinge.



    scharfe graue (T. virgatum)...



    mehlige silberfarbene (T.argyraceum)



    und abschließend milde Espenritterlinge. Ich weigere mich standhaft, die T. populinum zu nennen.

    Die sind noch gar nicht da. Ebenso wie die schwarzfaserigen. Dafür war es wohl noch zu mollig. Leider gab es auch noch keine Halsbänder. Vielleicht kommen sie ja noch. Wohl bekomm's. Den Wald mag ich mit Niemandem tauschen!


    Grüßlis Ingo

  • Hallo Ingo,

    sehr fein dass es bei dir schon massig Ritterlinge gibt. Da werde ich nächstes Wochenende mal an meine Stellen fahren. Die Schwarzfaserigen gehören zu den letzten, die herauskommen, in meiner Gegend kommen die erst ab Anfang November.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Ingo,


    ein Thread ausschließlich mit Arten meiner Lieblingsgattung :) Danke fürs Zeigen! Den T. joachimii hätte ich im Feld wohl als T. sejunctum angesprochen. Zumindest die Hutzeichnung schaut sehr ähnlich aus?

    Hallo Thomas,


    ich merke eben, dass einige Bilder mit irre führenden Beschriftungen unterwegs sind. Diese stehen immer unter dem betreffenden Bild. T. joachimii liegt links oberhalb der beiden Grünlinge. Das Bild ist ein wenig missraten. Du meinst wohl die gelben Ritterlinge dahinter. Die, wo kein Namen dran steht.

    Die hatten striate, rein chromgelbe Färbung und erinnerten eher an Reifpilze oder Champignons. Zumindest von der Beschaffenheit des Hutes. Es gab keinerlei Grün- oder Orangetöne und die Hutoberfläche war deutlich bereift. Auch bei den ausgewachsenen Exemplaren. T. sejunctum scheidet aus wegen des Standortes, den der Pilz mit T. joachimii, T. stans und den Kiefernstachelingen teilte. Mit einem Namen kann ich nicht dienen. Der Beleg ist aber gesichert.


    Grüßlis Ingo

  • Hallo Ingo,

    sehr fein dass es bei dir schon massig Ritterlinge gibt. Da werde ich nächstes Wochenende mal an meine Stellen fahren. Die Schwarzfaserigen gehören zu den letzten, die herauskommen, in meiner Gegend kommen die erst ab Anfang November.

    FG

    Oehrling

    Hi Stephan,


    dankeschön! Ich hatte die auch schon mal Anfang Oktober. T. portentosum braucht mal einen kleinen Kälteschock. So wie in den vergangenen Tagen. Bei uns gibt es eben noch nicht mal Hallimasche.


    GR Ingo

  • Tolle Zusammenstellung!:daumen:


    Sind ja nicht so easy zu bestimmen diese braunen Ritterlinge. Konntest du sie alle makroskopisch bestimmen?


    Merci fürs Zeigen und

    LG Stephan

    Ein Pilzler Namens Guschti Frei

    fand im Wald ein Hexenei.

    Voll Gwunder pocht er ein`ge Male

    an die butterweiche Schale;

    ob wohl ein Vogel drinnen sei?


    Chipcount 88: 100 -15 Beitrag APR2017, +10 Platz 8 (APR2017), +14 Platz 2 (Platzwette APR2017), -15 Beitrag APR2018 +10 Platz 6 (APR2018) - 15 Beitrag APR2019,

    -10 Beitrag APR2020, +6 PLatz 9 (APR2020), +3 Platz 4 (Platzwette 2020)

  • Hallo Stephan,


    eigentlich schon, bis auf T.albobrunneum sensu Persoon. Die sind etwa mittelgroß und ich hatte davon bereits mehrere Kollektionen, die mehr oder weniger striat bzw. bitter sind. Siehe auch Tricholoma - Projekt im DGfM-Forum. Bei Pablo sind es mittlerweile irgendwie +/- 10 Kollektionen. Da werden sich wohl 1 bis 20 Arten dahinter verstecken. Der kleine (sensu MHK) und T. stans sind aber unverwechselbar. Die brauche ich mittlerweile nicht mal mehr umdrehen. So was wie imbricatum und fulvum sowieso nicht.


    GR Ingo

  • Stark! Hab mich noch nicht mit dieser Gruppe anfreunden können aber superinteressant Deine Kollektion! :!:

    Ein Pilzler Namens Guschti Frei

    fand im Wald ein Hexenei.

    Voll Gwunder pocht er ein`ge Male

    an die butterweiche Schale;

    ob wohl ein Vogel drinnen sei?


