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Diverse Pilze aus Brandenburg Teil 3 - viele Pilze

  • Hallo zusammen,


    ich war in letzter Zeit wieder öfter im Wald unterwegs und fasse hier drei Touren zusammen. ich hoffe die Masse erschlägt euch nicht. Wie immer freue ich mich über Bestimmungen und Anregungen. Die Geruchsangaben sind wohl sehr subjektiv, ich gebe sie trotzdem mit an. Nicht alle Bilder sind so aussagekräftig, ich bitte um Nachsicht :). Pilzige Grüße aus Brandenburg!


    1. Rotbrauner Scheidenstreifling / AMANITA FULVA? Hut ca. 4-5cm


    2. Wurzelnder Schleimrübling / Oudemansiella radicata? Zwischen Buchen, fruchtig säuerlicher Geruch.


    3. Unbekannter Pilz, fruchtiger Geruch, Hut ca. 5 cm


    4. Unbekannter Pilz. Bei den Schüppchen dachte ich an Stockschwämmchen, aber damit kenne ich mich noch nicht aus. Die Pilze sind wohl noch ganz jung, Hut ca. 1-2cm


    5. Scheidenstreifling? Hut ca. 2,5cm, Geruch habe ich als fischig in Erinnerung.


    6. Grünblättriger Schwefelkopf / HYPHOLOMA FASCICULARE?


    7. Klebriger Hörnling / CALOCERA VISCOSA?


    8. Dieses Pilz hab ich letztens noch in einem Pilzvideo gesehen, aber leider den Namen vergessen.


    9. Elastische Lorchel / HELVELLA ELASTICA? Stiel war aus Erinnerung hohl.



    10. Junger Gallenröhrling / TYLOPILUS FELLEUS?


    11. Unbekannter Pilz



    12. Parasol / MACROLEPIOTA PROCERA


    13. Unbekannter Pilz, Hut ca 2,5cm zwischen Eiche und Robinie


    14. Ziegenlippe?


    15. Grüner Knollenblätterpilz / AMANITA PHALLOIDES. Es war gestern eine unglaublische Schwemme, ich habe noch nie soviele Knollenblätterpilze auf einmal gesehen.


    16. Dieser Pilz interessiert mihc ganz besonders. Am Fuße einer alten Eiche. Ist es der netzstielige Hexenröhrling / SUILLELLUS LURIDUS? Beim Anschnitt wurde er in Bruchteilen von Sekunden schwarzblau. Geruch angenehm würzig. Wie steht ihr zur Essbarkeit dieses Pilzes (z.B. auch wegen Alkohol, allgemeine Unverträglickeiten)? Ich weiß, dass man keine Verzehrsfreigaben über diese Bilder erwarten kann, aber ich habe ihn mitgenommen und würde ihn gerne trocknen.


    17. Wulstling?


    18. Trichterlinge?



    19. Sandröhrling / SUILLUS VARIEGATUS? Huthaut lässt sich einfach am Stück abziehen, Geruch sehr würzig angenehm. Bei Kiefern. Keine Blaufärbung bei Anschnitt.


    20. Unbekannter Pilz, bei Kiefern, hut ca. 4cm


    21. Weißer Knollenblätterpilz / AMANITA PHALLOIDES VAR. ALBA? Doch wo ist die Manschette?



    22. Ledertäubling / RUSSULA INTEGRA? Für meine Täublingserfahrungen ein sehr großes Exemplar, Hut ca. 13cm. Die Lamellen waren allerdings biegsam wie beim Frauentäubling, das hat mich gewundert. Geschmackstest mild, pappig. Wie steht ihr zum Verzehr dieses Täublings?


    23. Praedo viridi :)

  • Hallo Wolli,


    toll zu sehen, dass sich in Brandenburg etwas tut. In welcher Ecke war denn das?


    Von mir erstmal nur zu einigen der Pilze:


    Der 3 bleibt kaum etwas anderes übrig, als ein spndeliger Rübling zu sein. Bei 5 könnte ich mir gut vorstellen, dass er rosa Sporenpulver hat und dann in die Gattung der Scheidlinge gehört. 8 ist der Samtfußkrempling, dein vermeintlicher Gallenröhrling (10) sieht mir schwer nach einer Marone aus. 11 ist ein junger Kiefernbraunporling, 17 ein Perlpilz.


