Welcher Porling ist das?

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 2.807 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,


    ich vermute Weide als Substrat und würde auch (Weiden-Feuerschwamm) Phellinus trivialis sagen.


    LG, Jan-Arne

                                                                               
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  • ... oder Fomitopsis fomentarius oder ??? ...


    Hallöchen,


    an eine Chimäre wie einen rotrandigen Zunderschwamm glaube ich ja weniger, da ist wohl was durcheinander geraten. Das kann mitten in der Nacht wohl aber schonmal passieren. :D
    Ich sehe auf dem Bild - wie auch die beiden vor mir - am ehesten Phellinus trivialis.

    Viele Grüße,
    Hessekopp


    Ich bin blutiger Pilz-Anfänger. Wer auf meine Bestimmung hin etwas isst oder auch nur in den Mund ninnt, begeht möglicherweise einen schweren Fehler.


  • Doch noch eine Frage, die in einem anderem Forum aufkam. Kann man mit diesem Foto den Unterschied zwischen Phellinus trivialis und Phellinus igniarius sehen? Oder ein Fomes fomentarius?
    Danke, Lars


    Huhu,
    Phellinus igniarius und P. trivialis unterscheiden sich im wesetlichen durch das Substrat, für Fomes fomentarius wäre eine rissige Hutkruste eher untypisch.

    Viele Grüße,
    Hessekopp


    Ich bin blutiger Pilz-Anfänger. Wer auf meine Bestimmung hin etwas isst oder auch nur in den Mund ninnt, begeht möglicherweise einen schweren Fehler.

    • Offizieller Beitrag

    Hi.


    Öhm...
    Wenn das Substrat der Unterschied zwischen Phellinus igniarius und Phellinus trivialis sein soll, dann deswegen weil der eine an Weide wächst, und der andere an Salix? :evil:


    Nein, Spaß beiseite. Natürlich kann man Phellinus igniarius als Sammelart verstehen, dann gliedert man Taxa wie Phellinus alni usw. dort mit ein und der Pilz kommt auf einem breiten Spektrum an Substrat vor. Phellinus igniarius im strengen Sinne aber wächst obligat an Weidenarten.


    Die trennung von Phellinus igniarius und Phellinus trivialis beruht auf Jahn und sollte anhand morphologischer Merkmale vollzogen werden: Bedeutung wird dabei vor allem der Farbe der Hutkruste und der Wuchsform der Fruchtkörper (speziell morphologie der Hutkanten) beigemessen.
    Wer's detaillierter will, mag zB >hier< was dazu lesen.
    Nach meiner Erfahrung funktioniert das aber nicht in der Praxis. Erstens wiedersprechen sich Farben und Randmorphologie ganz gerne, zweitens sind beides ziemlich variable Faktoren, die meiner Ansicht nach vor allem vom Alter der Fruchtkörper und Wuchsbedingungen wie Witterungsverlauf, Postition und Lage des Substrates usw. abhängen.
    Das wird dann ganz interessant, wenn man zB einen Fruchtkörper beim ersten Besuch als Phellinus igniarius bestimmen kann, beim Besuch des selben Fruchtkörpers drei Monate später aber auch Phellinus trivialis dran schreiben kann. weil sich halt Wachstumsverhalten und damit auch die Fruchtkörperform verändert haben.
    Anders ausgedrückt: Bei meinen eigenen Funden konnte ich bisher die Trennung von Phellinus igniarius (s.str.) und Phellinus trivialis nicht nachvollziehen, und betrachte beide Taxa darum vorläufig als synonym (eine Ansicht, die auch einige Fachleute in ihren Veröffentlichungen teilen).
    Aber alles, was so aussieht, aber nicht an Weide wächst, hat bei mir dann andere Namen (weil die Intersterilität bekannt ist und da auch genetische Barrieren bestehen).


    PS.: >FomFom< besiedelt zwar auch Weidenarten, sieht aber schon noch mal etwas anders aus. Speziell die Hutoberseiten.



    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen,
    also Fomes fomentarius kann man wohl ausschließen. Dann hätte ich noch ein paar neue Bilder von heute (07.12.17) vielleicht gibt das noch eine Klärung zwischen Phellinus igniarius und Phellinus trivialis.

    Das ist das Substrat. Der bekannte Pilz ist auf der Rückseite.

    Das sind weitere Pilze auf der Ostseite.

    Das ist einer der weiteren Pilze in Großaufnahme.

