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letzter Beitrag von Maria am

Pantherina-Syndrom und Tobsucht

  • Zitat

    "Devil's Breath" Opfern in die Atemwege bläst um sie so zu gefügig zu machen kommt aber aus Südamerika und nicht Afrika und wirklich seriöse Belege gibt es dafür auch nicht. Viel eher handelt es sich wohl um einen Urban Myth, es gibt so viele andere Substanzen die dir dein Opfer gefügig machen können"

    Nein, das halte für keinen Urban Myth, ich habe mich zulange damit beschäftigt, und konnte mir einige Zwischenfälle in Retreats nur so erklären. Aber lassen wir das. Es hat hier nichts zu suchen. Und ich spreche hier auch nicht die Vice-Doku an. Es geht hier Forum um Pilze und um Bestimmung. Es war ein Nebenzweig zu dem Pantherna-Syndrom. LG

  • Sicher für mich ist allerdings, dass der Fliegenpilz völlig zu Unrecht als DER "Teufelspilz" verurteilt, dargestellt wird. Interessant wäre es zu erfahren, warum dies so ist! Wann begann dies? Durch wen begann dies? Und vielleicht könnte man dann auch den Zusammenhang mit dem Berserkertum finden.

    Naja, der Fliegenpilz ist einfach allgegenwärtig, einfach schon dadurch, dass er im Gegensatz zu den übrigen Kandidaten im Wald optisch ziemlich laut "Hallo!" schreit. Er ist ausgesprochen hübsch, und bei wohlgeratenen Exemplaren beobachte ich auch im Urlaub immer wieder, dass Menschen stehen bleiben und fotografieren. Ich kanns auch kaum lassen. Er ist bis heute ein Glückssymbol.

    Auch auf die Gefahr hin, dass es ein Vorurteil ist, aber ich würde wieder mal die Kirche als Verdächtigen in Erwägung ziehen, die die Nutzung des Fliegenpilzes verteufelt hat. Wie so vieles andere heidnische auch - falls dem nicht einfach nur ein christliches Etikett übergestülpt wurde.


    Und wenn du durch eine entsprechende Dosis und Meditationstechniken an dem Punkt bist, dass du quasi deinen Körper verlässt um in die kosmischen Sphären hinaufzusteigen, dann bist du in der Regel sowieso nicht wild am Umherlaufen und wirst dir da wenn auch nicht über so profane Dinge wie popeliges Fliegen Gedanken machen. Es ist einfach nicht die Art und Weise wie diese Substanzen wirken.


    Okay, wie gesagt, fehlt mir die Erfahrung, und mit dieser vermutlich auch das wissen, was da b´genau passiert.

    Ich dachte tasächlich eher daran, dass er Körper ziemlich bodenbehaftet liegen bleibt und nur der Geist fliegt - und man es vor seinem innteren Auge auch als Fliegen wahrnimmt.


    Stattliche Exemplare, nicht? Hab generell dieses Jahr massig Giganten gefunden.


    Ja, ich habe bei meinen Berichten aus dem Urlaub auch öfters über "Vogelbäder" berichtet. Fliegenpilze standen reihenweise als "Sektkelche" herum.

    Ich habe vermutet, dass sie Pilze durch den Dürresommer letztes Jahr viel "angesammelt" haben, was sie dieses Jahr raushauen.

  • Zitat

    von Marion: "aber ich würde wieder mal die Kirche als Verdächtigen in Erwägung ziehen, die die Nutzung des Fliegenpilzes verteufelt hat."


    Hallo Marion, Gratulation.