    Chipcount 88: 100 -15 Beitrag APR2017, +10 Platz 8 (APR2017), +14 Platz 2 (Platzwette APR2017), -15 Beitrag APR2018 +10 Platz 6 (APR2018) - 15 Beitrag APR2019,

    -10 Beitrag APR2020, +6 PLatz 9 (APR2020), +3 Platz 4 (Platzwette 2020)

  • MoinMoin!


    :thumbup:


    Das ist bei mir halt so, daß ich für eine solche Vielfalt durchaus in mehrere Wälder muss...


    Die Blassgelben Striaten - Tricholoma viridilutescens kommt bei dir auch vor, oder?
    Weil, wenn ich das mit dieser Kollektion aus dem Schwarzwald vergleiche:




    , dann sind da schon auch ein paar recht blass befaserte Fruchtkörper dabei. Eventuell ist da das Variationsspektrum der Art in Sachen dunkel Hutfasern etwas größer, als vielleicht angenommen wird.



    LG, Pablo.

  • Hallo Ingo,

    1) bei den grüngelben striaten Ritterlingen gibt es noch T. avernense im Angebot.

    2) T. albobrunneum ssu. FNE4 und T. stans ssu. FNE4 erkenne ich mittlerweile auch am Fundort, ebenso T. ustaloides. Schwierigkeiten macht mir dagegen noch die Gruppe um T. striatum und T. batschii, also die mit der Pseudoringzone, sowie T. populinum/T. pessundatum, wenn Kiefern und Pappeln zusammen am Fundort stehen.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • , dann sind da schon auch ein paar recht blass befaserte Fruchtkörper dabei. Eventuell ist da das Variationsspektrum der Art in Sachen dunkel Hutfasern etwas größer, als vielleicht angenommen wird.



    LG, Pablo.

    Hi Pablo,


    T. viridilutescens hatte ich ganau zwei mal. Jedesmal einen mittelgroßen Einzelfruchtkörper. Die sind was ganz anderes. Meine Pilze standen in jenem Grüppchen zusammen, so wie abgelichtet. Sie waren nur "lutescens". Farbe so ähnlich wie bei einigen Champiarten. Ich dachte beim ersten Kontakt sogar an Braunsporer. Mir war überhaupt nicht klar, dass es sowas bei Tricholoma gibt. Die Pilze waren auch recht groß - deutlich über 10 cm Hdm. Damit passen sie sehr gut in unsere Arvernense-Schublade. Allerdings waren die Hüte deutlich bereift. Man erkennt das bei dem kleinen FK sehr gut. An den ausgewachsenen aber auch noch deutlich. Ich habe da noch exotische Ausweichliteratur wie Bessette (Tricholomas of North America). Da sind Sachen drin, die noch besser passen würden.

    Ich werde den Fund demnächst mal im DGfM Forum im T-Thread reinstellen - wenn es wieder ruhiger ist. Aktuell ist in den Wäldern die Hölle los.


    Ich habe von dem gelben Belege und Sporenabwurf, genauso wie von T. virgatum. Ich glaube, den wollte sich mal wer anschauen.

    Auch von Stans gibt es übrigens einen Sporenabwurf. Schreib einfach mal eine Stille Post.:S


    GR Ingo

  • Schwierigkeiten macht mir dagegen noch die Gruppe um T. striatum und T. batschii, also die mit der Pseudoringzone, sowie T. populinum/T. pessundatum, wenn Kiefern und Pappeln zusammen am Fundort stehen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Stephan,


    bei unserer Suche haben sich inzwischen zwei Gruppen herauskristallisiert. Bei Hybridpappeln, in der Regel auf sandigen Böden, stehen die echten T. populinum, oft in großen Gruppen, sehr variabel und mehr oder weniger bitter. Das was ich hier im Beitrag zeige, sind die milden Espen-(Pappel)-Ritterlinge. Auch diesmal standen sie unter jungen Kiefern. Die Jungespe war drei Meter entfernt. Die Blätter sind ja auch eindeutig zu erkennen. Optisch erinnern die schon an die Abbildungen der nordischen Pessundaten, die ja auch mild und essbar sind. Wenn wir es mal schaffen würden, einen der sicher gestellten Funde sequenzieren zu lassen, bekämen wir eventuell Klarheit.


    GR Ingo

  • Servus Ingo!


    So am Rande: Wie es jetzt aussieht, bleiben die bräunlichen Ritter in meiner Gegend das dritten Jahr in Folge aus.
    Ein wenig muss man noch abwarten, letztes Jahr kamen wenigstens ab Ende Oktober noch Pappelritterlinge (bitter; bei Pappeln und Kiefern) und ganz vereinzelt imbricatum.

    Und (wie in den letzten Jahren auch) reichlich ustale und fulvum s.l., aber das ist ja nochmal eine andere Baustelle.