    Ds sind die Poren des obigen Pilzes.

    Das ist der bekannte Pilz mit einer Unteransicht.
    Geben die Bilder mehr Klarheit?
    Grüße, Lars

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Lars!


    Ja, mir schon, und bestätigen mich mal wieder in meiner Ansicht, daß es da nix zu unterscheiden gibt. :thumbup:
    Super, wie sich da innerhalb einer Kollektion die Farbe der Hutoberfläche wandelt (von hellgrau zu schwarz), je nach dem wie alt und sonnenexponiert die Fruchtkörper wachsen. Superklasse auch der Fruchtkörper, wo vom älteren Zuwachs ganz dicke, runde igniarius - Hutkanten übrig geblieben sind, während der neue Zuwachs eine dünne, annähernd scharfe trivialis - Kante bildet.


    Also für mich ist dein Pilz umso mehr ein ganz klarer Phellinus igniarius = Phellinus trivialis = Weiden - Feuerschwamm.


    PS.: Da das Thema sich doch recht interessant und spezifisch und auch fachlich entwickelt: Ist das ok, wenn ich es ins neue >Baumpilz - Spezialisten - Forum< verschiebe? Das Tremella - Thema transferiere ich dann gerne direkt mit.



    LG; Pablo.

  • Hallöchen,


    na wenn Pablo die in einen Sack werfen will, ziehe ich da gern mit ... meine Holzpilzeliteratur will das auch.

    Viele Grüße,
    Hessekopp


    Ich bin blutiger Pilz-Anfänger. Wer auf meine Bestimmung hin etwas isst oder auch nur in den Mund ninnt, begeht möglicherweise einen schweren Fehler.

  • Servus zusammen,


    als Nachtrag: ich hätte den Pilz früher ohne Bedenken als Phellinus trivialis bestimmt. Ich bin mittlerweile da aber auch im Lauf diverser Diskussionen stark verunsichert, ob man ihn denn wirklich von Phellinus igniarius s.str. trennen kann. Falls nachträglich dann doch festgestellt werden sollte, dass es zwei trennbare Taxa sind, wäre es aber schade, wenn man alles von vornherein zusammenschmeißt. Man sollte daher m.E. zumindest anmerken, dass es sich um eine "trivialis-Ausprägung" des Fruchtkörpers handelt oder eben als Taxon unterhalb des Artrangs benennen.
    Die "echten Feuerschwämme" sind halt so merkmalsarm, dass die Artabtrennung wohl dauerhaft nur über Kreuzungstests abgesichert werden kann (abgesehen von denen, die dann doch gute Mikromerkmale aufweisen wie z.B. besonders dickwandige Sporen usw.).


    LG
    Christoph

  • Hallo zusammen!


    Sehr interessantes Thema, bei dem ich eigentlich Pablos Meinung bin, aber überhaupt nicht sicher.


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    156-20 (Gebühr APR 2020) = 136+3 (Einlaufwette APR2020) = 139+6 (3x2) für gute Phäle APR2020 = 145-15 (APR 2021) = 130+3 (Joker-Schnellverbrauchsbelohnung APR 2021) = 133+4 (APR-Schnappsplatz11) = 137+3 (Vorphal APR2021) = 140 +10 (3 Posten/Wetten mit E&U im APR 2021) = 150

    Link: Gnolmengalerie

    Link: asco-sonneberg

    • Offizieller Beitrag

    Hi.


    An Christophs Standpunkt ist auf jeden Fall auch was dran. :thumbup:
    Ich denke, die Möglichkeit sollte man dennoch wahrnehmen, wenn man denn eindeutige Kollektionen hätte (die sich also schlüssig entweder dem Konzept von trivialis oder dem von igniarius zuordnen lassen), dann macht es Sinn, daß auch bei einer Kartierung zu vermerken.


    In dem Zusammenhang ist es natürlich unglücklich, wenn in der DGfM - Kartierungsdatenbank automatisch beide Taxa zusammengeführt werden; >siehe hier<.
    Würde man also Phellinus trivialis eingeben, macht die Datenbank automatisch Phellinus igniarius draus.
    Das lässt sich aber umgehen, wenn die Funde über Mykis eingegeben werden, da kann man eben eine entsprechende Bemerkung dazusetzen. zB: "Kollektion passt morphologisch zu var. trivialis".
    Damit ließe sich der Datensatz wieder zuordnen. ;)


    PS.: Thema ist verschoben.



    LG, Pablo.