    Es ist mit eher genau umgekehrt und trotzdem hast du recht. John Allegro war ein Altphilologe, heute würde man sagen Star unter den Philologen, und der hat Texte aus dem Sumerischen oder .... ich weiß es nicht mehr .... übersetzt und da wurde ihm plötzlich klar was er da gefunden hatte. Die Texte waren alt, ich meine sogar 3-400 vor dem Christentum und er erkannte, dass hier ein okkulter Pilzkult chiffriert wurde. "Okkult" bedeutet nichts anderes, als, dass eine Priesterschaft oder wer auch immer Wissen vor dem herrschenden Kult verborgen hat. Sei es um nicht verfolgt zu werden, sei es um einen Wissensvorsprung zu haben. Sei es Narzissmus. Und dieser Pilzkult wurde dann insbesondere in der katholische Kirche absorbiert. Man sehe sich ein Gewand an. Ich war Ministrant und habe mir damals keine Gedanken um das neckische Cape gemacht, rot, über den weißen Umhang, den wir hastig in der Sakristei über die profanen Jeans gestreift hatten. Schau dir mal einen Bischof/Kardinal in voller Montur an ! Einzig das Purpur passt nicht ins Schema - es galt als besonders weil teuer und darf in der Hierarchie auch nur der Höchstgestellte tragen. Richtig ist jetzt wiederum, dass sich Allegro keine Freunde gemacht hat in der Kirche. Nur passte halt alles zusammen. Sein Argumentation war überzeugend. Die Hostie könnte als Pilzhut gedeutet werden, obwohl ich eher an ein Fruchtbarkeitssymbol denke.

    . "Esst mein Fleisch und ihr werdet mit mir eins sein und mit Gott..." oder so ähnlich. Die Texte im neuen Testament sind entweder von Kannibalen geschrieben 💀 😅 oder eben eine Codierung.

    Da gäbe es noch so viel mehr zu erzählen, das ist nur ein Denkanstoß. Ob die Kirche das bewusst übernommen hat, glaube ich eher nicht. Aber Freunde hatte er sich mit "The sacred Cross and the Mushroom" keine gemacht, denn anders als bei irgendwelchen Hippies war er streng wissenschaftlich vorgegangen und eigentlich auf einen Umweg zu dieser Erkenntnis gekommen. Wenn ich mich recht erinnere wurde der sogar aus der Forschergruppe, die diese alten Texte analysieren, ausgeschlossen. lgj

  • *prust* Das jetzt wieder erinnert mich daran, was man über Maria Magdalena rausgefunden hat und dass nicht sein kann was nicht sein darf.

    Aber es ist ein hochinteressanter Ansatz - und für mich als lästerlichen Atheisten ziemlich witzig.

    Von dem, was Jesus so alles von sich gegeben hat, wirkt ja so Einiges in neuem Lichte betrachtet ziemlich profan und völlig anders als das, was uns da verkauft wurde...


    Das "neckische Cape" findeste aber auch auf sehr weltlichen Kleidungsstücken. Mein Drizabone hatte es (auf Google sofort zu finden, auch bei Staubmänteln), ich erinnere mich an Lodenmäntel aus meiner Kindheit damit und der mittelalterliche Kogel/Gugel ist so ein Cape mit Kapuze dran. Es deckt einfach die Schultern und Nähte ab und dient dem Wetterschutz.

    Beim Googeln von Mönchskutten findet man die Dinger natürlich auch.

    Googelt man Kleidung wie Reitmäntel oder Lodenmäntel, die der heutigen Mode unterworfen sind und wo die Schulterpartien mit modernen Mitteln dicht gefertigt werden, verschwindet das Cape.

    Ist dann die Frage von wo aus genau sie dann in der Kleidung der kirchlichen Würdenträger Eingang gefunden haben, oder ob es eine Doppeldeutigkeit gibt.

  • Hallo Ihr,


    ein wie mir scheint unerschöpfliches Thema mit vielen Vermutungen ... und um wieder auf das eigentlich Thema, den Fliegenpilz und die Berserker zurückzukommen ...


    Ich will einmal versuchen sachlich, neutral und kurz mit meinen Worten zusammen zu fassen, was ich so gefunden habe.

    Der Fliegenpilz wird seit jeher, manche meinen seit der Steinzeit, wegen seiner besonderen Eigenschaften genutzt. In allen Gemeinschaften taucht er im kultischem/religiösem Zusammenhang auf. Es handelt sich um eine uralte eurasische Zauberpflanze (Pilze wurden früher Pflanzen gleichgestellt und sie galten als Phallen der Erde).


