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letzter Beitrag von Tricholomopsis am

Pilze in/auf Yucca

  • Hallo zusammen,


    verfolge dieses Forum schon länger zur Bestimmung verschiedener Pilze, habe mich jetzt aber mal registriert, da ich einen Rat zur Bestimmung eines Pilzes brauche.

    Über die letzten 48-72 Stunden haben sich an meiner Yucca (Zimmerpflanze) weiße Pilze gebildet, welche ich nicht bestimmen kann. Ich würde gerne wissen, woher diese kommen und ob ich mich um meine Yucca oder auch um meine Gesundheit sorgen muss, immerhin steht diese in der Wohnküche. Die Yucca wird eher trocken gehalten und sieht blendend aus, zeigt also keinerlei Krankheitssymptome.


    Vielen Dank schonmal im Vorraus!


  • Hallo Jaro,


    dein Pilz ähnelt sehr einem Sommerseitling/ Löffelförmiger Seitling (Pleurotus pulmonarius). Aber, dass dieser Pilz das Holz deiner Yucca parasitiert, ist mir nicht bekannt. Da die Pflanze nicht aus unseren Breiten stammt, könnte der Pilz natürlich auch nicht aus unseren Breiten stammen. Eine Gesundheitsgefahr für dich besteht nicht. Die Pflanze könnte Schaden nehmen.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Hallo Jaro,


    wenn es sich tatsächlich um einen Seitling handelt, ist die Entfernung schwierig, weil Seitlinge das Holz zerstören, wie bei bei uns der Austernseitling. Du kannst natürlich versuchen, den Pilz soweit wie möglich vom Holz zu entfernen, aber wie weit er sich schon in das "Holz gefressen" hat?

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Also wird wohl nur den (äußeren) Pilz abschneiden nicht helfen, richtig?

    Kann mir übrigens kaum vorstellen, dass der Pilz aus anderen Breitengraden kommt, da die Pflanze hier schon länger steht und bisher keinen Pilzbefall gezeigt hat.

  • Pleurotus, welche Art, da will ich mich nicht festlegen, ist selbst in den Tropen verbreitet und mag Laubbäume. Ich schätze Yucca-Palme gehört auch auf seine Speisekarte. Habe ich hierzulande zwar noch nie wahrgenommen aber jetzt eben doch. Wurde wohl so geliefert.

    Auch wenn die Pflanze nun nur noch begrenzte Lebenszeit haben wird würde ich selber mich tatsächlich über so einen Gast freuen. Pilzliebe eben. :grotwerd:

    Die Seitlinge sind aber als aggressive Pilze zu betrachten. Die leisten ganze Arbeit.

    Du kannst die Fruchkörper zwar entfernen aber am Schicksal deiner Pflanze wird es nichts ändern. Tut mir leid.

  • Hallo Jaro,

    versuch es einfach und du wirst sehen, ob er der Pilz wiederkommt oder nicht und du wirst sehen, ob der Pilz deiner Pflanze geschadet hat oder eben auch nicht. Vielleicht wissen aber auch noch andere im Forum einen besseren Rat.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Vielen Dank für die weiteren Infos.

    Wichtig war mir vor Allem, ob davon die Raumluft gesundheitsschädigend beeinträchtigt wird, was ja wohl nicht der Fall ist, richtig?


    Dann lass ich den Pilz jetzt mal Pilz sein und erfreue mich an seiner Außergewöhnlichkeit am Stamm einer Yucca.

  • ...

    Wichtig war mir vor Allem, ob davon die Raumluft gesundheitsschädigend beeinträchtigt wird, was ja wohl nicht der Fall ist, richtig?


    ...

    Als Züchter mit intensivem Umgang mit Austernpilzen müßte man sich da Gedanken machen oder wenn du dir Kulturen davon im Keller hältst ohne das ordentlich gelüftet wird.

    Aber ein Pilz im Blumentopf ist nicht bedenklich.

  • Hallo Jaro,


    ich bin gerade auf deinen Thread gestoßen und finde das Thema sehr interessant, auch deshalb weil ich momentan in einem Botanischen Garten Pilze suche.

    Mich wundert es das keiner Interesse an deinem Pilz angemeldet hat, denn ich finde es schon unüblich das sich an einer Yucca eine Pleurotus bildet.

    Leider kenne ich mich mit der Gattung Pleurotus nicht aus, aber würde dir trotzdem gerne anbieten deinen Pilz zu Mikroskopieren.


    VG : Thorben

  • Hallo zusammen!


    Ein Lungenseitling (Pleurotus pulmonarius) dürfte das nicht sein: Da ist viel zu wenig stiel an den Fruchtkörpern und die Struktur der Hutoberfläche passt auch nicht dazu (zu faserig - flaumig).
    Habituell am ehesten Pleurotus ostreatus (Austernseitling, der ist weltweit verbreitet und wächst an so gut wie allem, was Spuren von Holz oder ähnlichem Material enthält), aber auch da: Ungewöhnlich strukturierte Hutoberfläche. Passt eigentlich nicht. Wenn überhaupt eine Art aus der Gattung (Pleurotus), dann am ehesten ein "Exot" (in Mitteleuropa im Freiland nicht vorkommend).
    Die Gattung erscheint mir aber keineswegs sicher. Es gäbe eine ganze Reihe von Alternativen, was die Gattung betrifft. Ein Sporenabwurf könnte das schon mal etwas eingrenzen.