    Die arvenense - Richtung für deine "lutescens" ist schon was - aber die sind doch auch eher nicht das, was FNE4 als arvenense beschreibt.



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,

    T. avernense ist außerordentlich farbvariabel, ähnlich wie der Seifenritterling. Ich habe den schon in gelb, gelbbraun, orangebraun, hellgrün und kräftig tannengrün gefunden. Bei dem machts, wie du gern sagst, das Gesamtbild:).

    Außerdem glaube ich nicht, dass in der Kurpfalz die Ritterlingssaison schon rum ist, ich glaube eher, dass sie noch nicht wirklich begonnen hat. Manchmal geht sie erst Ende Oktober los.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo, Stephan!


    Sagen wir mal: Ich hoffe das auch.
    Auf der anderen Seite: Röhrlinge in diesem Jahr im Rhein - Neckar - Raum: Totalausfall. Täublinge in der Gegend 2020: Totalausfall. Schleierlinge in diesem Jahr im Gebiet: Totalausfall. Ganz vereinzelte Streufunde einzelner Fruchtkörper von sehr häufigen, trivialen Arten bestätigen das Gesamtbild in der Hinsicht. Soll heißen: Ganz generell fehlen in diesem Jahr ungefähr 90% aller Mykorrhizapilze bzw. liegen sowohl Artenvielfalt als auch Fruchtkörperanzahl bei so ziemlich allen Mykorrhizapilzen mindestens 90% unterm Durchschnitt. Bezogen jetzt auf die Monate Juni bis mitte Oktober.
    Klar kann noch was kommen. Die Böden sind feucht (in manchen Wäldern schwer zu beobachten, weil man sich erst durch eine zentimeterdicke Schicht aus Eicheln und Bucheckern graben muss), zu kalt ist es auch noch nicht. Aber ehrlich gesagt erwarte ich nichts mehr. Auch was die späten mykorrhizapilze (Schnecklinge & Ritterlinge) betrifft, habe ich zwar noch ein klein bisschen Hoffnung, aber keinerlei besondere Erwartung mehr.



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,


    bei uns ist das Thema Trockenheit durch. Vielleicht kommen die späten Arten bei euch doch noch. Bei uns ist in diesem Jahr alles merkwürdig. Es fehlen immer noch Hallimasche und Nebelkappen. Ein erster junger Steinpilz lief mir heuer über den Weg und überall sprießen junge Butterpilze und Maronen. Die gelben Ritterlinge hatten inzwischen "Nachwuchs" bekommen. Diesmal mit mehr Grün- und Grautönen. Ich war von Anfang an bei T. arvernense, obwohl ich die bisher nie live gesehen hatte. Vielleicht Erstnachweis für BB. Mich hatte nur etwas stutzig gemacht, dass die Pilze so bereift waren. Ich hatte im www eine Art namens Tricholoma davisiae ausgemacht. Ich glaub', die wurde in Europa noch nie registriert. Aber T. arvernense ist in Süddeutschland nicht ganz so selten und es wird dann wohl passen.


    Dafür habe ich heute Pappelritterlinge UND Espenritterlinge kurz hintereinander. Es sind definitiv, schon makroskopisch, verschiedene Arten. Dokumentation demnächst hier oder bei DGfM.


    GR Ingo

  • Tach!


    Tricholoma arvenense hatte ich noch nie in der Hand, und umso schwerer fällt es, da die Variationsbreiten einzuschätzen.
    Aber gut zu wissen, daß der (im weiteren Sinne) auch so ausfallen kann. :thumbup:



    LG; Pablo.

  • Hallo Ingo,


    Die Nebelkappen kommen definitiv, ich denke, in wenigen Tagen werden unsere Wälder voll davon sein. Über das Ausbleiben der Hallimasche habe ich mich auch schon gewundert, aber vielleicht warten die noch bis zum Laubfall? Die Wälder sind ja trotz der kühlen Temperaturen noch immer ziemlich grün.


    LG, Craterelle

    Hallo Craterelle,


    ich könnte mir vorstellen, dass die Bäume jetzt noch den späten Regen nutzen, um Verlorenes nachzuholen. Für Hallimasch als Totholzparasit sollte das allerdings nicht zutreffen. Und C. nebularis ist ja auch kein Mykorizzapilz. Schon merkwürdig dieser Saisonverlauf.


    LG Ingo

  • Hi Pablo,


    bei viridilutescens sollten irgendwie gesägte Lamellenschneiden erkennbar sein. Das hatte meiner nicht. Da waren die eher unregelmäßig gewellt. Ob sich hinter T. arvernense ein Komplex verbirgt, kann ich nicht einschätzen. Für mich war der Fund ein netter PERSER.


    GR Ingo

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