    Der Fliegenpilz wurde von vielen Völkern in Nordeuropa und Sibirien eingenommen um eine prophetische Trance zu erzeugen oder verborgene Heilkräfte freizusetzen. Ferner lässt sich weltweit der Gebrauch des Fliegenpilzes als Aphrodisiaka nachweisen. Fast überall wo der Fliegenpilz wächst, dient er rituellen Handlungen die mit der Erotik eng verbunden sind. (C. Rätsch)


    Das "Goldene Vlies" aus der griechischen Mythologie wird zum Beispiel immer wieder als das Symbol/Synonym für den Fliegenpilz interpretiert. In dem Mythos wird ein Baum der Kenntnis beschrieben der im Garten der Hekate steht. Und diese Beschreibung ähnelt sehr dem biblischen Baum der Erkenntnis der im Paradiesgarten steht, ebenfalls von einer Schlange umwunden wird diese zum Genuss der Früchte des Baumes der Erkenntnis verführen. Das Goldene Vlies im Baum des Gartens der Hekate wird dagegen von einem Drachen bewacht welches dann gestohlen werden muss. In beiden Fällen erreichen entweder Adam oder eben Jason durch die Verkostung oder eben den Raub göttliche Erkenntnis.


    Die Schamanen in Nordeuropa und Sibiren kletterten mit Hilfe des Fliegenpilzes den "Weltenbaum" hinauf um die Götter und Geister zu besuchen um (Er-)-Kenntnis zu erlangen.


    Der Baum der Erkenntnis - Fresko aus dem 12./13. Jahrhundert in der Plaincourault-Kapelle in Frankreich.
    Das Foto habe ich hier entnommen.


    Im Dionysoskult (griechischer Gott des Weines und der Fruchtbarkeit) wurden Pilze mit Wein verwendet - so interpretiert man zumindest diverse bildliche Darstellungen. Viele Gelehrte glauben, dass es ich dabei um den Fliegenpilz handelte und dieser bei den Festen zu Ehren des Gottes Dionysos mit Wein versetzt eingenommen wurden. Man sagt, der Fliegenpilz vereinte Rausch und Erotik in sich und öffnete die Pforten zu den Gefilden der Götter.


    Auch in Indien und China wurde der Fliegenpilz seit jeher verwendet. So besteht die Vermutung, das Soma, die nicht mehr identifizierbare halluzinogene Pflanze der vor- und frühgeschichtlichen Inder, der Fliegenpilz gewesen sein könnte. Beim persischen Hauma ist man sich dagegen relativ sicher, dass die Grundlage der Fliegenpilz war. Nach der Eroberung des Persischen Reiches durch Alexander den Großen soll Wein versetzt mit Fliegenpilz das vorherrschende Rauschmittel gewesen sein.


    Auch in den Ländern des Amerikanischen Kontinents verwendete man den Fliegenpilz als sakrale Substanz.


    Die Assoziation des Fliegenpilzes mit der Hexerei ist erst in jüngster Zeit entstanden. Das er eine Zutat zu den Hexen-, Flugsalben oder ähnlichem war, ist eine Vorstellung des 20. Jahrhunderts.


    Der Fliegenpilz ist bis heute ein Glückssymbol, ein Glücksbringer. Dies kommt nicht von ungefähr wie jeder sicher assoziieren kann, würde aber zu weit führen dies hier noch ausführlicher zu erläutern.

    Und der Fliegenpilz wird mit seinen bewusstseinsverändernden Eigenschaften durchaus genannt. So zum Beispiel sehr schön bei "Alice im Wunderland". Aber es wird auch vermutet, dass es sich bei sehr alten Märchen und Liedern um den Fliegenpilz handeln könnte, so bei "Rumpelstilzchen" oder auch in dem Volkslied "Ein Männlein steht im Walde".


