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letzter Beitrag von coindigger am

(Zunderschwamm?) mit weißen Stellen innen drin.

  • Hallo Pilzfreunde :)

    ich bin neu hier und ich kenne mich mit Pilzen noch nicht soo gut aus.

    Ich habe ein paar Fragen zu einem Pilz den ich vor ein paar Wochen an einer umgefallen Birke entdeckt habe. Also für mich sieht er wie ein echten Zunderschwamm aus aber mich verunsichern die weißen Stellen die fast überall im Pilz sind(siehe Bilder). Wenn die nur in der Porenschicht wären dann hätte es mich nicht gestört, da die Sporen ja auch weiß sind. Aber diese Stellen sind in der Trama und auch in Myzelialkern. Und Trama ist ziemlich hart und holzig wegen dieser Stellen. Meine Fragen:

    Ist es ein echter Zunderschwamm?

    Was sind das für weißen Stellen?

    Und kann man ihn trotzdem für medizinische Zwecke benutzen? Für Tee z.B

  • Arminius

    Hat den Titel des Themas von „(Zunderschwamm?) mit weißen Stellen innen.“ zu „(Zunderschwamm?) mit weißen Stellen innen drin.“ geändert.
  • Hallo, Arminius!

    Das ist ein Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum). Die weißen Stellen sind eigenes Mycel.
    Von den Inhaltsstoffen her hat Ganoderma applanatum nicht viel mit seinen Gattungsgenossen um Ganoderma lucidum (wo bei einigen Arten Heilwirkungen vermutet werden) zu tun. Ansonsten kann ich zur Verwendbarkeit nichts sagen, mich interessieren diese Pilze nur morphologisch und ökologisch.



    LG; pablo.

  • Hallo, Sandra!


    Ja, diese Duchwachsung kann schon auch für die Bestimmung eine Rolle spielen. Ganoderma applanatum macht das übrigens auch viel regelmäßiger und deutlicher als zB Ganoderma australe. Fomes fomentarius macht das auf die Weise gar nicht, höchstens im Mycelkern (wenn dieser ausgeprägt ist) findet man sowas Ähnliches, sieht aber anders aus als hier.



    LG; Pablo.

  • Hallo, Arminius!

    Das ist ein Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum). Die weißen Stellen sind eigenes Mycel.
    Von den Inhaltsstoffen her hat Ganoderma applanatum nicht viel mit seinen Gattungsgenossen um Ganoderma lucidum (wo bei einigen Arten Heilwirkungen vermutet werden) zu tun. Ansonsten kann ich zur Verwendbarkeit nichts sagen, mich interessieren diese Pilze nur morphologisch und ökologisch.



    LG; pablo.

    Hallo,


    da möchte ich widersprechen, ich bin mir sicher dass das ein Zunderschwamm ist.

    Aufgrund des Alters werden die weißen Stellen vielleicht sogar Schimmel sein, sonst eben sekundär gewachsenes Myzel (von ihm selbst oder welchem Pilz auch immer).


    So hufförmig und mit so einer bläulichgrauen Kruste, das würde mich ausnehmend wundern wenn das ein Lackporling wäre.


    Falls Du den Pilz noch hast, und falls Du Kalilauge zur Verfügung hast (20%+), dann könntest du ein Stück von der obersten Hutkruste abschaben und in einen Tropfen Kalilauge geben - beim Zunderschwamm sollte sich je nach Alter ein mehr oder weniger deutlich rotes Pigment lösen.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo,

    ich sehe hier ebenfalls wie Beorn einen Lackporling. Das Hutfleisch ist viel zu dunkel rotbraun für einen Zunderschwamm. Dessen Hutfleisch ist zimtbraun oder hellbraun, aber nicht dunkel robraun so wie hier. Ich sehe auch keinen Mycelkern, sondern nur mit weißem Mycel durchsprengeltes Hutfleisch, was ebenfalls nicht zum Zunderschwamm passt.

    Grüße

    hübchen

  • Hallo,


    für mich ist der Myzelialkern gut erkennbar.

    Vielleicht hat arminius ja noch ein Stück aufgehoben und kann es mal jemandem 8mir oder wer auch immer möchte) zusenden - Ganoderma-Sporen sind so eindeutig dass eine einzige Spore zum Nachweis der Gattung reichen würde (wenns keine Fremdspore ist natürlich).


    beste Grüße,

    Andreas

  • MoinMoin!


    Die Myceliarkerne von FomFoms, die ich bisher so angeguckt habe, sahen eher anders aus. Also deutlicher vom Kontext (Hutfleisch) abgegrenzt und auch etwas anders strukturiert. Daß sich ein FomFom in der Weise wie hier mit weißem Eigenmycel durchwächst, habe ich noch nie beobachtet. Wenn's aber Fremdmycel wäre (wie Andreas vermutet), dann hat das als Merkmal hier freilich keine Bedeutung.
    Bleibt aber noch ein weiterer Punkt, den Hübchen auch angesprochen hat: Die Kontextfarbe und auch die Tramafarbe (Röhrenfleisch) habe ich so bei FomFoms noch nie beobachtet. Das ist für mich schon eine ganz typische Ganoderma - Farbe. Zumindest wenn ich davon ausgehe, daß Bilder und Farbwiedergabe meines Monitors einigermaßen authentisch sind.

