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letzter Beitrag von Mykovino am

Eifelschönheiten: Schwämme und Tiere

  • Liebe Foris,


    es wird Zeit für den vierten Teil der Eifelschönheiten.
    Diesmal geht es um Röhrlinge. Die sind schön anzuschauen und erfreuen (meistens) das Herz des Gourmets noch mal besonders :yumyum: .


    Steigen wir gleich ein mit einem roten Exemplar, dem ich recht selten begegne


    1a Blutroter Filzröhrling



    1b


    Häufiger ist dagegen die


    2a Ziegenlippe - gut zu erkennen am leuchtenden Gelb der Röhren (beim jungen Exemplar) (edit: vielleicht auch ein Brauner Filzröhrling?)



    2b


    Zum ersten Mal habe ich so bewusst die dunkle Variante davon wahrgenommen, die genauso wie eine Ziegenlippe aussieht, jedoch einen dunkelbraunen bis rotbraunen Hut hat.


    3a Brauner Filzröhrling (edit: vielleicht auch eine Ziegenlippe)



    3b



    Weiter gehts zu den Schmierröhrlingen.
    Mein erster Eifelfund (hatte ihn bisher nur in Thüringen in der Hand)


    4 Rostroter Lärchenröhrling



    Der hier ist manchmal ein Massenpilz


    5 Kuhröhrling



    Seinen Schmarotzer dagegen finde ich nur sehr selten, dabei ist er soooo schön


    6 Rosenroter Schmierling



    Jetzt kommen wir zu den Dicken, die fotogen und oft auch besonders lecker sind.
    In diesem Jahr war ich schon ab Mitte Juli viel in den Laubwäldern unterwegs, habe deshalb auch erstaunlich viele


    7a Sommersteinpilze



    7b gefunden.



    Aber es gab natürlich auch die


    8a Fichtensteinpilze



    8b in größeren Mengen :) .



    8c



    8d



    Ein Erstfund war für mich der


    9a Anhängselröhrling



    9b allerdings war der Fund etwas umstritten (ich hatte eine Anfrage dazu hier im Forum)



    Auch die Hexenröhrlinge waren zahlreich am Start.


    10a Flockenstieliger Hexenröhrling



    10b



    11 Netzstieliger Hexenröhrling



    12 Leider ist es bei dem hier mit der Schönheit längst vorbei - Weinroter Purpurröhrling



    Nun weiter zu den Exemplaren mit den aufgerauhten Füßen.


    Der ist bei uns häufiger


    13 Hainbuchen-Rauhfuß



    In diesem Jahr sind mir erstaunlich viele Funde von einer gar nicht so häufigen Art gelungen


    14a Gelbporiger Rauhfuß



    14b



    Ein fantastisches Jahr hatten die


    15a Eichenrotkappen



    15b hier ganz jung



    15c



    15d



    Den nächsten Pilz dachte ich eigentlich gut zu kennen. Aber 2017 hat er mich einige Male genarrt; so hatte ich ihn noch nicht gesehen.


    16a Schönfuß-Röhrling



    16b kann sehr groß werden edit: die nächsten Fotos zeigen den Wurzelnden Bitterröhrling (ich habe mich von Pablo überzeugen lassen)



    16c



    16d



    16e



    So, der Teil mit den Schwämmen ist geschafft. Nun geht es zu den Tieren oder deren Körperteilen ...


    Den Anfang macht die


    17 Hundsrute



    Dann ein Stacheltier


    18a Igel(stäubling)



    18b



    Nun zu den Rindviechern


    19 Kuhmaul



    20a Ochsenzunge



    20b die schmeckt übrigens roh in einer Vinaigrette ausgesprochen gut



    Raubkatzen hätte ich auch im Angebot


    21 Pantherpilz



    22a und das ist ein ?



    22b jawohl: Tigerritterling



    22c



    Zum Abschluss gehts noch ins Wasser


    23a Tintenfischpilz



    23b



    23c




    Ich hoffe, diese Eifelschönheiten haben Euch gefallen :hmmm:
    Demnächst geht es dann wieder auf die Wiese ...


    Hier gehts zu den anderen Teilen meines Eifeljahresrückblicks:


    Eifelschönheiten: Tauben und Farben


    Eifelschönheiten: Knollen und Streifen


    Eifelschönheiten: Orchideen und Korallen


    Viele Grüße
    Gerd

  • Hallo Gerd, schön, dass Du dir die Mühe machst, uns die Pilzsaison zurückzubringen.Du hast wirklich einige Schönheiten dabei, die ich hier noch nie zu Gesicht bekommen habe. Danke fürs Zeigen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.