    Zu einem Zusammenhang mit den Berserkern habe ich ein interessantes Detail gefunden. Alle Berichte und Schilderungen zu und über die Berserker sind erst wesentlich später entstanden, zu einem Zeitpunkt, als es diese schon lange nicht mehr gab, zu dem es keine Zeitzeugen mehr gab ... Ich vermute, dass hier vielleicht auch viel Fantasie mit im Spiel war und das vielleicht auch einige Dinge vermischt wurden. So soll der Fliegenpilz ja dem Gott Wodan/Odin geweiht gewesen sein. Wodan bzw. Odin war zwar der Kriegsgott aber er war auch der Gott der Ekstase und der Magie, vermutlich war er auch Schamane. Vermutlich wurde in diesem Zusammenhang der Fliegenpilz verwendet, ähnlich wie bereits oben geschildert, und sehr viel später, lange Zeit nach dem Auftreten der Berserker, wurde dies dann irgendwie verwechselt, alles zusammen geworfen.


    Wann, wo und von wem damit begonnen wurde den Fliegenpilz als kollektive Rauschdroge aus dem Gedächtnis der Menschen zu eliminieren lässt sich heute nur sehr schwer nachvollziehen, bleibt reine Spekulation. Es scheint jedoch bereits sehr früh eingesetzt zu haben. Über die medizinische Nutzung wird man bei den alten Kräutervätern noch lange gut fündig, nicht aber über seine anderweitige Nutzung.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo Joseph,


    nur einmal so am Rande ...

    John Marco Allegro war nicht Altphilologe sondern Linguist. Es handelt sich nicht um Texte aus dem Sumerischen sondern um die Schriftrollen von Qumran also aus dem antiken Judentum und aus dem frühesten Christentum. Und, sie sind nicht 400 Jahre vor dem Christentum entstanden sondern zwischen 250 v. Chr. und 40 n. Chr..


    Die Verwendung der Pilze war in der Regel nicht okkult, sondern je nach Kultur, Epoche und Land bei bestimmten Festen für jedermann frei zugänglich.


    LG Maria

  • Maria, deine Richtigstellung ist ok.


    Es gibt aber auch eine Welt außerhalb von Wikipedia und ich hab das aus dem Gedächtnis geschrieben - Zitat aus einer Quelle: " Moses, Abraham und Jesus, so will es Allegro wissen, haben nie wirklich existiert, sind vielmehr nur verschiedene Kodenamen für das sumerische Wort für Pilz, welches wiederum auf einen alten Fruchtbarkeitsglauben hinweist."

    Vermutlich habe ich von daher, das "sumerisch". Ich würde auch aufpassen bei der Unterscheidung Linguist/Philologie - du legst dich mit einem Semiologen und Strukturalisten. Auf alle Fälle scheint Allegro ein Numerologe gewesen zu sein, denn wer stirbt schon an seinem Geburtstag. Oder er wurde gestorben. Wer weiß. "Tot aufgefunden" ist oft eine Beschreibung für Selbstmord. Könnte aber auch inszeniert worden sein.


    Btw. in dem Thread steht soviel Halbwissen über GABA-Rezeptoren und merkwürdigste Quellen, wie die Schweizer Drogenkonsumenten -Seite - irgendwas mit Rave, dass mir meine Familie wirklich wichtiger war, als über das exakte Alter der Schriftrollen zu forschen. Das dürfte noch ein eindeutigste sein. Ich bezog mich auf den Kult.


    Da dich sowieso meist nur der Vorstellungsthread interessiert, denn du meist nicht findest und Gaukler mich egal für was wüst beschimpft ist mir das ziemlich egal. Da geht mein Real live und mach ev. demnächst schon einen auf beli1.

  • Joseph,


    es geht hier um den Fliegenpilz im Zusammenhang mit dem Berserkertum - so lautete die Anfrage und um dies drehten sich die Kernaussagen der vorherigen Antworten, also zumindest vor Deinem dann doch irgendwie leicht daneben liegendem "Statement"!