    Geht aber auch mikroskopisch, wenn du das machen würdest, wäre es prima, Thorben!
    Nur wenn es tatsächlich ein Pleurotus sein sollte, dann könnte es mikroskopisch schwierig werden. Zumindest bei den europäischen Arten aus der ostreatus - Gruppe sind die Mikromerkmale wie sie hier und da in der Literatur angegeben wohl nicht signifikant, jedenfalls nach meinen wenigen bisherigen Tests oft nicht mit den makroskopischen Merkmalen kongruent.


    PS.: Auch wenn es ein Pilz aus einer anderen Gattung sein sollte: Ändert nichts an der generellen Harmosigkeit für die Raumluft.
    Man sollte vorsichtshalber darauf achten, daß keine relevanten Mengen des Pilzes gegart oder ungegart in ein menschliches Verdauungssystem geraten, ansonsten kann nichts passieren.

    Bei der Palme muss man einfach mal abwarten, was da weiter passiert. Aber wenn ich das richtig im Kopf habe, neigen diese Pflanzen dazu, daß hin und wieder Teile des Stammes ganz physiologisch absterben, andere wachsen weiter. Es ist auch gut möglich, daß der Pilz sich lediglich von abgestorbenen Stammteilen oder sogar nur dem Bast ernährt, die lebendigen Teile der Pflanze aber in Ruhe lässt.

    Wo solche Exoten herkommen können, ist stets ein interessantes Rätsel. Aber möglich ist alles.



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    danke für die vielen Rückmeldungen und die Entwarnung bezüglich der Raumluft.


    Wegen mir könnt ihr den Pilz gerne mikroskopieren, wie sollte hier eine Probe genommen werden?

    Scheint ja echt unüblich zu sein mein kleiner weißer Freund. Der wächst übrigens munter vor sich hin, hat bestimmt nochmal 20% an Volumen zugelegt heute Nachmittag.


    LG

  • Hi.


    Da wird Thorben sicher noch was zu erklären, aber wenn ihr nicht zufällig feststellt, daß ihr irgendwie in der selben Gegend wohnt, und man die PIlze frisch austauschen kann, dann am besten zwei oder drei Fruchtkörper entnehmen, dritteln oder vierteln (längs zum Stiel) und trocknen. Trocknen müsste zur Zeit ja auf der Fensterbank ziemlich fix gehen.



    LG, Pablo.

  • Hallo jaro,

    Wegen mir könnt ihr den Pilz gerne mikroskopieren, wie sollte hier eine Probe genommen werden?

    Genau wie Pablo geschrieben hatte :)

    Einfach Fruchtkörper abschneiden längs zum Stiel dritteln oder vierteln und dann auf der Fensterbank auf einem Stück Küchenrolle trocknen.

    Ich schicke dir gleich noch eine PN.


    VG : Thorben

  • Hallo,

    bei einem der Bilder (in Vergrößerung) meine ich zu sehen, dass die Lamellenschneiden nicht ganz glatt sind.

    Eine alternative Idee zu Pleurotus könnte Hohenbuehelia sein (da sollte sich die Huthaut bzw. eine Schicht unter der Huthaut ein bisschen gallertig ziehen lassen - das hängt aber auch vom Alter/der Feuchtigkeit der Pilze ab - und der Geruch sollte leicht mehlig/gurkig sein.... obwohl ich jetzt nicht sicher bin, ob das für alle Arten gilt ... wahrscheinlich nicht. Aber ein Geruchstest wäre auf jeden Fall interessant.)

  • Hallo.


    Hohenbuehelia wäre natülrich eine Möglichkeit. Eine heimische Art mit so einer Hutoberfläche ist mir unbekannt, aber auch da muss man ja mit Exoten rechnen. Und natürlich auch mit "exotischen Gattungen", von denen in Mitteleuropa gar keine Vertreter vorkommen.



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    interessanter Thread ;-). Sollte es ein Pleurotus sein, so hängt es von der Zimmergröße ab, ob die Sporenkonzentration in der Luft bedenklich werden kann. Ich bin da recht vorsichtig - und Pleurotus ist bekannt dafür, in sehr großen Mengen zu sporulieren und Probleme machen zu können. Zumindest wäre ich sehr vorsichtig, wenn man bereits Allergien / Asthma hat.


    Wie bereits mehrfach geschrieben wurde, ist es eh die Frage, ob es ein Pleurotus im engen Sinn ist oder was exotischeres. Zumindest kann man Trogia venenata ausschließen, denn die hat einen deutlicheren Stiel.


    Die Gattung Pleurotus wäre aber im Mikroskop leicht kenntlich, Hohenbuehelia ohnehin. Wäre es eine der beiden Gattungen, so wäre es ein Nematodenfresser, der auch ein bisserl Holz mit futtert. Da fehlt mir die Erfahrung, wie stark Pleurotus das Holz angreift - wird auch artspezifisch bzw. genotypabhängig sein.


    Liebe Grüße,

    Christoph

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