  • Hallo Gerd, schön, dass Du dir die Mühe machst, uns die Pilzsaison zurückzubringen.Du hast wirklich einige Schönheiten dabei, die ich hier noch nie zu Gesicht bekommen habe. Danke fürs Zeigen.


    Hallo Claudia,


    in der Pilzsaison komme ich meist nicht dazu, Beiträge zusammenzustellen. So sammelt sich dann alles für einen Rückblick auf das vergangene Jahr.


    Hallo Beli,


    ja, Nr. 22 ist der Tigerritterling. Ich habe mich auch richtig gefreut, ihn zu finden - und davon gleich 8 Exemplare.
    Es war erst mein zweiter Fund in der Eifel.


    Vielen Dank Euch für die Rückmeldungen und einen guten Start in die Woche
    Gerd

  • Hallo, Björn!


    Wow, da sind ja wieder einige richtig schicke Sachen dabei. :alright:
    Und die Vielfältigkeit dieser Funde zeigt auch an, daß du in deiner Umgebung wirklich ganz unterschiedliche spannende Habitate anlaufen kannst.


    Bei den Röhrlingsbestimmungen könnte man noch ein bisschen was nachjustieren:
    Das Wichtigste bei allen Röhrlingen ist immer ein vollständiges Schnittbild. Auch und ganz besonders bei allen Filzröhrlingen. Wenn man zB >Ziegenlippen< vom >Braunen Filzröhrling< unterscheiden will, siehst du die wirklich relevanten Merkmale erst im Schnittbild. Die Hutfarben sind da zB völlig egal, es gibt jeweils einen Idealbereich für die Arten, der ist unterschiedlich. Darüber hinaus sind die Variationsbreiten aber nahezu deckungsgleich, auch die Stieloberfläche ist zur Unterscheidung bedeutungslos (erwähne ich jetzt, weil das fälschlicherweise in einigen älteren Darstellungen als Trennmerkmal geführt wird).
    Die Filzröhrlings - Portraits sind nicht in allen Punkten ideal, wollte ich eigentlich schon im letzten jahr überarbeiten, doch dann sind erstens einige weitere Arten beschrieben worden und mir noch ein paar Abgrenzungsprobleme aufgefallen, das zieht sich also noch etwas mit der Überarbeitung.
    Aber die wesentlichen Details (Fleischfarben, basismycel, verfärbungsverhalten) stehen ja drin.


    Den zweiten Schönfuß (16b bis 16e) halte ich für >Caloboletus radicans<.



    LG; Pablo.

  • Den zweiten Schönfuß (16b bis 16e) halte ich für >Caloboletus radicans<.



    LG; Pablo.


    Hallo Pablo,


    ich hatte tatsächlich auch als erstes C. radicans auf dem Schirm, weil ich den Schönfuß noch nie so groß gesehen hatte. Aber mich haben die rötlichen Stellen irritiert, die kenne ich nicht bei C. radicans. Und so habe ich mich nach einigem Zögern für den Schönfuß entschieden :hmmm: .


    Vielen Dank auch für Deine Hinweise zu Ziegenlippe und Braunem Filzröhrling; damit muss ich mich mal näher beschäftigen.


    Hallo Joe,


    freut mich, dass die Eifelschönheiten Dir zusagen.


    Viele Grüße
    Gerd

  • Hallo, Gerd!


    Auch Boletus radicans kann eine undeutliche, rote Zone am Stiel bilden. Allerdings ist das dann mehr ein +/- vollsändiger, dünner Ring um den Stiel. beim Schönfuß geht die rote Farbe normalerweise von der Stielmitte bis runter zur Stielbasis (seltener mal andersrum, von der Stielmitte bis hoch zur Spitze)
    Ich bin mir hier noch nicht mal sicher, ob es überhauot das ist. Es sieht so aus, als wären nur einige Maschen des Netzes rot, nicht aber die Stieloberfläche unter den maschen. Das kann dann acuh eine verfärbung sein, hervorgerufen durch was auch immer.
    Das Netz gibt hier aber auch einen Hinweis, und den vergleich hast du ja direkt durch den Schönfuß im oberen Bild: Bei Biletus radicans ist das Netz normalerweise viel feiner (und auch vergänglicher, manchmal nur an der Stielspitze richtig ausgeprägt), Boletus calopus hat grobe, langgezogene Maschen; das Netz ist meistens deutlich und dauerhaft ausgebildet und läuft bis zur Stielbasis herunter. Analog übrigens zum Netzunteschied zB zwischen Boletus luridus (Netzhexe) und Boletus satanas (Satansröhrling).



    LG, Pablo.


  • Hallo Pablo,


    Du hast mich überzeugt :D - ich habe die Beschriftung entsprechend geändert.
    Neben Deinen überzeugenden Argumenten spricht vermutlich auch die Größe gegen den Schönfuß.


