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Aureoboletus moravicus - Mährischer Röhrling

  • Aureoboletus moravicus (Vacek) Klofac 2010
    Boletaceae-----Boletales---Agaricomycetidae-----Agaricomycetes------Basidiomycota



    Syonyme
    Boletus moravicus
    Xerocomus moravicus
    Xerocomus boudieri
    Boletus leonis
    Xerocomus leonis


    Makrosokopische Merkmale
    Hut ockerbraun bis kupferbraun, Huthaut trocken&samtig, Stiel zylindrisch, bisweilen keulig,Stielfarbe etwas heller gefärbt als der Hut, Röhren gelb,nicht blauend,Geruch nach Literatur leicht kokusnussartig, Geschmack unbedeutend


    Habitat
    In wärmeren Laubwäldern,in Deutschland bei Eichen&Hainbuchen in Südeuropa auch bei Kastanien, selten.


    Speisewert
    essbar


    Mikroskopische Merkmale bei dieser Kollektion
    Sporen glatt, 10-11 x 4,5-5,5 µ


    Anmerkung
    Die Art lässt sich sehr sicher an ihren Sporenquotienten bestimmen der immer 2-2,1 beträgt.


    Verwechslung

    Ältere Exemplare sehen der Ziegenlippe zum Teil täuschend ähnlich. Diese besitzt jedoch einen anderen Sporenquotienten


    Funddaten
    Schaumburger Land, Niedersachsen, bei Hainbuchen , leg/det & Fotos Gerhard Jenk , stellt einen Erstfund für Niedersachsen da







    HDS



    Sporen


    4-sporige Basidie mit jungen Sporen an den Sterigmen

  • Hallo Eike,


    sehr schön. :alright: Was evtl. noch fehlt wäre ein Schnittbild. Dann frage ich mich gerade, ob der Sporenquotient das einziges sicheres Trennmerkmal zur Ziegenlippe z.B. ist. Wenn ja, wäre das ziemlich dünn für meinen Geschmack daraus eine eigene Art zu machen. Gäbe es denn noch andere Trennmerkmale insbesondere in der Huthaut? Die Mikrobilder sind super. Vielleicht beschriftest du sie noch, um zu klarzustellen, was dort abgebildet ist. ;)


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Stefan
    Schnittbild füge ich sofort an. Nein soweit ich weiss geht das jung auch sehr gut übers aussehen . Ich muss dazu sagen ich hatte den Pilz nur kurz in der Hand , Gerhard hat den auf einer Exkursion mit einer anderen Pilzfreundin gefunden und hat bei mir nach Sachen abgeholt um von denen Mikros anzufertigen. Ich kann also nur dazu sagen das ich meine das Aureoboletus moravicus jung jedenfalls deutlich anders wirkt als Xerocomus subtomentosus . Im Älter sehen sie sicj jedoch sehr ähnlich


    LG,Eike

  • Hi,


    danke für deine Antwort. Trotzdem wäre auch eine Beschriftung der Mikrobilder von Vorteil. ;) Das erste Bild (Kongorot) ist ein HDS-Schnitt?


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Was ich dazu noch sagen kann die neueren Portraits für Grosspilze von mir sind alle zusammenarbeiten mit Gerhard Jenk (scubby1) , er dokumentiert die Arten und ich stelle sie hier vor


    LG,Eike



    [hr]
    Hallo Stefan
    habe die Beschreibungen angefügt
    LG,Eike

  • Hallo, Eike!


    Toller Fund und prima Portrait. :alright:
    Danke auch an Gerhard für die schönen Bilder.
    Das Schnittbild ist hier meiner Meinung nach sehr wichtig, denn daraus wird schon makroskopisch der Unterschied zur >Ziegenlippe< eindeutig: Bei moravicus ist das Fleisch in Hut und Stiel weißlich (unter der Huthaut oft mit bräunlicher Zone, hier besonders stark ausgeprägt), bei subtomentosus im Hut gelb und im Stiel zur Basis hin normalerweise blass rosabräunlich. Zudem blaut subtomentosus (oft) an Röhren und (etwas zögerlicher) im Hutfleisch, moravicus nie.
    Eher Anlass zu Verwechslungen gibt da der >Braune Filzröhrling<, der ebenfalls nie blaut und in Hut und Stiel weißliches Fleisch hat. Allerdings nie mit brauner Zone im Schnitt unter der Huthaut. Dazu kommt das leuchtend gelbe Basismycel bei ferrugineus, da bin ich aber momentan unsicher, ob das bei moravicus nicht auch gelb sein kann.
    Zudem sollte das Sporenpulver von moravicus im Abwurf ja heller sein als das von subtomentosus und ferrugineus: ockerlich oder gelbbraun im Gegensatz zu Olivbraun.


