Kalter Frühling - schlechtes Jahr?

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 4.303 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mausmann.

  • Hallo Pilzfreunde.


    Wie der Titel schon klarmacht, geht es mir um Erfahrungen mit dem Frühling.
    Welche Auswirkungen hat ein warmer bzw. aus aktuellem Anlass kalter Frühling auf unsere kleinen Freunde aus dem Wald ?!


    Letztes Jahr konnte ich einen Hexenröhrling(Boletus erythropus) bereits Ende Mai beim Minigolfspielen entdecken und ging darauf in den Wald.
    Dieser bescherte mich mit einigen wunderhübschen Sommersteinis. :plate:


    Ist dieses Jahr mit einem schlechten Pilzjahr zu rechnen, oder darf man trotzdem noch hoffen.
    Morcheln konnte ich beispielsweise nur eine einzige entdecken. Wobei ich erwähnen muss, dass dies auch komplettes Neuland für mich ist.



    P.S.: Ich bin neu hier! Ein herzliches Hallo aus der Bodenseeregion. (Konstanz)

  • Hallo, ich hab' mal gelesen, daß der Niederschlag im Frühjahr maßgeblich die Pilzpopulation im Herbst beeinflußt. Das Myzel "tankt" im Frühjahr Wasser, so daß es im Laufe des Jahres Knospen (entschuldigt meine amateurhafte Ausdrucksweise :shy: ) ausbilden kann, aus denen sich dann im Herbst die Fruchtkörper entwickeln. So irgendwie war der Text. Demnach müßte 2013 zumindest bei uns im Saarland mit einer Pilzinvasion epochalen Ausmaßes zu rechnen sein :D. Wir werden sehen.


    Das Wetter im Spätsommer und Herbst spielt dann natürlich auch eine Rolle. Ist der Boden mal wieder hart und trocken wie Tante Marias Cantuccini, wird's wohl erst mal nix mit Pilzen.

    Grüße aus dem Saarland, Holger smilie_ga_006.gif 

    "I'm only happy when it rains
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    Einmal editiert, zuletzt von Wühlmull ()

  • Hallo fabikus, hallo Holger!


    Also wenn ich die Funde aus dem Forum sehe, und wenn ich sehe, was ich selbst alles finde, muss ich sagen, dass das Frühjahr 2013 sicherlich nicht pilzarm ist.


    Allerdings, das muss ich hinzufügen, sind gewisse Pilzarten mitunter sehr spezifisch, was ihren Feuchtigkeitshaushalt und die Umgebungs-Temperatur betrifft. Und.....regional kann das auch sehr differieren.
    So ist in den letzten Jahren wegen der jedes Mal verschiedenen Bedingungen (irgendwie war in den letzten 10 Jahren fast jedes Jahr anders) auch das jeweilige Artaufkommen ziemlich unterschiedlich.


    Ich erinnere mich an das Wüstenjahr 2003, da sind plötzlich überall Lentinus lepideus (Schuppiger Sägeblättling) gewachsen, eben weil die Art Trockenheit haben will bzw. Hitze verträgt.


    In einem anderen Jahr sind im Frühjahr die verschiedensten und seltensten Morcheln gewachsen, so viel Arten auf einmal habe ich nie wieder gesehen.


    Dann gibt ´s manchmal Frühjahre, die den Herbst imitieren. Dann hat man im Mai/ Juni Herbstpilze.


    Boletus erythropus (Flockenstieliger Hexenröhrling) gehört zu den ersten Röhrlingen, der ist dieses Jahr schon ein paar Mal forumsmäßig gezeigt worden.


    Dass das Wetter im Frühjahr auf die Pilze im Herbst einen speziellen Einfluss haben soll, kann ich persönlich nicht glauben. Die Pilz-Fruchtkörper kommen, wenn ihre Zeit gekommen ist und das Wetter passt.
    Ist klar, wenn das Pilzmyzel eines Herbstpilzes durch lange Trockenheit im Frühjahr zerstört ist, wird die Art natürlich spärlicher vertreten sein.


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    150-15 (APR 2022) = 135-5 (GnE-Wette verloren "über 11 gelöst") = 130 + 4 (am nächsten an der 222.Schnapps-Punktzahl) = 134 + 7 (7.Platz im APR 2022) = 141 + 4 (KISD-Prozente von GnE) = 145 -15 (APR 2023) = 130 + 3 (10. Platz) = 133 + 3 (Unbewusst-Phal) = 136 + 5 (Lupus-Wette-APR-Sieger=ü300) = 141 + 5 (GnE-Gewinnsteuer-APR23) = 146 + 7 (Phalplatz 1) = 153

    Link: Gnolmengalerie

    Link: APR 2023

    Link: Phalabstimmung 2023

    Link: Nanzen

  • Der erste Flocki-Schub war dies Jahr schon durch, als die Maipilze kamen.
    Im Wald bei uns direkt hinterm Haus hat jedes Flocki-Myzel, was ich kenne bereits Früchte getragen.
    Bisher ist das Jahr doch wahnsinnig üppig - zumindest hier.