    Und nein, wenn Dinge fehlerhaft dargestellt werden, egal ob bei der Pilzbestimmung oder wo auch immer, werde ich nicht den Mund halten sofern ich zumindest ansatzweise eine Ahnung davon habe. In diesem Falle kann ich Dir gerne die zig weiteren Bücher, Autoren und Artikel, einen Autor hatte ich ja bereits genannt und ein Buch scheinst Du ja nach Deinen Angaben selbst gelesen zu haben, nennen. Hast Du da eigentlich außer diesem einen dann doch etwas umstrittenen Buch noch mehr gelesen, recherchiert? Ach ne, eigentlich interessiert mich dies gar nicht - sorry.

    Und ja, ich für mich habe absolut kein Wissen über die Fliegenpilze in Bezug auf die GABA-Rezeptoren - habe ich ja so auch geschrieben. Über die GABA-Rezeptoren an sich, in einem anderem Bezug, habe ich allerdings durchaus Wissen - vielleicht ist da das Wort "Halbwissen" auch durchaus zutreffend - würde ich für mich selbst eigentlich auch so bezeichnen!


    Der Einzige der hier übrigens schimpft Joseph bist Du - halte Dich bitte einfach ein wenig mit solchen Äußerungen zurück und wenn Du etwas schreibst, egal zu welchem Thema, dann ist Tante Google ein durchaus nützliches Instrument die eigenen Aussagen, vor allem wenn man sie aus der Erinnerung hat, auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.


    Ich weiße bereits vorab darauf hin, dass ich nicht vorhabe auf weitere solcher Kommentare zu antworten - weder hier noch in einem anderem Thread.


    Maria

  • 'n Abend,


    mich irritiert der aufflackernd rüde Ton zu diesem interessanten Thema. Mal 'nen Gang zurückschalten bitte; raufschalten, wenn es um das Thema geht ist o.k.


    Zitat

    Maria


    Auch in Indien und China wurde der Fliegenpilz seit jeher verwendet. So besteht die Vermutung, das Soma, die nicht mehr identifizierbare halluzinogene Pflanze der vor- und frühgeschichtlichen Inder, der Fliegenpilz gewesen sein könnte. Beim persischen Hauma ist man sich dagegen relativ sicher, dass die Grundlage der Fliegenpilz war. Nach der Eroberung des Persischen Reiches durch Alexander den Großen soll Wein versetzt mit Fliegenpilz das vorherrschende Rauschmittel gewesen sein.


    Dazu kann ich von Prof. Lesch etwas beisteuern, Opium in Wein aufgelöst war in der Antike bekannt,


    Drogen - Eine Weltgeschichte (1/2) - ZDFmediathek


    Opium vs. Fliegenpilz?


    Das wir uns von Jägern und Sammlern über den Getreideanbau zu Bauern entwickelt haben ist logisch, das Warum herum ist spannend, auch in diesem populärwissenschaftlichen Beitrag enthalten. Zuerst Bier, dann Brot?


    Anfragen zu Narrenschwämmen wollte ich in diesem Forum beantworten. Schwieriges Terrain, die Uni Wien meinte dazu 'lass stecken'. Die Verantwortlichen dieses Forums auch.


    Ganz und gar nicht meine Denke. Fragen sollten beantwortet werden, objektiv, ohne angefragte Pilze zu bestimmen.


    LG

    Peter

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    Es reicht ein Hut aus Zunderschwamm als Statussymbol. Brennt nur der Kopf, wenn der Blitz einschlägt.

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    - 20 für die Leistungsträger,

    22. Ingo mag nicht, = 27.

    27 -10 für APR 2020 = 17 + ein Kerzenstummel

  • Danke für diesen sehr interessanten Link Peter. Auch wenn es dabei nicht wirklich um den Fliegenpilz geht wird doch sehr deutlich ersichtlich, dass wir unser heutiges denken über die sogenannten Drogenpilze zumindest ein Stück weit revidieren sollten. Ich will damit weder gut heißen noch verteufeln, einfach nur dazu aufrufen sich Gedanken zu machen, sich etwas mehr neutral zu informieren, etwas mehr zu hinterfragen.


