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letzter Beitrag von Wutzi am

Was eigentlich sind Pyrenomyceten ?

  • Pyrenomyceten unterscheiden sich von den allermeisten anderen Ascomyceten dadurch, dass die Sporen im Inneren einer geschlossenen äußeren Hülle heranreifen, ähnlich wie bei den Bauchpilzen. Bei Reife werden die Sporen durch eine Öffnung der Hülle entlassen, oder die Hülle platzt auf.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Perithecium


    https://de.wikipedia.org/wiki/Cleistothecium

  • Hallo,


    Ralf hat das prinzipiell vollkommen richtig erklärt. :alright: Das Hauptproblem daran ist nur, dass Pyrenomyceten im strengen Sinne nur die Ascomyceten sind, welche Perithecien ausbilden.


    Cleistothecien fallen da nicht drunter. Wie die Sachlage bei pseudothecienbildenden Ascos ist, weiß ich leider auch nicht.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.


  • Hallo,


    Ralf hat das prinzipiell vollkommen richtig erklärt. :alright: Das Hauptproblem daran ist nur, dass Pyrenomyceten im strengen Sinne nur die Ascomyceten sind, welche Perithecien ausbilden.


    Stefan hat das prinzipiell vollkommen zu Recht kritisiert. Das Hauptproblem daran ist nur, dass Typen wie Kernia, Preussia, Westerdykella oder Trichobolus sich da einfach nicht dran halten. Man kann jetzt natürlich trefflich darüber streiten, ob die zu den Pyrenomyceten gehören.
    Das ist aber nicht Sinn der Sache.


  • Cleistothecien fallen da nicht drunter. Wie die Sachlage bei pseudothecienbildenden Ascos ist, weiß ich leider auch nicht.


    :eek::eek::eek:


    Nun, ich denke, man kann all die "Little Black Dots", also die kleinen schwarzen Punkte zu den Pyrenomyceten stellen.
    Ob sie nun als Perithecien, Pseudothecien oder Cleistothecien daherkommen.


    Der Begriff "Pyrenomycet" ist letztlich nur eine vom Menschen erfundene Schublade.


    Aktuell findet man die sogenannten Pyrenomyceten bei den Eurotiomycetes, Sordariomycetes, Dothideomycetes und anderen Klassen der Schlauchpilze.


    Liebe Grüße vom Nobi

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  • Hi,


    mir persönlich ist das "Wurscht", welche Pilze zu den Pyrenos gestellt werden und welche nicht. Ich wollte lediglich den Sachstand wiedergeben, welchen wir beim Fachberaterkurs bei Hermine gelernt bekommen haben. ;)


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hi.


    Ähm... Das Thema habe ich mal in die weitestgehend leere Oberrubrik der Pilzportraits gestellt, Weil es ja schon eine Frage im Zusammenhang mit der Struktur der Portraits beinhaltet, aber doch auch wieder keine Beschreibung einer spezifischen Pilzart ist. ;)


    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist ein Pyrenomycet (= "Kernpilz") ja kein systematischer Begriff. Sondern fasst Gattungen und Arten aus ganz unterschiedlichen Ecken eines genetisch - systematischen Stammbaumes zusammen, also Pilze aus unterschiedlichen Familien, Ordnungen und sogar Klassen. Gesucht wird nur der kleinste gemeinsame Nenner beim Aussehen der Pilze, und daraus wird eine (sehr heterogene) Gruppe von Pilzen virtuell unter einem begriff zusammengefasst. Wie Nobi es ausdrückt: "Kleine schwarze Punkte". Allerdings: Wenn man die Gattungen und Arten dazu zählt, die ihre Perithecien in Sammelfruchtkörpern (Stromata) zusammenfassen (wie zB Kohlenbeeren, Eckenscheibchen, Holzkeulen, Kissenpustelpilze usw.), dann gehören die "größeren schwarzen Knubbeldinger" ("larger black dots and notalwaysblack crusts") auch dazu. :)


    Ist so ein wenig wie mit dem Begriff "Porling". Das fasst alles zusammen, was irgendwie an Holz wächst oder um Holz rum am Boden wächst und die Sporen aus Löchern im Fruchtkörper fallen. Ist auch kein systematischer Begriff und beschreibt eine ebenfalls ganz heterogene Gruppe von Pilzen, mit ähnlichen Eigenschaften im Aussehen.



    LG, Pablo.


  • Pyrenomyceten unterscheiden sich von den allermeisten anderen Ascomyceten dadurch, dass die Sporen im Inneren einer geschlossenen äußeren Hülle heranreifen, ähnlich wie bei den Bauchpilzen. Bei Reife werden die Sporen durch eine Öffnung der Hülle entlassen, oder die Hülle platzt auf.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Perithecium


    https://de.wikipedia.org/wiki/Cleistothecium


    Danke Dir.....

    Gruß, Robert
    Ach, die übrigen 4788 Großpilze die es noch gibt, die lerne ich auch noch kennen :-)

  • Hallo Pablo,


    genau so siehts aus und dann kommt noch erschwerend hinzu, dass wenn du 3 Mykologen die Frage stellst, 4 Meinungen hörst; siehe die Antworten oben. :D


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hi, Stefan!


    Na klar, so ist das auch wenn du Begriffe wie zB "Bauchpilze", "Corticoide Pilze", "Porlinge" oder gar "Aphyllophorales" verwendest.
    Es sind halt keine systematisch gültigen Bezeichnungen und erlauben ganz individuell einen großen Definitionsspielraum. Wenn man es exakt machen wollte, müsste man die systematisch korrekten Begriffe verwenden. Nur besteht dann auch nicht weniger Diskussionspotential, weil auch diese sich im laufe des menschlichen Erkenntniswandels in ihrer Definition verändern. Und man kann von niemandem erwarten, sich da ständig auf dem Laufenden zu halten und vor allem immer alles richtig zuordnen zu können.


    Darum ja auch für die grobe Struktur der Portraits die ganz und gar unwissenschaftlichen Einteilungen nach relativ willkürlich definierten, morphologischen Eigenschaften. Ich denke, so können noch die mesten Leute etwas damit anfangen. Und die, die sich schon tiefer eingearbeitet haben und auch ein wissenschaftliches Verständnis der Systematik entwickeln: Man möge mit einem Augenzwinkern über diese "laienhafte Darstellung" hinwegsehen und einen Blick in den Index (siehe Signatur) werfen.
    Da bin ich übrigens auch jederzeit für Hinweise dankbar, wenn was umgestellt werden soll (bitte mindestens mit minimaler Überpfüfbarkeit, also wenigstens mal Link zu Mycobank oder so), weil ich kann mich bestenfalls bei den Gattungsgruppen einigermaßen auf dem laufenden halten, die ich bevorzugt bearbeite. Da das wohl jedem so geht (sonst wird's einfach zu viel), ist da Kritik jederzeit willkommen, um die systematischen Indices zu verbessern und zu aktualisieren.



    LG; Pablo.

  • Hallo Jungs,
    ich sag Euch mal, wie sich das für ein Pilz-Greenhorn liest.
    Nach Ralfs Beitrag: gut zu wissen, so ist das also!==9


    danach: totale Verwirrung==Gnolm11


    Nobi: endlich etwas, was ich sofort begreife ==Gnolm7


    danach: bitte keine neue Verwirrung, Nobis Erklärung war so schöööön einfach, von mir aus auch mit größeren schwarzen Punkten==Gnolm15


    Ich liebe dieses Pilzforum. Danke, dass Ihr so wunderbar diskutieren könnt.
    Liebe Grüße Claudia

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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