    Die Wuchsform finde ich nicht eben typisch für Ganoderma, aber auch nicht ungewöhnlich. Ganoderma applanatum (noch stärker als Ganoderma australe) variiert doch sehr stark in der Fruchtkörperform. Die Farbe der Kruste ist jetzt auch nicht ungewöhnlich für einen alten Fruchtkörper.


    Um meinen Gedankengang hinsichtlich Kontextfarben und Myceliarkern optisch etwas verständlicher zu machen, noch ein paar Bildchen.
    Fomes fomentarius:




    Ganoderma applanatum:




    Wenn's noch ein verschickbares Stückchen von dem Pilz gibt, bekommen wir ja auf jeden Fall eine Auflösung.
    Kann ich auch gerne übernehmen, wenn's für dich zeitlich knapp ist, Andreas.

    Wenn Arminia KOH 20% im Haus hat, dürfte aber auch der von Andreas oben schon vorgeschlagene Test ausreichen:

    Falls Du den Pilz noch hast, und falls Du Kalilauge zur Verfügung hast (20%+), dann könntest du ein Stück von der obersten Hutkruste abschaben und in einen Tropfen Kalilauge geben - beim Zunderschwamm sollte sich je nach Alter ein mehr oder weniger deutlich rotes Pigment lösen.



    LG; Pablo.

  • Hallo Leute,

    ich habe noch genug von dem Pilz über. Kalilauge habe ich leider keine. Gibt es die nur in Apotheken zu kaufen? Und ist das Zeug sehr teuer?

    Als ich den Pilz gefunden habe war daneben noch so einer, der viel kleinerer war, und innen hat er genau so überall weiße Stellen gehabt, aber nicht so viel wie bei dem älteren.Und er war auch so eher hart und holzig. Und nach dem Kochen war das Trama nicht so gummiartig(wenn man die Stücke auseinander zieht) wie es normalerweise beim echten Zunderschwamm der Fall ist.


    Grüße

    Arminius

  • Hallo, Arminius!


    Kalilauge ist nicht teuer. Ob man das zu sinnvollen preisen auch in Apotheken bekommt, weiß ich aber nicht.
    Ich bestelle meine Reagenzien generell im >Mykoshop<, wobei da natürlich die Frage ist, ob sich die Versandkosten für ein Fläschchen KOH zu 3 Euronen noch lohnen...
    Wenn Andreas den Pilz untersuchen will, hat er natürlich den Vortritt (weil er insgesamt auch der deutlich erfahrenere Pilzkundler ist, mit viel mehr Formenkenntnis als ich), ansonsten schau ich mir den gerne an?



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    Mittlerweile werden zur Identitätsprüfung von Stoffen in der Apotheke vorwiegend instrumentelle Methoden und kaum noch Nasschemie verwendet. Daher werden die viele Apotheken kein Kaliumhydroxid bzw. Kalilauge mehr vorrätig haben. Bei einer Bestellung ist damit zu rechnen, dass (die kleinste bestellbare Menge) daher komplett in Rechnung gestellt wird, da die Apotheke die Chemikalie selbst nicht mehr braucht und kaum darauf sitzen bleiben möchte.

    Günstig ist's natürlich wenn etwas Kaliumhydroxid/Kalilauge oder Natriumhydroxid/Natronlauge vorrätig ist - kosten tut das in der benötigten Menge fast nichts.


    Falls nicht, dann ist Pablos Vorschlag mit dem mykoshop wirklich die einfachste und günstigste Lösung.


    EDIT: Aussehen könnte/sollte/dürfte es im positiven Fall für den Zunderschwamm dann so:



    LG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Hallo in die Runde,

    bezüglich KOH ist es wahrscheinlich wie Thiemo ausführt: Viele Apotheken fragen, welche Menge man in 500g-Schritten denn kaufen möchte. Letztlich haben aber viele Apotheken KOH da und wenn man freundlich erklärt, was man damit vorhat, habe ich schon öfter 10 Pellets im Schraubglas geschenkt bekommen...


    Achso, es ging ja auch um einen Pilz... :)

    Im Großbild wäre ich eigentlich schnell beim Zunderschwamm gewesen.

    Ein für mich ganz wesentliches Merkmal des Flachen Lackporlings ist das "knacken" der Hutoberfläche und das Hervorscheinen weißer Flecken darunter (bei Pablos Bildern sieht man solche Stellen). Es erinnert mich immer sehr an Schokolade über Vanilleeis... :) Das ist hier bei dem Uraltexemplar zwar wahrscheinlich nicht mehr machbar, aber probieren kann man es ja mal.

    Beim Schnittbild sieht man jedoch sehr gut das Vanilleeis. Deshalb würde ich nach dem Schnittbild der "Das-ist-ein-Lackporling-Fraktion" beitreten.


    Nebenbei wundert es mich, dass noch niemand "Chipse" rief.

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