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letzter Beitrag von Tricholomopsis am

Esst ihr Butterpilze? Sind sie wirklich giftig?

  • Hallo Maria,


    sehr richtig - wie sagte schon einer vor hunderten von Jahren. "Die Dosis macht das Gift". Damit meine ich natürlich nicht, dass geringe Mengen vom Grünen Knollenblätterpilz niemanden schaden würden. Aber, dass es Unverträglichkeitsreaktionen bei Pilzen gibt, ist mehr auf zu große Mengen, zu wenig gegart und zu viel Fett und die eigene körperliche Konstitution zurück zuführenals auf bestimmte Inhaltsstoffe, die kein Gift sind.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Hallo zusammen!


    Ui, hier gibt es ja viele Beizräge nachzulesen. Ich werde nur kurz und knapp meine Erfahrungen berichten. Ich esse Butterpilze gerne im Mischgericht und vertrage sie auch. Wir haben aber. festgestellt, dass mein Mann sie nicht verträgt (ich glaube, einen Thread über die Verträglichkeit von Butterpilzen hatten wir schon mal), er bekommt Hautjucken davon.
    Also bleiben die Butterpilze und ähnliche Arten bei meinen Pilzwanderungen im Wald.

  • Hallo zusammen,


    Das hier reanimiere ich mal, weil wir den Butterpilz auch gerade am Wickel hatten.


    Die Faktenlage, wie sie sich mir darstellt:


    1) Es hat vor 1966 zwischen einem und drei dokumentierte Fälle (Flammer berichtet von drei Episoden, was ich als drei Vorfälle bei derselben Person aufgefasst hatte, aber genau wird das wohl nur anhand der Primärquelle zu klären sein). Seit 1966 sind keine weiteren Fälle bekannt geworden, obwohl die Art noch immer häufig gesammelt und sogar gehandelt (s.u.) wird.


    2) Es ist bekannt, dass der Verzehr von Butterpilze bei nicht wenigen Personen gastrointestinale Probleme auslöst, häufig "nur" Durchfälle wie im Verlauf der Diskussion beschrieben (davon bin ich selbst auch betroffen), aber Übelkeit und Erbrechen sind vermutlich auch möglich.


    3) Butterpilze sind in ganz normalen Supermärkten und Discountern getrocknet oder als Konserve erhältlich, ohne jegliche Warnhinweise.


    Vor diesem Hintergrund empfinde ich einige der Reaktionen hier als ziemlich überzogen. Dann doch besser darauf hinwirken, dass die Art nicht mehr in den Handel kommt oder nur mit Warnhinweisen. Die Käufer werden sonst niemals ahnen, dass sie wie hier dargestellt die Pilze nur selbst konsumieren und auf gar keinen Fall Dritten anbieten sollten.


    LG, Craterelle

  • Hallo Craterelle,


    ich habe in diesem Jahr zum ersten mal Butterpilze gefunden und auch zubereitet (kleine Menge). Habe diese anstandslos gut vertragen und würde sie auch das nächste mal für die Pfanne mitnehmen. Natürlich macht es Sinn, vorher die Huthaut abzuziehen. Das geht ganz leicht.


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • hier könnte es sich um unterschwellige panikmache gegen drogen handeln. da ich in meiner aktiven zeit mal was von pilzen geh bzw. es waberte mal so ein gerücht durch die botanik wenn sich pilze beim anschneiden blau verfärben sind sie psilocybin haltig. ich hab irgendwann einmal auch ein buch von einem amerikaner in den fingern gehabt wo der dieses phänomen beschrieben hat und ich denke mir das das der ursprung des urban myths ist war. aber das war nicht allgemein sondern eine spezielle art von pilzen bei denen man bei blaufärbung von psychoaktiven inhaltstoffen ausgehen kann. aber so war das in den 50`ern luft an wunden kommen lassen weil die bakterien die blutvergiftung verursachen aerophob sind das andere keime die dem weiterleben des individuums auch eher abträglich sind aber unter aeroben bedingungen erst richtig zur blüte kommen ist der bild dann auch egal.

  • Servus George,


    mit Psilo-Angst hat das hier gar nichts zu tun. Es gab einen Fall mit dem Butterpilz, bei dem das Paxillus-Syndrom auftrat. Es ist aber nur ein Fall, der bekannt ist. Man sollte das aber im Hinterkopf behalten - falls nämlich nochmal was passieren sollte, dann wertet man es anders, wenn man über den ersten (bekannten) Fall bescheid weiß.


    Aus Nürnberg sind wenige weitere Fälle bekannt, in denen Butterpilze allergische Reaktionen auslösten (einmal einen allergischen Schock) - Infos habe ich vom / von dem/r hinzugezogenen Pilzberater/in. Auch das sagt nichts Konkretes aus, denn Allergien gibt es immer wieder, so auch gegen Erdbeeren, Kiwi, Apfel etc. und das wohl häufiger als gegen den Butterpilz.


    Hier ist es aber keine Urban Legend, sondern halt nur sehr seltene Einzelfällt. Und da der Fall mit dem Paxillus-Syndrom lebensbedrohend war (und über eine normale Allergie hinaus geht), sollte man das eben im Hinterkopf behalten.


    Ich habe - nebenbei gesagt - auch schon Butterpilze gegessen, aber ich finde sie nicht besonders - labbrige Röhrlingspampe eben. ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

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