  • Das kann ich bestätigen: Am 12. Mai ging es bei mir ( Raum Leipzig) mit dem ersten Flocki`s los. Seit dem habe ich ca 150 Fruchtkörper gezählt.Kurz darauf kamen ca 40 Birkenpilze ( L. scabrum) , 17 Birken-Rotkappen, Goldröhrlinge, der Braune Filzröhrling und eine Netz-Hexe.
    Auch Anis-Champignons, Karbolegerlinge , Schopftintlinge , Kahle Kremplinge und manches andere mehr ist schon da.
    Ich habe alles fotografiert, und kann, wen es interessiert, die Fotos mailen.
    Viele Grüße
    Dieter



  • Hallo Dieter,


    ja, bitte, her mit den Bildern! Ich kann es nicht wirklich glauben, dass Du in diesem Jahr bereits über 150 FK Flockis gefunden hast. Und dann auch noch Birkenpilze und Birken-Rotkappen und und und...
    :/ Ich glaube, so viele habe ich in meinem ganzen Leben nicht gefunden... :D


    LG
    Joli

    LG
    Joli

    Alles ist miteinander verbunden, und hat einen Sinn. Obwohl dieser Sinn meist verborgen bleibt, wissen wir, daß wir unserer wahren Mission auf Erden nah sind, wenn unser Tun von der Energie der Begeisterung durchdrungen ist.
    - Paulo Coelho, Der Zahir -

  • Halllo Fabikus !


    erst einmal herzlich Willkommen im Forum !


    Hier ging es schon vor dem 20.04.2013 mit den Flockenstieligen Hexenröhrlingen los. Dazu kamen Mairitterlinge, Schwefelköpfe und Stockschwämmchen. Zahlreiche Funde von Maiporlingen und auch das Aufleben von Trameten ist zu beobachten. Sogar schon Langstielige Knoblauchschwindlinge waren zu finden, Buchenwaldbecherlinge zu hauf und Blutmichpilze. Der voreilende Ackerling war fast überall überall gegenwärtig. Selbst die, die ich persönlich nicht mehr sehen möchte vor dem nächsten Herbst / Winter, lebten nochmals auf . Judasohren.
    Und überall im Laubwald bevorzugt auf Moos wachsend Rotfüße /Xerocomus spec.
    Was ich heute gefunden habe, behalte ich mal für mich.....


    Ein paar Meter war ich für die Funde natürlich schon unterwegs ;)


    VG, Markus




    [hr]
    Hallo DieterK !


    Zeig doch mal paar Aufnahmen deiner Funde.


    Ich denke darüber würde sich die ganze Forengemeinschaft freuen und du könntest die ohnehin schon vorhandene Motivation noch ein bisschen ankurbeln. ;)


    Glückwunsch zu den Funden. Ich freue mich nun auf Fotos.


    VG, Markus


  • Hallo Pilzfreunde,


    danke für die nette Begrüßung und eure Statements. :)
    Hoffentlich ist was dran, an der "Wassertank- Theorie". Soviel wie es hier regnet, könnte es dann wirklich toll werden.
    In der ein oder anderen Doku auf Youtube, wird halt davon gesprochen, dass die Temperaturen eine gewichtigere Rolle spielen.
    Nunja, es bleibt uns ja eh nichts anderes übrig als abzuwarten.
    Heute ist auf jeden Fall mal wieder ein ekliger nasser Sonntag, dem ich aber trotzen werde und
    die Mission "Flocki 2013" in Angriff nehme.
    Ich melde mich heute abend nochmal. Hoffentlich mit Bildern ;)


  • Leider keine Hexen gefunden :/


    Das könnte mit den derzeitigen Temperaturen zusammen hängen.
    Warte mal ein paar Tage ab, mit 2-3 oder mehr aufeinander folgenden Tagen welche Temperaturen an die 20 Grad Celsius oder mehr auflegen.


    Da sollte sich dann Einiges zeigen.


    Viele Grüße,


    Markus

  • Ein Jahr ist vergangen. Allerhöchste Eisenbahn ein Resumée zu ziehen.


    Kurz zur Ausgangslage:
    Ich war 2013 ab Ende März alle 3-4 Tage für einen Spaziergang im Wald und habe nach unseren kleinen Freunden Ausschau gehalten. (Mischwald, hauptsächlich Buchen, mit Eichen. Vereinzelt Birken und wenig Tannen/Fichten.)
    Ich habe das tatsächlich bis Ende November durchgezogen.


    Die Frage war: Wie reagiert das Pilzwachstum auf den langen Winter und und sehr nassen aber kalten Frühling??


    Ergebnis der vermeintlich nicht repräsentativen Stichprobe:


    Außer Becherlingen und sehr wenig Täublingen gab es bis zum Herbst tatsächlich kaum bis gar keine Pilze.
    Im Oktober folgte dann eine wahre Explosion im Wald. Man könnte meinen "Alles kam auf einmal".


    Das Jahr 2014 eignet sich gewissermaßen als Gegenprobe. Der Winter war hier am See sehr mild und wir hatten bereits jetzt Temperaturen bis fast 20 Grad.
    Ich werde euch auf dem Laufenden halten und hoffe auf andere Meinungen und Eindrücke.


    Beste Grüße
    Fabi

  • Man sollte auch nicht außer acht lassen daß nicht jeder Pilz Jahr für Jahr wachsen will, unabhängig vom Wetter. Manche Pilze haben einfach auch lange Zyklen. Die kommen dann eben nur alle 10 Jahre in Fahrt z.B.


    Daß ein feuchter Jahresbeginn aber das Startkapital für das Wachstum von Pflanze und somit auch für viele Pilze darstellt, davon las ich auch. Ich finde, das ist nachvollziehbar. Viel freigesetzte Energie im Frühjahr bringt viel Ertrag über die Folgezeit. Manches im Herbst, manches auch zu anderen Zeiten.


    Letztes Jahr kamen auch hier viele Pilze verspätet oder gar nicht, wohl weil der Sommer viel Trockenheit brachte. Allerdings kamen diese Pilze dann teilweise auch relativ lange. Der November brachte doch manche Überraschung und die letzten Hexen z.B. erntete ich im Dezember noch reichlich.