    Soviel mal zu den makroskopischen Trennmöglichkeiten nach meinem Kenntnisstand.



    LG, Pablo.

  • Hallo Eike,


    zunächst mal Gratulation zu dem schönen Fund. Allerdings kann ich nur die ersten drei Fotos eindeutig als moravicus bestätigen. Die Bilder 4 und 5 - diese Frkp. leider ohne Schnittbild - sehen mir hingegen sehr nach Ziegenlippen aus, die durchaus zur selben Zeit am selben Standort wachsen können, gerade auch solche schlanken, braunhütigen Formen. Auch das Sporenbild gefällt mir nicht so recht, die Sporen sind für moravicus zu schlank (siehe zum Vergleich auch Hartmut Schuberts Doku hier); stammen die abgebildeten Sporen evtl. von den Frkp. auf Bild 4?


    Grüße, Jürgen

  • Hallo, Jürgen!


    Ich bin zwar nicht Eike, aber eine Frage stellt sich mir seit ein paar Wochen eh immer wieder: Kann es sein, daß es einen doch bisweilen recht deutlichen Unterschied macht, ob man Sporen aus einem Abwurf (von einem reifen Fruchtkörper) nimmt, oder eben Sporen aus einem Gewebepräparat (wobei Hymenium und Stielrinde wohl noch mehr abweichen als Huthaut)?
    Darauf komme ich in ein paar Wochen aber eh noch mal zurück, wenn's drum geht, ein paar störrische bubalinus - Hühnchen zu rupfen.



    LG, Pablo.

  • Hallo Jürgen
    die die ehr aussehen wie Ziegenlippen hatten ebenfalls einen Sporenquentienten von 2- 2,1 µ. Dem Finder Gerhard Jenk ( einen guten Pilzkollegen von mir ) ist das ebenfalls aufgefallen. Zu den Sporen könnte meiner meinung nach die idee von Pablo sehr gut passen


    LG,Eike

  • Moin, Eike!


    Du hast von den Fruchtkörpern auf den letzten beiden Makros nicht zufällig noch ein Schnittbild?
    Weil das dürfte die Sache auch klären können, vielleicht sogar sicherer als die Sporen. Mal ausgehend von dem oben gezeigten Schnittbild: Da wüsste ich in Mitteleuropa nichts, was noch so aussieht. Xerocomus ferrugineus ist noch recht nah dran, aber dem fehlt das Bräunliche im Hutfleisch.



    LG; pablo.

  • Hallo, Eike!


    Jürgen hat ein enorm gutes Auge für diese Pilze.
    Aus meiner Sicht ist das ein ziemlich typisches subtomentosus - Schnittbild, auch ohne blauendes Hutfleisch (dafür ist der Fruchtkörper vielleicht zu alt): unterer Stielteil rosabräunlich, darüber und vor allem das Hutfleisch gelb: Zumindest der Fruchtkörper gehört meiner Meinung nach >hier hin<. ;)
    Du kannst die Bilder aber ruhig hier drin lassen, finde ich, weil dann sieht man beide Arten mitsamt den Schnittbildern im direkten Vergleich.



    LG; Pablo.

  • Hallo,

    vor kurzem war ich mit Wolfgang Klofac unterwegs und stöberte einen Aureoboletus moravicus auf. Ich füge mal ein Foto ein. Leider habe ich verabsäumt, das Schnittbild zu fotografieren.


    LG

    romana



    103-15 APR2017+17(3.Platz)+2(Wette)=107-1(OBR)-15 APR2018=91+13(3.Platz)+8(Wetten)=112-2+7(Wette)=117-15 APR2019=102

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