    LG, Craterelle

  • Hi,


    19 ist ein Goldröhrling; da muss auch eine Lärche am Fundort gestanden haben.

    20 ist Coltricia perennis...

    21 das sieht mir nach einer Volvariella aus; A. phaloides var. alba ist das aber nicht


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Wolli,


    Nummer 1 Rotbrauner Scheidenstreifling stimmt

    Nummer 6 Grünblättriger Schwefelkopf stimmt auch

    Nummer 16 Netzhexe passt

    Nummer 18 sollte Clitocybe gibba sein

    Nummer 19 hat einen Ring ist vermutlich mit einer Lärche in der Nähe Suillus grevillei. Für Suillus luteus ist die Hutfarbe zu hell. Für den würde wiederum der Standort unter Kiefern sprechen.


    VG Jörg

  • Servus beinand',

    dann klink ich mich auch ein.

    Der "Wurzelnde Schleimrübling" ist wohl ein Breitblattrübling.

    Nr. 5 ist sicher eine Volvariella.

    Die Marone wurde ja schon genannt.

    Der Parasol schaut nach Macrolepiota fuliginosa aus, was für den Speisezweck aber egal ist.

    Bei Nr. 13 würd ich eine Psathyrella vermuten

    Nr.16 halte ich auch für einen Netzstieligen Hexenröhrling

    Zur "Ziegenlippe" fehlen einfach Daten. Man erkennt nicht mal sicher den Habitus.

    Der Wulstling kann mit den roten Madengängen nur ein Perlpilz sein.

    Der Trichterling wird wohl ein typischer I. gibba sein.

    Der Goldröhrling ist klar.

    Der "Weiße Knollenblätterpilz" ist wohl ein Scheidenstreifling

    Den Täubling kann man essen, wenn er mild war. R. integra kann so aussehen, da gibt's aber noch andere Kandidaten

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Ahoi!


    4: Gehört vermutlich in die Gattung Psathyrella (Faserlinge), da gibt es ein paar Arten mit so schicken Velumstrukturen auf dem Hut. Wenn Geruch nicht bekannt, bleibt es ohne MIkro aber bei einer Vermutung.

    7: Wurde glaube ich noch nicht erwähnt, ist aber ohnehin schon richtig bestimmt.

    9: Kann eine Elastische sein, kann aber auch eine andere Art sein. die Gattung ist tricky.

    15: ist richtig.

    16: sieht für mich eher nach Kurznetzigem Hexenröhrling (Suillellus mendax) aus als nach einer "normalen" Netzhexe

    19: Ring braun = Butterpilz (Suillus luteus), Hutfarbe: egal (den gibt es sogar in weiß!!!). Ring beim Goldröhrling (Suillus grevillei) = weißlich



    LG, Pablo.

  • Moin!

    Mit solch einer Hutfarbe habe ich den noch nie gesehen

    Ich auch nicht.
    Jedenfalls nicht so extrem Goldröhrlings - Gelb.
    Recht hell gefärbte kommen immer wieder vor, mit so gelblichen Hutfarben ginge das hier immerhin in die Richtung:


    ...und die tatsächlichen Variationsbreiten sind eben immer größer, als man sie selbst schon beobachtet hat. :gzwinkern:


    Ein Tip noch an Wollipilz:
    Schnittbilder sind für Bestimmungen von Röhrlingen Basisvoraussetzung.
    Schnittbilder sehen aber so aus (hier am Beispiel von Suillellus mendax):


    Also längs. Vom Hutscheitel bis ganz runter durch den aller- alleruntersten Zipfel der Stielbasis hindurch.



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    herzlichen Dank für eure Hinweise und Bestimmungen!


    19. der Butterpilz habt ihr ja aufgelöst. Lustigerweise habe ich das im Wald selbst gedacht, in Erinnerung an meinen Pilze sammelnden Vater. Ich bin zuhause dann aber fälschlicherweise beim Sandröhrling gelandet. Jedenfalls gab es dort definitiv keine Lärche :).