    Und ansonsten ... es tut mir echt leid, dass ich mich genervt und emotional hinreißen lies mich zu äußern! Wird diesbezüglich nicht wieder vorkommen - versprochen :)
    Liebe Grüße und danke Peter

    Maria

  • Ach, Joseph!

    Da dich sowieso meist nur der Vorstellungsthread interessiert, denn du meist nicht findest und Gaukler mich egal für was wüst beschimpft ist mir das ziemlich egal.

    Da geht mein Real live und mach ev. demnächst schon einen auf beli1.

    Kann man das nicht sachlich klären?

    Und das sei gesagt, Deine Beiträge sind in der Tat oft schwer verständlich.

    Und ich gebe mir wirklich Mühe, sie zu lesen und zu verstehen!


    Aber das ist doch kein Grund, eingeschnappt zu sein und wie Beli (leider) das Handtuch zu werfen. Bzw. damit zu drohen! ==7

    Bitte auch einmal darüber nachdenken, was manch einen zu kontroversen Reaktionen veranlasst!?(


    Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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  • Okay ich verstehe nicht mehr so ganz worum es geht, will ich ehrlich gesagt auch gar nicht, aber streue noch mal etwas zum Thema ein:


    Die indogermanische Herkunft des Wortes Fliegen ist pleu, wobei dieses wohl als fliegen, fließen, rinnen oder schwimmen übersetzt werden kann. Zumindest für mich mich besteht beim Fliegenpilz ein direkter Bezug zu den Wörtern Fließen und Rinnen, da diese für mich irgendwie auf den Fliegenpilz passen (schwer zu erklären). Da die Nutzung dieses Pilzes etliche Jahrtausende zurückreicht, liegt der Blick nach Protoeuropa für mich irgendwie sinniger als der ins Mittelalter. Kann aber natürlich auch falsch liegen.

  • Ach, Joseph!

    Aber das ist doch kein Grund, eingeschnappt zu sein und wie Beli (leider) das Handtuch zu werfen.

    Nobi

    Hallo Nobi, ich war eine Weile nicht im Forum. Beli ist weg? Was hab ich verpasst?

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Da die Nutzung dieses Pilzes etliche Jahrtausende zurückreicht, liegt der Blick nach Protoeuropa für mich irgendwie sinniger als der ins Mittelalter. Kann aber natürlich auch falsch liegen.

    Sagen wir: die Zeit musste durchs Mittelalter durch und wurde deren Moden unterworfen. Kenntnisse wurden gewonnen, andere verfälscht, unterdrückt oder gar ausgelöscht/vergessen.

    Ich fand den oben verlinkten Beitrag aus der ZDF Mediathek sehr interessant, vor Allem im Bezug darauf, wie wir das heute sehen. Drogen sind heute in der Öffentlichkeit vergleichsweise verpönt, und den beiden, die gemeinhin nicht dazu gezählt werden (da zu beliebt und weit verbreitet), gehts auch zunehmend an den Kragen.

    Dass z.B. Alkohol nicht nur den Muslimen, sondern auch den Christen verboten war, wissen wohl die wenigsten. Franz von Assisi war dem Wein etwas zu sehr zugetan und "vergaß" das Alkoholverbot weiter zu überliefern.


    Zudem haben die Religionen es ganz gut hinbekommen, ihre Leute auch ohne Drogen in den Griff zu kriegen. Dass wir heutzutage ziemlich aufgeklärt sind, kommt noch hinzu, Geister beschwören ist nicht mehr. Die "Nutzung" von Pilzen verliert so gesehen ihre Grundlage.

    Nur für den Rausch zum Spass sind sie weiterhin gut. Dabei gibt es inzwischen auch genügend andere Mittel, die einen bei der Überdosierung nicht gleich umbringen.

  • Hallo Marion,


    im Mittelalter dürfte das Wissen um die besonderen Eigenschaften des Fliegenpilzes bei uns bereits weitgehend verschwunden gewesen sein, allenfalls noch Fragmente einer vagen Erinnerung übrig geblieben sein, die sich ja, noch mehr "verzerrt" und entfremdet bis heute bei uns erhalten haben.