    Vielen Dank für Deine sehr hilfreichen Erläuterungen!


    Die Beschreibungen zu Ziegenlippe und Braunem Filzröhrling habe ich nun auch nachgelesen. Demnach scheint das einzige makroskopische Unterscheidungsmerkmal das deutlich gelbe Myzel zu sein (auf das ich natürlich nicht geachtet habe) - aber beim nächsten Mal bestimmt ;) .


    Viele Grüße
    Gerd

  • Hallo, Gerd!


    Jein... Das Merkmal ist auch nicht immer leicht zu beurteilen. Jürgen Schreiner hatte im Doppelpilze - Forum mal eine schöne Vergleichstabelle zu den merkmalen eingestellt, die ich eben auf die Schnelle nicht wieder finde. Ich selbst richte mich bei der Beobachtung meistens (zusätzlich zur Betrachtung des Basismycels) nach folgenden weiteren Punkten:
    - Tramafarben im Schnitt (gelblich im Hut, rosalich im Stiel bei subtomentosus vs weißlich im Hut, weißlich bis bräunlich im Stiel bei ferrugineus)
    - Verfärbungsverhalten (Röhren / Poren bei verletzung +/- deutlich blauend bei subtomentosus vs unveränderlich, höchstens sehr schwach verfärbend bei ferrugineus)
    - Huthaut (angeknabberte / beschädigte stellen offen vernarbend bei subtomentosus vs bald von neugebildetem Hutfilz überwachsen bei ferrugineus)
    - Ökologie (thermophile Laubwälder bei subtomentosus vs temperate Nadelwälder bei ferrugineus).
    Der letzte Punkt ist allerdings bei beiden ziemlich variabel, aber wenn er ins Geasmtbild passt, ganz praktisch.



    LG; Pablo.


  • Hallo Pablo,


    das ist ja ganz schön knifflig.
    Und da denkt man: Ziegenlippe - kennt ja jeder.


    In der kommenden Saison werde ich mal versuchen, diese Merkmale zu dokumentieren (falls mir wieder entsprechende Objekte vor das Messer und die Kamera kommen).


    Danke für Deine detailiierten Hinweise!


    VG
    Gerd

  • Hallo Gerd,


    und wie mir auch diese Eifelschönheiten gefallen haben - was für eine Vielfalt und toll eingefangen! :sun: Ganz neidisch bin ich auf die Raufüße und Rotkappen - egal welcher Art. Die verstecken sich bisher vor mir, noch keinen einzigen gefunden. :veryannoyed: Natürlich habe ich auch viele andere der von dir gezeigten Pilze noch nicht gefunden, aber die Raufüße fuchsen mich am meisten. Es kann doch nicht sein, dass es sie hier bei uns nicht gibt?! Nun ja, vielleicht in diesem Pilzjahr.


    Grüßle
    Heide

    Liebe Grüßle

    Heide



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    Hier entlang gehts’ zu meinen Themen.

    Erebus-Pilzkalender 2019:


    ... 70 - 2 + 20 Mausis OsterBRrätzel - 2 Nobis Wirbelrätsel - 10 APR 2018 - 5 + 10 nochn-Pilz-Bilder-Rätsel = 81 + 2 von Unki - 2 APÄ-Spende = 81 - 10 APR 2020 = 71 - 1 Heilige Gral = 70 + 5 GnuspaGnolm = 75


  • Hallo Gerd,


    und wie mir auch diese Eifelschönheiten gefallen haben - was für eine Vielfalt und toll eingefangen! :sun: Ganz neidisch bin ich auf die Raufüße und Rotkappen - egal welcher Art. Die verstecken sich bisher vor mir, noch keinen einzigen gefunden. :veryannoyed: Natürlich habe ich auch viele andere der von dir gezeigten Pilze noch nicht gefunden, aber die Raufüße fuchsen mich am meisten. Es kann doch nicht sein, dass es sie hier bei uns nicht gibt?! Nun ja, vielleicht in diesem Pilzjahr.


    Grüßle
    Heide


    Hallo Heide,


    danke für den Applaus!


    Was die Rauhfüße angeht, werde ich tatsächlich oft fündig.
    Den Hainbuchen-Rauhfuß findet man logischerweise bei Hainbuchen. Bei uns ist saurer Boden; dort taucht er bei guten Bedingungen manchmal in großer Zahl auf, aber hauptsächlich im Sommer.
    Und von den Eichenrotkappen war ich letztes Jahr auch sehr überrascht. Beides sind übrigens sehr gute Speisepilze.
    Viel Glück Dir in der neuen Pilzsaison


    Gerd

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