    Nummer 10, die Marone stand im Wald zwischen vielen erwachsenen Gallenröhrlingen. Ich habe einen bitteren Geschmackstest in Erinnerung, aber vielleicht vermischt sich da meine Erinnerung mit einem anderen Pilz und ich hatte die Marone einfach wegen Madenbefall im Wald belassen.


    Ein Tip noch an Wollipilz:
    Schnittbilder sind für Bestimmungen von Röhrlingen Basisvoraussetzung.

    Guter Tipp! Ich versuche dran zu denken, und nehme demnächst ein Lineal für Schnittbilder mit in den Wald. Natürlich will ich euch soviele Infos wie möglich geben, Habitatsfotos wären wohl auch noch hilfreich. Manchmal ist es aber auch so, dass ich die Pilze garnicht heraus nehmen will, z.B. wenn ich nur ein Exemplar sehe, oder wenn der Pilz noch jung ist. Manchmal bin ich auch faul, wenn ich bereits Stunden im Wald war. Ich freue mich trotzdem über Bestimmungsvorschläge oder Mutmaßungen und bin mir bewusst, dass es nicht sehr aussagekräftig wird, wenn ich ein einzelnes Foto hochlade.


    toll zu sehen, dass sich in Brandenburg etwas tut. In welcher Ecke war denn das?

    Ich war in der Schorfheide und östlich von Erkner unterwegs.


    An den Perlpilz hatte ich auch gedacht, aber den kenne ich noch nicht gut. Der wurde mir früher schonmal gezeigt, aber wir haben ihn nie gesammelt. Interessant, dass die leichten Rosatöne das hier schon so aussagekräftig machen.


    Vielen Dank und herzliche Grüße, bald kommt Nachschlag :).

  • Hallo, Wollipilz!


    Auf das Lineal kam's mir eigentlich gar nicht an, nur um ein Vergleichsbild, wie idealerweise ein Röhrlingsschnitt aussehen sollte. Obwohl das auch praktisch ist, weil man die Fruchtkörper dann nach Bild gleich größentechnisch einordnen kann (und muss es nicht im Text dazu schreiben). Standortbilder sind immer gut, weil man erstens was von der Wuchsweise, Untergrund, Ökologie usw. sehen kann, zweitens wenn man größere, schöne Kollektionen hat und damit ein möglichst großes merkmalsspektrum abbilden kann, ohne alle Fruchtkörper mitnehmen zu müssen.
    Einzelfruchtkörper berücksichtige ich inzwischen von den meisten Pilzen gar nicht mehr, auch weil das in vielen Gattungen nur zu Bestimmungsfrust führt. Gerade bei Filzröhrlingen, Raustielröhrlingen, Schleierlingen, Ritterlingen und vielen weiteren braucht man eigentlich zur Bestimmung immer Kollektionen aus mehreren Fruchtkörpern (idealerweise jung und alt). Die dürfen generell also auch stehen bleiben, auf Bestimmungsversuche verzichte ich dann lieber.



    LG, Pablo.

  • Ich war in der Schorfheide und östlich von Erkner unterwegs.

    Hm, also ich bin seit 70 Jahren Berliner, aber das östlich von Erkner (südöstlich von Berlin) die etliche Kilometer (ca. 50 bis 60km) nordnordöstliche gelegene Schorfheide vorbeischaut, ist mir neu. Nimmt Du mich mal mit?==Gnolm7


    LG Mischa

  • Ich war in der Schorfheide und östlich von Erkner unterwegs.

    Hm, also ich bin seit 70 Jahren Berliner, aber das östlich von Erkner (südöstlich von Berlin) die etliche Kilometer (ca. 50 bis 60km) nordnordöstliche gelegene Schorfheide vorbeischaut, ist mir neu. Nimmt Du mich mal mit?==Gnolm7


    LG Mischa

    Zum Glück waren es drei verschiedene Touren, natürlich nicht an einem Tag ;).

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