    Wie Reisegewohnheit schreibt, muss man sehr viel weiter zurück gehen. Zunächst waren da die Sammler und Jäger die, und davon geht man relativ sicher aus, unter anderem den Fliegenpilz spirituell nutzten und dies anscheinend weltweit dort, wo der Pilz wächst. Es gab nicht nur einen Gott sondern viele verschiedene Götter, es gab nicht nur eine einzige Welt sondern mindestens drei Welten (die eine auf der wir uns befinden und noch zwei weitere oben und unten die aber nicht mit Himmel und Hölle gleichzusetzen sind, nicht mit Gut und Böse zu vergleichen sind). Die Menschen begriffen sich als Teil der Natur und nicht als Höher gestellt, als Herrscher über die Natur. Diese Jäger und Sammler hatten Schamanen, Seher oder wie auch immer sie jeweils genannt werden.


    Von jeher sind die Menschen gewandert, ihre Sitten und Gebräuche, ihren Glauben nahmen sie natürlich mit. Und so finden wir zum Beispiel bei uns bis heute Relikte die eigentlich ihren Ursprung zum Beispiel in Indien haben. Und nach Indien gelangten einige Gebräuche wiederum vorher durch die Arier die aber wiederum nicht nur nach Indien wanderten sondern auch in andere Gegenden ....


    Doch noch einmal einen kleinen Sprung zurück: Als die Menschen sesshaft wurden entwickelten sich andere Notwendigkeiten, andere gemeinschaftliche Strukturen und damit andere Bedürfnisse. Nach wie vor gab es mehrere Götter aber das Verhältnis zur Natur änderte sich und die Fruchtbarkeit wurde immens wichtig. Da man nicht mehr ein Teil der Natur war gliederte sich die Welt in die vertraute und sichere Umgebung und in die gefährliche Natur außerhalb der Gemeinschaft. Das Schamanentum wurde anfangs mitgenommen, veränderte sich allerdings je nach Gemeinschaft und mit der Zeit wurde es durch zum Beispiel Priester ersetzt. In einigen wenigen Gegenden der Welt hat das Schamanentum bis heute bzw. bis vor Kurzem überlebt und genau dort wird bzw. wurde bis in unsere heutige Zeit auch der Fliegenpilz verwendet.


    Die Menschen haben schon immer Kriege geführt und häufig war es so, dass man nach einem Sieg die Götter der Eroberten eben eliminierte, verbot oder was auch immer. Meistens allerdings wurden viele Aspekte einer Religion auch übernommen, integriert, wenn auch häufig mit einer anderen Deutung. Dies ging nicht von heute auf morgen und mit der Zeit veränderte sich dann die Deutung, Nutzung dann noch einmal.
    Der Fliegenpilz scheint in vielen Teilen der Welt göttlich gewesen zu sein, wurde zu spirituellen, religiösen Handlungen eingesetzt. Im Laufe der Jahrtausende verschwand er dann allerdings nach und nach bei verschiedenen Gemeinschaften. Teilweise wurde er durch andere bewusstseinsverändernde Pflanzen ersetzt, teils verschwanden diese Drogen ganz. Ich denke nicht, dass man dies alleine auf eine einzige monotheistische Religion oder das Christentum und/oder auf das Mittelalter zurückführen kann. Sicher spielten diese eine Rolle, dass Christentum hat den Fliegenpilz ja übernommen allerdings durch die Deutung mit den Fliegen verteufelt, aber ich persönlich denke, dass das Thema noch ein wenig komplexer ist und bereits vor dem entstehen des Christentums begonnen hat. Aber dies ist nur meine ganz persönliche laienhafte Vermutung.



    Zufällig habe ich im Internet eine gute Seminararbeit der Uni Bremen gefunden. Dort wird übrigens auch auf die Verbindung des Fliegenpilzes zum Berserkertum eingegangen mit einer verblüffend einfachen und plausiblen Erklärung:
    Auf den Spuren des Fliegenpilzes - ein kulturgeschichtlicher Streifzug


    Liebe Grüße


    Maria


    .

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