Hallo, Besucher der Thread wurde 396 aufgerufen und enthält 12 Antworten

letzter Beitrag von Beorn am

Bad Honnef 19.08.2019

  • Hallo zusammen,


    ich bin diese Woche über in Bad Honnef auf einer Sommerschule. Aber offenbar gibt es in Bad Honnef nicht nur Physik, sondern auch jede Menge Pilze, die sich schon auf dem Weg vom Tram zum Physikzentrum zeigten. Also habe ich dann heute Nachmittag mal direkt ein paar Fotos geschossen:


    1. Langermannia gigantea


    2. Clitopilus prunulus


    3. Suillellus luridus?


    4. Ebenfalls Suillellus luridus?


    5. Den hat Karl gerade auf FB als Suillellus mendax benamst. Ich hoffe, daß er bis Freitag durchhält und ich dann ein Exemplar mit nach Hause nehmen und mikroskopieren kann.


    6. Marasmius oreades


    7. Russula recondita


    8. Suillellus luridus


    9. Lactarius sp. unter Carpinus und Tillia


    10. Russula sp. unter Pinus. Hier hat Karl R. parazurea ins Spiel gebracht.


    11. Ganoderma lucidum


    12. Agaricus sp. mit Anisgeruch


    Björn

  • Hallo, Björn!


    Hübsche Sachen mal wieder.


    3: Netzhexe ist klar, mit einem Farbspektrum des Hutes wie Suillellus queletii dann vermutlich richtung var. rubriceps, würde ich mal schätzen.

    4: Sieht auch nach S. luridus aus, aber mit irgendeiner Wuchsstörung.

    5: Hätte ich jetzt eher bei Suillellus queletii (Glattstieliger Hexenröhrling) vermutet, da wäre aber ein Blick auf die Stielspitze interessant. Mikroskopie ist nicht so einfach in der Gruppe, um die Sporenmaße je nach Art so rauszubekommen, wie sie in der gängigen Literatur zur Trennung verwendet werden, brauchst du richtig alte Fruchtkörper, kurz vorm Vergehen, und von denen möglichst einen Abwurf.

    9: Hätte ich vermutlich mit PilzinHand einen Haselmilchling (Lactarius pyrogalus) draus gemacht.



    LG; Pablo.

  • Hallo Björn,


    seit wann suchst Du denn Großpilze? Das sind natürlich schöne Funde die Du da gemacht hast:daumen:.

    3: Netzhexe ist klar, mit einem Farbspektrum des Hutes wie Suillllus queletii dann vermutlich richtung var. rubriceps, würde ich mal schätzen.

    Hallo Pablo,


    das glaube ich nicht. Dafür hat der zu wenig rot am Stiel aber ich bin mir ja nicht einmal sicher dass meine Funde vom Freitag welche sind. Solch einen roten Hut haben auch normale Netzhexen, vor allem kurz nach dem Regen.


    VG Jörg

  • Servus Björn (bocaccio),


    ich sehe auch Suillellus luridus ohne var. rubriceps (letztere kenne ich viel mehr ins Blutrote gehen und fast glänzend rot), dafür aber wieder eine Kollektion mit rotem Hutfleisch. Und das ohne Trockenschaden - bei trockengeschädigten Exemplaren kann das Blauen fast aussetzen und das rote Pigment der Stielbasis zieht sich den Stiel hoch, teils bis in den Hut. Hier ist es aber anderes, der Stiel ist oben gelb im Fleisch und der Hut wiederum rot - und der Pilz ist frisch. Ich sehe da also eher die Rotfleischige Varietät var. erythroteron als eine rothütige.


    Pilz Nr. 5 würde ich auch per Mikro bestimmen wollen. Es gibt Netzhexen mit glattem Stiel ohne Netz. Die Unterscheidung zu S. queletii ist dann tricky. Mit dem Sporenquotienten geht es meiner Meinung nach gut. S. queletii hat einen noch kleineren Quotienten als S. luridus. Pablo hat insofern recht, dass man ausgewachsene Fruchtkörper braucht. Vergehen müssen die aber noch nicht, sie sollten nur richtig sporenreif sein. Leider sammeln viele (für Belege) nur junge, nicht reife Fruchtkörper. Die Herbarien sind voll davon. Sporenpulver hilft, aber bei reifen Exemplaren geht es auch sehr gut ohne. Sonst könnte man auch keine Beleg nachbestimmen, die keinen Abwurf haben.

    Ach ja, an S. mendax glaube ich bei Nr. 5 nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Björn,

    Glückwunsch zu den schönen Funden. Aber warum werden eigentlich die sehr eindeutigen Netzhexen in der letzten Zeit mit einem Fragezeichen versehen? Scheint mir eine Modeerscheinug in der Mykologie zu sein.


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • Hallo zusammen,


    auch hier allen herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen.

    Ich bin ja noch bis Freitag hier, mal schauen, was die Nummer 5 macht, vielleicht ist sie bis dahin ja schon gut durchgereift und nicht von Schnecken und anderen Tieren zerfressen.


    Was den Milchling angeht, kann ich noch mal gezielt nach einer versteckten Hasel Ausschau halten. Ansonsten ist da der Geschmack eine gute Trennmethode? L. pyrogalus soll ja sehr scharf sein, L. circellatus erst mild und dann bitter bis schärflich.

    Hallo Björn,


    seit wann suchst Du denn Großpilze?

    Die habe ich gar nicht gesucht, die haben mich förmlich angesprungen ;) Gestern Abend im Wald gab es dann auch noch viel mehr: Täublinge in allen Farben, Macrolepiotas unter denen eine ganze Familie Regenschutz gefunden hätte und ein ominöser Röhrling mit gelbem Stiel und grauem Hut. Kamera hatte ich aber nicht dabei, deshalb davon keine Bilder hier.


    @ Rotfüßchen

    Ich kenn die Netzhexen bei mir aus der Gegend halt ein wenig anders und kann da die Variabilität nur schwer einschätzen. Deshalb lieber mal ein Fragezeichen zuviel als eines zu wenig.


    Björn

  • Hallo!


    Hoppala. Klar, Wolfgang hat völlig recht: Zur Hainbuche gehört der circellatus, den ich meist zwar mit helleren, weniger gelblichen Lamellen finde, aber das wichtigere Merkmal (sofern man sowohl Hainbuchen als auch Hasel am Fundort hat) wäre der Lamellenabstand und der Habitus.



    LG; Pablo.

  • Servus Björn,


    damit sage ich ganz klar uind eindeutig: Suillellus queletii. Ich habe bei dem als Durchschnittsquotient meist Werte zwischen 1,9 und 2,0 gemessen, selten mal 2,1, während netzlose S.luridus bei mir immer um 2,2-2,3 im Durchschnitt des Quotienten lagen. Die feinen Schüppchen am Stiel kenne ich auch nicht in der Ausprägung von netzlosen S. luridus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.